Corona-Proteste im August 2020 - Prozess wegen versuchter Reichstagsstürmung verschoben

Fr 28.01.22 | 11:22 Uhr
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Archivbild: Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen vor dem Reichstag. (Quelle: dpa/Lukas Dubro)
Audio: rbb 88,8 | 28.01.22 | Peter Klinke | Bild: dpa/Lukas Dubro

Der Prozessauftakt gegen einen mutmaßlichen Teilnehmer der versuchten Reichstagsstürmung vor gut anderthalb Jahren ist am Freitag kurzfristig abgesagt worden. Wie die Justizpressestelle dem rbb bestätigte, muss der Termin am Amtsgericht Berlin-Tiergarten ausfallen, weil der Angeklagte erkrankt ist. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest.

Dem 49-Jährigen werden unter anderem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung und Beleidigung zur Last gelegt. Er soll am 29. August 2020 Teil der Gruppe gewesen sein, die nach der Auflösung einer Demonstration in Berlin-Mitte versuchte, das Reichstagsgebäude zu stürmen.

Hauptverhandlung nach Einspruch gegen den Strafbefehl

Als Polizisten den Platz räumten, soll er einen Beamten beleidigt, einen weiteren geschlagen und unter anderem als "Volksverräter" beschimpft haben. Das Amtsgericht hatte gegen den 49-Jährigen zunächst einen Strafbefehl erlassen - da er dagegen Einspruch einlegte, kommt es nun zur Hauptverhandlung.

Polizei konnte Reichstag nur mit Mühe sichern

Am 29. August 2020 demonstrierten an der Siegessäule rund 38.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Am Abend eskalierte die Lage am Reichstag: Mehrere Personen durchbrachen die Absperrungen und stürmten auf den Reichstag zu. Nur mit Mühe konnten Polizisten verhindern, dass die Protestierenden in das Gebäude gelangen konnten. Dabei wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Politiker zeigten sich im Anschluss entsetzt.

Sendung: Abendschau, 28.01.22, 19:30 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Vielleicht war die Abschaffung der Bannmeile doch nicht so klug.

  2. 11.

    Von einem Prozess wegen einer versuchten Reichstagsstürmung ist mir nichts bekannt. Wie aus dem Beitrag hervorgeht, soll ein Demonstrant Polizeibeamte beleidigt und geschlagen haben. Er wurde per Strafbefehl gemaßregelt, was er allerdings nicht akzeptierte. Er möchte nun eine Klärung der Vorhaltungen von einem Gericht.

  3. 10.

    Auswseislich der zahlreichen Videos, da hat keiner "den Rechstat gestürmt". Sie standen auf der Rampe und auf der Aussentreppe, mehr ist auf den zahlreichen Videos nicht zu sehen. Den Reichstag war niemand gestürmt. Die Tür war verschlossen, war seinerzeit zu lesen.

  4. 9.

    Wer hat das Parlament angegriffen? Bitte geben Sie detaillierte Hinweise. Bisher ist die Rede von der "Erstürmung des Reichtagsgebäudes.

  5. 8.

    "Nur mit Mühe retten" Wieveiel Polizeibeamte haben gerettet? Da bin ich aber gespannt, was das Gericht dazu sagt.

  6. 7.

    Ach, wegen Krankheit verschoben. In der Überschrift steht es anders...

  7. 6.

    Das war vor knapp 2 Jahren und erst jetzt wird er verurteilt? Das deutsche Rechtssystem ist echt ein Witz.

  8. 5.

    So wird dann also aus einem Angriff auf unser Parlament schnell eine Randereignis querulatorischer Nachmittagsgestaltung.

  9. 4.

    Gott sei Dank, haben sich drei Objektschützer, unbewaffnet, dem tausendfachen Mob entgegen gestellt und mit ihrem Leben die Demokratie geschützt.

  10. 3.

    Lasst der freie Mensch frei.

  11. 2.

    Nur mit Mühe konnte verhindert werden....macht euch nicht lächerlich, wenn man sich die Videos dazu anschaut, ist das eigentlich noch nicht mal eine Meldung wert.
    Da war ja mehr beim Herthatraining los, als 80 Fans aufmaschiert sind.

  12. 1.

    Wenn ich schon lese, dass gegen eine Person ein Strafbefehl erlassen wurde, gegen den er Widerspruch eingelegt hat. Nun kommt es zur Verhandlung und ich wette darauf das dieser Typ maximal mit einer Bewährungsstrafe davonkommen wird, wir haben ja schließlich eine Demokratie wo man auch Polizisten angreifen darf.

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