Stau stadteinwärts gemeldet - Demonstrierende blockieren erneut Kreuzungen in Berlin

Fr 28.01.22 | 15:34 Uhr
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Demonstranten blockieren die Seestraße in Berlin-Wedding. (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Aktivisten blockieren am Freitag in Berlin zum dritten Mal in dieser Woche mehrere Straßen.

Am Freitagnachmittag blockierten zehn Personen vorübergehend die Zufahrten zur A100 Sachsendamm und Inssbrucker Platz.

In Mitte setzten sich fünf Personen am Europaplatz vor dem Hauptbahnhof auf die Fahrbahn der Invalidenstraße und blockierten den Verkehr. Zwei von ihnen klebten sich fest und wurden von Feuerwehr und Ärzten am Asphalt gelöst. Die Polizei nahm alle fünf in Gewahrsam.

Autofahrer ohrfeigte offenbar Aktivistin

Am Freitagvormittag blockierten Aktivisten den Kurt-Schumacher-Damm in Berlin-Reinickendorf, betroffen war die Zufahrt zur A111. Dort kam es offenbar zu einem Zwischenfall. Auf einem Video der Klimaaktivisten, das im Internet geteilt wird, schlug ein Autofahrer einer Aktivistin ins Gesicht.

Ein Polizeisprecher sagte dem rbb, das Video und der Vorfall seien der Polizei bekannt. Es sei ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat sei keine Polizei anwesend gewesen. Zuvor hatte darüber die "B.Z." berichtet.

Langer Stau auf A114

Am Freitagmorgen hatten sich bereits fünf bis sechs Menschen auf der Prenzlauer Promenade, Ecke Granitzstraße (Bezirk Pankow) auf die Fahrbahn gesetzt. Dadurch gab es einen langen Stau auf der A114 stadteinwärts.

Nach rbb-Informationen haben zudem mehrere Demonstrierende auch den Verkehr auf der Kreuzung Nordufer und Seestraße in Berlin-Wedding lahmgelegt. Die Polizei leitete den Verkehr demnach über den Gehweg an den Demonstranten vorbei.

Wiederholte Straßenblockaden

Die Gruppe hatte bereits am Mittwoch und am Sonntag Straßen in Berlin blockiert. Am Sonntag hatte die Polizei Teilnehmer weggezogen und 24 Menschen zeitweise in Gewahrsam genommen.

Am Mittwoch haben daraufhin rund 15 Aktivisten die Ausfahrt Wolfensteindamm/Schloßstraße der A103 in Steglitz blockiert, außerdem waren 15 weitere in Pankow in Höhe Rothenbachstraße stadteinwärts auf der Prenzlauer Promenade präsent. Diese führt im weiteren Verlauf zur A114. Es hatten sich daraufhin lange Staus gebildet.

In Deutschland würden jährlich etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, was unnötig 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid verursache, erklärte die Gruppe auf Twitter. Diese Emissionen könnten leicht reduziert werden. Demonstrierende argumentieren, da ein Klimakollaps drohe, gebe es zu gewaltfreiem Widerstand keine Alternative.

Die Aktionen würden fortgesetzt, bis die Regierung "ernsthafte Schritte zur Einführung eines Essen-Retten-Gesetzes" einleite, hieß es.

Demonstranten blockieren die Seestraße in Berlin-Wedding. Die Polizei leitet Autos an den Demonstranten vorbei über den Gehweg. (Quelle: rbb)Demonstranten blockieren die Seestraße in Berlin-Wedding. Die Polizei leitet Autos an den Demonstranten vorbei über den Gehweg.

Sendung: Radioeins, 28.01.2022, 8:00 Uhr

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31 Kommentare

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  1. 31.

    Blockiert jetzt die Polizei den Gehweg um Fußgänger von der Nutzung abzuhalten?

  2. 30.

    Danke . Bitte auch die Grenzübergänge nach Polen blockieren wegen der Benzintouristen. Nur so eine Idee.

  3. 29.

    In Deutschland hat man Anspruch auf Urlaub. Kennen Sie vielleicht.

  4. 28.

    Mal auf der Karl Marxstr. probieren. Die Leute die dann Aufräumen fackeln nicht lange.Aber dazu fehlt die Traute.

  5. 27.

