Festnahme in Wohnsiedlung - Brandserie in Spandau: Polizei fasst 16-jährigen Verdächtigen

Fr 14.01.22 | 17:31 Uhr
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Feuerwehrleute stehen vor Einsatzfahrzeugen in der Maulbeerallee im Berliner Stadtteil Staaken (Bild: dpa/Annette Riedl)
Video: Abendschau | 14.01.2022 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Annette Riedl

Monatelang hatte eine Brandserie in Spandau Polizei und Anwohner in Atem gehalten. Jetzt meldeten Ermittler die Festnahme eines mutmaßlichen Täters. Der 16-Jährige soll nach einer erneuten Brandstiftung in der Wohnsiedlung ertappt worden sein.

Nach einer langen Serie von Brandstiftungen in Berlin-Spandau hat die Polizei einen 16-Jährigen als mutmaßlichen Täter gefasst. Der Verdächtige wurde bereits in der Nacht zu Mittwoch kurz nach der Entdeckung eines Feuers in einem Haus in der Maulbeerallee gefasst, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Am Donnerstag stellte ein Richter einen Haftbefehl aus.

Die Festnahme des 16-Jährigen und eines zwölf Jahre alten mutmaßlichen Komplizen sei gelungen, weil Fahnder der Polizei in den vergangenen Wochen in der Gegend der Heerstraße Nord sehr präsent gewesen seien, so die Polizei. Wegen der Brandserie wurde extra eine sogenannte Ermittlungsgruppe mit der Bezeichnung "Quartier" eingesetzt.

Polizei sucht Zeugen

Die beiden Jugendlichen sollen am späten Dienstagabend den Brand in der Maulbeerallee gelegt haben. Polizisten berichten, sie hätten sie direkt danach am Tatort gesehen. Dann sei die Festnahme erfolgt. Sie werden verdächtigt, weitere Feuer in dem Wohngebiet entzündet haben, erklärte die Polizei. Die Ermittlungen dazu liefen noch.

"Die Zuordnung der Brandlegungen dauern an", hieß es. Zeugen wurden gebeten, sich telefonisch an die Ermittlungsgruppe "Quartier" (030/4664-912112) oder an eine der Berliner Polizeidienststellen zu wenden.

Nicht der erste Verdacht

Die Feuerwehr hatte Anfang des Jahres berichtet, dass es seit drei bis vier Monaten immer wieder Brände in Kellern in der Obstallee in Spandau gebe.

Zu Beginn des Jahres wurde bereits ein verdächtiger 14-Jähriger gefasst. Er war beobachtet worden, als er den Keller eines Wohngebäudes verließ, kurz bevor dort ein Brand entdeckt wurde. Nach seiner Festnahme hörte die Brandserie jedoch nicht auf. Vor einigen Tagen hatte ein Feuer in Kellerverschlägen eines Hochhauses einen Großeinsatz mit 107 Feuerwehrleuten ausgelöst.

Sendung: Inforadio, 14.01.2022, 18:00 Uhr

41 Kommentare

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  1. 41.

    Warum arbeiten Sie sich denn so an der sogenannten 68er-Generation ab? Sie verfehlen etwas das Thema. Die anti-autoritäre Erziehung ist nicht so verbreitet, wie Sie vielleicht denken. Allerdings scheint es sich für Sie bereits um einen anti-autoritären Erziehungsstil zu handeln, wenn man Kinder nicht schlägt. Vielleicht liegt da Ihr Fehler...

  2. 40.

    Aber selbstverständlich gab es die sogenannte Züchtigung schon vor der Nazi-Zeit. Und ebenso selbstverständlich basiert eine gewaltfreie Erziehung aus unserem (leider scheinbar nicht dem Ihrigen) Menschenbild sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht vornehmlich irgendwelcher Ideale der 68er-Generation. Wenn Sie tatsächlich gedacht haben, ich würde den Nazis die Erfindung der Prügelstrafe zugeschrieben haben, haben Sie offensichtlich nicht den Kommentar gelesen, auf den ich geantwortet habe. Oder Ihnen sind rhetorische Stilmittel nicht bekannt. Oder Sie haben Probleme mit dem Textverständnis. Oder Sie sehen sich einfach an anderer Stelle konfrontiert mit der Abwesenheit von Intelligenz...

