Frauenleiche in Oranienburger Bunker - Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage gegen 29-jährigen Ex-Freund

Fr 07.01.22 | 11:48 Uhr
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Ein Wagen der Kriminalpolizei steht in einem Wald bei Oranienburg. (Quelle: TNN/Dennis Lloyd Brätsch)
Audio: Antenne Brandenburg | 07.01.2022 | Arne Sprung | Bild: TNN/Dennis Lloyd Brätsch

Im Sommer 2021 wurde in einer Oranienburger Bunkeranlage die Leiche einer Frau gefunden. Schnell stand der Ex-Freund der Getöteten unter Verdacht. Nun hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage erhoben, Probleme macht die Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat Anklage wegen Mordes gegen einen 29 Jahre alten Mann aus Oranienburg (Oberhavel) erhoben. Er soll seine 26-jährige Ex-Freundin - ebenfalls aus Oranienburg - im Juli des vergangenen Jahres ermordet haben. Die Anklage bestätigte der zuständige Oberstaatsanwalt dem rbb am Freitag auf Nachfrage.

Die Ermittlungen seien abgeschlossen, das Landgericht prüfe nun die Anklage, ergänzte der Oberstaatsanwalt. Zuvor hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" [maz-online.de/Bezahlschranke] darüber berichtet.

Der Verdacht der Ermittler fiel nach dem Fund der Leiche schnell auf den Ex-Freund der Getöteten. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Diese müsse nun noch mal überprüft werden, sagte der Oberstaatsanwalt. Die Untersuchungshaft darf demnach bis Prozessbeginn nicht länger als sechs Monate andauern. Nur außergewöhnliche Umstände würden zu einer Verlängerung führen. Daher sei die erneute Prüfung nötig.

Die Leiche der 26-Jährigen wurde im Juli 2021 in einer bewaldeten ehemaligen Bunkeranlage bei Oranienburg gefunden. Zuvor war die Frau von einer Familienangehörigen als vermisst gemeldet worden. Mit Spürhunden war infolgedessen nach ihr gesucht worden. Arbeiter entdecken die Leiche in der gesperrten Bunkeranlage und alarmierten die Polizei. Kurze Zeit später wurde der Angeklagte festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin teilte daraufhin mit, dass der Oranienburger bestreitet, die 26-Jährige getötet zu haben.

Sendung: Abendschau, 07.01.2022, 19:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Schrecklich! Das muss einfach aufhören.
    Aber es braucht eine Generalüberholung der Gesellschaft. Progression statt Konservation!

  2. 1.

    Es hört einfach nicht auf …
    Inoffizielle Statistik: 2017 380, 2018 367, 2019 267 getötete und 542 den Tötungsversuch überlebende, 2020 139 getötete und 227 überlebende Frauen. Nicht jedes Tötungsdelikt an Frauen wird als Mord gewertet, sondern oft nur als Todschlag.
    Obwohl die Istanbul-Konvention bereits 2017 ratifiziert wurde, haben das Parlament und die zuständigen Minister Giffey, Lambrecht und Seehofer wenig für die Umsetzung der Konvention getan.
    Frauenmorde erhalten kein strafverschärfendes Mordmerkmal, sondern werden häufig als „mildernder Umstand“ gewertet oder als Körperverletzung mit Todesfolge, was weit mildere Strafen nach sich zieht.
    BGH-Beschluss 2008: „Wenn die Trennung vom Tatopfer ausgeht und der Angeklagte durch die Tat sich dessen beraubt fühlt, was er eigentlich nicht verlieren will, entfallen die Mordmerkmale.“!???
    Wenigstens hat die Staatsanwaltschaft in diesem Fall Mordanklage erhoben. Ich bin gespannt, wie das LG Neuruppin in diesem Verfahren urteilen wird.

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