Angriff auf Polizisten - Gericht verhängt Haftstrafe nach Gewalt bei Corona-Demo in Berlin

Di 18.01.22 | 15:53 Uhr
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Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung und Polizisten stehen sich zwischen Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude gegenüber. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau l 18.01.2022. l Norbert Siegmund | Bild: dpa/Paul Zinken

Nach Angriffen auf Polizisten bei einer Demonstration in Berlin gegen Corona-Maßnahmen ist ein Angeklagter zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin Tiergarten sprach den Mann aus Sachsen des besonders schweren Landfriedensbruchs und der versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Der 50-Jährige habe sich am 18. November 2020 in einer aufgeheizten Stimmung dazu hinreißen lassen, Flaschen aufzunehmen und zu werfen, begründete der Richter. "Von dem Handeln ging hohe Gefährlichkeit aus."

Fast 80 verletzte Polizisten

Rund 9.000 Menschen hatten sich damals in Berlin zu Protesten gegen die Corona-Politik versammelt, während der Bundestag über die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie beriet. Die Polizei hatte den Bereich damals weiträumig abgesperrt, erstmals seit Jahren wurden Wasserwerfer eingesetzt. Rund 2.500 Beamte waren nach Behördenangaben im Einsatz, knapp 80 von ihnen wurden verletzt.

Der Angeklagte hatte erklärt, er habe nur eine leere Plastikflasche "aufgehoben und zurückgeworfen". Er und seine Frau seien aus Sachsen nach Berlin gereist, um sich mit anderen Menschen, die wie sie als Selbstständige damals ohne Einnahmen waren, auszutauschen. Die Verteidigerin sagte, ihr Mandant sei kein Corona-Leugner. Die Staatsanwältin hatte auf ein Jahr und vier Monate Haft auf Bewährung plädiert. Die Verteidigerin forderte Freispruch.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: Inforadio, 18.01.2022, 15:00 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Meinen Sie, der Verurteilte tritt für die AfD an? Und Sie würden ihn dann wählen, ja?

  2. 8.

    Ich bin schon sooo gespannt, wie die nächsten Wahlen 2024 ausgehen."
    Und ich bin so gespannt, was es nächste Woche inner Kantine gibt.

  3. 7.

    Ich bin schon sooo gespannt, wie die nächsten Wahlen 2024 ausgehen.

  4. 6.

    Ob ihr Mandant nun ein Corona-Leigner ist oder nicht sollte auch nur am Rande eine Rolle spielen. Die Tat an sich entscheidet in diesem Fall meiner Meinung nach primär. Gründe/Begründungen sind natürlich mit einzubeziehen und ja ich bin weder Richter noch Anwalt, aber ob jetzt ein 50 jähriger Corona-Leugner oder ein gelangweilter Kellner einem Polizisten eine Flasche an den Kopf schmeißt sollte doch eine eher sekundäre Rolle spielen. Ich stimme völlig darin überein, dass es mehr solcher Verurteilungen geben müsste. Wer eine Regel bewußt bricht muss dann auch die Konsequenzen tragen.

  5. 5.

    In welchem Kommentar wird von einer Haftstrafe ohne Bewährung geschrieben? Wieder nur halb gelesen, ne Frau Herrmann.

  6. 4.

    Wieder nur halb gelesen oder wirklich gar keine Ahnung?
    Haftstrafe auf Bewährung.....! Bewährung!

  7. 3.

    Das ist längst überfällig und muss in Zukunft viel öfter geschehen damit klar wird , das es hier in Deutschland Gesetze gibt an die man sich halten sollte .Und das man sich gegenüber Polizeibeamten angemessen zu verhalten hat .

  8. 2.

    Die Verteidigerin sagte, ihr Mandant sei kein Corona-Leugner."
    So isses. Sind alles keine Corona-Leugner, die da seit Monaten durch die Straßen streunen.
    Ebenso wenig, wie das alles keine Klima-Leugner waren/sind, die in den Monaten davor das Straßenbild belebten.
    Und bei Pegida waren/sind auch keine Rechtsradikale unterwegs. Sind alles nur besorgte Bürger.
    Alle haben nur gemeinsam, das sie nicht in die rechte Ecke gestellt werden wollen.
    Und das sie nach Berlin reisen, um sich mit anderen betroffenen auszutauschen.

  9. 1.

    Sehr, sehr gut. Endlich wird deutsches Gesetz auch bei deutschen Sachsen durchgesetzt.
    Sich schön in ner großen, fremden Stadt - wo man/frau unbekannt sind, unter die Massen mischen, den Helden spielen und dann auch noch zu feige zu sein, zu seinem Handeln zu stehen. Bähhh.

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