rbb-Transparenzserie | Interview mit Thomas Bittner - "So machen wir das": landespolitische Berichterstattung

Fr 07.01.22 | 12:53 Uhr
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Reporter Thomas Bittner (Quelle: rbb)
Audio: Inforadio | 05.01.2022 | Interview mit Thoms Bittner | Bild: rbb

Wie verbindet die landespolitische Redaktion des rbb die Themen des Landtags mit dem Leben der Menschen in Brandenburg? Wie viel Nähe darf es zur Politik geben und wo ist Distanz gefragt? Das erklärt Thomas Bittner aus der landespolitischen Redaktion.

 

Vom 3. bis 7. Januar gibt der rbb Einbilcke in den journalistischen Arbeitsalltag. In der Transparenz-Reihe "So machen wir das" geht es um vielfältige Fragen: Nach welchen Kriterien werden die Themen ausgewählt? Wie bleibt die Unabhängigkeit in der politischen Berichterstattung garantiert? Wann sind Quellen verlässlich?

In dieser Serie antworten Redakteur:innen, Reporter:innen und die Sendeleitung auf diese Fragen in einer Videoserie und in Interviews bei Inforadio.

rbb: Thomas Bittner, wie sieht Dein persönliches Profil aus?

Thomas Bittner: Ich bin ein Fernsehmensch, der eine Radioerfahrung mitbringt und sich auch sehr viel mit Online beschäftigt. Ich berichte über den Landtag, die Landesregierung und Wahlen in Brandenburg.

Was machst Du da konkret?

Wir arbeiten für das Fachressort Landespolitik, das sich genau mit dem beschäftigt, was in der Landesregierung und im Landtag passiert, und mit Wahlen. Ich bin zum Beispiel auch verantwortlich für die Umfragen, die wir mit dem Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap organisieren, den sogenannten BrandenburgTrend, der mehrmals im Jahr die politische Stimmung abfragt.

Ich kümmere mich auch um sogenannte Randbereiche, die mit Politik zu tun haben, wie beispielsweise der Bau des BER-Flughafens, der ein Politikum war. Die Arbeit beinhaltet aber auch sehr viel Koordination, wo man organisiert, wann was wo fertig ist.

Du bist sehr nah dran an der Politik im Potsdamer Landtag. Wie verbindest Du als Journalist diesen Kosmos mit dem Leben der Menschen in der Prignitz, in der Uckermark, im Spreewald oder der Lausitz?

Das ist ehrlich gesagt nicht so einfach. Man ist in Potsdams Mitte und man muss gucken, wie sich die Auswirkungen der Politik im Land auswirken. Deshalb mache ich auch gern Beiträge. In dieser schnelllebigen Zeit wird das aber immer schwieriger. Man muss sehr viel und sehr schnell arbeiten.

Videoserie - "So machen wir das"

Wie stark beeinflussen Termine und Zeitdruck eure Berichterstattung?

Es gibt heute im Grunde keinen Redaktionsschluss mehr. Eine Online-Seite kann und muss ständig aktualisiert werden. Beim Radio gibt es stündlich Nachrichten - im Inforadio alle 20 Minuten, auch hier muss man ständig aktualisieren. Beim Fernsehen war man gewohnt, wenn man für eine Sendung wie Brandenburg aktuell gearbeitet hat, dass man den ganzen Tag Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten, dass man um 19:30 Uhr auf den Punkt informiert.

Ob Ministerpräsident oder Minister:innen, Fraktionschef:innen oder Pressesprecher:innen. Du kennst sie alle, manche sogar schon sehr lange. Wieviel Nähe muss dabei entstehen, damit man hier vertraut? Und wann ist es zu viel Nähe, weil du dann nicht mehr objektiv bist?

