50.000 Haushalte ohne Heizung - Fernwärme-Ausfall im Osten Berlins behoben - Heizkraftwerk wieder bei voller Leistung

Mo 10.01.22 | 17:27 Uhr
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Das Heizkraftwerk Klingenberg des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall im Berliner Ortsteil Rummelsburg (Quelle: dpa/Fernando Gutierrez-Juarez)
Video: Abendschau | 09.01.2022 | Arndt Breitfeld, Freya Reiß | Bild: dpa/Fernando Gutierrez-Juarez

Am Sonntagabend waren laut Vattenfall 50.000 Haushalte in Berlin ohne Heizung und warmes Wasser. Grund war ein Stromausfall, weshalb das Heizkraftwerk Klingenberg neugestartet werden musste. Inzwischen sei die Versorgung wiederhergestellt.

Der Ausfall im Heizkraftwerk Klingenberg in Berlin-Rummelsburg ist seit dem frühen Montagmorgen wieder behoben. Damit sollten zehntausende betroffene Haushalte in Friedrichsfelde, Karlshorst, Oberschöneweide und weiteren Teilen von Treptow-Köpenick inzwischen wieder mit warmem Wasser versorgt werden. Auch die Katastrophenwarnapp Nina hat über das Bezirksamt Lichtenberg Entwarnung gegeben.

Wie der Katastrophenschutzbeauftragte des Bezirks Lichtenberg, Philipp Cachée, dem rbb am Morgen sagte, arbeitet das Kraftwerk wieder zu 100 Prozent. Über die genaue Anzahl der betroffenen Haushalte gibt es inzwischen abweichende Angaben. Das Bezirksamt Lichtenberg sprach zuletzt von 90.000. Der Energieversorger Vattenfall teilte am Montag dem rbb mit, dass die Zahl eine Schätzung war. Eine Analyse habe mittlerweile ergeben, dass knapp 50.000 Haushalte betroffen waren.

Ursache: Heizkraftwerk führte nach Stromausfall Neustart aus

Laut Cachée sei die kritische Phase am Morgen, wenn viele Haushalte gleichzeitig warmes Wasser nutzen und Heizungen hochgefahren werden, überstanden. In einzelnen Häusern könnten durch den Stromausfall am Sonntag allerdings noch individuelle Heizungsanlagen außer Betrieb sein. Dort müssten nun eventuell erst Hausmeister eine manuellen Neustart vornehmen.

Tausende Menschen im Berliner Osten hatten seit Sonntagabend über Stunden ohne Heizung und ohne warmes Wasser auskommen müssen. Die Ursache war ein Stromausfall beim landeseigenen Stromnetzbetreiber Stromnetz Berlin - ausgelöst durch eine technische Störung in einem Umspannwerk in Berlin-Friedrichshain. Daraufhin waren dort sowie in Prenzlauer Berg und Lichtenberg für drei Minuten rund 20.000 Haushalte ohne Strom gewesen, wie Vattenfall dem rbb auf Nachfrage mitteilte.

Der Stromausfall betraf jedoch auch das Heizkraftwerk Klingenberg - und zwar für 70 Minuten laut Vattenfall. In der Folge fiel die Fernwärme-Versorgung im Osten der Stadt aus.

"Die Notstromversorgung springt an und fährt die Anlage in einen Sicherheitsmodus"

Der Katastrophenschutzbeauftragte Cachée schilderte die Situation dem rbb so: "Es gab einen Stromausfall um 14:04 Uhr. Daraufhin ging das Heizkraftwerk in den Notbetrieb. Das heißt, die Notstromversorgung springt an und fährt die Anlage in einen Sicherheitsmodus runter. Erst nachdem Strom vom Stromnetz Berlin wieder da war, begann der lange Prozess des Wiederhochfahrens sowie eine Schadensanalyse. Danach fuhr die Anlage langsam wieder hoch."

