rbb-Transparenzserie | Interview mit Chefredakteur David Biesinger - "Wir haben eine große Meinungspluralität"

Mo 10.01.22 | 11:50 Uhr
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Porträt Dr. David Biesinger | rbb/Gundula Krause
Audio: Inforadio | 07.01.2022 | Interview mit David Biesinger | Bild: rbb/Gundula Krause

In Zeiten, wo Fakten bezweifelt werden, muss sich der rbb vielen Fragen stellen. Wird objektiv berichtet oder gar etwas verschwiegen? Im Interview spricht rbb-Chefredakteur David Biesinger über Glaubwürdigkeit, Meinungsvielfalt und auch um Fehlerkultur.

Vom 3. bis 7. Januar gibt der rbb Einblicke in den journalistischen Arbeitsalltag. In der Transparenz-Reihe "So machen wir das" geht es um vielfältige Fragen: Nach welchen Kriterien werden die Themen ausgewählt? Wie bleibt die Unabhängigkeit in der politischen Berichterstattung garantiert? Wann sind Quellen verlässlich?

In dieser Serie antworten Redakteur:innen, Reporter:innen und die Sendeleitung auf diese Fragen in einer Videoserie und in Interviews bei Inforadio.

rbb: Herr Biesinger, was sich manche Hörer:innen und Zuschauer:innen fragen: Haben Sie den überragenden Einfluss? Geben Sie zum Beispiel eine politische Richtung vor?

David Biesinger: Nein, auf gar keinen Fall. Das kann und darf es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht geben. Wir pflegen Meinungspluralität. Innerhalb der Redaktion wird viel darüber gestritten, wie ein Thema angegangen werden soll, welchen Blickwinkel wir vielleicht gerade nicht sehen. Der rbb ist mit seinen vielen Sendungen in Radio, Fernsehen, Online und den sozialen Medien auch so groß und hat so viele kluge Köpfe in den Redaktionen, dass es gar nicht möglich ist, eine Linie für alle vorzugeben. Dazu haben wir eine viel zu große Pluralität und das zeichnet uns letztlich auch aus.

Von Hörern kommt auch die Frage, ob die Intendantin eine Richtung vorgibt.

Nein, das tut sie nicht. Unsere Intendantin ist selbst Journalistin. Sie war als Korrespondentin und Leiterin großer Abteilungen viele Jahre selbst journalistisch tätig und weiß, dass das aktuelle Geschäft in den Redaktionen läuft.

Als ich beim SFB anfing, riefen auch mal Fraktionsvorsitzende, Parteivorsitzende bei der Intendantin oder bei einer Redaktionsleiterin an, um sich zu beschweren. Wehren Sie als Chefredakteur auch heute noch Einflussnahme von außen ab? Oder gibt es das gar nicht?

Da müssen wir auf zwei verschiedene Aspekte gucken. Das eine ist die direkte, plumpe Einflussnahme, dass bei mir also jemand anrufen würde. Die gibt es nicht und die meisten wissen auch, dass so etwas nicht zum Ziel führen würde.

Es gibt aber eine viel kompliziertere Situation, die vor allem unsere Reporterinnen und Reporter vor Ort immer wieder erleben. Wo Lobbyisten oder Pressesprecherinnen und Pressesprecher versuchen, unseren Kolleginnen und Kollegen einen besonderen Spin, einen besonderen Blick auf ein Thema mitzugeben. Das ist deren Job. Ich bin sehr froh, dass unsere Kolleginnen und Kollegen so professionell sind, dies zu erkennen und damit umzugehen. Sie unterscheiden, was ist Fakt und was soll mir hier vielleicht mitgegeben werden.

Der rbb ist mit seinen Sendungen in Radio, Fernsehen, Online und den sozialen Medien auch so groß und hat so viele kluge Köpfe in den Redaktionen, dass es gar nicht möglich ist, eine Linie für alle vorzugeben

David Biesinger, rbb-Chefredakteur

Bei manchen Fragen von Hörer:innen und Zuschauer:innen ist aufgefallen, dass uns nicht alle politische Unabhängigkeit zutrauen. Wie gewinnt man dieses Vertrauen zurück?