  3. 39.

    Zitat: "Dann nennen wir es meinetwegen "die im Geiste der 68er-Antiautoritätsbewegung Verbundenen"."

    Sie wissen nichts über diese Kinder, gehen aber fest davon aus, diese wären im Geiste der "68er" erzogen worden. Dass man in diesem Fall wohl eher von desinteressierten Elternhäusern ohne jeglichen "links-grünen" Bezug ausgehen dürfte, ziehen Sie bei Ihrer offenbar politisch motivierten "Expertise" nicht mal in Erwägung, Jack.

  4. 38.

    Zitat: "Es muss wieder Respekt vor Autoritätspersonen herrschen."

    Ein mittdreißiger kinderloser Single "analysiert" die heutigen Kinder und kommt zu dem Schluss, dass diese aufgrund einer antiautoritären Erziehung immer mehr in die Kriminalität abdriften. Und um diesem "lebensbedrohlichen Sittenverfall" Herr zu werden, plädiert er für die Prügelstrafe.

    Ojemine, das ist so absurd, dass es schon wieder lustig ist. Auch deshalb, weil zu seiner Kinder- und Jugendzeit die 'Kriminalitätsrate' in dieser Altersgruppe um einiges höher als heute lag. Aber da gab's halt noch kein Internet mit den ganzen vielen angstmachenden Infos, ne Jack.

  5. 37.

    Kasuistik statt Argumente – immer wieder schön. Dann nennen wir es meinetwegen "die im Geiste der 68er-Antiautoritätsbewegung Verbundenen". Ist jetzt klar, was ich meine? Oder wollen Sie es noch genauer und spezifierter? Meine Argumente tragen der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung und haben nichts mit Nostalgie zu tun. Die Kuschelpolitik ist krachend gescheitert! Schauen Sie sich nur mal unsere Schulen und unser völlig überfordertes Justizsystem an. Das passiert, wenn man jungen Menschen keinen Einhalt gebietet. Wehret den Anfängen! Das hat man leider verpasst.

    "Sie möchten also , dass Kinder per Gesetz geschlagen werden dürfen, von wem auch immer, von Lehrkräften, von Polizei, Eltern und bösen Onkeln."
    Wenn mildere Mittel scheitern, ja!

    "Ich bin ehrlich froh, dass Sie keine Kinder haben und hoffentlich niemals haben werden."
    Danke, und ICH erst! :D

  6. 36.

    Der Kommentar ist schon deshalb frei von Intelligenz und schwarzem Humor, weil die Züchtigung weit älter ist, als das Naziregime. Ich bin klar gegen die Prügelstrafe, aber antiautoritäre "Erziehung" ist eben leider keine Erziehung sondern ein bloßes Betteln, das kritikunfähige und überempfindliche Kinder und Jugendliche heranzieht, die in einer im Grunde immer autoritären Welt kaum noch ihren rechten Platz finden.

  7. 35.

    Sie tun ja hier gerade so, als wollte jemand die Kinder ins Gulag bringen. Es hat rein gar nichts mit Kinderhass zu tun, wenn für schwerste Straftaten eine konsequente und erfolgversprechende Bestrafung gefordert wird. Die bisherige Erziehung muss ja offensichtlich grob versagt haben und ein heutiger 12—Jähriger hat sehr wohl genügend Entwicklung, um die Tragweite seiner wiederholten Taten abzuwägen. Bei einer einmaligen Tat mag es da Abweichungen geben, hier muss dem Täter aber klar gewesen sein, dass er Menschen in Lebensgefahr gebracht hat, allein schon wegen der vorausgegangenen Brände (die er möglicherweise nicht selbst gelegt hatte, die ihm aber mindestens als Vorlage dienten). Es muss also Aufgabe und im Sinne der Gesellschaft sein, hier frühzeitig Grenzen aufzuzeigen und Konsequenzen spüren zu lassen, auch indem solche Kindertäter in geeigneten Erziehungseinrichtungen auf den rechten Weg zurück gebracht werden.

