103. Jahrestag der Ermordung - Linke erinnert an Luxemburg und Liebknecht

So 09.01.22 | 13:45 Uhr
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Susanne Hennig-Wellsow (l, Die Linke) und Janine Wissler (Die Linke), beide Bundesvorsitzende, nehmen mit anderen Mitgliedern ihrer Partei am stillen Gedenken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht teil. (Quelle: dpa/J. Carstensen)
dpa/J. Carstensen
Audio: Inforadio | 09.01.2022 | Klaus Lederer (Die Linke) | Bild: dpa/J. Carstensen

Es ist einer der wichtigsten Gedenktage für die Linke: Vor 103 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet und ihre Leichen in den Landwehrkanal geworfen. Traditionell wird ihner in der zweiten Januarwoche gedacht.

Die Partei Die Linke hat am Sonntagvormittag in Berlin an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnert. Anlass war der 103. Jahrestag der Ermordung der beiden Kommunistenführer am 15. Januar.

Die Gedenkveranstaltung fand an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde statt. Auch die Bundesvorsitzenden der Partei, Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler, nahmen an dem stillen Gedenken teil. Für die Berliner Linke waren unter anderem die Landesvorsitzende Katina Schubert, die Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus, Anne Helm und Carsten Schatz, sowie Kultursenator Klaus Lederer vertreten.

Das Gedenken an die beiden ermordeten Politiker und an die Novemberrevolution 1918 sei für die Linke nach wie vor wichtig, sagte Lederer. Der Stalinismus gehöre auch zur Geschichte der Linken. "Karl und Rosa waren damals welche von denen, die durchaus kritisch gegenüber russischen Revolutionären standen." Die beiden hätten für einen demokratischen Sozialismus eingestanden und seien deswegen ermordet worden, so Lederer weiter.

Hunderte auf Demo in Friedrichshain

Im Rahmen der "Liebknecht-Luxemburg-Demonstration" zogen am Sonntagvormittag Hunderte Menschen vom U-Bahnhof Frankfurter Tor in Friedrichshain zu der Gedenkstätte. Zu der Demonstration unter dem Motto "Fight and Remember" hatten verschiedene linke und linksradikale Gruppen aufgerufen. Angemeldet waren laut Polizei 3.000 Teilnehmer.

Sendung: Abendschau, 09.01.22, 19:30 Uhr

34 Kommentare

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  1. 33.

    Keine Ahnung haben sie wieder wie Ihre "Einschätzung" der USA jedem klar macht. Die Chancen eines armen schwarzen in den USA auf Aufstieg sind nahezu null.

  2. 32.

    Wie Sie mich kennen, formuliere ich spezifische Themen und Sachverhalte zunächst unabhängig von Personen, Staaten oder Systemen, um dann zur Frage anzuregen, mit welchem Schwergewicht das dann auf die jeweiligen Personen, Staaten oder Systemen zutrifft.

    Nichts scheidet sich an Staats- oder Systemgrenzen, ja noch nicht einmal eine einzelne Person handelt hundertprozentig und durch alle Situationen hinweg unverändert.

    In diesem Sinne: Die "Unterjochung" des Individuums war eine Spezialität der staatssozialistischen Staaten, die Herauskehrung maximal überbordender Freiheit des Individuums ist eine Spezialität so verstandener westlicher Staaten, mustergültig der USA. Neben diesen Tendenzen gibt es dann besagte Abstufungen.

    Sie können dabei vom Kleinen zum Großen kommen oder umgekehrt vom Großen zum Kleinen.

  3. 31.

    Ich sprach ja auch nicht von einem juristischen Konstrukt sondern von einem gesellschaftlichen. Das basiert natürlich auch auf Gesetzen, aber auch auf "stillen" Übereinkünften und vor allem einem gemeinsamen Grundverständnis. Von mir aus kann man es auch Kultur nennen. Trotzdem ist damit kein Unterjochen verbunden sondern es erfolgt in aller Regel eine freiwillige Einordnung des Individuums, da wo es gesellschaftlich erforderlich ist, ohne sich dem Kollektiv generell unterwerfen zu müssen, wie es bei einer sozialistischen Gesellschaftsform (ob links oder rechts ist egal) erforderlich wäre. Dass diese Unterwerfung auch im Sozialismus niemals funktioniert, ist der Grund für dessen zwanghaftes Scheitern und dessen Notwendigkeit zur Diktatur.

