Berliner Landgericht - Berufungsprozess um Diebstahl des "Goldnests" gestartet

Mi 12.01.22 | 12:51 Uhr
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Ein 21-Jähriger Angeklagte steht in der Mitte eines Saales im Kriminalgericht Moabit (Bild: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Aus einer Berliner Grundschule wurde 2019 ein Nest aus massivgoldenen Zweigen gestohlen. Verurteilt wurde später ein 21-Jähriger, doch Verteidigung und Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Nun wird der Fall erneut verhandelt.

Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Diebstahl eines Kunstwerks in Form eines Nests aus Gold aus einer Grundschule hat am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht der Berufungsprozess begonnen.

Zu Beginn wurde das Urteil des Amtsgerichts vom Juli vergangenen Jahres verlesen. Das Gericht hatte einen heute 21-Jährigen unter anderem wegen gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen und gemeinschädlicher Sachbeschädigung zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Gegen das Urteil des Amtsgerichts legten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung des Angeklagten Berufung ein. Über diese hat nun eine kleine Strafkammer des Landgerichts zu entscheiden. Bereits am ersten Verhandlungstag wurden erste Zeugen gehört.

Angeklagte schon mehrfach vorbestraft

Nach den Feststellungen des Gerichts war er in der Nacht des 15. Mai 2019 gemeinsam mit mindestens einem unbekannten Mittäter in eine Schule eingebrochen und hatte das dort ausgestellte Kunstwerk "Goldnest" aus einer schussfesten Vitrine gestohlen. Er soll einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie entstammen und wurde bereits zuvor zu mehreren Jugendstrafen verurteilt.

Der Beschuldigte befindet sich nicht mehr in Haft, das Berliner Kammergericht hob den Haftbefehl gegen ihn im September vergangenen Jahres auf. Bis Anfang Februar wurden insgesamt drei Verhandlungstermine angesetzt.

Kunstwerk ist bis heute verschwunden

Das "Goldnest" war im Mai 2019 aus dem Foyer einer Berliner Grundschule gestohlen worden. Es befand sich in einer schussfesten Vitrine. Das Kunstwerk im Wert von rund 30.000 Euro sei bis heute verschwunden, hieß es im ersten Urteil. Das Amtsgericht ordnete die Einziehung von Wertersatz in dieser Höhe an. Ermittler vermuten, dass das "Goldnest" ebenso wie die 2017 gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum eingeschmolzen worden sein könnte. Für den Diebstahl der Münze wurden Clan-Mitglieder verurteilt.

Sendung: Abendschau, 12.01.2022, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Die Gefahr war wohl nicht so groß. Vermutlich war das eine Mutprobe. Wenn es dann noch etwas einbringt, auch gut.

  2. 6.

    Übung macht den Meister. Die ganz GROSSEN haben auch mal klein angefangen. Für sein Alter hat der doch schon beachtliche "Erfolge" bewiesen.

  3. 5.

    Volljährig, mehrfach vorbestraft und dann wieder mal ein Verfahren nach Jugendstrafrecht, wo der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht! Was soll bei diesem Kriminellen denn noch erzogen werden? Wohin soll er Resozialisierung werden? In seine Familie?

  4. 3.

    Wenn man nicht sagt, was aus dem Goldnest geworden ist, ja dann sollte das weitere Auswirkungen haben?

  5. 2.

    Guten Tag.Kleinvieh macht auch Mist.Ausserdem steigt dieser Verbrecher innerhalb des Clans in der Rangliste nach oben.

  6. 1.

    Ich glaube auch nicht, dass dafür ein arabischer Clan verantwortlich ist. 30.000 €, das sind doch für die Peanuts, dafür gehen die nicht so ein Risiko ein. Da lohnen sich riesige Goldmünzen oder Schatzkammern schon eher.

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