Verkehrsanalyse - Berlin und Potsdam unter den Städten mit den meisten Staus in Deutschland

Di 07.12.21 | 19:56 Uhr
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Symbolbild: Stau in Berlin. (Quelle: Michael Sohn/AP/pa)
Video: Brandenburg Aktuell | 07.12.2021 | M. Nowak | Bild: Michael Sohn/AP/pa

Platz zwei und Platz vier: Berlin und Potsdam zählen laut einer aktuellen Studie zu den staureichsten Innenstädten Deutschlands. Mehr als eine Arbeitswoche verbrachten Autofahrer im Schnitt im Stop-and-go-Verkehr. Von Georg-Stefan Russew

Berlin und Potsdam zählen 2021 zu den staureichsten Innenstädte Deutschlands. Nach dem am Dienstag veröffentlichten Inrix Global Traffic Scorecard [inrix.com] verbrachten Kraftfahrender in der Bundeshauptstadt im Schnitt 65 und in Potsdam 46 Stunden im Stau in ihren Fahrzeugen.

Damit belegt Berlin im bundesweiten Ranking Platz zwei. Potsdam ist darin die Nummer vier. Die deutsche Nummer eins ist München mit 79 Stunden, Platz drei in dem Ranking geht an Hamburg mit 47 Stunden.

Staureichste Straßen in Berlin

Einsame Spitze ist Berlin in der Top Ten der am meisten befahrenen deutschen Straßen. Gleich vier tauchen 2021 in dem Ranking auf. Die staureichste Strecke in Berlin ist laut Inrix die B96 im Verlauf des Tempelhofer Damms zwischen Platz der Luftbrücke und Reißeckstraße. Hier mussten laut Studie im fast abgelaufenen Jahr Kraftfahrende täglich sieben Minuten mehr Fahrzeit hinnehmen. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet sind es 27 Stunden pro Fahrzeug. Im Bundesranking ist das Platz vier. Im vergangenen Jahr war die B96 noch bundesweiter Spitzenreiter.

Die Berliner Nummer zwei ist die A100 zwischen den Dreiecken Neukölln und Charlottenburg. Pro Tag und Fahrender waren es fünf Minuten mehr. Aufs Jahr gerechnet kamen so 20 Stunden zusammen. Bundesweit ist das Platz sieben.

Die B2 zwischen Alexanderplatz und Caseler Straße ist die Berliner Nummer drei (in Deutschland Nummer acht). Auch hier sammelten Kraftfahrende täglich fünf Minuten mehr ein. Aufs Jahr war es eine halbe Arbeitswoche.

Platz vier in der Bundeshauptstadt geht an die Prenzlauer Allee/Prenzlauer Promenade zwischen Christburger Straße und der A114-Anschlussstelle Pasewalker Straße. Auch hier waren es täglich fünf Minuten mehr. Aufs Jahr gerechnet kamen 20 Stunden zusammen.

Viele Baustellen in Potsdam

Neu in der Top-Ten-Liste ist 2021 die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam. Sie kletterte im Stau-Ranking von Rang 29 auf vier. Hier beeinflussen größere Baustellen und Vollsperrungen wie der Umbau des Leipziger Dreiecks und die Bauarbeiten an der Nuthe-Schnellstraße den Verkehrsfluss maßgeblich.

Verkehrsdichte erreichte noch nicht das Vor-Corona-Niveau

Laut Studie erreichte die Verkehrsdichte in Deutschland nicht das Vor-Corona-Niveau, dennoch war auf den Straßen und Autobahnen sehr viel mehr los. Im ersten Lockdown im April 2020 ging die Verkehrsdichte laut Inrix Traffic Scorecard um 52 Prozent zurück, im Oktober 2021 lag sie in Berlin nur noch fünf Prozent unter dem Wert des Jahres 2019.

Pauschal auf ganz Deutschland hochgerechnet verbrachten Pendler:Innen 2021 durchschnittlich eine gesamte Arbeitswoche (40 Stunden) im Auto. Das sind 14 Stunden mehr als 2020, aber immer noch sechs Stunden weniger als 2019.