  4. 30.

    Wie wahr! Als ich im Sommer 1956 nach 4 1/2 Jahren Brandenburg und Cottbus nach West-Berlin kam, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass 66 Jahre später meine Peiniger und ihre verbohrten Jünger immer noch nach Friedrichsfelde latschen. Geschweige denn, dass einer von denen mir Kultur beibringen will. Aber sie sind nun mal gewählt. Von mir natürlich nicht. Dummerweise war auch noch manierliches Wetter.

  5. 29.

    Stalinisten, Stasi-Mitarbeiter, -Spitzel, Altkommunisten - was für ein unappetitliches Gebräu.

  6. 28.

    Ich spreche nicht von einer juristischen Konstruktion, sondern von einem kulturellen Selbstverständnis. Gewiss bringt das gegenwärtige Deutschland Individuum und Gemeinschaft vglw. besser zusammen als die USA einerseits und die RGW-Staaten incl. der DDR andererseits.

    Es ist mithin keineswegs "umsonst", sich die Polaritäten klarzumachen, weil zwischen juristischer Regelung und Alltagspraxis teilw. ein meilenweiter Unterschied besteht.

  7. 27.

    Ich, für mich verstehe die Erinnerung an diese Morde,natürlich kontextbezogen auf die Geschehnisse der damaligen Jahre, als eine Mahnung an die politische Kultur, in so fern befürworte ich das.

  8. 26.

    Dass diese Partei überflüssig ist, zeigt sie gerade mit der Nominierung eines Gegenkandidaten zu Steinmeier. Da haben wir wir, nachdem die Kanzlerin das höchste Staatsamt mehrfach zum innerparteilichen Konkurrenzkampf missbraucht hat, endlich einen richtig guten Bundespräsidenten. Und der Partei, die mit ihrem Versuch gescheitert ist, die Grünen zu kopieren, benimmt sich wie ein trotziges Kind.

  9. 25.

    Ich sehe die Partei in der Häutung. Doch auf Aufgeschlossenere und weiter denkende Geister wie Gregor Gysi oder Andre Brie sind bislang nicht zur Ursache der parteilichen Intoleranz vorgedrungen, die in einer Art Heilsversprechen des Historischen Materialismus besteht. Wäre ja noch schöner, nicht mehr Herr, Sachwalter und Geburtshelfer DER Geschichte zu sein.

    Zu anderem Missionsauftrag fühlen sich wiederum andere berufen und genau darin liegt die Urgrund aller Verschwörung, als Vorstufe: einer situationsübergreifenden Vorfestlegung.

  10. 24.

    Das ist doch Unfug! Eine Gemeinschaft kann Grenzen für das Individuum setzen, ohne es dabei "unterjochen" zu müssen. Darauf basiert unser gesamtes Grundgesetz. Es setzt die Regeln des Zusammenlebens und die Grenzen des Erlaubten ausdrücklich erst dort, wo massiv Rechte der Anderen bzw. der Gemeinschaft gestört werden. Im Grunde sind damit Regeln und Grenzen auf das für ein gesellschaftliches Funktionieren erforderliche Minimum reduziert. Die Freiheit des Einzelnen steht im Vordergrund und nicht die der Gemeinschaft. Dies ist ja nicht umsonst geschehen sondern war Lehre aus der grausamen Vergangenheit, nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Sämtliche Staaten, die die Gemeinschaft über das Individuum stellen, endeten und enden und werden enden in einer Diktatur, denn es ist diese Staatsform, die die Menschen unterjochen muss, da es die Mehrheit niemals freiwillig tun würde.

  11. 23.

    Auch die SED ging noch 1988 mit dem Schild und Schwert der Partei gegen Andersdenkende vor. Mit der Wende wendete sich deren Einstellung und sie bzw. deren Rechtsnachfolgerin übte sich kreidefressend in der Rolle der Andersdenkenden. Da nehmen ihr aber immer weniger Wähler ab und suchen sich eine andere Alternative.

