Gegenproteste in Potsdam - Hunderte bei Corona-Protesten in Berlin und Brandenburg

Di 04.01.22 | 07:21 Uhr
Teilnehmer und Teilnehmerinnen einer Demonstration in der Cottbusser Goethestraße (Bild: Privat)
Audio: Antenne Brandenburg | 03.01.2022 | Josefine Jahn | Bild: Privat

Am Montagabend haben erneut Hunderte Menschen in Berlin und Brandenburg gegen die geltenden Corona-Maßnahmen und eine drohende Impfpflicht demonstriert. Vielerorts gab es auch Gegenaktionen.

An Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Brandenburg und Berlin haben sich am Montagabend Hunderte Menschen beteiligt.

In vielen Städten gab es auch Gegenaktionen. In Potsdam hatte am Montag das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" aufgerufen, den Gegnern der Corona-Maßnahmen nicht die Stadt zu überlassen.

Impfgegner in Cottbus ignorieren Polizei-Hinweise

An einem Demonstrationszug durch Cottbus beteiligten sich nach Schätzungen einer rbb-Reporterin etwa 1.200 Menschen. In Eisenhüttenstadt kamen etwa 500 Menschen zu einer angemeldeten Kundgebung und einem Umzug zusammen, wie eine rbb-Reporterin beobachtete. Unter dem Motto "Hände weg von den Kindern" liefen die Menschen, meist ohne Maske, durch die Stadt.

In Cottbus versammelten sich zunächst Menschen auf dem Oberkirchplatz. Die Polizei verwies darauf, dass keine Versammlung angemeldet sei. Dennoch setzte sich kurz nach 19 Uhr ein Demonstrationszug durch die Stadt in Bewegung. Teilnehmer riefen Parolen wie "Wir sind Cottbus" oder "Friede, Freiheit, keine Diktatur". Hinweise der Polizei, Abstände und andere Corona-Regeln einzuhalten, wurden weitgehend ignoriert. Viele der Teilnehmenden trugen keine Maske.

Menschen nehmen in Eisenhüttenstadt an einer Demonstration gegen Corona-Regeln teil (Bild: rbb)
Proteste in Eisenhüttenstadt am 3. Januar | Bild: rbb/privat

Mehrere Hundert Teilnehmer in Potsdam

In Potsdam versammelten sich rund 300 Menschen. Parallel dazu fand eine Gegendemonstration statt. Die Polizei berichtete von einzelnen Versuchen, Absperrungen der getrennt und von der Polizei begleiteten Demonstrationszüge zu durchbrechen und von Versuchen, die Demonstrationszüge zu stören.

Insgesamt waren demnach drei Protestzüge von Gegnern der Corona-Maßnahmen und Impfpflicht angemeldet. Eine weitere, nach Polizeiangaben unangemeldete Versammlung wurde als sogenannter "Lichterspaziergang" über verschiedenen Straßen der Innenstadt in Richtung Filmmuseum begleitet, wo ein angemeldeter Protest stattfand. Gegen mehrere Personen dieses "Lichterspaziergangs" und des Protestes wurden laut Polizei wegen Missachtung der erforderlichen Abstände und wegen weiterer Verstöße Ordnungswidrigkeitsanzeigen gestellt.

Potsdamer OBM Schubert beteiligt sich an Gegen-Demo

Zeitgleich trafen sich Hunderte bei einer Gegen-Demonstration. Auch Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) nahm auf einer Kundgebung teil. Er sagte, dass die Menschen durch ihre Anwesenheit deutlich machten, dass es nicht nur den Protest gegen die aktuellen Maßnahmen gebe, sondern auch den Gegenprotest.

Das Miteinander auf einer angemeldeten Demonstration zeige, dass es möglich sei, seine Meinung zu äußern, ohne gegen Regeln oder Gesetze zu verstoßen. Es sei auch ein Signal an sogenannte "Spaziergänger", die sich über die Corona-Maßnahmen sorgten. "Ihr müsst nicht mit Reichsbürgern, Rechtsradikalen, dem III. Weg, der AfD oder anderen rechten Parteien spazieren gehen, um Eure Meinung zu sagen. Eure freie Meinungsäußerung schützt den Staat", betonte der Oberbürgermeister.

Strafanzeigen wegen mehrerer unangemeldeter Proteste

In mehreren Städten in Brandenburg fanden unangemeldete Versammlungen statt. Nach Angaben der Polizei seien neben Cottbus auch in Werder (Havel), Teltow und Kleinmachnow Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ergangen.

Auch in Berlin gab es am Montag Proteste gegen die Corona-Politik. Bild- und Videomaterial auf Twitter dokumentiert Demonstrationen in Mitte und Tegel. Vor dem Hauptstadtstudio des ZDF nahe des Brandenburger Tors sammelten sich Demonstranten. Laut Augenzeugen gab es wiederholt "Lügenpresse"-Rufe aus der Menge. Der Deutsche Journalisten-Verband sprach auf Twitter von einer "kleinen radikalen Minderheit der Impfgegner, Querdenker, Corona-Leugner, Medienhasser und Demokratiefeinde", die sich vor dem ZDF-Hauptstadtstudio versammelt habe. Die Solidarität des Verbands gelte den Kolleginnen und Kollegen vor Ort und im Gebäude.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.01.2022, 20:00 Uhr

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