"Extinction Rebellion" - Klima-Aktivisten demonstrieren vor Bayer-Sitz in Berlin-Wedding

Fr 21.01.22 | 11:44 Uhr
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Aktivisten von Extinction Rebellion blockieren den Eingang des Chemiekonzerns Bayer Monsanto in Berlin mit einem Banner mit der Aufschrift "animal rebellion". (Quelle: Fabian Sommer/dpa)
Audio: Inforadio | 21.01.2022 | Natascha Gutschmidt | Bild: Fabian Sommer/dpa

Die Umweltschutzinitiative "Extinction Rebellion" hat vor dem Berliner Sitz eines Chemieunternehmens für mehr Klimaschutz und Artenschutz demonstriert. Einige Demonstranten kletterten am Freitagmorgen auf das Vordach des Gebäudes von Bayer Monsanto an der Müllerstraße in Berlin-Wedding und zeigten Transparente, andere blockierten kurzzeitig die Straße. Die Polizei sprach von rund 40 Aktivisten. Alles verlaufe friedlich.

Chemiekonzern anstatt Grüne Woche

Auf Transparenten stand: "Die Klimakrise ist hier" und "Gefahrenzone Glyphosat". "Extinction Rebellion" forderte in einer Mitteilung: "Wir brauchen einen tiefgreifenden Plan. Das Leben auf diesem Planeten wird durch unsere Agrar- u. Umweltpolitik vernichtet." Die Initiative verlangte von der Bundesregierung, gegen Artensterben und die Gefahren für die Ökosysteme vorzugehen.

Der Zeitpunkt des Protestes orientiere sich an der sonst Mitte Januar stattfindenden Grünen Woche, der großen Messe für Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft. Wegen der Corona-Pandemie wurde sie abgesagt.

Bundesregierung will Landwirtschaft neuausrichten

Umweltministerin Steffi Lemke und Agrarminister Cem Özdemir (beide Grüne) hatten vor einigen Tagen eine Neuausrichtung der Landwirtschaft mit mehr Umweltschutz angekündigt. Bis Ostern kündigte Lemke Eckpunkte für ein "Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz" an. Dazu gehöre auch ein "umwelt- und naturverträglicherer" Einsatz von Pestiziden. Bis Ende 2023 wolle Deutschland das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vom Markt nehmen.

Sendung: Inforadio, 21.01.2022, 11:40 Uhr

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9 Kommentare

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  1. 9.

    Die großen Firmen, die an der Waldrodung in Brasilien verdienen sitzen auch in D. Die Merkel Regierung hat dafür gesorgt, dass der E10 Sprit hauptsächlich aus Brasilien kommt.

  2. 8.

    Wann zieht ihr "Klimas" mal dort hin, wo viel mehr passiert? Wälder sind die grüne Lunge der Erde. Also ab nach Brasilien oder Russland, wo unkontrolliert abgeholzt wird. China und viele Länder, welche nichts für den Klimaschutz tun. Autorennen, wo Sprit ohne Ende verblasen wird, setzt euch auf die Rennbahn. Ach stimmt ja , die meisten Länder wären zu gefährlich. Und hört auf die Generation ALT für den Mist verantwortlich zu machen. Die brauchen nicht ständig Dinge der neuesten Generation.

  3. 7.

    Die Lösung dieses Problems bietet nur ein pflanzenbasiertes Ernährungssystem, welches um einige Größenordnungen nachhaltiger, ressourcenschonender und sozial gerechter ist als das momentane tierbasierte Ernährungssystem, welches unvorstellbare Mengen an Ressourcen wie Getreide, Wasser und Flächen verschwendet zur Herstellung von Produkten, auf die kein Mensch in unserer Überflussgesellschaft mehr angewiesen ist.

  4. 6.

    „ Einige Demonstranten kletterten am Freitagmorgen auf das Vordach des Gebäudes …“
    Wenn die sich mal wie normale Demonstranten benehmen würden, klappts auch mit der Akzeptanz !

  5. 5.

    Dass der Standort von Bayer in Berlin nichts mit Glyphosat zu tun hat ist den Aktivisten wohl egal.
    Das ist das ehemalige Schering Werk, das von Bayer übernommen wurde, entsprechend werden dort Medikamente hergestellt.

  6. 4.

    Heute ist Freitag, ich vermisse die Damen und Herren des freitäglichen "Klimastreiks". Sind das den nur ",,Schönwetterdemonstranten"?

  7. 3.

    Wo und wann demonstrieren diese lauten Minderheiten, die sich für das Sprachrohr der Mehrheit halten, eigentlich nicht?
    Wovon leben "die" eigentlich? Also ich muss um die Uhrzeit arbeiten ...

  8. 2.

    "Umweltministerin Steffi Lemke und Agrarminister Cem Özdemir (beide Grüne) hatten vor einigen Tagen eine Neuausrichtung der Landwirtschaft mit mehr Umweltschutz angekündigt. " Da darf man gespannt sein.
    "Herr Özdemir, wie viel Hanf darf’s denn sein?" schreiben zwei Bauern an Özdemir, »Wir sind zwei der Landwirte, die laut Ihrer Aussage in den Startlöchern stehen und dankbar, eine weitere Kultur in unsere Fruchtfolge aufnehmen zu können«, schreiben Dr. Willi Kremer-Schillings, konventioneller Landwirt aus dem Rheinland, und Dieter Euler, Dipl.-Ing. agr., Demeter-Landwirt aus Hessen.
    Mit Hanfanbau scheint Özdemir sich wenig beschäftigt zu haben.
    Und weiter an den Grünen Landwirtschaftsminister "Sicher werden die Fachabteilungen ihres Hauses schon den künftigen Bedarf des heimischen Marktes ermittelt und anhand von durchschnittlichen Flächenerträgen errechnet haben, wie viele Hektar wir in unserer Anbauplanung 2022 vorsehen sollen.". Eine Antwort haben die Bauern nicht erhalten.

  9. 1.

    Nur zu doof, dass sich Klimaschutz und Arten-/Umweltschutz in weiten Teilen entgegen stehen. Da muss dich XR schon mal entscheiden, was ihnen gerade wichtiger ist. Moderne Landwirtschaft ist wegen der hohen Effizienz zwar klimafreundlich, dafür aber umweltschädlich. Anders herum ist ökologische Landwirtschaft in den inzwischen zur Ernährung der Weltbevölkerung nötigen Ausmaßen zwar umweltfreundlich, belastet aber das Klima mehr, weil sie deutlich weniger effizient ist. Mit rein ökologischer Landwirtschaft können wir die Weltbevölkerung gar nicht mehr ernähren, insbesondere weil die dafür erforderlichen Flächen in direkter Konkurrenz zur Erzeugung von erneuerbaren Energien stehen. Wie gedenkt XR diesen Konflikt denn aufzulösen oder bleibt es einfach wieder nur bei unerfüllbaren Forderungen?

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