    Woraus leiten Autofahrer das Recht ab, immer und zu jeder Zeit, alle Straßen und Kreuzungen zur freien Verfügung zu haben.
    Es war eine Kreuzung.
    Dann fahre ich einen anderen Weg.
    Ich wiederhole mich: macht euch nicht ins Hemd.
    Es ist nicht zu glauben, wie verkrampft hier viele sind.
    Ich wette, für eine Feuerwehr o.ä. hätten die Leute schon Platz gemacht.

  6. 25.

    Es wird nicht unverzüglich geräumt, weil diese Fanatiker ihre Hände an Fahrbahn einkleben. Wenn man sie gewaltsam wegträgt oder wegschiebt, dann bleibt ausgerissene Haut am Asphalt. Es ist sehr mühsam für die Polizei diese Leute ohne Körperverletzung und ohne Fahrbahnbeschädigung frei zu kriegen. Es bleibt nur strafrechtlich gegen Sie vorzugehen.

  7. 24.

    Lieber Senat,
    Manchmal kann Langmut auch zu lang sein. Die Polizisten können einem Leid tun. Die müssen sich doch veräppelt vorkommen.

  8. 23.

    Wie viele Demonstranten hat die Polizei festgenommen, weil die sich den Anweisungen widersetzt haben?

  9. 22.

    Man sollte diese- offenbar vom Staat lebenden- Hansels einsammeln und ihnen eine Arbeit verpassen, die sie verrichten müssen, ansonsten härtere Sanktionen. Im Grunde genommen ist ihr Anliegen ja rechtens, aber die Art des Protestes dürfte bei der Bevölkerung nicht auf Sympathien stoßen.

  10. 21.

    Das sind Kinder von reichen Eltern die alles haben und nun nichts mehr mit sich anzufangen wissen . Irgendwie muß man doch auf sich aufmerksam machen .

  11. 20.

    Ich arbeite, verdiene gut und freue mich, dass es Menschen gibt, die über ihren eigenen Tellerrand blicken und sich für die Gesellschaft, die Zukunft und die Umwelt einsetzen. Das ist nicht Fanatismus, das ist Verantwortungsbewusstsein.

    Mit Gleichgültigkeit und Zynismus wird nichts besser.

  12. 19.

    Ich verliere mein Vertrauen zu Rechtsstaat, wenn dieser bei solchen Chaoten nicht eingreift.

  13. 18.

    Warum stehen eigentlich immer so viele Polizisten auf den Fotos rum. Ich dachte immer, es mangelt an Personal.

  14. 17.

    Müssen diese Fanatiker nicht arbeiten? Ach nein die Leben ja auf Staatskosten. Es bezahlt sie also jeder Steuerzahler.

  15. 16.

    Solch Verkehrsrelevante Kreuzung sollte eigentlich in 10 Minuten geräumt sein. Diese Demo war nicht angemeldet und sollte für die sogenannten Aktivisten mit einer Anzeige wegen Nötigung und Eingriff in den öffentlichen Straßenverkehr geandet werden. Was wäre das für ein Aufschrei wenn sich hier eine rechts orientierte Gruppe hinsetzen würde!? Die Straße wäre in null Komma nichts wieder frei.

  16. 15.

    Frage !.
    Sind die Leute nicht auch " Andersdenken-Personen " ?.

  17. 13.

    Es gibt Menschen, die arbeiten, verdienen wenig und brauchen trotzdem ein Auto! Ja, sowas gibt es und sie gehen arbeiten, im Gegensatz zu den paar Hanseln, die da alles blockieren. Zahlt der ja Steuerzahler,.. wobei ich auch etwas gegen Lebensmittelverschwendung habe; stellt niemand in Abrede.

  18. 12.

    Mit einer Selbstverständlichkeit kommen sie hier rüber wie toll es ist ja ein Auto zu besitzen. Können sie sich vorstellen das gerade auf der Autobahn in Pankow viele Berufspendler aus Brandenburg nach Berlin kommen die gar keine Option zum Auto haben dank unserer Politik? Welche Arroganz sie an den Tag legen da wird mir echt schlecht! Sorry anders kann ich das nicht wahrnehmen was sie hier so von sich geben! Wären das Kritiker der Corona Politik wären diese 6 Personen schon weg.

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