Eine Ausnahme vom Aufwärtstrend bildet der Bahn- und 2021 Busverkehr: In der ersten Jahreshälfte von 2021 beförderte die Deutsche Bahn 57 Prozent weniger Passagiere als 2019 im gleichen Zeitraum.

Im weltweiten Vergleich mit London, Paris oder Brüssel fallen die Stauzeiten in Berlin und Potsdam noch moderat aus. Laut Studie mussten in London Kraftfahrende im fast abgelaufenen Jahr 148 Stunden Stau ertragen. Mit 140 Stunden ist Paris die Nummer zwei und in Brüssel waren 134 Stunden.

Methodik der Studie

Inrix ist ein Anbieter von Verkehrsanalysen und Connected-Car-Services. Das Unternehmen analysierte anonymisierte Daten aus verschiedensten Quellen wie zum Beispiel Datensätze aus Telefonen, Fahrzeugen und Städten. Die verwendeten Daten zeigen das Verkehrsaufkommen der untersuchten Straßenabschnitte über den gesamten Tagesverlauf hinweg. Die Staustudie identifiziert und bewertet Stau- und Mobilitätstrends in mehr als 1.000 Städten in 50 Ländern im Jahr 2021.

Die Global Traffic Scorecard basiert auf der Methodologie der Traffic Scorecard von 2019 und 2020 und misst die Zeit, die ein Pendler durchschnittlich im Stau verbringt. Um noch genauere Ergebnisse zu erzielen, hat das Unternehmen auch Pendlerstrecken über die Stadtzentren hinaus identifiziert und in den Berechnungen berücksichtigt.

Sendung: Inforadio, 07.12.2021, 12:20 Uhr

53 Kommentare

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  1. 53.

    "Ja, wo laufen sie denn?" ließ schon Loriot fragen. Politiker, die den ÖPNV tatsächlich ausbauen wollen, suchte man die letzten Jahre in Berlin vergeblich. Zuerst mangelte es an Geld und dann an einem NVP, den man tatsächlich realisieren will. Entsprechend dürftig war das Ergebnis.

  2. 51.

    Für Elias und Co. mag der BVG-Bus mit seinen 320 PS eine MPU-würdige Genitalverlängerung sein. Dennoch ist der trotz fehlender Busspuren und vielen Halten im Mittel schneller unterwegs als ein Fußgänger und bedeutend witterungsunabhängiger als das typischerweise auf kürzeren Strecken genutzte Verkehrsmittel, auf welches Sie mit Ihrem hier verwendeten Nick hindeuten. Beim MIVen entfallen zusätzlich die Stopps an den Haltestellen, so dass man mit dem PKW legal noch schneller von A nach B kommt.

    Die Kreuzberger Presse straft Sie zudem in Bezug auf die Wassertaxies mit einem Artikel vom 27.06.2019 Lügen. "Berlin ist eine Stadt mit viel Wasser, wie viele andere Metropolen weltweit auch. Dort werden auch die Wasserwege für den öffentlichen Nahverkehr genutzt. Warum führen wir nicht auch in Berlin Wassertaxis ein?" wird sie zitiert. Dass die Idee exklusiv von Pop sein soll, entspringt Ihrer Phantasie. Der Schaum vor Ihrem Mund hat offensichtlich wieder mal Ihren Blick getrübt.

  3. 50.

    Wer eine 320 PS starke Genitalverlängerung in der Stadt braucht, der hat ein ganz anderes Problem wie seine Fortbewegung. Und die Lüge mit den Wassertaxies habe ich letztens schon widerlegt. Da war Frau Pop noch nicht einmal geboren, so alt ist die Idee.

    Wer hier ständig seinen krankhaften Hass gegen Grüne auslebt und mit seiner 320 PS Protzkarre angibt, der sollte schnellstens zum Arzt und zur MPU.

  4. 48.

