Überfrierender Regen - Glatteis führt zu Massenkarambolage auf der A115

Mo 27.12.21 | 18:48 Uhr
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Blick auf die Unfallstelle von einer Brücke.
Video: rbb24 | 27.12.2021 | Material: NonStopNews | Bild: NonStopNews

Glatte Straßen wegen überfrierendem Regen: Das Winterwetter macht viele Straßen in Brandenburg zu rutschigen Pisten. Auf einigen Autobahnabschnitten kam es am Montag bereits zu Unfällen. Der Deutsche Wetterdienst rät von Autofahrten ab.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Montag eine amtliche Warnung vor Glatteis durch überfrierenden Regen oder Sprühregen in weiten Teilen Brandenburgs herausgegeben. Der DWD rät davon ab, unter diesen Umständen Auto zu fahren.

Die Polizei in Brandenburg warnte ebenfalls vor Blitzeis auf den Straßen. Noch seien zwar nur einzelne Abschnitte auf Autobahnen oder Straßen betroffen, sagte ein Sprecher des Lagezentrums. Die Lage könne sich aber mit zunehmenden Temperaturen und einsetzendem Regen schnell ändern.

Wegen der teils gefährlichen Straßenverhältnisse hat es auf einigen Autobahnen und Landstraßen in am Montagmorgen bereits mehrere Unfälle gegeben.

Unfall auf der A10 (Quelle: NonStopNews)
Bild: NonStopNews

Mehrere Unfälle auf Autobahn bei Potsdam

Auf der A115 zwischen dem Dreieck Nuthetal und der Anschlussstelle Saarmund gab es gleich mehrere Unfälle in beiden Richtungen. Das teilte die zuständige Leitstelle auf Anfrage von rbb|24 mit. Die Autobahn war zeitweise in beiden Richtungen komplett gesperrt, erst am Nachmittag wurde die Strecke wieder freigegeben.

Bei mindestens einem der Unfälle waren etwa 14 Fahrzeuge beteiligt, bei einem anderen waren ein Lkw und ein Kleintransporter in das Geschehen verwickelt. Eine Frau wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden.

Insgesamt wurden vier Personen verletzt, drei mussten ins Krankenhaus gebracht werden, wie eine Polizeisprecherin dem rbb sagte. Ein Hubschrauber war im Einsatz. Die Feuerwehr musste die eisglatte Fahrbahn "abstumpfen", hieß es.

Unfälle auch auf A13 und A10

Auch auf anderen Autobahnen und Landstraßen hat es Unfälle wegen der Glätte gegeben. So auf der A13 zwischen Berlin und Dresden: Hier rutschten an mehreren Stellen Fahrzeuge in die Leitplanken, eine Person wurde dabei verletzt. Bei Groß Köris kam ein Lkw ins Schleudern, riss mit dem Führerhaus einen Teil der Schallschutzwand weg und wurde schwer beschädigt. Die A13 musste deshalb auf mehreren Abschnitten gesperrt werden.

Einen Unfall wegen Glatteis gab es auch auf der A10 westlicher Berliner Ring in Richtung Werder. Ein Lkw war mit überhöhter Geschwindigkeit auf der glatten Fahrbahn ins Rutschen geraten und in die Leitplanke geknallt. Verletzt wurde niemand. Allerdings war die Autobahn laut Verkehrsinformationszentrale Berlin zeitweise gesperrt.

Autofahrer oft zu schnell auf eisglatter Straße unterwegs

Auch jenseit der Autobahnen kam es wegen Glatteis zu Unfällen. So verlor in Hennigsdorf ein 25-Jähriger wegen zu schnellen Fahrens bei Winterglätte die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und stieß gegen einen Baum, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer und sein 34-jähriger Beifahrer kamen mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Im selben Ort stießen zwei Autos auf glatter Fahrbahn zusammen. Nach Polizeiangaben hatte eine 41-jährige Fahrerin die Geschwindigkeit nicht der Witterung angepasst.

