Polizei prüft Zusammenhänge - Verstärkte Kontrollen wegen Bränden in Spandau

Mi 12.01.22 | 19:11 Uhr
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"Feuerwehrleute stehen vor Einsatzfahrzeugen in der Maulbeerallee im Berliner Stadtteil Staaken"; © dpa/ Annette Riedl
Video: Abendschau | 12.01.2022 | Rainer Unruh | Bild: dpa/ Annette Riedl

Nach mehreren Bränden im Westteil Berlins, untersuchen Ermittler, ob es Zusammenhänge gibt. Die Polizei reagiert nach einer Serie von mutmaßlichen Brandstiftungen auch mit vermehrten Streifen im Gebiet.

Mehrere Feuer im Berliner Westen beschäftigen die Polizei. Bei drei Feuern in dem Spandauer Ortsteil Staaken am Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch ermittelt ein Brandkommissariat der Kriminalpolizei wegen Brandstiftung, wie die Polizei mitteilte. Wie ein Polizeisprecher dem rbb mitteilte, sind vermehrt Streifen per Funkwagen oder zu Fuß in dem Gebiet unterwegs, außerdem gebe es verdeckte Maßnahmen.

Eine Ermittlungsgruppe überprüft einen möglichen Zusammenhang zwischen den Taten und zu früheren Bränden in Spandau. Zwei 28 Jahre alte Verdächtige wurden vorübergehend festgenommen. Nach zwei weiteren Bränden in Westend ermittelt die Polizei ebenfalls wegen Brandstiftung.

28-Jähriger versuchte im Müllraum Pappkarton anzuzünden

Laut Polizei ereignete sich das erste der drei Feuer am Dienstagmittag im Müllraum eines Mehrfamilienhauses in der Maulbeerallee im Ortsteil Staaken. Eine Anwohnerin hatte die Polizei alarmiert. Im Müllraum trafen die Einsatzkräfte auf einen 28-Jährigen, der auf dem Boden einen Pappkarton angezündet hatte. Beim Erblicken der Polizisten trat er das Feuer selbst aus. Der Mann kam zur Personalienaufnahme in Gewahrsam. Gegen Mitternacht brannte es erneut im Eingangsbereich eines mehrgeschossigen Wohnhauses. Die Feuerwehr löschte das Feuer. Verletzt wurde niemand.

Am frühen Mittwochmorgen wurde ein Auto im Spekteweg in Spandau angezündet. Der Wagen war bei einem weiteren Feuer am vergangenen Wochenende bereits beschädigt worden. In der Nacht zu Sonntag brannte ein Kleinbus direkt neben dem Auto. Verletzt wurde bei dem Feuer am Mittwochmorgen niemand. Bei der Absuchung der Umgebung wurde ein 28-Jähriger festgenommen. Der Mann ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, hieß es.

Mieterin mit Rauchgasvergiftung in ambulanter Behandlung

Im Westend brannte es in der Nacht laut Polizei ebenfalls in einem achtgeschossigen Mehrfamilienhaus. Ein Anwohner bemerkte in der Knobelsdorffstraße Rauch im Keller und alarmierte die Feuerwehr. Eine 47 Jahre alte Mieterin kam mit einer Rauchgasvergiftung zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Durch die Flammen wurden diverse Kellerverschläge vollständig zerstört, auch die Haussubstanz wurde in Mitleidenschaft gezogen. Laut Feuerwehr dauerte der Einsatz in Wohnhaus drei Stunden. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

In der Altenburger Straße wurde am frühen Mittwochmorgen noch ein Auto in Brand gesetzt. An dem Wagen entstand hoher Sachschaden. Es wird von vorsätzlicher Brandstiftung ausgegangen.

Sendung: Inforadio, 18:10 Uhr, 12.01.2022

8 Kommentare

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  1. 8.

    "Warum erfahren wir nicht mehr über die Täter und deren Motiv? " Das werden wir wenn man die Täter geschnappt hat.

    Wenn sie sich über Spekulationen aufregen wollen haben sie doch mit Sicherheit ihre einschlägigen Desinformationskanäle.

  2. 7.

    Das Gebiet war seit den 1970ern immer wieder Ziel von Pyromanen und Vandalismus, daran hat auch ein Sicherheitsdienst nichts geändert. Es wurde nur nicht darüber berichtet.

    Und die Kosten hat der/die Eigentümer letztendlich auf die Mieter umgelegt.

  3. 6.

    Vermutlich weil man nichts weiß. Das ist doch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen .Wie soll man diese riesige Fläche kontrollieren.? Wer bezahlt das?

  4. 5.

    Kontrollen waren täglich über Stunden mit Analyse von Gefährdungspunkten und es brannte NICHT dauernd. Sperrmüll wurde konsequent entfernt. Die Kosten übernahm by the way die Eigentümerin. Grüße vom ehemaligen Verwalter

  5. 4.

    Bisher gibt es nur Verdächtige,keine Täter. "Motiv" für Brandstiftung, Körperverletzung und versuchte Morde??? Schwere Kindheit, Langeweile, Geltungsbedürfnis... wer will das wissen? Ich hoffe, die werden bald überführt und weggesperrt!

  6. 3.

    Warum erfahren wir nicht mehr über die Täter und deren Motiv?
    Im Sinne der Transparenz-Offensive.

  7. 2.

    Nomen est omen? Die Brände gab es auch mit/vor dem Sicherheitsdienst und als Mieter möchte ich nicht für eine Alibifunktion bezahlen.

    Ihre "freie Wirtschaft" beschäftigt in diesen Bereichen gerne unterbezahlte Aufstocker, die also durch Steuergelder bezahlt werden und entsprechend motiviert sind.

  8. 1.

    Die städtische, soziale GEWOBAG schafft also den Sicherheitsdienst ab.

    Wahrscheinlich aus Kostengründen! Die Stadt und städtische Gesellschaften machen es besser als die freie Wirtschaft.

    Bravo ! Träumt weiter, R2G - traurige Ideologie.

    Die Mieter tun mir leid, werden durch die GEWOBAG wohl im Dtich gelassen, trotz akuter Lebensgefahr.

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