    Gibt es. https://www.ardmediathek.de/video/quarks/suv-und-co-warum-werden-unsere-autos-immer-groesser/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTg1Yjg5NjIxLTlkZjItNGI2MC1iYWYwLWI1Mjg5M2Y4YjUyNw/

  5. 47.

    sind wir mal ehrlich. Autofahrer und Nichtautofahrer werden bei diesem Thema nur ein gemeinsamen Nenner haben, nämlich den, dass alle stressfrei, schnell und sicher durch die Stadt kommen wollen. Ich meine, jeder sollte doch sein Fortbewegungsmittel wählen können das er für richtig hält. Dabei muss durch die Politik für alle Lager das entsprechende Optimum angestrebt werden. Die Leute werden sich dann schon selbst entscheiden, was für sie jeweils das Beste ist. Eine Stadt funktioniert weder ohne Individualverkehr, noch ohne gut ausgebauten ÖPNV. Wenn man sich die Kommentare hier so durchliest, ist immer nur die Rede von Verboten und alles muss teurer werden, vor allem für die Autofahrer. Wen wundert es dann, dass die Politik genauso handelt. Siehe EEG, CO2-Steuer etc. Was habe die denn ehrlich gesagt gebracht, außer uns das Geld aus der Tasche zu ziehen? Signifikat mehr (sinnvolle)erneuerbare Energien die ohne nicht möglich gewesen wären oder weniger CO2? Ich glaube kaum

  6. 46.

    Sie haben einen falschen Eindruck vom Stadtverkehr. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich mit dem 320 PS-Diesel trotz mangelhafter Infrastruktur meist schneller in der Stadt unterwegs bin als Eliud Kipchoge.

  7. 45.

    In Wien war man intelligenter und hat zuerst angefangen, den ÖPNV auszubauen und erst dann weitere Maßnahmen ergriffen. Hier in B. lässt die SenUVK lieber von an der Verkehrswende in Kopenhagen gescheiterten externen Beratern Radschnellwege *durch* das Brandenburger Tor konzeptionieren und schiebt den ÖPNV-Ausbau auf die lange Bank. Auch Frau Jarasch hat ja angekündigt, dass bei ihr Projekte Priorität haben, die sich bis zum Ende der Legislatur abarbeiten lassen. Schon Busspuren auszuweisen dauert aber i.d.R. länger.

  8. 44.

    Eine Cityaut und/oder Anwohnervignette außerhalb des S-Bahn-Rings für n 10´er im Monat finde ich völlig in Ordnung.

  9. 43.

    Nicht ohne Grund gab es auch von Frau Pop den Vorschlag, in Berlin Wassertaxies einzuführen. Hier wird gebaut und die lang vorgeplante Tram-Trasse auf den St.-Nimmerleinstag verschoben. Nicht ohne Grund nahm in den letzten Jahren die Anzahl der PKW pro Einwohner in Berlin wieder zu: Lieber MIVend im Stau stehen als im Bus keinen Stehplatz bekommen.

  10. 42.

    Also ein Auto zu besitzen bedeutet, sich Lebenszeit zu klauen.
    Mit dem Auto brauche ich für 12 km zur Arbeit in Wannsee 26 Minuten, zu Fuß 2 Stunden, mit dem Fahrrad 42 Minuten und mit Bus und Bahn 56 Minuten, sofern nicht wieder was ausfällt. Gestern ist mal wieder ein Bus ausgefallen, 12 Minuten gewartet und mit Maske in den proppevollen Eindecker gequetscht. Da bin ich mit dem Auto schon in....
    Aber richtig ist, würde ich in der Innenstadt arbeiten oder einmal quer durch auf der anderen Seite, würde ich die Öffis nehmen, das ist dann trotz allem das kleinere Übel.

  11. 41.

    "eine Reduzierung von Parkplätzen"

    Das geht aber erst, wenn bereits weniger Autos unterwegs sind. Wenn das so Knall auf Fall passiert, kurven endlos viele Autos auf der Suche nach einem Parkplatz durch die Nebenstraßen und der Verkehr ist eben nicht minimiert. Und da Autofahrer oft stur sind, lassen sie sich von fehlenden Parkplätzen nicht verbieten, trotzdem zu fahren.

    Ich würde stattdessen, auch wenn es riesenteuer ist, so viele (zu bezahlende, damit wieder Geld dafür reinkommt) Tiefgaragen wie möglich bauen. Dann wären die Autos aus dem Stadtbild und man hätte mehr Platz für Fahrradwege/spuren/breitere Bürgersteige. Dem Lieferverkehr muss man dann eben alle 50m oder so einen/zwei Kurzzeit-Parkplätze einrichten.
    Zusätzlich würden durch die fehlenden/weniger geparkten Autos die Straßen und Kreuzungen besser einsehbar sein und es gäbe weniger Unfälle, auch mit/zwischen Radfahrern/Fussgängern.
    Utopisch, ich weiß. Aber schöne Vorstellung.

