Sturmtief "Nadia" - Staatsanwaltschaft prüft tödlichen Vorfall mit Wahlplakat in Beelitz

Mo 31.01.22 | 16:42 Uhr
Ein Fußgänger ist am 29.01.2022 in Beelitz von einem umstürzenden Wahlplakat schwer verletzt worden und wenig später gestorben. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
dpa/Julian Stähle
Video: rbb|24 | 30.01.2022 | Material: NonStopNews, TVNewsKontor | Bild: dpa/Julian Stähle

Das Sturmtief "Nadia" hat am Wochenende einen Mann in Beelitz das Leben gekostet, der von einem umgekippten Wahlplakat tödlich am Kopf getroffen wurde. Nun prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gibt.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam untersucht die tödliche Verletzung eines Mannes durch ein Wahlplakat in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) am Wochenende. Im Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens werde überprüft, ob es Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gebe, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt, Wilfried Lehmann, am Montag. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Erst dann geht es um die Frage, ob Ermittlungen aufgenommen werden.

Fußgänger wurde von Plakat an Kopf getroffen

Ein 58 Jahre alter Fußgänger war am Samstag während des Sturmtiefs "Nadia" ums Leben gekommen, nachdem eine Windböe ein aufgestelltes Wahlplakat erfasste, das den Mann am Kopf traf. Das 3,5 mal 2,5 Meter große Plakat aus einem Metallkorpus und Sperrholz war nach Angaben der Polizei mit Metallstangen im Boden verankert.

Wie die Polizeiinspektion in Brandenburg dem rbb am Sonntag über den Todesfall weiter mitteilte, hatten Rettungskräfte nach dem Unfall noch versucht, den Mann wiederzubeleben, konnten aber nur seinen Tod feststellen. Der Mann sei mit seiner Lebensgefährtin und einem Bekannten in der Clara-Zetkin-Straße spazieren gegangen, als sich das Unglück gegen 22.15 Uhr ereignete.

Einfluss auf Landrats-Wahlkampf

In Potsdam-Mittelmark wird am kommenden Sonntag ein neuer Landrat gewählt. Der Kandidat der Piraten, Meiko Rachimow, hatte sich nach dem Unfall erschüttert gezeigt und den Wahlkampf mit Großplakaten für beendet erklärt - nicht aber seinen Wahlkampf grundsätzlich. Nach Rachimows Angaben war nicht sein Plakat umgestürzt, sondern das eines Mitbewerbers für die Landratswahl.

Auch der Kandidat der SPD, Marko Köhler, sprach den Angehörigen sein "tief empfundenes Beileid" aus. Die Vorsitzende der SPD in Potsdam-Mittelmark, Claudia Eller-Funke- ergänzte, jetzt sei "nicht die Zeit für Wahlkampf". Die SPD werde aus Respekt vor dem Verstorbenen und seinen Hinterbliebenen die Wahlkampfaktivitäten ruhen lassen. "Der Anbieter der Großplakate überprüft aktuell die Standfestigkeit aller Werbeflächen im Landkreis", so Eller-Funke.

Nach dem Sturm

Sturmtief "Nadia" wütete in Berlin und Brandenburg

Orkanartige Böen des Sturmtiefs "Nadia" hatten am Wochenende zu vielen Einsätzen der Feuerwehren in Berlin und Brandenburg geführt. In zahlreichen Orten sind durch die Windböen Bäume umgekippt oder Äste auf Häuser, Straßen und Autos gefallen, mancherorts erreichte der Sturm eine Windgeschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern.

Die Unwetterwarnung für die Region wurde am Sonntag gegen 11 Uhr aufgehoben. Am Montag haben in Nord- und Ostdeutschland die Aufräumarbeiten begonnen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 30.01.2022, 19:30 Uhr

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