Wir sitzen nicht in den Wohnzimmern von Politikern. Das ist nicht so. Der Terminkalender von Politikern lässt es oftmals auch gar nicht zu, sehr viel Zeit mit Leuten zu verbringen. Das ist immer alles sehr knapp bemessen. Bei Pressesprechern ist es mit der Nähe ein bisschen schwierig, weil die Pressestellen der Ministerien sich ganz gern Journalisten für die Pressearbeit aussuchen. Das gab es bei uns auch. Wir hatten einen sehr engen Kollegen in der Landespolitik, der bei Matthias Platzeck Regierungssprecher wurde. Das war schon schwierig für uns beide, diese Distanz zu halten. Deshalb hatten wir zum Beispiel jahrelang auch nicht den engsten Zugang zu Matthias Platzeck.

Zum Auftrag der ARD gehört "den gesellschaftlichen Diskurs zu sichern und die freie Meinungsbildung zu fördern". Warum überträgt der rbb Pressekonferenzen der Regierung und nicht auch der Opposition?

Das hat auch mit der Pandemie zu tun. Früher haben wir nie Pressekonferenzen von der Regierung live übertragen. Das haben wir gemacht, weil wir glaubten, dass es wichtig ist, dass die Menschen aus erster Hand informiert werden, was ab morgen beispielsweise in Schulen oder im Einzelhandel gilt.

Aber wir übertragen auch beispielsweise Debatten aus dem Landtag, wenn sie uns wichtig und essenziell erscheinen. Und da kommt dann auch die Opposition zu Wort. Es ist also so, dass wir ganz unterschiedliche Dinge live übertragen. Aber das ist auch nicht der Kern unserer Aufgabe, etwas live zu übertragen, quasi eins zu eins, sondern das Wichtige ist ja, dass wir in den Haupt-Nachrichtensendungen und auf den Hauptnachrichtenwegen einordnen, bewerten und gewichten. Und da sind wir, glaube ich auch ganz gut.

Uns erreichen auch Fragen von Hörer:innen zur AfD: Habt Ihr Strategien im Umgang mit der AfD entwickelt, vielleicht sogar Schulungen bekommen, "da die AfD eine Partei mit zum Teil rechtsextremen Haltungen ist, die aber demokratisch gewählt und von den Medien berücksichtigt werden muss"?

Wir haben uns sehr viel mit den Positionen beschäftigt, die dahinterstecken, und mit Personen, die in der AfD auch ganz besondere Rollen spielen, also die Nähe zum Rechtsextremismus. Auch die Beobachtung durch den Verfassungsschutz ist dafür ein Signal. Wir machen Interviewtrainings, die übrigens auch für Gespräche mit anderen Politikern spannend sind.

Ein anderer Hörer fragte, wird die AfD Brandenburg vom rbb kritischer angefasst als die übrigen Parteien?

Das hat ja mit dieser besonderen Rolle der AfD zu tun, in der sie sich selber sieht in Opposition zum gesamten System, also auch zu den Medien und zu uns Journalisten. Und das ist dann eine besondere Rolle, die man dann auch besonders spürt in der Berichterstattung.

Wo könnten wir besser werden aus Deiner Sicht?

Wir könnten besser werden, auf Dinge nicht nur zu reagieren, die in der politischen Welt passieren, sondern auch öfter und schneller zu wissen, was im Hintergrund geplant ist. Und wer an welchen Stellen welche Rollen spielt.

Man muss immer sehr schnell reagieren auf das, was passiert, und hat dann weniger Zeit zu gucken, was strategisch in Planung ist. Was passiert in den nächsten zwei, drei Monaten? Und wo haben wir jetzt schon den Finger in die Wunde gelegt? Oder wir wissen, dass wir ihn bald in die Wunde legen können, weil wir Informationen haben. Da könnten wir schon besser werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview mit Thomas Bittner führte Wolf Siebert, Inforadio.

Der Text ist eine gekürzte und überarbeitete Fassung. Das komplette Gespräch können Sie im Audio-Player nachhören.

