Generalstaatswanwaltschaft prüft Antrag - Mutmaßlicher russischer Spion soll nach Großbritannien ausgeliefert werden

Fr 03.12.21 | 16:25 Uhr
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Jill Gallard, Britische Botschafterin und ein Polizist stehen vor der Britischen Botschaft in Berlin. (Quelle: dpa/Janine Schmitz)
Bild: dpa/Janine Schmitz

Ein kürzlich in Deutschland aufgeflogener mutmaßlicher russischer Spion soll nach Großbritannien ausgeliefert werden. Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Brandenburg an der Havel prüft derzeit ein entsprechendes Ersuchen, teilte die Behörde am Freitag mit. Zunächst hatte das Magazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Die Bundesanwaltschaft hatte den Mitarbeiter der britischen Botschaft in Berlin wegen des Verdachts auf Spionage für Russland im August festnehmen lassen. David S. soll einem russischen Geheimdienst gegen Geld Dokumente übergeben haben. Der britische Staatsbürger S. ist laut Bundesanwaltschaft kein Diplomat, sondern war bis zu seiner Verhaftung als Ortskraft bei der Botschaft tätig.

Beschuldigter schweigt zu Vorwürfen

Der britischen Polizei zufolge ist S. 57 Jahre alt. Mindestens einmal soll er einem Geheimdienstvertreter Dokumente übermittelt haben, an die er durch seine berufliche Tätigkeit gelangt sein soll. Dafür soll er Bargeld in noch unbekannter Höhe bekommen haben. Sein Anwalt sagte laut "Spiegel", dass S. keinesfalls in seine Heimat zurückkehren wolle. Zu den Vorwürfen schweigt er.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, gehört S. zu einer ganzen Reihe russischer Spione, die zuletzt in Deutschland aufflogen. Erst im Juni ließ die Bundesanwaltschaft den russischen Mitarbeiter einer deutschen Universität wegen des Vorwurfs der Spionage für Moskau festnehmen. Erst vor kurzem wurde zudem in Berlin ein Deutscher, der im Jahr 2017 Grundrisse des Bundestags an Russland weitergegeben haben soll, wegen Spionage verurteilt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 03.12.2021, 19:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Ja genau Leo, es ist so wie es von RT, Telegram oder wo sonst Sie sich offenbar informieren behauptet wird: solch ein "Aufriss" wird nur bei russischen Spionen gemacht. Bei allen anderen zuckt man nur mit den Schultern: "Machen doch alle".

  2. 3.

    Ein Brite der gegen Geld Dokumente an Geheimdiente verkauft, der gehört an Großbritannien ausgeliefert, zumal er ein Mitarbeiter der britischen Botschaft war. Für wem er spioniert hat ist "Wurscht".

  3. 2.

    Spionage findet ständig und überall statt, warum jetzt dieser Aufriss ? wahrscheinlich weil es ein mutmaßlicher russischer Spion sein soll ?

  4. 1.

    „Sein Anwalt sagte laut "Spiegel", dass S. keinesfalls in seine Heimat zurückkehren wolle.“

    Ach so, na dann … darf der werte Herr natürlich unter keinen Umständen in sein Heimatland(!) zurückgeführt werden!

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