  12. 40.

    Ich glaube der Robinson hat das etwas überspitzt formuliert. Eine Enteignung will hier niemand. Aber eine moderate 25 Euro/Tag Innenstadt-Maut ohne Ermäßigung für Anwohner oder eine Reduzierung von Parkplätzen um 50% würden niemanden enteignen, dafür aber den Verkehr reduzieren und damit auch für Autofahrer freie Fahrt und weniger Stress bedeuten.

  13. 39.

    Sie sind also für eine Art der Enteignung? Und Ihre Formulierung, dass "Berliner" dann keine Autos mehr fahren dürfen, ist mehr als dürftig. Man sollte bitte mal nicht nur bis zum Brett denken und seine Engstirnigkeit auf die Allgemeinheit zu übertragen versuchen.

  14. 38.

    Ich hoffe, Ihre positive Einstellung zu einem Nebeneinander strahlt auch auf andere aus. Auch wenn Nebeneinander in vielen Fällen bedeuten wird, dass der motorisierte Individualverkehr Flächenanteile abgeben muss.

  15. 37.

    Nein, müssen sie nicht. Es braucht nur vernünftige Konzepte, den Individualverkehr zu minimieren. Ihrer Logik zu folgen frage ich mich, wie sonst die Versorger und Entsorger unterwegs sein dürfen, ebenso wie Polizei und Feuerwehr. Aber dafür haben Sie bestimmt die Lösung parat. Ich bin gespannt.

  16. 36.

    Zitat aus der Tagesschau "Im Jahr 2020 gaben 40 Prozent von ihnen an, für Strecken unter fünf Kilometern normalerweise mit dem Auto zu fahren."
    Meine Güte, das kann man doch wohl locker mit dem Fahrrad fahren, es sei denn man ist bequem. und davon haben wir zuviele.

  17. 35.

    Es braucht keine höhere Besteuerung, es reicht doch zu die Anwohner Parkplätze ab zu schaffen. Wenn Berliner keine Autos mehr fahren dürfen sind die Straßen auch leer. In Berlin gibt es eine gute Infrastruktur für öffentlichen Verkehr. Und die paar Brandenburger die dann wegen der fehlenden Infrastruktur mit Auto rein müssen verursachen kaum noch Stau.

  18. 34.

    ", denn je mehr Menschen mit ÖPNV oder Rad und je weniger Auto fahren, desto weniger Stau haben wir und desto schneller kommen wir alle durch die Stadt!"

    Theoretisch ja. Der Haken an der Sache ist bloß: Je schneller wir alle wieder durch die Stadt kommen, desto eher steigen die Leute wieder in ihre Autos. Und alles geht von vorne los.

    Ansonsten haben Sie glaube ich Volker falsch verstanden. Er beschwert sich eher über die Hindernisse, die ihm als Autofahrer absichtlich in den Weg gelegt werden, um ihn zum ÖPNV zu bewegen. Und das wäre ja nun mal die absolute persönliche Apokalypse.

  19. 33.

    Was ist denn das für eine Logik? So ein Quatsch. Der Stadtring beispielsweise stört keinen Fußgänger und die Autofahrer kommen schnell ans Ziel, egal in welchem Auto. Ich bin beruflich auf mein Auto angewiesen, wie die meisten die täglich im Stau stehen. Und ich werde auch für die wenigen privaten Fahrten meinen PKW nutzen, bevor ich doppelte Kosten durch eine zusätzliche Fahrkarte der Öffentlichen haben, zudem aktuell auch noch eine höhere Ansteckungsgefahr. Sorry, ne danke. Die Politik will uns gegeneinander aufhetzen, dabei gelingt auch das nebeneinander, wenn man denn möchte.

  20. 32.

    Das sind auch meine Gedanken: diese Panzer brauchts nicht in Großstädten -in Großstädten eine Besteuerung von 5000€ p.A. wäre sinnvoll. Diese unnützen Mistkarren machen die Straßen immer voller - viel zu viel Auto für viel zu wenig Mensch.

