Berliner Clan-Mitglieder angeklagt - Juwelendiebe trugen Schusswaffen bei sich

Fr 28.01.22 | 12:58 Uhr
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Blick am Abend auf die verhüllte Westflügel-Fassade des Residenzschlosses. Zwei Männer waren am 25. November 2019 in das Grüne Gewölbe, das berühmte Museum im Residenzschloss, eingedrungen. (Quelle: dpa/Robert Michael)
Video: Abendschau | 28.01.2022 | T. Rosteck/I. Ziglasch | Bild: dpa/Robert Michael

Von den gestohlenen Juwelen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden fehlt bis heute jede Spur. Im Prozessauftakt am Freitag wurde bekannt, dass die sechs mutmaßlichen Täter während des Raubs bewaffnet waren und die Tat außerdem gut geplant hatten.

Die mutmaßlichen Täter des Juwelendiebstahls aus dem Grünen Gewölbe in Dresden waren laut Anklage bewaffnet. Sie hatten einen Revolver und einer Pistole mit Schalldämpfer bei sich, wie aus der Anklageschrift am Freitag hervorging.

Die Anklage listete auch auf, wie akribisch sich die Beschuldigten auf den Coup vorbereitet hatten. Dazu spähten sie mehrfach den späteren Tatort aus und entfernten vor dem Einbruch in die Schatzkammer einen Teil des gusseisernen Gitters, das sie anschließend mit Klebematerial wieder einfügten. Auf diese Weise wollten sie am 25. November 2019 - dem Tag des Einbruchs - schneller in das Gebäude eindringen, hieß es.

Fast wären einige der Angeklagten der Polizei schon früher ins Netz gegangen. Bei einer der Spähaktionen hatte eine Zivilstreife der Polizei die Betroffenen bei einem unerlaubten Wendemanöver beobachtet, das sie zu nächtlicher Stunde auf einer Dresdner Straße vollführten. Als die Beamten den Wagen kontrollierten wollten, flüchteten die Beschuldigten mit Tempo 120 und konnten entkommen.

Gut zwei Jahre nach dem Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden beginnt am Freitag der Prozess gegen sechs mutmaßliche Täter. Die Große Strafkammer des Landgerichts Dresden verhandelt in dem spektakulären Fall im besonders gesicherten Saal des Oberlandesgerichts Dresden am Stadtrand - als Jugendkammer.

Zwei Beschuldigte waren zur Tatzeit juristisch gesehen Heranwachsende, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die sechs jungen Männer sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt.

Angeklagte stammen aus Berliner Clan

Die Ermittler sind überzeugt, dass der Einbruch auf das Konto krimineller Mitglieder eines Berliner Clans geht. Die Angeklagten stammen alle aus der arabischstämmigen Großfamilie und haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Vier von ihnen sind in Untersuchungshaft, zwei verbüßen noch eine Jugendstrafe wegen des ebenfalls spektakulären Diebstahls einer riesigen Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum im Jahr 2017.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 23- bis 28-Jährigen vor, für den Einbruch in das berühmte barocke Schatzkammermuseum im Residenzschloss am 25. November 2019 verantwortlich zu sein. Sie sollen 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4.300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro entwendet und im Zuge des spektakulären Coups auch Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben.

Zwei Männer waren am frühen Morgen in das Gebäude in der Altstadt eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert herausgerissen. Von der Beute fehlt noch immer jede Spur.

Sendung: Inforadio, 28. Januar 2022, 7 Uhr

15 Kommentare

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  1. 14.

    .."hatten Waffen/Pistolen mit Schalldämpfer(!)bei sich", stiegen aber in ein Museum von Weltruf ein, die Scheiben boten zumindest `eine Zeiteinheit' (gewaltsam!) Widerstand,die Planung des Coups war sozusagen filmreif. Und nun heißt es: Zum Tatzeitpunkt waren zwei von ihnen Jugendliche.... die Formalitäten des deutschen Rechts werden nicht nur die Dresdner/Ostdeutschen sowie Kunst- und Geschichtsin-teressierten D und in aller Welt an den Rand dessen bringen, wo man nicht an Gerechtig glaubt. Ich hoffe, dass es uns erspart bleibt, vom sog. Schwierigkeiten in der Kindheit (zu strenger Blick der Eltern, weil die ggf. etwas lauter im Ton gefordert haben, sich an der Hausarbeit zu beteiigen oder seine Hausaufgaben zu machen etc.) zu hören. Wer soll denen abhnehmen, dass sie nichts wussten? Es ist eine genauso dumme wie infame Tat sich unrechtmäßig an Kulturgut von internationalen Rang persönl.bereichern.zu wollen -- Die Hoffnung auf die Wiederkehr dieser wertv.Objekte stirbt zuletzt

  2. 13.

    Gehören diese widerlichen, ekligen Verbrechertypen nicht zum REMMI-Clan? Da läßt sich doch unser Staat nur noch von denen VORFÜHREN. Was anderes können die nicht, als unsere Kulturgüter stehlen, sogar die Polen sind total entsetzt, weil diese Juwelen hauptsächlich von August dem Starken stammen der auch König von Polen war.
    Sollten die die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, sollte sich mal unsere Regierung überlegen ein Gesetz zu schaffen , daß bei solchen Verbrechen denen die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wird und bei der Entlassung aus dem Knast umgehende Abschiebung. Wird wahrscheinlich nie passieren, denn Baerbock will ja noch viel mehr aus den arabischen Ländern aufnehmen, wie sie bei Wahlkämpfen verkündete.