In Nieder Neuendorf nordwestlich von Berlin kam ein 38-jähriger Autofahrer bei Winterglätte aufgrund nicht angepasster Fahrweise von der Fahrbahn ab. Das Auto prallte gegen einen Gartenzaun und war nicht mehr fahrbereit.

Sendung: Inforadio, 27.12.2021, 8:00 Uhr

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27 Kommentare

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  1. 27.

    Mit den Autos das wird schon klappen, hauptsache die Busse legen nicht wieder längsseits an wie schiffe und bei U und Sbahn frieren Türen und Weichen ein. Diese seltsamen Vorkommen des Nahverkehr s.
    P. S mein Fahradschloss war leider auch schon eingefroren. Scheiß Konstruktion hilft nur Türschlossenteiser vom Auto.

  2. 26.

    Ganz einfach:
    - am Anfang ein FStw je Fahrstreifen quer zur Fahrbahn
    - am Ende ein FStw je Fahrstreifen quer zur Fahrbahn
    Dazwischen ist dann " die Autobahn teilweise komplett gesperrt" - immer noch unklar?

  3. 25.

    Ein Wunderkind ...wahrlich ein Wunderkind ;-) Danke fürs Dranteilhabenlassen !
    Irgendwie vergessen manche Menschen schneller was sie gelernt haben, als Andere !

  4. 24.

    Ron hat recht mit den alten Weisheiten aus der Fahrschule. Viele Fahrer verlassen sich zu sehr auf die Elektronik. Bei Eis nutzt sie nicht viel, wenn Haftung fehlt (Physik, Gleitreibung > Haftreibung), da rutscht man und hoffentlich ohne Einschlag. Ich fahre, außer bei Glattteis, lange Strecken zügig mit dem Auto u. auch zu Zeiten wo der Winterdienst noch nicht unterwegs ist. Auch in d. Winterurlaub ins Hochgebirge. Im Jahr früher bis 60 Tkm immer unfallfrei. Bei Glattteis werde ich z. Schnecke!

  5. 23.

    ,,Die Feuerwehr musste die vereiste Fahrbahn abstumpfen"... gibt's keinen Winterdienst mehr???

  6. 22.

    Es war wohl eher unangepasste Geschwindigkeit und ungeeignete Reifenwahl was zu den Unfällen führte. Nehmt den Leuten doch nicht ihre Verantwortung weg.

  7. 21.

    Es ist doch unwichtig "Herr Oberlehrer", ob gelaugt, gesplittet oder gesalzen. Das Eis wird aufgetaut "Herr Oberlehrer"

  8. 20.

    Ich habe seit 1957 den Führerschein und fahre seitdem Auto. Zu meiner Anfängerzeit gab es weder Winterreifen noch Assistenten und von Sommerlichen Fahrbahnen ganz zu Schweigen. Man hatte zu dieser Zeit aber ein eingeschaltet Gehirn das dem Autofahrer signierte den Sicherheitsabstand einzuhalten (heute nicht mehr üblich). Dadurch wurden Unfälle wie der Autobahn vermieden.

  9. 19.

    Ich könnte ja nun lästern, dass es in der Verwaltung des Bundes alles besser auf den Autobahnen werden sollte… aber das mache ich natürlich nicht :-)

    Ich frage mich nur wie man eine Autobahn teilweise komplett sperren kann???

  10. 18.

    "Wow, in einer Zeit vor unserer Zeit......" sie haben noch keinen Führerschein? Sind sie nicht traurig, irgendann sind sie auch in dem Alter wo sie einen machen können und dann können sie hier bei den Erwachsenen mitreden.

  11. 17.

    Genau so ist es, braucht mann eigentlich nichts mehr zu sagen
    Mach ich schon seit 34 Jahren so,und wir haben hier mitunter richtig Winter

  12. 16.