Wir müssen mit denjenigen, die nicht an unsere politische Unabhängigkeit glauben, immer wieder im Dialog sein und erzählen, wie wir arbeiten. Genau das machen wir in dieser Woche. Das ist auch nur ein Auftakt für den Dialog mit unseren Zuschauerinnen und Zuschauern und den Hörerinnen und Hörern.

Kritik ist für mich völlig in Ordnung. Ich erlebe uns in unserem Programm als sehr unabhängig. Das kommt aus der Vielfalt, die wir in den Redaktionen haben und ist bedingt durch deren Größe. Dass es auf manche anders wirken kann, müssen wir zur Kenntnis nehmen. Dann müssen wir erklären, wie wir arbeiten - und das machen wir hier gerade.

Videoserie - "So machen wir das"

Sie haben die Vielfalt in den Redaktionen angesprochen. Ich habe vor kurzem mit einer Kollegin im Rahmen dieser Reihe gesprochen - über die politische Ausrichtung. Das sagte sie: Naja, die Mehrheit von uns, die kommt schon so aus dem ähnlichen politischen Milieu. Ich persönlich habe hier konservative Stimmen seit langem nicht mehr gehört, auch nicht als Kommentator:innen oder als Beitragsmacher machen die Konservativen inzwischen einen großen Bogen um den rbb, weil sie sagen: ‚Da hast du keine Chance‘.

Naja, was heißt 'die Konservativen'? Das ist ein sehr, sehr allgemeiner Begriff. Aber ich ahne, wo Sie mit der Frage hinwollen. Journalisten, die teilweise in der gleichen Universität studiert haben, die teilweise aus gleichen Milieus stammen, auf ähnlichen Schulen gewesen sind. Ist das zu sehr eine Richtung? Es ist in der Tat eine Aufgabe für uns, die Diversität in den Redaktionen noch viel stärker zu pflegen, als wir es bislang getan haben. Ein Teil dieser Beobachtung ist schon richtig.

Große Teile von Redaktionen kommen aus ähnlichen Bildungszusammenhängen. Das führt dazu, dass man auch auf ähnliche Weise tickt. Was aber macht eine Journalistin oder einen Journalisten aus? Das Interesse von Journalistinnen und Journalisten muss deutlich über das eigene Interesse hinausgehen. Professionelle Haltung muss weit mehr umfassen als die eigene Erfahrungswelt, das eigene Leben. Das ist für Journalistinnen und Journalisten auch eine Frage der Berufsehre, uns immer wieder gegenseitig zu packen, auch zu provozieren und zu fragen: Haben wir dieses Thema nur von einer Seite aus diskutiert? Das ist unser täglicher Job.

Die (Nicht-)Abbildung der konservativen Kommentare oder konservativeren Haltungen nehme ich anders wahr. Da habe ich gerade diese Woche Beispiele im Programm gehört. Es ist wichtig, das intensiver zu pflegen, aber ich würde es ungern nur am Begriff 'konservativ' festmachen. Wir müssen diejenigen Blickwinkel auf das Leben besser erfassen, die bei uns nicht so oft vorkommen - egal aus welcher Richtung.

Das Interesse von Journalistinnen und Journalisten muss immer weit mehr sein als nur das eigene Interesse

David Biesinger, rbb-Chefredakteur

Ich hake noch mal nach ohne den Begriff konservativ. Ich habe mal einige Hörer:innen-Mails zusammengefasst. Ein Eindruck, der da entstanden ist vom rbb-Programm: "Ihr im rbb seid pro Fahrrad, für E-Mobilität, pro Flüchtlinge und auch fürs Gendern. Dabei gibt es zu all diesen Themen doch auch gut begründete Einwände und alternative Vorstellungen." Unser öffentlich-rechtlicher Auftrag ist es, zur Meinungsbildung beizutragen und nicht den politischen Mainstream wiederzugeben. Schwimmen wir da manchmal zu sehr im Mainstream?

Unser Job ist, Meinungsbildung zu ermöglichen und nicht nur den Mainstream abzubilden, das ist völlig richtig. Das ist unsere Leitlinie. Das mag uns mal besser, mal schlechter gelingen. Ich habe schon den Eindruck, dass es uns an vielen Stellen sehr gut gelingt. Wir haben uns in den vergangenen Jahren damit sehr intensiv auseinandergesetzt. Wie kommen wir auch in unseren internen Diskussionen zu einem möglichst breiten Meinungsbild? Beim Gendern kenne ich sehr, sehr strittige Redaktionsdiskussionen...

