Katjuscha tot mit 37 Jahren - Letzte Eisbärin im Berliner Zoo gestorben

Mo 27.12.21 | 14:06 Uhr
  24
Bild:

Wer in Berlin Eisbären sehen will, muss ab sofort in den Tierpark fahren. Denn Katjuscha, die letzte Eisbärin im Zoo, wurde Heiligabend tot in ihrem Gehege aufgefunden. Sie war die älteste Eisbärin Europas.

Im Berliner Zoo gibt es jetzt keine Eisbären mehr: Eisbärin Katjuscha ist im Alter von 37 Jahren gestorben. Tierpfleger fanden die leblose Eisbär-Seniorin an Heiligabend auf ihrer Außenanlage, wie der Zoo am Montag mitteilte.

Nur in Berlin nur noch zwei Eisbärinnen im Tierpark

Nach Angaben des Zoos war die Bärin schon seit einigen Jahren herzkrank und deshalb schon länger in tierärztlicher Behandlung. Katjuscha war dem Zoo zufolge die älteste Eisbärin Europas und habe mit 37 Jahren ein außerordentlich hohes Alter erreicht. Im natürlichen Lebensraum werden Eisbären maximal 25 bis 30 Jahre alt, die meisten Eisbären erreichen aber kaum das 20. Lebensjahr.

In Berlin gibt es nun nur noch im Tierpark Eisbärinnen, und zwar Tonja und ihre Tochter Hertha.

Tierschutzorganisation Peta fordert Stopp von Eisbär-Haltung

In Reaktion auf die Todesnachricht aus dem Zoo erklärte die Tierschutzorganisation Peta, die Haltung von Eisbären als der weltweit größten Landraubtiere müsse aufgegeben werden. Eisbären würden in Gefangenschaft regelmäßig Verhaltensstörungen entwickeln, denn die Ansprüche an ihren Lebensraum könnten in Gefangenschaft niemals erfüllt werden

In einem Schreiben an den Berliner Zoodirektor Andreas Knieriem erklärte die Tierschutzorganisation: Wenn sich der Berliner Zoo zu einem Ende der Eisbärenhaltung bekenne, wäre dies aus Sicht der Tierschutzorganisation "ein großartiger Schritt mit Signalwirkung für alle anderen Zoos, in denen Eisbären verhaltensgestört im Kreis laufen". Zwar sei die Zahl der Eisbären in Gefangenschaft rückläufig und habe sich etwa in Deutschland von 13 Zoos im Jahr 2008 auf elf Zoos im Jahre 2021 verringert. Doch noch immer hielten neben dem Berliner Tierpark auch zoologische Einrichtungen in Bremerhaven, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, München, Neumünster, Nürnberg und Rostock "tierschutzwidrig" Eisbären und würden die Tiere lediglich "zur Schau stellen".

Sendung: Inforadio, 27.12.2021, 13:44 Uhr

24 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 24.

    Dass Sie hier schon Zoos, Zirkussen und Tierpark Anlagen in einen Topf werfen, erübrigt sich somit jede weitere Diskussion.

  2. 23.

    Und welches "Leben" hatte sie dabei? Denk schon nur mal an das Geschrei nach Freiheit hierzulande nach - ZWEI - Jahren Pandemie und das kommt wahrlich nicht nur aus der Leerdenkerszene. Eisbären (wie viele andere Tiere), wandern natürlich kilometerweit - in Gefangenschaft stoisch wie gestört in kleinen Kreisen. Den alltäglichen lockdown in Zoos, Zirkussen und Tierparks hatten Menschen zu KEINEM Zeitpunkt der Pandemie. Möchtest du gern deinen "Leb"Tag auf engstem Raum eingesperrt sein und würdest dich dann freuen, 100 zu werden?
    @Lothar
    Und was genau ist wichtig daran, diese Arten zu erhalten? Damit Leute wie du sie in Gefangenschaft verhaltensgestört begaffen können? Zoos brüsten sich gerne damit, die Auswilderungsquote betrifft ganz wenige Arten und ist beschämend gering.

  3. 22.

    Habe Ihren letzten Hinweis sehr wohl verstanden. Zukünftig wird es ohnehin nur noch möglich sein bedrohte Tierarten in Zoos zu bestaunen. Eisbären sind ja jetzt schon gefährdet. Auch deshalb sind Tierparkanlagen und Zoos so wichtig.

  4. 21.

    Sie haben recht. Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Am besten hat Frühling beschrieben was auch ich meinte.

  5. 20.

    Eisbären sind von Natur aus Einzelgänger. Und Katjuscha hatte es sehr gut gehabt im Berliner Zoo. Denn sonst wäre sie längst nicht so alt geworden. Im übrigen wurde schon vor langer Zeit auch hier im Forum darüber informiert, dass möglichst all die großen Tiere die viel Freilauf benötigen, wie eben Eisbären und andere Raubtiere zukünftig im Tierpark verlegt werden sollen. So der Plan. Der Berliner Zoo ist für solch schöne Wildtiere einfach zu klein.

  6. 19.

    Eisbären sind Einzelgänger und leben grundsätzlich allein.

    Arme Eisbären … : /

  7. 17.

    Aha, die letzte Eisbärin im Berliner Zoo.
    Dann war sie also ganz allein, ohne einen Artgenossen :-(

  8. 16.