  8. 34.

    Die 68 er Generation erzieht keine Kinder mehr.
    Im übrigen sind die meisten dieser Generation entwachsenen Kinder, heute Eltern von jungen Erwachsenen und wollten ihre Kinder damals ganz anders erziehen. Ihre Argumente sind in der Nostalgie hängen geblieben. Wir sind fast 2 Generationen weiter. Das macht nachdenklich, und dann das:
    Sie möchten also , dass Kinder per Gesetz geschlagen werden dürfen, von wem auch immer, von Lehrkräften, von Polizei, Eltern und bösen Onkeln.
    Ich bin ehrlich froh, dass Sie keine Kinder haben und hoffentlich niemals haben werden.

  9. 33.

    Ja, hoffentlich waren es auch die maßgeblichen Täter. Es wurden wohl schon vorab Jugendliche gefasst und verdächtigt.
    Wie jetzt mit diesen Jugendlichen sinnvoll umzugehen ist, darüber streiten sich eigentlich schon Generationen. Wir können froh sein, dass die Zeit der Prügelstrafen vorbei ist, aber auch die 68iger Pädagogik hat nicht wirklich funktioniert. Konsequenzen sollte das Ganze schon haben.
    Eine Diskussion über Altersgrenzen wird es auch immer geben. Ich erinnere nur an die zwei 10jährigen, die in England in den 90igern ein 2jähriges Kind zu Tode gequält haben.
    Es gibt einfach Kinder, die durch ihre Sozialisation nicht gellschaftskonform und -kompatibel sind, wobei andere ja schon immer behaupteten, man bekommt die Kinder, die man verdient.

  10. 32.

    Naja, ich bin Jahrgang 1983, und Sie ordnen mich einer "68er-Antiautoritätsfraktion" zu, nur weil ich das, was Sie schreiben, als absolut menschenverachtend empfinde. Darf ich Sie jetzt auch der 1933er-Prügelstrafe-Fraktion zuordnen?

  11. 31.

    Hallo Ronaldo! Ich gehe mit Ihrem Kommentar mit. Bitte lesen Sie auch meinen 2. Beitrag von 9.14 Uhr.

  12. 30.

    Ich muss dazu jedoch ergänzen, dass das Züchtigungsrecht nur dann Anwendung finden sollte, wenn mildere Mittel (gewöhnliche Erziehungsmaßnahmen, Sanktionen, Strafrecht) versagen. Anders werden wir dieses lebensbedrohlichen Sittenverfalls nicht mehr Herr! Die ganzen Respektlosigkeiten gegenüber der Polizei usw. Woher kommen die? Dreimal dürft ihr raten: antiautoritärer Erziehungsstil. Es muss wieder Respekt vor Autoritätspersonen herrschen. Meine Mutter erzählte mir, wie seinerzeit (1966) ein bereits auffälliger Schüler seine Lehrerin körperlich angriff. Daraufhin kam der Rektor ins Klassenzimmer und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige. Er wurde nie wieder auffällig. Ich halte das für angemessen und gerechtfertigt. Wer nicht hören will, muss fühlen! So einfach ist das. Dann hören auch diese Despektierlichkeiten ganz schnell wieder auf. Aber wir sind ja lieber ein Kuschelstaat, der für die größten Soziopathen mehr Verständnis und Mittel aufbringt als für die Geschädigten.

  13. 29.