In Folge des Stromausfall im Umspannwerk Friedrichshain blieben allerdings auch die Bahnhöfe Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz und Lichtenberg vorübergehend ohne Licht. Der Zugverkehr war indes nicht betroffen. Cachée zufolge waren auch vier Krankenhäuser längere Zeit von den Folgen des Stromausfalls betroffen.

Sendung: Inforadio, 09.01.2021, 19:10 Uhr

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95 Kommentare

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  1. 95.

    Nunja, es ist natürlich ein Argument, daß ganze 17% der Länder weltweit auf Strahlestrom setzen.

  2. 94.

    "Die Ursache war ein Stromausfall beim landeseigenen Stromnetzbetreiber Stromnetz Berlin - ausgelöst durch eine technische Störung in einem Umspannwerk in Berlin-Friedrichshain." Was war das für eine "technische Störung"? Wenn Sie mehr wissen, dann erzählen Sie doch mal. Und welche Anhaltspunkte haben Sie, daß Vatenfall in Berlin das Netz "heruntergewirtschaftet" hat und deswegen eigentlich Vattenfall die Ursache für den Blackout ist, weil das "von Vattenfall abgewirtschaftete Netz" von dem neuen landeseigenen Stromnetzbetreiber noch nicht "auf Vordermann" gebracht werden konnte?
    Auf dem WDR-Instagram-Kanal „klima.neutral“ ist man bei der Ursachenforschung schon weiter, die Jugend wird auf Stromausfall getrimmt. Motto: Entspannt in den Blackout. Die Folgen eines Stromausfalls durch EEG und Abschaltung von Kraftwerken werden grotesk verharmlost. Es wird zu Kerzen und Vorrat geraten.

  3. 93.

    Das hängt mit der Einführung des Mischpreisverfahrens im Regelenergiemarkt zusammen, nach der es deutlich lukrativer geworden ist sich am Strommarkt auf Reserven zu verlassen, die eigentlich für Notfälle gedacht sind.

  4. 92.

    Na den Zusammenhang müssen Sie echt mal erklären!
    Schwankungen im Stromnetz kommen durch ein Über- oder Unterangebot zustande und müssen von den Netzagenturen durch Ab- und Zuschalten von Kraftwerkskapazitäten umgehend ausgeglichen werden. Wie Zocker das beeinflussen sollen, ist wohl Ihr Geheimnis.

  5. 91.

    Verursacht hat den Blackout für einige Tausend Berliner nicht Vattenfall, sondern das landeseigene Unternehmen "Stromnetz Berlin". RRG drang auf einen Rückkauf des Stromnetzes von Vattenfall, und es ist gerade einige Monate her, daß es von Vattenfall zurück gekauft wurde, u.A. "um die Versorgungssicherheit zu erhöhen". Der Kaufpreis für das Stromnetz von über zwei Milliarden € wurde über Schuldenaufnahme finanziert. Gehört hatte das Stromnetz mal Berlin über die Bewag, wurde dann aber über HansImGlück Verkäufe wie verschiedentlich auch bei der Wohnungswirschaft an private Unternehmen veräußert.
    Beim Rückkauf ist auch die Frage diskutiert worden, ob "Stromnetz Berlin" überhaupt die fachliche Expertise hat, so ein Unternehmen zu betreiben. Denn überlicherweise dienen solche landeseigene Unternehmen auch als Versorgungsposten für Politiker.

  6. 90.

    Was Sie behaupten, ist an den Haaren herbeigezogen und unwahr.
    Alle Großstörungen im UCTE des vergangenen Jahres haben infrastrukturelle/störungsbedingte Ursachen. In Siebenbürgen (Jnauar) oder Dresden (Septmeber) hat niemand gezockt.
    Vielmehr nehmen die Netzeingriffen der ÜNBs weiterhin zu...aufgrund hoch volatiler Einspeiseverhälntnisse.
    Der VNB MITNETZ: "Bis 2030 besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen. "

  7. 89.

    Soweit bekannte Abläufe ... was ist nun die Quintessenz (vulgo: Vorwurf) Ihrer Ausführungen?