  21. 31.

    Kombis verbrauchen praktisch genau so viel Platz. Es müssen alle Autos raus aus der Stadt.

  22. 30.

    Heidekind:
    "Antwort auf [Wossi] vom 07.12.2021 um 16:30
    "Ein Ranking wo man mal vorne liegt?"
    Ich weiss, es ist die falsche Antwort ... Kriminalstatistik. 2020 Platz 1 - vor FF/M. Wir schaffen das.
    Irgendwie ist diese Stadt in Teilen nur noch mit Galgenhumor zu ertragen."

    Es hat gesellschaftliche und soziale Gründe und nichts mit der Stadtpolitik zu tun, dass die Kriminalität in Großstädten tendenziell immer höher ist als in kleineren Ortschaften! Wer das nicht in Kauf nehmen will, darf nicht in einer Grioßstadt leben wollen!

    Daher ist ein Vergleich von Städten mit sehr unterschiedlicher Bevölkerungsdichte unredlich und ignoriert die besonderen Probleme in Millionenmetropolen.

    Wer glaubt, es besser machen zu können, darf gern in die Politik gehen und sich und sein Programm zur nächsten Wahl stellen!

  23. 29.

    Volker:
    "Antwort auf [Becker] vom 07.12.2021 um 15:42
    Welche Verkehrspolitik? Die, die Politik machen wollen den Verkehr abschaffen und Staus sind ein Mittel dafür."

    Blödsinn! Die Politiker wollen den ÖPNV- und Radverkehr nicht abschaffen, sondern ausbauen, damit mehr Menschen staufrei vorwärst kommen, denn je mehr Menschen mit ÖPNV oder Rad und je weniger Auto fahren, desto weniger Stau haben wir und desto schneller kommen wir alle durch die Stadt!

  24. 28.

    Bei mir im Kiez stehen auch Autos rum, sicher, das nennt man Parken. Morgens fahren die einen zur Arbeit, die Parkplätze bleiben aber nicht leer, jetz kommen die, die im Kiez arbeiten. Ein paar Parkplätze wechseln auch noch Tagsüber den Besitzer, so wie es sein soll und auch muss und abends wieder zurück. Parks und Gruenanlagen, sogar Wasser und Wald sind vorhanden. Für die Familie und Kinder ideal.
    . Gott sei Dank haben unsere Strassen in Berlin eine gewisse Breite so das eigentlich keine beklemmenden Gefühle aufkommen müssen, selbst wenn einige noch verbotswiedrig in der zweiten Reihe Parken.
    Aber wir wohnen in einer Großstadt, hier brauchen sich die Fuechse hoffentlich nicht irgentwann dann auch Gute Nacht sagen, wie in so manchem verschlafenen Kaff im Nirgendwo.

  25. 27.

    "So wie dieser Senat und der davor den Verkehr sabotiert und Infrastruktur zerstört, wundert mich das nicht im geringsten."

    Der Senat davor hieß Rot-Schwarz. Und unter dem stieg Berlin stetig im Ranking nach oben bzw. die Autos standen länger im Stau.

    Ach, und die Infrastruktur wird vor allem durch die immer intensivere Nutzung zerstört.

  26. 26.

    Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen Größe der Autos und Anzahl / Länge der Staus aus? Wenn immer mehr SUV rumfahren, wird immer mehr Platz verbraucht auf der Straße. Ich hoffe diese Fahrzeugklasse wird durch unsere neue Regierung ordentlich besteuert, niemand braucht so ein Auto in der Stadt.

  27. 25.

    Ein Bürger:
    "Antwort auf [Radfahrer] vom 07.12.2021 um 18:45
    Nicht zuviele Autos sondern viel zuviele Menschen das ist das allgemeine Problem, sowohl beim Verkehr wie auch beim Wohnen."

    Was für ein Unsinn!
    Einfach mal nachdenken: Ohne die zuvielen Autos gäbe es mehr freie Straßenfläche und viel weniger oder sogar gar keine Staus! Selbst dann, wenn alle ehemaligen Autofahrer dann mit ÖPNV fahren und mehr ÖPNV-Fahrzeuge angeschafft werden würden, wäre immer noch sehr viel mehr Platz auf den Straßen als zur Zeit!

