Reisen zu Weihnachten - Wo Sie mit Auto, Zug oder Flugzeug zu spät zum Fest kommen könnten

Di 21.12.21 | 10:30 Uhr
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Archivbild: Stau auf dem Berliner Ring. (Quelle: dpa/R. Vennenbernd)
Bild: dpa/R. Vennenbernd

Rund um das Weihnachtsfest wird es auf den Straßen und Autobahnen in Berlin und Brandenburg wieder voller. Stauschwerpunkte sind laut ADAC der Berliner Ring und die Strecke zwischen Hamburg und Berlin - vor allem ab dem 23. Dezember.

Die Weihnachtsreise antreten heißt oftmals erstmal im Stau stehen. Deshalb müssen sich Autofahrer rund um die bevorstehenden Feiertage auf mehr Reiseverkehr und Staus einstellen als noch an Weihnachten 2020. Damals hatte ein deutschlandweiter Teil-Lockdown privates Reisen sehr stark eingeschränkt, wie der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) mitteilte. Laut des Verbands sollten Autofahrer auf dem Berliner Ring (A10) und auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin (A24) mit vollen Straßen rechnen.

Zum Ferienstart in Berlin geht es richtig los

Vor allem am Nachmittag des Donnerstags, 23. Dezember, wenn in Berlin die Weihnachtsferien beginnen, werde viel los sein, hieß es. Auch am zweiten Weihnachtstag etwa rechnet der Verkehrsclub mit volleren Straßen, weil die meisten Reisenden von Familienbesuchen zurückkehren.

Wartezeiten bei Grenzübertritten einplanen

Aufgrund von Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen für Ausflügler, etwa in alpinen Skigebieten, rechnet der ADAC mit weniger Reiseverkehr als noch vor der Pandemie. Fehlende Planungssicherheit und der Appell der Politik, zu Hause zu bleiben, dürfte viele Menschen vom Verreisen abhalten, schätzte der ADAC.

Wer jedoch mit dem Auto ins Ausland reise, müsse an den Grenzen mit Verzögerungen rechnen. Impf- oder Genesenen-Nachweise sowie Testzertifikate würden meist stichprobenartig kontrolliert werde, was mehr Zeit in Anspruch nehme.

Das sind die besonders belasteten Strecken im Weihnachtsreiseverkehr:

Großräume Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München

A1 Köln – Dortmund – Bremen – Hamburg

A2 Dortmund – Hannover – Braunschweig – Berlin

A3 Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau

A4 Kirchheimer Dreieck – Erfurt – Dresden

A5 Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe

A6 Heilbronn – Nürnberg

A7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Füssen/Reutte

A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

A9 München – Nürnberg

A10 Berliner Ring

A24 Hamburg – Berlin

A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen

A81 Stuttgart – Singen

A93 Inntaldreieck – Kufstein

A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen

A99 Umfahrung München

Deutsche Bahn rechnet mit volleren Zügen

Wer im Stau stecken bleibe, solle die üblichen Regeln beachten: bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse bilden; Standstreifen nicht befahren, da dieser für Pannen- und Rettungsfahrzeuge reserviert ist (hier drohen nun Bußgelder von 200 bis 320 Euro); im Wagen sitzen bleiben; Polizei und Rettungskräfte nicht behindern; mit ausreichend gefülltem Tank losfahren oder die geringere Reichweite von Elektrowagen bei kalten Temperaturen bedenken.

Bei einer Vollsperrung oder einem Stau von mehr als zehn Kilometern Länge könne es sich lohnen, die Autobahn zu verlassen, so der ADAC. Wer statt dem Auto mit dem Zug kommen möchte, muss eventuell mit volleren Zügen rechnen. Auf Anfrage teilt ein Sprecher der Deutschen Bahn mit: "Wir rechnen hier zwar um die Weihnachtstage weihnachtsbedingt mit einer höheren Nachfrage – andererseits fallen aber auch durch Urlaubs- und Ferienzeit viele Pendler:innen und die Schüler:innen als Reisende weg."

Fliegen vom BER - einige besondere Regeln

Die Flughafengesellschaft rechnet für die Ferien mit leicht steigenden Passagierzahlen, also bis zum Sonntag nach Neujahr mit rund 640.000 Gästen, das entspricht etwa der Hälfte der Zahlen von 2019, also den letzten Weihnachtsferien vor der Corona-Pandemie. Vor allem der Tag nach Neujahr als Rückreisetag wird als verkehrsreich eingeschätzt.

Am BER sollen Unterstützungsteams eingesetzt werden, um die Mitarbeiter bei den Abläufen zu unterstützen. Zum Start der Weihnachtsferien in Brandenburg am letzten Wochenende gab es keine größeren Probleme. Zwar wurde ein dichter Reiseverkehr verzeichnet, alles laufe aber ruhig und stabil, sagte Flughafensprecher Jan Haack am Samstag. Am Flughafen herrschten "geordnete Verhältnisse".

Wegen der coronabedingten Kontrollen und der Abstands- und Hygieneregeln dauern Abfertigung und Kontrolle länger. Die Flughafengesellschaft bittet, die Bestimmungen der Airlines und der Anreiseländer vor der Fahrt zum Flughafen zu kontrollieren und alle Dokumente vollständig und griffbereit dabei zu haben.

Fluggäste sollten mindestens zwei Stunden vor Abflug im Terminal sein. Überall ist der medizinische Mund-Nasen-Schutz erforderlich. In den Restaurants, Geschäften und Lounges am BER gilt die 2G-Regel, im Flugzeug dann 3G-Regel, d.h. alle Reisenden im In- und Ausland sind verpflichtet, einen Nachweis darüber bei sich zu tragen, dass zum Zeitpunkt des Reiseantritts keine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Test-, Impf- oder Genesenennachweis) vorliegt. Kinder unter zwölf Jahren sind von der Nachweispflicht befreit.

Sendung: Inforadio, 21.12.2021, 08:00 Uhr

5 Kommentare

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  1. 4.

    Wir brauchen mehr Radwege insbesondere auf den Autobahnen, dann gehts flüssiger in die ganzen Städte. Schön mit dem Koffer im Lastenrad.

  2. 3.

    Viele machen sich Sorgen wegen der Entwicklung aber reisen umher..... naja - Selbstdisziplin brauchts nicht - nicht zu Weihnachten - da macht das Virus bestimmt ne Weihnachtspause..... Wenn man täglich mal bei flightradar24 vorbeischaut, sieht man den Irrsinn des Fliegens - ich wundere mich nicht, dass die Zahlen nicht runtergehen.....
    Bleibt gesund.

  3. 2.

    Da das vermutlich sowieso nicht allzu viele machen werden, verrate ich einfach mal meinen über die Jahre erprobten „Geheimtipp“ für Bahnreisende: Wenn‘s irgendwie machbar sein sollte, einfach erst möglichst spät am 24. fahren, so dass man erst kurz vorm Essen vor der Bescherung ankommt; bisher war ich dann immer fast allein im Wagen …

  4. 1.

    Ein Nachweis, dass zum jeweiligen Zeitpunkt keine Infektion vorliegt, ist aber nicht gleichzusetzen mit der 3G-Regel. Der letzte Absatz ist Quatsch.

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