    Hat "Stromnetz Berlin" es in den wenigen Monaten nicht geschafft, dass von Vattenfall abgewirtschaftete Netz auf Vordermann zu bringen?

  8. 88.

    Wenn Sie sich NOCH ein bisschen genauer informieren werden Sie lernen, dass Frequenzschwankungen im europäischen Netz in aller Regel durch Zockerei am Strommarkt verursacht werden und nur sehr marginal etwas mit der eigentlichen Infrastruktur zu tun haben. Da verdienen sich einfach ein paar Leute eine goldene Nase mit den Notfallmechanismen der Netzbetreiber.

  9. 87.

    Verursacht hat den Blackout für einige Tausend Berliner nicht Vattenfall, sondern das landeseigene Unternehmen "Stromnetz Berlin". RRG drang auf einen Rückkauf des Stromnetzes von Vattenfall, und es ist gerade einige Monate her, daß es von Vattenfall zurück gekauft wurde, u.A. "um die Versorgungssicherheit zu erhöhen". Der Kaufpreis für das Stromnetz von über zwei Milliarden € wurde über Schuldenaufnahme finanziert. Gehört hatte das Stromnetz mal Berlin über die Bewag, wurde dann aber über HansImGlück Verkäufe wie verschiedentlich auch bei der Wohnungswirschaft an private Unternehmen veräußert.
    Beim Rückkauf ist auch die Frage diskutiert worden, ob "Stromnetz Berlin" überhaupt die fachliche Expertise hat, so ein Unternehmen zu betreiben. Denn überlicherweise dienen solche landeseigene Unternehmen auch als Versorgungsposten für Politiker.

  10. 86.

    Wahrscheinlich meinen Sie die "Transmutation"
    Woher Sie die Räuberpistole haben, dass sozusagen ein findiger Ingenieur vom bösen bürokratischen deutschen Staat nach Kanada vertrieben wurde, ist mir ein Rätsel.
    Ich weiss nur wer solche Schauergeschichten zu welchem Zweck erzählt.

    Informieren Sie sich über die Transmutation. Sie scheitert keineswegs am "bürokratischen" Staat.
    Und "Prism"-Reaktoren - also schnelle Brüter, die aufgearbeitetes Material aus Leichtwasserreaktoren verwerten, sind weder eine neue Entwicklung, noch beantworten sie die Atom-Restmüll-, also Öko-Frage. Und schon gar nicht die sozial-gesellschaftspolitische Frage, wie man die demokratische Kontrolle einer solchen Technologie und ihrer Nebenprodukte sicher stellen kann. Zur Erinnerung: Nukleartechnik kann niemals eine "nationale" Frage sein.

  11. 85.

    Ich bin kein Fachmann.
    Und kein Physiker oder so. Aber es gibt eine Karlsruher Firma, augewandert wegen bürokratischer Hindernissen nach Kanada, die ein Verfahren entwickelt hat, Abfallprodukte der AKWs vollständig zu „verwerten“. Haben wohl auch schon Zulassungen beantragt. Eine Möglichkeit? Leider weiß ich den Namen nicht mehr. Nur Vortragsreihe im Netz gesehen. Hörte sich plausibel an.
    RBB, könnt ihr mal recherchieren dazu?

  12. 84.

    Na dann sollten sie mal schnell die 7. Klasse wiederholen. Und hier gibt es gewisse Leute die gerne Berlin und/ oder Deutschland um jeden Preis schlecht reden wollen, von daher das Zitat des ehemaligen AfD Pressesprechers.

  13. 83.

    wir hatten im oktober für 8 tage keine heizung und kuschlige 14 grad in den wohnungen und haben uns auch nicht öffentlich ausgeheult ! nicht schön - kann aber passieren !

  14. 82.

    Glauben Sie mir. Ich bin ein bisschen genauer informiert.