  12. 22.

    Es waren definitiv keine Hunderte, sondern Tausende. Was besonders auffiel... Die vielen jungen Menschen... Ganz klar weil sich die Verhältnisse zu spitzen und sie diejenigen sind, welche es am meisten zu spüren bekommen. Vielleicht sollte der rbb mal die Anzahl im Artikel nachbessern.

  13. 21.

    Der "Deutsche Volksrat" wurde nicht gewählt, das war alles Firlefanz wie die Etablierung der Blockparteien, um die SED-Herrschaft abzusichern. Das war auch nötig, weil die einzigen freien Wahlen, die es als Landtagswahlen im Herbst 1946 noch gab, trotz erheblicher Pressionen der Sowjets nicht das erwünschte Ergebnis brachten: Statt eines deutlichen Vorsprungs kann die SED in keinem der fünf Länder die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erringen.
    Deswegen läßt Stalin am 16. September 1949 Pieck, Grotewohl und Ulbricht nach Moskau einfliegen, um ihnen seine weiteren Pläne zu übermitteln. "Verhandelt" wurde da nichts, Genosse Stalin ließ sich nicht einmal während der tagelangen Anwesenheit der deutschen Genossen in Moskau blicken.

  14. 20.

    PS: Ich hab's nicht weit und geh am 15. hin um der Opfer in aller Stille zu gedenken.

  15. 19.

    Ich nicht, wegen Kontaktbeschränkung. Andere vielleicht deswegen auch nicht.
    An der Temperatur wird es jedenfalls nicht gelegen haben, denn da sind bei minus fuffzehn Grad schon Tausende "marschiert" und das auch nachdem die Teilnahme nicht mehr als Pflicht angesehen wurde.

  16. 18.

    Luxemburg und Liebknecht setzten nicht zuletzt auf das eigenständige Denken der Menschen. Sie zählten zur Minderheit derer, die sich trotz aller Gewalt und Propaganda massiv gegen den Weltkrieg gestellt haben - leider letztlich ohne Erfolg, denn allzu viele glaubten lieber an ein Reich als an Solidarität und Gerechtigkeit. Heute würde es wohl nicht anders laufen. Aber danke, dass Ihr's so mutig versucht habt, Rosa und Karl. Und Ihr wart nicht chancenlos, denn sonst hätten sie Euch nicht feige umgebracht.

  17. 17.

    @ Axel und @ Brandner

    Solange Einzelne und Gemeinschaft von vornherein als Gegensätze definiert werden, wird eine Gemeinschaft immer den einzelnen Menschen unterjochen und umgekehrt wird der einzelne Mensch versuchen, eine ihm nachgeordnete Gemeinschaft vor seinen Karren zu spannen. In ihrer Gegensätzlichkeit sind beides feindlich gesinnte Spiegelbilder.

    Ist es denn so schwer, den einzelnen Menschen und die Gemeinschaft in freier Kooperation zusammenzudenken, in der Form, dass das eine nicht ohne das andere sein kann? Muss das Blatt sich immer wieder extrem zur einen Seite und extrem zur anderen wenden?

    In diesem Zusammenhang:
    Müssen Räte sozialistisch sein?
    Wäre es nicht sinnvoll, wenn Vertretende (wie auch immer sie genannt werden) ganz erkennbar eigene Persönlichkeiten sind und nicht nur Bestandteil eines Transmissionsriemens?

  18. 15.

    Sie haben mich sehr belustigt! Ich mag ja so Fragen "Was wäre wenn" . In Echt wurde ja nun die DDR erst nach der Bundesrepublik gegründet.
    Aber was wäre schlecht daran gewesen wenn es 1918 so eine Art DDR gegeben hätte? Wahrscheinlich wären nach dem 1. Weltkrieg nicht so viele Menschen in Deutschland verhungert. Von der ganzen Geldentwertung in den 20ziger Jahren wäre das Land auch verschont geblieben. Die hätten ja längst die Aluchips eingeführt und Nazis wären weg gewesen.

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