Verunreinigungen im Stoff - Berlin will bald kostenlose Drogentests anbieten

Mo 03.01.22 | 11:56 Uhr
  29
Symbolbild: Testverfahren für das <<Drug Checking>> in einem mobilen Labor. (Quelle: dpa/M. Schutt)
Audio: Inforadio | 03.01.2022 | P. Klinke | Bild: dpa/M. Schutt

Immer wieder hat sich der Start des angekündigten Drug Checkings verzögert. Lange stand der Finanzplan nicht fest und auch Corona kam dem Projekt in die Quere. Der Senat kündigte nun an, die Drogentests anzubieten, sobald der neue Haushalt steht.

Der Start des lange angekündigten sogenannten Drug Checkings in Berlin, des Testens von Drogen auf Verunreinigungen, hat sich weiter verzögert. Das Projekt solle aber tatsächlich bald beginnen, antwortete der Senat auf eine Anfrage des Abgeordneten der Linken, Niklas Schrader. Bisher gebe es nur noch kleinere Vorarbeiten.

Zwei Personalstellen zur Drogenanalyse im Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin (GerMed) seien bisher weder ausgeschrieben noch besetzt worden, weil der Landeshaushalt 2022/2023 wegen der Neuwahl des Abgeordnetenhauses im vergangenen Herbst noch nicht beschlossen worden sei.

Rauschgift auf Inhaltsstoffe prüfen lassen

Sobald der Haushalt in den nächsten Monaten verabschiedet ist, sollen die Stellen laut Senat besetzt werden und damit die Laborkapazitäten bereitstehen. "Räume, Personal, Ausstattung, Website, Transportmittel, Labor etc. stehen zur Verfügung", hieß es. Es gebe auch bereits Ablaufpläne für die Analyse des abgegebenen Rauschgifts sowie für die Mitteilung der Ergebnisse an die Drogenkonsumenten.

Bei dieser Form der Drogenberatung können Konsumenten ihr von Dealern gekauftes Rauschgift kostenlos auf Inhaltsstoffe prüfen lassen. Dazu gibt es auch Sprechstunden. Bei der Analyse geht es unter anderem um weitere schädliche und giftige Zusatzstoffe, mit denen die Dealer Drogen wie Cannabis, Kokain und Ecstasy strecken, um mehr Gewinn zu erzielen.

Staatsanwaltschaft und Polizei wurden durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem Senat einbezogen. SPD, Linke und Grüne hatten die Einführung der Tests vor fünf Jahren in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen. Kritiker sehen die Tests als Anreiz für weiteren Drogenkonsum.

Sendung: rbb Fritz, 03.01.2022, 11 Uhr

29 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 29.

    Es geht bei diesem Angebot eben nicht um die klassischen Junkies. Im Test steht doch auch, dass es vor allem um die KonsumentInnen von Cannabis und Ecstasy geht. Und aus Erfahrung sage ich dir, dass es eine riesige Nachfrage nach Drugchecking gibt weil die aller meisten KonsumentInnen eben keine Lust haben sich eine Überdosis zu geben, bzw. völlig unbekannte Inhaltsstoffe zu konsumieren.

  2. 28.

    Drugchecking ist in den meisten anderen Westeuropäischen Ländern bereits weit verbreitet und ein nützliches Mittel um Überdosierungen zu vermeiden. Das Angebot wird nämlich in der Regel nicht von "Junkies" sondern von gelegentlichen KonsumentInnen wahrgenommen die sich ungern eine Überdosis MDMA oder ein völlig unerforschtes Mittel geben möchten. Viele Todesfälle in der Feierszene wären vermeidbar, wenn die KonsumentInnen wüssten, was in ihren Pillen drin ist.

  3. 27.

    Junkies werden ihre Drogen testen lassen? Wie Realitätsfremd ist das denn. Kann ich mir nicht vorstellen. Es sei denn es betrifft die feinere Gesellschaft. Die vielleicht noch genug Grips im Kopf haben.

  4. 26.

    Soll Ich jetzt Mitleid mit den ach so armen Junkies haben? Tests bezahlen lassen, fertig

  5. 25.

    Da kratzen Drogenkonsumenten alle Cents zusammen um sich Drogen zu kaufen und sollen dann noch einen Teil davon für Tests abgeben und dann Minuten/Stunden? auf das Ergebnis warten. Wie realistisch ist es, das diese Teststation von der Klientel angenommen wird? Macht lieber eine Beratungsstation wo Menschen (keine theoretischen Akadamiker) beraten und unterstützen die es erfolgreich geschafft haben von Drogen und/oder Alkohol sowie der Straße weg zu kommen.

  6. 24.

    Wer zahlt das? Ich möchte das nicht.

  7. 23.

    Wenn ich Ihren Kommentar lese - besonders den 2. Teil -, kann ich Ihren Satz "sozialer sind als manch Zeitgenosse." nur zustimmen.

  8. 22.

    Verstanden habe den Post jetzt nicht. Können sie mir das mal telegrafieren?
    Ach egal. Hauptsache jedes Thema nutzen, um wieder das 1.Aluminium unters Volk zu wendlern.