    Ein Bürger:
    "Die Stadt platzt aus allen Nähten kann aber ni ht mehr Raum einnehmen, da eigenes Bundesland."

    Ich denke, die Bundeslandgrenze spielt wegen fehlender physischer Grenze überhaupt keine Rolle.

  28. 24.

    Altorf2:
    "Viele Autofahrer haben aber längere Fahrstrecken, als ein Fußgänger zu Fuß läuft. Wer das ignoriert, sollte nochmal über das Wort Selbstbetrug nachdenken. Es lassen sich auch nicht alle Autofahrten per ÖPNV ersetzen, selbst wenn man es wollte."

    Doch, es lassen sich sehr viele der aktuellen Autofahrten durch ÖPNV ersetzen!

    Altorf2:
    "Dazu fehlt auf vielen Strecken ein brauchbares Angebot."

    Das Angebot kommt mit der Nachfrage und den zusätzlichen Einnahmen durch ÖPNV-Neukunden.

  29. 23.

    Also, wenn ich mal in die Wohnstraßen meines Kiezes schaue, dann stehen da viel zu viele Autos nutzlos herum, fast den ganzen Tag lang. Das ist schon ein Problem, denn dadurch wird sehr viel Platz verschwendet. Für den fließenden Verkehr bleibt in der Mitte nur noch ein dünner Streifen. Es ist doch Wahnsinn, das ein Auto im Schnitt über 20 Stunden lang pro Tag nur herumsteht und Platz verschwendet. Damit dann eine Person einmal am Tag rund eine Tonne Metall mit Verbrennungsmotor durch die Stadt manövriert. Auf Wegen, die sich zum Teil auch mit dem ÖPNV bewerkstelligen lassen. Das ist weder nachhaltig noch wirtschaftlich sinnvoll. Wieviel Geld kostet Privatleuten ein Auto, vom Kauf über Spritkosten, Reparaturen, Parkgebühren bis hin zu Versicherungen und Strafzetteln, die früher oder später kommen. Klar, es kann nicht jeder auf ein Auto verzichten. Aber es muss auch nicht jeder eines haben. Die Stadt muss nicht nach Auto-Interessen ausgebaut werden, sondern für alle Menschen da sein.

  30. 22.

    Auffällig ist, dass insbesondere Ausfallstraßen auf der Stauliste oben stehen. Die bessere Anbindung der Stadtrandbereiche und der Vororte mit leistungsfähigen Bahnen hat die Politik in den letzten zwanzig Jahren konsequent ignoriert. Das lässt sich in Spandau anschauen, wo mehrere große Siedlungen abseits von Rathaus und Altstadt seit ihrem Bau vor 50 Jahren immer noch abgehängt sind. Unzuverlässige Busse sind keine Alternative zum PKW. Popup-Radwege allein genügen nicht als Problemlösung.

  31. 21.

    Nicht zuviele Autos sondern viel zuviele Menschen das ist das allgemeine Problem, sowohl beim Verkehr wie auch beim Wohnen. Die Stadt platzt aus allen Nähten kann aber ni ht mehr Raum einnehmen, da eigenes Bundesland. Wenn der touristische Rummel und die sogenannte Fachkräfteanwerbung im grossen Still noch dazu kommt, wird es noch schlimmer. Wir können ja schließlich unsere alteingesessenen Mitbürger nicht vor die Tore der Stadt setzen. Wie wäre es wenn die Firmen für den Transport und die Wohnbelange mal sorgen würden, aber ohne jemand anderen zu benachteiligen. Das gleiche sollte aber auch für die Verdraengung durch Roboter gelten, da diese Arbeitsplätze und Mensch in grosser Zahl ersetzen aber nichts für die Allgemeinheit tun.

  32. 20.

    So sehe ich es auch. Wobei ich mittlerweile auch den Umweg über den Berliner Ring durch die Nähe zur Autobahn gerne nehme. Zum Einen um den städtischen Verkehr zu entlasten und die Luft nicht unnötig zu belasten, zum Zweiten weil durch meine gelassene Fahrweise der Wagen mit Mindestverbrauch effektiver bewegt wird als im Stadtverkehr. Und meine kurzen Strecken in Berlin lege ich mit dem Rad zurück.