    "Zu einer Zeit, als es noch keine Assistenzsysteme und satellitengestütze Wetterprognosen gab machten die Menschen folgendes: Sie schufen sich Regeln."
    Wow, in einer Zeit vor unserer Zeit......"Schlaumeiergetue!"
    Es gibt schon seit einiger Zeit wirklich schlaue Assists!
    Schon heute der Hinweis: in ein paar Monaten ist tatsächlich wieder Frühling!
    Vorsicht - Pollenflug.........schlaue Ratschläge schon heute zurecht legen!


  13. 15.

    Sie bringen ja auch wieder mal was durcheinander, mit ihrer eingeschränkten berliner Sichweise. Es wird in solchen Situationen wie von @Zoni beschrieben gelaugt und nicht gestreut. Streuen tut man mit Splitt, wenn richtig Schnee liegt. Fahren sie weiter U-Bahn, da brauchen sie solche Themen nicht.

  14. 14.

    Was ist denn mit Euch los?
    Mitten im Qinzer wird es glatt...nee....so ein Ding!
    Und jetzt passen alle Kraftfahrer die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen und den eigenen Fahrfähigkeiten an!
    Heisst für alle: Bereifung prüfen- Rutschtest machen- in sich gehen und langsam losfahren!
    Wenn jeder mitdenken würde, dann wären alle sicher!

    Und nun was für Anfänger: Einatmen- Ausatmen! Gut gemacht...weiter so ...!

  15. 13.

    Für alle, die jetzt darüber rätseln, was man wie und wann im Winter macht, welche "Assistenzsysteme" helfen oder nicht und woher die Winterdienste ihre Informationen kriegen und ob sie laugen oder nicht laugen sollten, folgende Kernaussage:
    Winter ist kein neues Wetterphänomen. Das es Auswirkungen auf den Strassenverkehr hat ist auch nichts neues. Im Kommentar 35 in https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/12/deutscher-wetterdienst-warnung-markantes-wetter-berlin-brandenburg.html#top-of-comments hatte ich das schon mal ausfühlich geschildert.
    Zu einer Zeit, als es noch keine Assistenzsysteme und satellitengestütze Wetterprognosen gab machten die Menschen folgendes: Sie schufen sich Regeln.

    "Winter fängt mit 'W' an, als 'Eselsbrücke'. Winter ist deshalb die Zeit der W-Regeln
    - wenig Gas geben
    - wenig Beschleunigen
    - wenig Bremsen
    - wenig Lenken (i.S. von ruckartig)
    - wenig Auto fahren (i.S. von vermeidbaren Fahrten)"

    Einfach mal probieren. Klappt heute noch.

  16. 12.

    An dem Spruch vom Zoni stören Sie sich aber offensichtlich nicht wie Sie auch zu glauben scheinen, dass es nur relativ neue PKW auf den Straßen unterwegs sind.

  17. 11.

    Ich habe ihre hilflos wirkende Bemerkung mit altbewährten Hinweisen beantwortet und hoffentlich ENDGÜLTIG GEKLÄRT.

  18. 10.

    Selbst die Straßendienste nutzen die Webseiten des DWD und werden sicherlich auch aktuelle Satellitenbilder und Niederschlagsradar nutzen. Von daher wird die Koordination der Winterdienste wohl erfolgen. Und was die Fahrzeugführende betrifft: die meisten Fahrzeuge haben Assistenzsysteme, die bei bestimmten Parametern warnen. Und wer auf den Kalender sieht, Wetterberichte verfolgt, den Verkehrsfunk hört und der Witterung angepasst fährt, dem passiert selten ein selbstverschuldeter Winterunfall.

  19. 9.

    #rbb24: Wieviel Zeit vergeht, von der Blitzeiswarnung bis die Streu-Fahrzeuge auf der Straße sind? Muss gar das System reformiert werden? Sonst lesen wir jedes das Gleiche und die Verunglückten sind bestimmt nicht „dumm“...

  20. 8.

    War schon heftig heute früh, hatten wir seit Jahren nicht mehr.

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