Intern heißt es ja, dass wir noch nicht alles richtig machen und dass wir genau solche Hinweise ernst nehmen müssen, um weiter voranzukommen

Davis Biesinger, rbb-Chefredakteur

Aber die Wahrnehmung der Hörer ist, dass das im Programm nicht so prominent vorkommt wie die andere Seite.

Ja, und das genau ist das Interessante. Im Wissen dieser intern strittigen Diskussion, von außen gespiegelt zu bekommen, dass wir anscheinend in dem, was wir senden, anders daherkommen als in unseren Diskussionen. Deswegen bin ich auch so froh über diese Woche, weil uns diese Rückmeldungen erreichen. Schon uns beide jetzt beschäftigt dieses eine Thema derart, dass wir sagen: 'Komisch. Die Wahrnehmung ist eine andere als die Diskussion'. Das heißt, wir müssen genau solche Hinweise ernst nehmen, um weiter voranzukommen.

Es gibt einen schmalen Grat zwischen einem engagierten und einem aktivistischen Journalisten. Gibt es da im rbb Richtlinien? Oder überlässt man das den Redaktionen, das zu diskutieren und nach Möglichkeit sauber zu trennen?

Das lässt sich nicht mit dem Lineal festlegen. Zu sagen: 'Bis hierhin ist es Journalismus und ab hier ist es Aktivismus.' Meine persönliche Haltung ist, an dieser Stelle lieber genauer als ungenauer zu sein. Also lieber die Grenze zum Aktivismus früher ziehen als später. Mir ist es wichtig, diese Grenze klar zu ziehen. Wer journalistisch tätig ist, kann nicht gleichzeitig aktivistisch tätig sein. Das funktioniert nicht.

Natürlich hat jeder ein Privatleben. Und natürlich gibt es Kolleginnen und Kollegen, die sind in Parteien oder in Verbänden aktiv oder in der Kommunalpolitik in ihrem Ort oder in ihrem Bezirk. Das muss auch möglich sein. Es darf sich nur an keiner Stelle verwaschen mit der journalistischen Tätigkeit.

Wir hatten auch schon Fälle, wo wir einvernehmlich mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen und gesagt haben: Du bist gerade privat in diesem Bereich so stark engagiert, dann lass bitte die Berichterstattung darüber sein und sei die nächsten Monate in einem anderen Themenfeld tätig. Solche Fälle kommen immer wieder vor. Das ist dann eine Frage der Professionalität, so etwas zu vereinbaren und umzusetzen.

Eine Frage noch zu einer Personalie. Der Ehemann der Grünen-Verkehrssenatorin, Bettina Jarasch, arbeitet seit vielen Jahren im rbb. Auch das führte bei manchen Zuschauern zu der Vermutung, da könnte politische Einflussnahme drohen. Wie schließt der rbb aus, dass es da zu einem Interessenkonflikt kommt?

Ich bin dankbar, wenn wir das gefragt werden – dann können wir auch transparent darauf antworten. Wichtig zu wissen ist, dass Oliver Jarasch seit zwei Jahrzehnten für dieses Haus arbeitet. Er ist ein exzellenter Journalist, früher als Beitragsmacher und später als Führungskraft. Er ist aufgrund seiner politischen Unabhängigkeit und seines eigenen Kopfes seit jeher sehr geschätzt im Haus. Erst dann bekam seine Frau ein politisches Amt. Das ist für die Vorgeschichte wichtig.

Ganz einvernehmlich haben wir bereits Ende 2020, als Bettina Jarasch Spitzenkandidatin der Grünen wurde, entschieden, dass Oliver Jarasch nicht mehr inhaltlich tätig ist. Wir haben unsere Arbeitsprozesse so sortiert, dass er im Moment Organisationsprozesse übernimmt, unseren neuen Newsroom aufbaut. Er also all das tut, damit gut gearbeitet werden kann, aber derzeit keinerlei inhaltliche Verantwortung trägt. Diese Entscheidung ist mehr als ein Jahr alt. Und dabei bleibt es jetzt natürlich, nachdem seine Frau Senatorin geworden ist.