    Hätte nicht erwartet, eine solch verbitterte Resonanz zu erhalten, aber die 68er-Antiautoritätsfraktion schläft halt nie. Weil es so viele Antworten sind, die sich inhaltlich überschneiden (teilweise sogar mit Beleidigungen), antworte ich allgemein: Zunächst mal ist der "ältliche männliche Kommentator" 36 Jahre alt, mitten im Berufsleben stehend, gutverdienend, Single und glücklich kinderlos. Kinder sind nicht dumm. Sie können ab dem Alter sehr gut zwischen Recht und Unrecht unterscheiden. In Verbindung mit dem antiautoritären Erziehungsstil oder Laissez-faire züchten wir narzisstische und ungebändigte potenzielle Kriminelle heran (frei nach dem Motto: "freie Persönlichkeitsentwicklung, koste es, was es wolle!"). Dazu stehe ich, weil ich das im Bekanntenkreis oft genug erlebt habe ("Regeln? Wozu? Ein Kind muss Kind sein!"). Die Eltern merken das gar nicht, aber die Gesellschaft. Daher bin ich tatsächlich ein glühender Verfechter u. a. der Wiedereinführung des Züchtigungsrechts.

  14. 28.

    Der Hass auf Kinder ist ein dekadentes Zeichen von verknusperten und ältlichen männlichen Kommentatoren, die gern die gute alte Zeit wieder hätten. Das Zündeln hat meist einen psychologischen Hintergrund, ein Trauma oder Stress. Bevor ich Kinder verurteile, also ein Symptom bekämpfe, muss ich herausfinden, warum Kinder so agieren. Das wäre Ursachenforschung. Ganz einfach zu verstehen. Natürlich kann dem nicht jeder Geist folgen, aber manchmal sollten diese dann vielleicht weniger kommentieren.

  15. 27.

    Die sind deswegen mit 12 so spät noch auf der Straße, weil sie sich von den Eltern NICHTS mehr sagen lassen. Dann sollten sie aber auch strafmündig sein und brauchen bei einer Festnahme die elterliche Vertretung auch nicht mehr.

  16. 26.

    Ihr Kommentar beinhaltet einen fatalen Fehler, denn auch Sie haben kein Recht, der Martina das demokratische Recht auf eine Meinung abzuerkennen. Des Weiteren kann jeder eine Meinung von Unsinn, Blödsinn, Hetze und Hass unterscheiden. Martina hat eine Meinung. Alles andere ist weit entfernt davon.

  17. 25.

    Alleine schon an der Polemik der Kommentare sieht man, warum Kinder wie Erwachsene heutzutage Dinge tun, die jeder Beschreibung und jedem Rechtsstaat spotten. Angriff, ohne auf den Anderen zu hören; der Selbstwert oft im Keller (u.a. wegen der "heilen Welt" in "sozialen" Medien) - daher muss man laut sein und auffallen, egal wie. Und nach Abwägung der Tatsachen plädiere ich für eine harte Bestrafung. In der überall political correctness Welt fehlt 1 Korrektiv, das der Regeln, Normen und Werte.

  18. 24.

    Martina möchte die freie Meinungsäußerung bestrafen? Selbst dumme Aussagen sind erlaubt. Das sollten Sie sich mal merken!
    Es ist einer der Kernelemente unserer Demokratie, deshalb steht die Meinungsfreiheit im Grundgesetz soweit am Anfang.

  19. 23.

    Ich frage mich, was sind das wohl für Eltern die zulassen das ein 12 jähriger sich nachts unter der Woche draußen herumtreibt, und das während der Schulzeit?

  20. 22.

    Von vornherein, Prügelstrafe u. körperliche Züchtigung lehne ich generell ab. Das erzeugt nur, dass die Kinder später selbst zum Schläger werden. Das strafmündige Alter auf 12 Jahre abzusenken beim Jugendstrafrecht, da gehe ich mit, aber nicht weiter runter. Ich würde die Kannbestimmung für 18- 19 -Jährige, dass sie noch nach Jugendstrafrecht bestraft werden können, ersatzlos abschaffen. Für d. jungen strafmündigen Täter kein Kuschelkurs, sondern in Richtung Jugendwerkhof (ehem. i. d. DDR)...

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