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Sendung: Inforadio, 04.01.2022, 09:25 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Sehr geehrter Herr Bittner, Herr Benn und Herr Loge haben auch politische Ämter inne. Und das dürfte Ihnen auch nicht entgangen sein. Zu Ihrer Aussage zu Live Übertragungen aus dem Parlament möchte ich anmerken: Worin liegt denn die Aufgabe eines Regionalsenders, wenn er nur sehr begrenzt politische Debatten überträgt? Und wenn Sie dann noch "von einer besonderen Rolle der AFD, die man in der Berichterstattung spürt " reden, so hinterlässt das schon den Eindruck, dass die Neutralität des RBB, welche im Medienstaatsvertrag steht zu wünschen übrig lässt. Als Privatperson haben Sie das Recht auf Bewertung politischer Diskussionen, als Moderator im ÖRR stelle ich diese Bewertung und Gewichtung allerdings in Frage. Denn auch Die Linke hat als Opposition gute Vorschläge zur Corona Bekämpfung eingebracht, nur wie soll der Zuschauer davon erfahren, wenn es keine Übertragung aus dem Parlament gibt, weil vorher gewichtet und bewertet wurde?

  2. 24.

    Zitat: "Sie haben den letzten Satz von #9 nicht gelesen? Sei es drum . . ."

    Es ging mir nicht um das Nachfragen bei bsw. Interviews oder Pressekonferenzen, das nat. auch ein Teil journalistischer Arbeit ist, sondern darum, dass Sie die Begrifflichkeiten missinterpretiert haben - und daraus folgern, Journalisten sollten nichts einordnen, bewerten und gewichten, da das den Zuschauer Ihrer Meinung nach nicht interessieren würde. Und das ist eben falsch.

    Und die von Ihnen zusammengewürfelten, völlig unterschiedlich gelagerten und nicht nur 'pressemäßig' zu beurteilenden Beispiele als Beweis für eine (grundsätzlich) gelenkte Presse herzunehmen, ist nun wirklich etwas simpel gestrickt, Wossi.

  3. 23.

    Ich habe die Abendschau immer gern geschaut aber jetzt fängt um 19.45 Uhr diese Schalte an und ich schalte um.
    Diese Information kann im Internet bereitgestellt werden für Interessierte aber hat für mich in einer Lifesendung nichts zu suchen.

  4. 22.

    Begriffe wie "Links", "Rechts" halte ich für zu unscharf und oberflächlich, um auf Grund dessen konkrete Entscheidungen zu treffen. Hier sollte lieber sachlich abstrakt vorgegangen werden.
    Und auch hier sehe ich die Zuschauereinbindung als Lösung, da man wohl kaum "Gesinnungstests" machen kann.

    Wie bereits geschrieben wünsche ich mir bei politischen Themen stets Ergebnisoffenheit (Pro & Contra) und Transparenz durch Überprüfbarkeit. Dies gilt für Bundes-/Landespolitk, Kultur, Umweltschutz und Wirtschaft. Dabei steht für mich, wie geschrieben, an erster Stelle der Fokus auf der Beseitigung menschlicher Nöte.

    So sehe ich (trotz aller erforderlichen Kompromisse) die Möglichkeit einer allumfassenden Berichterstattung.
    Politische Kategorisierung wird z.B. wenn die "linke" SPD und die "rechte" CDU gleiche Forderungen haben scheitern.
    Die satirische Verwendung dieser Kategorisierungen steht natürlich (denke ich)Jedem frei.

    FG

  5. 21.

    Sie haben den letzten Satz von #9 nicht gelesen? Sei es drum, überprüfen Sie mal Ihre Aussage anhand von Beispielen außerhalb des rbb, weiles um lenkend" geht:
    1. Wo kommt das C-Virus her, aus (chinesischer) Sicht von der Fledermaus oder aus (teil)amerikanischer Sicht, einem Labor?
    2. Bei den "Wormser Missbrauchsprozessen" haben die Medien mehrere Familien für immer zerstört. Reue?
    3. Herr Powell hat im Sicherheitsrat den Irak-Krieg mit glatten Lügen begründet...Die Medien haben den Krieg befürwortet, Herr Schröder und Herr Fischer damals nicht...Wow!
    4. Frau Baerbock wurde ohne dem Polenbeauftragten Woidke vor Augen geführt, was eine andere Sicht bedeutet... Sie wurde dort peinlich "eingenordet" und Woidke hat das Ehrenamt abgelegt. Einen Nachbarn sollte man anders begegnen und China liefert an uns noch Rohstoffe, noch...Rolle der Medien hier?