  33. 19.

    Na zwei Personen am Steuer möchte ich mal sehen *lol*
    B. T. T. : der Senat ist seit langem damit überfordert, vernünftige Konzepte als Alternative zum Auto zu schaffen um dann den Individualverkehr zu minimieren. Aber jetzt mit den grünen Verkehrssenatoren am Ruder wird bestimmt alles in kürzester Zeit viel besser besser. Das war übrigens Sarkasmus.

  34. 18.

    Viele Autofahrer haben aber längere Fahrstrecken, als ein Fußgänger zu Fuß läuft. Wer das ignoriert, sollte nochmal über das Wort Selbstbetrug nachdenken. Es lassen sich auch nicht alle Autofahrten per ÖPNV ersetzen, selbst wenn man es wollte. Dazu fehlt auf vielen Strecken ein brauchbares Angebot. Größerer Güterverkehr per LKW lässt sich auch nicht durch nette Ideen wie Lastenfahrräder ersetzen. Leider auch nicht durch die Bahn, weil es hier oft ebenfalls an der fehlenden Infrastruktur mangelt. Da gibt es noch sehr viel zu tun, auf sämtlichen Feldern. Die Politik hat es jahrelang versäumt, für Alternativen zu sorgen.

  35. 17.

    Nein, das zeigt dass einfach zuviele Autos in der Stadt bewegt werden. Meistens mit einer Person am Steuer.

  36. 16.

    Ja, ich gebe es zu: ich bin auch gerne mit dem Auto unterwegs. Und ja, mich nerven auch Baustellen, Parkplatzsuche und der dichte Verkehr. Bus- und Fahrradspuren hingegen nicht, weil ich der Meinung bin, dass das eben die Zukunft ist, die ich zu akzeptieren habe und die ich richtig finde. Auch wenn ich weiß, wie schwer es ist, uns aus den bequemen Autos zu holen, weiß ich, dass das das Ziel sein muss. Da sträube ich mich zwar noch, aber jammere auch nicht rum oder plädiere für mehr Autobahnen etc., oder schimpfe auf "konkurrierende" Verkehrsteilnehmer. Das ist nicht zielführend.

  37. 15.

    Das ist Selbstbetrug, denn ein Auto zu besitzen, um im Stau langsamer als ein Fußgänger zu sein, ist tatsächlich Selbsttäuschung. Man klaut sich selbst Lebenszeit.

  38. 14.

    Und ca. alle 200 m eine Baustelle. Ich krieg bald `ne Krise von den allerwegen vor mir auftauchenden rotweißen Absperrungen! Kann man denn da nicht besser planen? Ein, zwei Baustellen anfangen, durchziehen, fertig bauen, dann die nächsten... hachja, träum, aber mit dem neuen Senat wird das wohl eher noch schlimmer.

  39. 13.

    "Ein Ranking wo man mal vorne liegt?"
    Ich weiss, es ist die falsche Antwort ... Kriminalstatistik. 2020 Platz 1 - vor FF/M. Wir schaffen das.

    Irgendwie ist diese Stadt in Teilen nur noch mit Galgenhumor zu ertragen.

  40. 11.

    Das mit dem vielen Stau wird bestimmt besser werden, wenn die Autobahnen A103 und A104 erstmal abgerissen werden, haha. Dann sind Schloßstraße und Breitenbachplatz endgültig verstopft. Der Verkehr, der heute noch kreuzungsfrei über die Autobahn abfließt, wird sich dann ebenerdig an den Wohnhäusern vorbei quälen. Mit Lärm, Gestank und Stau vor den zahlreichen Ampeln in den engen Wohnstraßen. DAS ist dann echte Lebensqualität für die Leute vor Ort. Herzlichen Glückwunsch.

  41. 10.

    Welche Verkehrspolitik? Die, die Politik machen wollen den Verkehr abschaffen und Staus sind ein Mittel dafür.

  42. 8.