  9. 21.

    Warum doppelt und dreifach??? Jährlich Steuern und EINMALIG für die Registrierung - ein bisschen sachlich wäre schön.

  10. 20.

    Verbreiten Sie keine zusammenhanglosen Falschmeldungen und bleiben Sie bitte beim Thema. Für Ihre kruden Gedanken steht Ihnen bestimmt ein anderes Qualitätsmedium zur Verfügung. Man wollte SIE umbringen - was ein Unfug.

  11. 19.

    Wer sich so abfällig über intelligente Tieren äußert, kann kein guter Mensch sein. Viele Grüße und von einem Dreihundehalter, die versteuert, gechipt, angemeldet, versichert sind und vor allem: sozialer sind als manch Zeitgenosse. Und übrigens: mit den monatlichen Kosten für Nahrung, Medikamente und Tierarzt leiste ich einen guten Steueranteil. Mache ich sehr gerne übrigen. Was ich aber nicht gerne mache, ist Junkies, Nikotin- und Alkoholsucht zu alimentieren. Daher sollen die Drogentests eben NICHT gratis sein - umsonst sind die eh. Jeder muss für irgendwann zahlen, warum Drogies nicht auch - bezahlen sie sowieso zuviel an Dealer, die bestimmt die Einnahmen versteuern, ach nee, die waschen ihr Geld mit Immobilien und teurem Pimmelersatz.

  12. 18.

    Ich halte dieses Angebot für überzogen,mit diesem Risiko muß jeder Der das will leben. Ich würde lieber ein Angebot haben um vernunftigen Impfstoff gegen Corona auf Nebenwirkungen zu testen,mir reicht es das man mich damit 2 Mal umbringen wollte. Erst später hab ich gelesen,daß mit dem Biontech -Impfstoff schon über 1000 Menschen gestorben sind. Damuit war der Impfstoff auch sehr gut,diese Geimpften können auf keinen Fall mehr an Corona sterben!

  13. 17.

    "Hundebesitzer müssen für ihre Tiere doppelt und dreifach Gebühren zahlen. "

    Das Geld braucht Berlin zur Sanierung der Schulen (sie 1
    Kommentar). Sie müssen übrigens keine Töle besitzen.

  14. 16.

    Es gibt sone und solche:
    Manche schütten sich täglich eine Flasche Wein rein und urteilen dann abfällig über einen Koks-Konsumenten.
    Wie immer ist die Drogen-Debatte eine mit ganz großer Doppelmoral.
    Von der neuen Super-Ampel ist hinsichtlich moderner Suchtplolitik nichts zu erwarten.

  15. 15.

    Ist interessant wer hofiert und wer abgezockt wird. Was ein Senat auch - unhaltbar diese Puppenspieler im RR.

  16. 14.

    Warum werden nicht auch harte Drogen legalisiert, und man überlässt die Beschaffung, Qualitäts-Kontrolle und den Verkauf der Privatwirtschaft.
    Alkohol (oftmals schädlicher) ist doch auch erlaubt.
    Wenn nicht mal die sooo progressive Ampel in der Lage ist, hier neue Wege einzuschlagen, wer dann?
    Nach wie vor werden Süchtige kriminalisiert - während Groß- und Schwerstkriminelle die komplette Rechtsstaats-Fürsorge erhalten?

  17. 13.

    Der neue Senat ist erst kurz im Amt und hat schon für viel Verwirrung gesorgt. Hunde sollen gebührenpflichtig registriert werden dafür kostenlose Drogentests. Coronatests werden knapp in den Schulen müssen neu bestellt werden.Diese sind aber aufgrund der starken Nachfrage teurer geworden und knapp. So das es zu engpässen kommen kann. Ach ja, habe gehört das auch die Dienstschutzhund bei der Polizei abgeschafft werden sollen. Da kann ja schön am 1. Mai randaliert werden. Mit diesem Senat sehe ich schwarz für Berlin.

  18. 12.

    Dem kann ich mich nur anschließen .
    Irgendwie verkehrte Welt.......

  19. 11.

    @ Sabefeld. Sie haben sicherlich Recht und die eigentliche Frage wäre, warum Menschen Drogen konsumieren. Es gibt ja Menschen, die ohne jegliche Droge durchs Leben gehen können und trotzdem oder deswegen glücklich sind. In meinen Augen ist auch oder gerade der Konsum von Alkohol ein großes Problem, weil gesellschaftlich toleriert. Hier werden in großem Maßstab Existenzen, Familien vernichtet und die Allgemeinheit belastet.
    Ziel ist es, selbstbewußte und resiliente Kinder zu erziehen, für die Drogen nicht interessant sind.
    Es gibt für alle Befürworter von Drogen auch wissenschaftliche Untersuchungen über den Einfluß von Drogen auf Körper und Seele und das Konsum langfristig nicht glücklich macht.
    Ziel der Teststellen soll das Verhindern von Drogentoten und unfreiwilligen "Abstürzen" sein. Wenn man nicht gleichzeitig Angebote zum Ausstieg macht, ist das aber zumindest fragwürdig.

Nächster Artikel