  6. 20.

    Sie beleidigen zwar reichlich, haben den Kommentar aber offensichtlich selbst nicht verstanden. Natürlich muss Journalismus bewerten, kommentieren und einordnen. Die Frage ist eben immer nur, wo ist da die Grenze. Sie selbst sind ja (was vollkommen in Ordnung ist) politisch sehr weit links angesiedelt. Das ist kein Vorwurf, es geht nur aus Ihren Kommentaren hervor. Wie würden Sie nun argumentieren, wenn es fast ausschließlich Journalismus mit mehr oder weniger konservativer Prägung gäbe, so wie in den 50er/60er Jahren des letzten Jahrhunderts beispielsweise. Ich möchte weder das eine, noch das andere sondern ein ausgeglichenes Verhältnis und das ist eben auch eine Gewichtung und Bewertung. Der Zuschauer muss sich selbst ein Bild machen können, indem Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln und unverkürzt berichtet werden. Persönliche Meinungen müssen als Kommentar erkennbar sein und das Verhältnis der Strömungen sollte etwa den gewählten Parteien entsprechen. Dann ist alles gut.

  7. 19.

    Politische Redaktionen sind für mich sogar der Grundpfeiler des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Zum Problem wird dies aber dann, wenn es im Großen und Ganzen nur noch eine politische Ausprägung gibt und damit ein politischer Einheitsbrei. Es ist eigentlich genau das, was dann einige mit Intelligenz nicht ganz so Gesegnete als "Lügenpresse" bezeichnen. Es wird ja in aller Regel nicht gelogen, es wird nur einseitig gewichtet und ungleich behandelt. Menschen reagieren darauf aber sehr sensibel. Wir brauchen im Journalismus wieder mehr Vielfalt in den politischen Ausprägungen, denn gerade Liberal und Konservativ wurden in den letzten Jahren extrem vernachlässigt. Dadurch fehlt der nötige Diskurs, der auch mal auf die negativen Auswirkungen von oft gut gemeinten Dingen aufmerksam macht und diese im Zweifel auch durch die aufkommende allgemeine Diskussion korrigiert. Mitte entsteht nur, wenn es ein Links und ein Rechts gibt.

  8. 18.

    Sie verstehen leider nichts, aber davon viel. Sie schreiben aus Unwissenheit, aber mit einer mutigen Art der Selbstüberschätzung. Wossi, wenn Ahnungslose zu meinen glauben, sie würden etwas von Journalismus verstehen. Kopfschüttel.

  9. 17.

    Die öffentlich-rechtliche Berichterstattung dient, der ständigen Rechtsprechung des BVerfG nach, der Grundversorgung. Der ÖRR ist unabhängig und gefestigt genug, um sich keiner Regierung anbiedern zu müssen. Problematisch ist für mich eher die schwache Nutzereinbindung. Vom "ARD-Zukunftsdialog" war ich enttäuscht. Man hätte anhand einer konkreten Organisations- und Programmstruktur produktiv Vorschläge machen können. Stattdessen wurden willkürliche Begriffe vorgegeben, der neuste Kommentar kam immer zuerst, wodurch kein richtiger Dialog entstand, die Moderation war langatmig. Schade

    Tatsächlich wünsche ich mir auch Sachlichkeit, Neutralität und Wertungsfreiheit der Berichterstattung (abgesehen von Grundwerten). Auch wünsche ich mir die Priorisierung einer vollumfänglichen, globalen wie regionalen Berichterstattung zur Beseitigung menschlichen Leids. Lieber ein Reporter mehr.