  3. 12.

    Es ist wirklich eine Schande, wie milde die bundesdeutsche Justiz gegen diese Clans vorgeht. Man braucht sich nicht zu wundern, daß diese Leute nicht den geringsten Respekt vor unseren Strafverfolgungsbehörden haben. Unsere Justiz macht sich zwischenzeitlich nur noch zum lächerlich und zum Gespött bei den Leuten, auch im Ausland. Sorry für diese klaren Worte, aber leider kann ich nichts anderes mehr dazu sagen.

  4. 11.

    Die Mitglieder dieses Clans lassen eindeutig erkennen, dass sie sich nicht an deutsches Recht halten wollen. Kann man den verurteilten Mitgliedern nicht die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen? Gibt es dafür eine rechtliche Grundlage?

  5. 10.

    Nofrete können sie nicht einschmelzen und das Zerlegen nimmt ihr den Wert. Die sind cleverer. Geld, und alles was man schnell und unauffällig zu Geld machen kann, interessiert. Die Klunker waren schnell ausgebrochen und umgeschliffen und baumeln längst am Hals einer ahnungslosen Partnerin eines Multimillionärs.

  6. 9.

    Geld, Gold und Klunker kommen nie wieder zurück. Eine Jugendstrafe wird zu zwei Drittel abgesessen und dann kann man seelenruhig hunderte Millonen verpassen. Bußgeld- oder Gebührenverweigerer kommen monatelang in Beugehaft, bis sie zahlen. Kein Wunder, dass Polizei und Juristerei in Deutschland von Schwerverbrechern nicht für voll genommen werden.

  7. 8.

    Organisierte Kriminalität mit Tötungsvorsatz, wo beide Angeklagte zur Tatzeit über 21 waren, vor dem Jugendstrafgericht - ich lach mich tot.
    PS: "... 100km x 0,30 =3€ ..."?? Wo lassen Sie rechnen? Bestimmt nicht bei Ihrem FA, denn die können richtig rechnen.
    220 Arbeitstage mit 100 km ergeben eine Steuerrückerstattung von 1.552 €, Sie Rechengenie!

  8. 7.

    Organisierte Kriminalität mit Tötungsvorsatz, wo beide Angeklagte zur Tatzeit über 21 waren, vor dem Jugendstrafgericht - ich lach mich tot.
    PS: "... 100km x 0,30 =3€ ..."?? Wo lassen Sie rechnen? Bestimmt nicht bei Ihrem FA, denn die können richtig rechnen.
    220 Arbeitstage mit 100 km ergeben eine Steuerrückerstattung von 1.552 €, Sie Rechengenie!

  9. 5.

    Unser Rechtssystem stößt bei Clan-Kriminalität an seine Grenzen. Ein Urteil wird weder eine abschreckende Wirkung entfalten noch zu einer Resozialisierung beitragen. Die Kulturgüter sind zudem vermutlich zerstört worden um die Diamanten zu verhökern. Ob die Heranwachsenden nun 3 Jahre oder 7 bekommen, ist doch eigentlich egal. Eine Schlagzeile, mehr nicht. Es wird sich in solchen Clans nichts ändern - die Gewinne für die Sippschaft sind viel zu verlockend.
    Wir dürfen gespannt sein, wann Nofretete weg ist. Es ist bedauerlich, dass die Museen nicht spätestens nach dem Diebstahl der Goldmünze aufgerüstet haben. Das war fahrlässig.

  10. 4.

    Ist das "gelebte Umverteilung" von oben nach unten? Na ja, Parallelen des Wegnehmens, was einem nicht gehört und nicht erarbeitet wurde, gibt es schon, wenn man die eine oder andere Meinung liest. Zum Glück setzen diese sich nicht durch. (Man kann nur einmal wegnehmen).
    P.S. Niemals darf man sich damit abfinden, dass alles weg ist/sein soll...niemals

  11. 3.

    Wieder mal nach Jugendstrafrecht!! Die mehrfach vorbestraften und volljährigen! Beschuldigten sind in ihrer kriminellen Persönlichkeitsentwicklung maximalst gefestigt, kommen aus einem familiären Umfeld, was dieses Persönlichkeitsmerkmal unterstützend ausgeprägt hat und kehren dorthin auch wieder zurück!! Und selbst in diesem Fall hält die deutsche Justiz noch den resozialisierenden Erziehungsgedanken hoch. Glückwunsch!!

  12. 2.

    …Und der Clan lacht sich ins Fäustchen (hat die “Verluste” womöglich einkalkuliert)… Jahre braucht man, bis angeklagt wird und Monate, gar Jahre bis zur Verurteilung - die dann wieder - wir wollen ja schön fair bleiben - in der nächsten Instanz in Zweifel gezogen werden kann. In der Zeit hat der Clan dann schon wieder ganz neues auf Lager und durchgezogen…

  13. 1.

    Die armen Männer waren bestimmt traumatisiert, also max Bewährung.
    Das Kulturgut ist jetzt eh nicht mehr auffindbar

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