    Abgesehen vom der leidigen West/Ost Diskussion, ist es nicht nur wegen des Weges dorthin ein Unterschied.
    Der Zoologische Garten ist eher als Tierschau angelegt.
    Der Tierpark, wie der Name schon sagt, eher als Park.
    Kurz nach '89 war ich auch neugierig, wie es im Tierpark wohl so ist. Das war nichts. Ich war dann vor ein paar Jahren nochmal da. Da war es ausgesprochen chic.
    Was mir aber immer noch nicht zusagt, sind die Entfernungen, die man im Park zurücklegen muß, um mal einTier zu sehen. Schlecht zu Fuß darf man da nicht sein. Unterschiedliche Konzepte, ich weiß...Der Zoo sagt mir da mehr zu...
    Also lasst uns die Eisbären umsiedeln. ;)

  9. 15.

    Ja dann muss man eben umziehen. I brauche auch nur 15 Minuten in den Tierpark und ne Stunde bis zum Zoo. Also irgendwie dasselbe Problem oder ;-) Nu ist es bei mir einfacher, weil ich den Tierpark besser finde weil der weitläufiger ist und nicht alles so eng wie im Zoo, aber das ist ja Geschmackssache, auch der Zoo hat gute Sachen zu bieten und Kinder brauchen nicht so lange suchen. So jetzt kann ich eben umziehen oder ich fahre die Stunde. Die fahre ich übrigens jeden Tag zum Salzufer ins Büro, und sogar noch länger. Also eher alles Luxusprobleme. Aber interessant was so alles wichtig ist heutzutage :-) Und auch wenn man 1 mal die Woche in den Zoo / Tierpark geht wird das für ein Rentner doch machbar sein oder? Auch wenn man da notorisch wenig Zeit hat ;-)Das es für beide getrennte Jahreskarten gibt ist in der Tat etwas komisch aber gut, die Tiere wollen auch was essen...

  10. 14.

    "Eisbären würden in Gefangenschaft regelmäßig Verhaltensstörungen entwickeln, denn die Ansprüche an ihren Lebensraum könnten in Gefangenschaft niemals erfüllt werden" Wegen solcher Aussagen würde ich nirgends auch nur einen Cent und solche Tierschutzvereine stecken! Wenn es alles so schlecht ist, wieso ist das Tier dann 37Jahre alt geworfen? Selten so einen Stuss gelesen. Man kann sich auch was einbilden wenn man möchte...

  11. 13.

    Was nicht zu fassen ist? Sie widersprechen sich selbst wenn man ihre Zeilen liest.

  12. 12.

    Das Problem ist für viele sicherlich relativ klein, für andere aber größer. Wenn ich aus Zehlendorf zum Zoo in einer halben Stunde komme und zum Tierpark eine ganze Stunde brauche (einmal quer durch die "ganze" Stadt), macht das durchaus einen Unterschied, der Rückweg ist dann natürlich nochmal so lang. Weiterer Gesichtspunkt: Als Zoo-Jahreskartenbesitzer komme ich jederzeit ohne zusätzliches Eintrittsgeld in den Zoo, für den Tierpark-Besuch gilt das nicht, da muss ich extra bezahlen ("gnädigerweise" wird ein Rabatt gewährt). Bei diesen Umständen überlege ich mir das besonders als Rentner zweimal...

  13. 11.

    Man kann auch päpstlicher als der Papst sein. Natürlich ist der ZG zentraler und aus den umliegenden Bezirken schneller zu erreichen. Aber wenn eine bestimmte Tierart nur in einem der beiden Einrichten zu sehen ist, hat man gar keine andere Wahl. Für Eisbären muss man dann halt in den Tierpark und für Pandas muss man in den Zoo. Sehe nicht, wo das Problem sein soll. ;-)

  14. 10.

    Danke Lothar, ich gebe Dir vollkommen recht. Es ist eine sehr liebevolle und großartige Arbeit die in unseren Zoos geleistet wird.
    Mein Dank gilt allen Pflegern und Ärzten die diesen Job mit Leidenschaft ausüben.

  15. 9.

    Traurig. Habe sie letzte Woche noch gesehen.

  16. 8.

    Ja natürlich. Und nicht anders ist es gemeint. Ich fasse nicht, daß nach 30 Jahren sich manche immer noch auf den Schlips getreten fühlen bei einer ganz normalen Formulierung. Ich fahre ja auch nicht nach Frohnau oder Soandau, wenn ich nicht muss, weil es dort was gibt was ich hier nicht kriege.

  17. 7.

    Weil es als sehr westlich zentrierter Blick verstanden werden kann und von ihnen ja auch so bestätigt wird. Von Alt-Hohenschönhausen aus sieht das nämlich ganz anders aus.

  18. 6.

    …weil es so ist. Wer älter ist oder kein Auto hat o.ä., für den wird es jetzt schwierig. Von Spandau nach Tierpark oder von Steglitz zum Tierpark ist eben weiter als zum Zoo. Was kann man daran nicht verstehen?

  19. 5.

    Schließe mich an. Ein stolzes Alter für eine Eisbärin. Zeigt es doch mit welch liebevoller Behandlung die Tierpfleger*innen im Zoo all die Jahre ihre Arbeit verrichtet haben.

Nächster Artikel