    Politische Redaktionen wird man nicht los, wenigstens sollte man sie aber öffentlich kritisieren können.

  10. 16.

    Lieber rbb24,
    junge Leute gendern nicht! Zunehmend ist kein Argument...Sind Sie bereit zu korrigieren, wenn man das Gegenteil beweisen kann?

  11. 15.

    Ja, gut vorbereitetes, kenntnisreiches Nachfragen ist genau das, was ich meine. So wird das Geschehen eingeordnet, gewichtet, bewertet. Das gehört zum Journalismus. Einfach etwas 1:1 dokumentieren, das kann es nicht allein sein. Wenn die Ereignisse des Tages auf einem Newsportal, in einer Nachrichtensendung oder in einer Zeitung zusammengefasst werden, ist das immer mit Einordnung und Gewichtung verbunden, weil ja auf einem bestimmten Platz oder in einer begrenzten Zeit nicht alles 1:1 abgebildet werden kann. Schon da muss man sich entscheiden: Welchen Redeausschnitt zeige ich? Welches Bild einer Demo? Welche Pressekonferenz war heute wichtig? Ohne Einordnung und Gewichtung geht es nicht.

  12. 14.

    Zitat: "Die "besondere Rolle der AfD" ist m.E. die, dass die AfD das gesamte Konstrukt der Finanzierung des öffentlichen rechtlichen Rundfunks durch die Bevölkerung anders sieht . . ."

    Nun ja, die besondere Rolle der AfD besteht wohl eher darin, dass sie gegenüber allen anderen relevanten Parteien eine Fundamentalopposition (extrem) rechter Prägung zu nahezu allen gesellschaftlichen/politischen Themen einnimmt, und sich dabei gerade auch in Brandenburg durchaus nicht selten ausserhalb des demokratischen Konsens bzw. Spektrums bewegt.

  13. 13.

    Die Ministerpräsidenten verhandeln über die Rundfunkstaatsverträge, das stimmt. Aber jeder ausgehandelte Vertrag muss in allen 16 Bundesländern in den Parlamenten diskutiert und abgestimmt werden. Ohne eine Mehrheit dort tritt er nicht in Kraft. In den Rundfunkräten sitzen nicht nur Parteien. Von den 30 Rundfunkratsmitgliedern des rbb sind sieben von den Parlamenten, also Parteienvertretern, entsandt. Die anderen kommen aus Organisationen, die die Allgemeinheit vertreten. Glauben Sie, dass sich Kirchen, Unternehmensverbände, Naturschutzverbände und Landeselternräte von bestimmten Parteien vorschreiben lassen, wen sie in den Rundfunkrat entsenden?

  14. 12.

    Sie scheinen etwas gründlich missverstanden zu haben, Wossi. Beim "einordnen, bewerten und gewichten" von Informationen durch Journalisten geht es nicht darum, diese in eine bestimmte (politische) Richtung "hinzubiegen", sondern darum, bsw. die Essenz einer Debatte zusammenzufassen und diese dann in den Nachrichtensendungen zu präsentieren.
    Und wenn bsw. eine Nachricht aus dem Propagandaministerium eines totalitären Staates herausgegeben wird, die offensichtlich der realitätsverzerrenden Selbstdarstellung des Regimes dienen soll, erwarte ich schon eine Einordnung durch hiesigen Qualitätsjournalismus.

  15. 11.

    Abendschau
    Wir bemühen uns um eine gendergerechte Sprache. Die Sprechweise von Fritz mit hörbarem Genderstern ist bei uns nicht erwünscht.