    Sie haben mir kein belastbares Argument dafür genannt, weshalb die möglichst hohe Zentralisierung der Energieproduktion mehr Versorgungssicherheit bedeutet. Zentrale Grosskraftwerke sind nur ein Baustein in der Energieversorgung. Dezentrale Versorgung und Produktion hat sehr viele Vorteile und bedeutet Versorgungssicherheit.

    Und
    Die REALEN Investions- Betriebs- und dann bitte auch Abwrackkosten von Atomkraftwerken, stehen in keinem Verhältnis zur nutzbaren, produzierten Energiemenge. Das kann man nur behaupten, rechnet man alle Neben- und Folgekosten aus seiner Exceltabelle raus und behauptet diese Kosten habe man gar nicht verursacht.
    Altes Problem dieser Schlicht-Rechnungen angeblicher ökonomischer Fachleute: Ist klar. Tue ich so als hätte niemand die Strasse bauen und bezahlen müssen, über die ich meine Produkte verkaufe, kann ich natürlich über "den Staat" lamentieren, der "zu viel Steuern nimmt"

  15. 81.

    Was hat ein Stromausfall, der tatsächlich stattgefunden hat, mit der AfD zu tun? Gibt es "rechte" Stromausfälle? Gibt es "linke" Stromausfälle? Fakt ist allerdings, sollte nicht eine STABILE Frequenz und eine STABILE Grundlast zur Verfügung gestellt werden, wird so etwas Alltag. Da brauchts keinen Experten. Da reicht die Allgemeinbildung , bzw. Physik 7. Klasse.

  16. 80.

    Nun, vielleicht sollten Sie ja mal echten Experten glauben, siehe z.B. Dirk Witthaut vom Institut für Energie- und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich in der Tagesschau vom 23.11.2021 oder Bericht im Focus vom 15.11.2021, Frontal24 im ZDF vom 24.11.2020, FAZ vom 20.09.2021... . Dort gibt es interessante Details zu erfahren.

  17. 79.

    "Solange die Endlagerfrage nicht wissentschaftlich abschließend geklärt ist, sofern das überhaupt möglich ist, wird es glücklicherweise schwer sein, in diesem Land neue Strahlemänner hinzustellen."
    Da haben sie völlig recht.
    Aber es reicht ja das andere Länder genug bauen um uns mitzuversorgen....solange wir dafür bezahlen!
    Gegenwärtig betreiben 33 Länder weltweit 442 Kernreaktoren mit einer gesamten elektrischen Nettoleistung von rund 394 Gigawatt (Stand: 24. Dezember 2021).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_nach_L%C3%A4ndern

  18. 78.

    Da sollte Vattenfall in der Tat nochmal prüfen was für den Inselbetrieb und/oder Schwarzstart notwendig ist.
    Eine Gasturbine im quasi Leerlauf also ohne Generator oder in Teillast für den Eigenbedarf zu betreiben, sollte doch möglich sein.
    Ein Mini BHKW oder Dieselaggregat, um die Pumpen der Fernwärmeversorgung und die Steuerungstechnik auch ohne Stromnetz betreiben zu können, scheint ja auch nicht vorhanden zu sein.
    Hier in FF wird zum neuen Heizkraftwerk auch noch ein riesiger Wärmespeicher dazugebaut. Hilft sicher auch um kurzzeitige Störungen zu überbrücken.

  19. 77.

    Hier finden sie eine Liste / Grafik von Ländern ohne AKW, mit begonnenen und mit vollzogenen Ausstieg, ohne Atompolitik und den Rest der Unverbesserlichen eben. https://auswandern-info.com/atomkraftfrei
    ... und nein, ich werde nicht dahin auswandern.
    Solange die Endlagerfrage nicht wissentschaftlich abschließend geklärt ist, sofern das überhaupt möglich ist, wird es glücklicherweise schwer sein, in diesem Land neue Strahlemänner hinzustellen.

  20. 76.

    Der Blödsinn wird immer wieder von den gleichen Leuten wiederholt, nur nie von echten Fachleuten.

    "Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD. "

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