Berlin-Staaken - Spandauer Bezirksbürgermeisterin will Runden Tisch zur Brandserie

Do 13.01.22 | 11:27 Uhr
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Ein Feuerwehrmann geht zu einem Feuerwehrwagen, der vor einem Mehrfamilienhaus in der Obstallee in Staaken, steh (Bild: dpa/Annette Riedl)
Audio: Inforadio | 13.01.2022 | Interview mit Carola Brückner | Bild: dpa/Annette Riedl

Die Brandserie in Berlin-Staaken reißt nicht ab - obwohl die Polizei in dem Ortsteil mittlerweile mehr Präsenz zeigt. Die Spandauer Bezirksbürgermeisterin Carola Brückner will nun mit allen Beteiligten über langfristige Lösungen sprechen.

Die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Spandau, Carola Brückner (SPD), hat angesichts der Brandserie im Ortsteil Staaken einen Runden Tisch vorgeschlagen.

Als Sofortmaßnahme müsse die Polizei mehr Präsenz zeigen, sagte Brückner am Donnerstag im Inforadio vom rbb. Die Polizei ist nach eigenen Angaben bereits vermehrt mit Streifen per Funkwagen oder zu Fuß in dem Gebiet unterwegs, außerdem gebe es verdeckte Maßnahmen.

Mobile Polizeiwache denkbar

Allerdings seien die Probleme in Staaken vielschichtig, so Brückner weiter. Neben den Bränden nannte sie Gewaltvorfälle und Drogenkonsum. Deshalb wolle der Bezirk unter anderem mit Polizei, Feuerwehr, Quartiersmanagement, Gewobag, Mieterbeirat und Straßensozialarbeitern über langfristige Lösungen sprechen. Denkbar sei zum Beispiel eine mobile Polizeiwache, die schon mal im Gespräch gewesen sei, so Brückner.

Die Bezirksbürgermeisterin wies darauf hin, dass bisher vor allem junge Menschen als Tatverdächtige festgenommen wurden. So wurde unter anderem gegen einen 14-Jährigen ermittelt. Deshalb sollten Streetworker möglicherweise auch nachts unterwegs sein.

Durch Brände auch Versorgung in den Häusern gestört

Im Spandauer Ortsteil Staaken kommt es seit Monaten immer wieder zu Bränden in Wohnhäusern, zuletzt in der Nacht zu Mittwoch: In der Maulbeerallee brannte es im Keller eines siebengeschossigen Wohngebäudes. Ein 28-Jähriger wurde am Tatort festgenommen.

Durch die Brände wurden teilweise auch die Versorgungen mit Strom, Gas oder Heizung unterbrochen sowie die Aufzüge, TV-, Telefon- oder Internetverbindungen gestört. Anwohner klagten gegenüber dem rbb, das die Reparaturen sich hinziehen.

Zudem kritisieren Mieter die landeseigene Wohnungsgesellschaft Gewobag, die 2019 viele Häuser in dem Quartier übernommen - vor allem, weil das Unternehmen den bis dahin bestehenden Sicherheitsdienst abschaffte.

Sendung: Inforadio, 13.01.2022, 07:45 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Das Gegenteil ist der Fall, mehr Polizeipräsenz statt Videoüberwachung die nichts bringt.

  2. 1.

    Leider werden wir mit solchen Ereignissen leben müssen.
    Mehr Polizei wird nichts bringen
    Das einzige was uns helfen würde , wäre Videoüberwachung.
    Einzeltäter oder kleine Grüppchen mit krimineller Energie , sind leider kaum aufzuhalten.

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