    Inforadio
    Inforadio beeinflusst nicht, wie sich Interviewpartnerinnen und -partner on air ausdrücken, gerade die Jüngeren sprechen inzwischen nicht selten die Gender Gap. Außerdem ist die Sprache im Fluss und daher auch die Diskussion in den Redaktionen des rbb darüber …

    Brandenburg aktuell
    Brandenburg aktuell lässt den Moderatoren auch einen gewissen Freiraum zur persönlichen Entfaltung. Wenn also jemand mal gendert, dann ist das OK. In der Regel versuchen wir beide Geschlechtsformen anzusprechen.

    rbb24
    rbb24 stellt es Redakteurinnen und Redakteuren grundsätzlich frei. Autorinnen und Autoren können (nicht: müssen) in Texten (Reportagen, Hintergründe) eine gendersensible Form verwenden. Wir gendern grundsätzlich nicht in klassischen Nachrichtenartikeln. Bei Facebook und Instagram und Youtube dagegen schon.

  16. 10.

    Zum Gendern

    rbb

    Grundsätzlich bemüht sich der rbb um eine gendersensible, verständliche und zugewandte Sprache. Die konkrete Umsetzung des Genderns bleibt dabei den Redaktionen überlassen. Sie entscheiden auch mit Blick auf die jeweilige Zielgruppe über die Verwendung des gesprochenen Gendersternchens. So ist bei Radio Fritz zum Beispiel seit dem 1. September 2020 in den Nachrichten das Gendersternchen hörbar. Fritz ist ein Radioprogramm für eine jüngere Zielgruppe, in der das gesprochene Gendern viel weiter verbreitet ist.
    In allen anderen Nachrichten und ebenso in der Unternehmenskommunikation des rbb wird das Gendersternchen, der Doppelpunkt oder das Binnen-I nicht verwendet. Wir legen großen Wert auf Verständlichkeit. Deshalb bevorzugen wir beide Geschlechtsformen oder genderneutrale Sprache zu nutzen.

    zusätzliche Anmerkungen von …

    ...

  17. 9.

    Löblich ist, dass Herr Bittner fast schon "trutzburgartig" sich gegen die fast nötigende falsche Grammatik in seinen Antworten dahingehend gewehrt hat, diesen "provokativen Ball" nicht aufzunehmen.
    Trotzdem muss man den rbb fragen, ob er wirklich dafür da ist, Nachrichten "einordnen, bewerten und gewichten" und damit politisch lenken darf? Geht da das Selbstverständnis etwas zu weit? Denn was interessiert den Kunden, was der Journalist darüber denkt? Im Fernsehen gehen dann die Popularitätswerte nach unten, es sei denn, dass man ausdrücklich danach gefragt wurde. Neutralität ist eine Grundvoraussetzung für Akzeptanz. Wenn man aber "einordnen, bewerten und gewichten" will, dann reicht abschreiben von anderen nicht...Qualität durch (vorbereitetes kenntnisreiche) Nachfragen wird die Leserschaft schätzen...

  18. 8.

    Das geht natürlich nur wenn sie auch den Intendanten stellen. Betonung liegt auf den. Das bleibt Euch hoffentlich erspart, ich bin 89.

  19. 7.

    "Ein anderer Hörer fragte, wird die AfD Brandenburg vom rbb kritischer angefasst als die übrigen Parteien?

    Das hat ja mit dieser besonderen Rolle der AfD zu tun, "

    Die "besondere Rolle der AfD" ist m.E. die, dass die AfD das gesamte Konstrukt der Finanzierung des öffentlichen rechtlichen Rundfunks durch die Bevölkerung anders sieht, schließlich ist die AfD die einzige politische Kraft, die meint, es wird viel zu viel Geld für die verfassungsgemäße Grundversorgung ausgegeben, und sie schlägti in ihrem Modell des "Grundfunks" eine Reduzioerung auf ein Zehntel des bisherigen Aufwandes vor. Dass sie sich damit bei den öffentlichen Sendeanstalten keine Freunde macht, liegt auf der Hand.

  20. 6.

    Über den Daumen sind die Gehälter und Ruhestandsgelder des Gebührenfunks etwa doppelt so hoch wie im Öffentlichen Dienst.

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