    Der eine verbringt seine Zeit im Auto im Stau, der andere beim Warten und Umsteigen mit der BVG. Berlin ist nunmal eine Großstadt mit ziemlich langen Wegen. Was allerdings wie fast in jeder anderen Stadt auch wirklich dämlich ist dass sehr viele die Innenstadt müssen, egal mit welchen Verkehrsmitteln. Es gibt wenig Querverbindungen. Und viele Arbeitsplätze sind in der Innenstadt. Es sind weniger die privaten als die berufsbedingten Fahrten. Große Stadt, viele Menschen und viel Mobilität.

  43. 7.

    So wie dieser Senat und der davor den Verkehr sabotiert und Infrastruktur zerstört, wundert mich das nicht im geringsten. Im Gegenteil, das ist genauso gewollt. Das ist RRG Klimaschutz mit Staus, Abgasen, Lärm und Feinstaub. Man beklagt hier die Folgen der eigenen Unfähigkeit.
    Mit noch mehr Radwegen die Kapazität verringern, noch mehr Poller, noch mehr autofreie Straßen, noch mehr Busspuren, noch weniger Parkplätze, Entlastungsstraßen verhindern, noch mehr 30er Zonen, noch mehr rote Wellen, noch mehr Vorrangschaltungen für Bus und Tram (hallo gleiches Recht für alle) und noch mehr Anforderungsampeln die rot werden obwohl weit und breit kein Fußgänger ist... Hauptsache mitten rein in den fließenden Verkehr. Das betrifft genauso manche kleinen Nebenstraßen... und und und
    Blumenkübel, Sitzecken, Anwohnerprivilegien, Findlinge, Demokollaps, Fanmeilen, Marathon, Radfahrer.. die Liste nimmt gar kein Ende.

  44. 6.

    Die Probleme werden schon bald nicht mehr aktuell sein. Die Regierenden wollen doch flächendeckend Tempo 30 einführen. Dann ist nur noch auf den Hauptstraßen der Stau. Durch die Wohngebiete fährt es sich dann schneller.

  45. 5.

    Das kommt von einem boomenden Umland ohne leistungsfähige Anbindung ans Schienennetz. Leider wird auch weiterhin Bauland ausgewiesen ohne vorher eine Trasse zu bauen, bzw eine bestehende zu erweitern.

  46. 4.

    Ein Ranking wo man mal vorne liegt? Da geht noch mehr Unausgewogenheit: Pop-Up-Radwege so verbreitern, dass sich Lastenräder (1x pro Woche?)begegnen können (mit unangeschnallten Kindern?).

  47. 3.

    Tja, diese Auswertung zeigt, dass Endlos-Baustellen (Karl-Marx-Strasse, Elsenbrücke, Invalidenstasse)die vom Senat toleriert werden, Verknappung der Parkplätze und künstlich verengte Fahrbahnen die gewünschte "Verkehrsberuhigung" bewirken. Der Verkehr kommt zum Stillstand um alle Autofahrer maximal zu nerven und so die gewünschte Hinwendung zum Rad zu "fördern". Schade dass das nicht funktioniert und stattdessen Autos unnötig lange unterwegs sind, ob im Stau oder beim Umkreisen des Häuserblocks auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit. Umweltfreundlich ist das nicht, aber offenbar glaubt der Senat immer noch auf diese Weise eine Verkehrswende erzwingen zu können. Mir scheint das eine wirklich schlechte Methode zu sein. Und da wundern sich alle über zunehmende Rücksichtslosigkeit im Strassenverkehr. Wenn ich jahrelang jeden Tag an der selben Baustelle im Stau stehe kommen irgendwann Frust und Agression auf. Diesen Zusammenhang scheinen die Berliner Verkehrspolitiker nicht herzustellen.

  48. 2.

    Vor gut 10 Jahren gab es Berichte, wonach Berlin zu den stauÄrmsten Großstädten gehört habe.
    Doch die Stadtbevölkerung und Wirtschaft wächst seitdem rasant und anstatt die Infrastruktur im gleichen Tempo auszubauen, baut man ideologiegetrieben Straßen und Fahrspuren zurück, während man dafür den ÖPNV nur halbherzig ausbaut.
    'VERKEHRSWENDE' bedeutet dekarbonisierte Zukunft inklusive Elektro-PKWs und NICHT dekarbonisierte Vergangenheit inklusive Infrastruktur des Mittelalters!

  49. 1.

    Das ist kein Wunder bei der Verkehrspolitik in Berlin

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