Wie hält es der rbb mit dem Gendern? Gibt es da ein eine Entscheidung?

Da sind wir wieder bei der Pluralität im Haus. Das ist ein Thema, das wir sehr intensiv seit zwei, zweieinhalb Jahren diskutieren, und bei dem es sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Wir haben uns für den Moment darauf verständigt, dass wir in unseren Nachrichten - außer bei der Jugendwelle Fritz - nicht gendern. Ansonsten ist es ein Stück weit auch den Redaktionen überlassen, wie sie damit umgehen wollen.

Uns ist klar, dass wir es hier mit einem lebendigen Sprachprozess zu tun haben. Ich persönlich bin eher zurückhaltend bei diesem Thema. Meiner Meinung nach ist das nicht nur ein sprachlicher Prozess innerhalb der Redaktionen, sondern innerhalb der gesamten Gesellschaft. Insofern geht es da auch ein bisschen darum zu gucken, wo eigentlich der gesellschaftliche Konsens bei diesem Thema ist.

Aber es gibt keine klare Festlegung im Sinne von ‚jeder muss dies oder das tun‘. Da sind wir wieder bei unserem Ausgangspunkt. Das würden kluge, selbständig denkende Journalistinnen und Journalisten nicht mit sich machen lassen. Aber es gibt schon ein paar Grundvereinbarungen wie zum Beispiel für die Nachrichten.

In fünf Jahren werden unsere digitalen Produkte eine noch weit größere Rolle spielen als heute

David Biesinger, rbb-Chefredakteur

Wenn wir dieses Gespräch in fünf Jahren erneut führen sollten, was werden wir da im rbb anders machen?

Die Arbeitsweise wird sicherlich komplett crossmedial sein. In vielen Bereichen sind wir da schon angekommen und in fünf Jahren wird dieser Prozess abgeschlossen sein. Ich glaube, in fünf Jahren werden unsere digitalen Produkte eine noch weit größere Rolle spielen als heute. Und ich hoffe, dass wir dann auch sagen können, es war klug, immer wieder hinzuhören, wenn wir sehr kritisch angegangen wurden und daraus zu lernen. Mir ist wichtig, Kritik nicht als unfair, sondern als hilfreich zu empfinden, solange sie im Stil ordentlich passiert. Ich möchte diesen Dialog mit unseren Nutzerinnen und Nutzer zu pflegen, weil wir von allen in dieser Gesellschaft bezahlt werden. Insofern sind wir auch für alle da und müssen unsere Programme auch entsprechend immer wieder feinjustieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview mit David Biesinger führte Wolf Siebert, Inforadio.

Der Text ist eine gekürzte und überarbeitete Fassung. Das komplette Gespräch können Sie im Audio-Player nachhören.

Sendung: Inforadio, 07.01.2022, 10:45 Uhr

73 Kommentare

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  1. 73.

    Liebe Nutzerinnen und Nutzer,

    danke für Ihre Kritik, konstruktiven Hinweise und auch Lob hier in den Kommentaren.

    Wir lesen alle Kommentare und diskutieren sie im rbb weiter.

    Viele stören sich daran, nicht unter allen Beiträgen kommentieren zu können. Mich freut es sehr, dass die Zahl der Kommentare in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat.

    Unsere Social-Teams können nur so viele Beiträge zur Diskussion offenhalten, wie sie moderieren können.


    Wir werden den Dialog mit Ihnen an unterschiedlichen Stellen fortführen. Denn was im rbb entsteht, ist Ihr Programm.


    Beste Grüße,

    David Biesinger

    rbb Chefredakteur

  2. 72.

    Man würde es nicht zum Thema machen, wenn es kein Problem gibt. Gefühlte, oder auch tatsächlich tendenziöse Berichterstattung ist auch nicht unüblich. SZ, TAZ, oder Spiegel, Bild, Welt, Focus, alles geschenkt. Hier muss das Produkt aktiv erworben werden. Wer in einer grünen Welt lebt, der kauft eben gerne die TAZ. Beim öffentlich rechtlichen Rundfunk ist das allerdings ein Problem. Er ist nämlich über Gebühren finanziert. Daher MUSS man hier andere Maßstäbe ansetzen. Das darf nicht erklärt werden mit Hinweisen auf gemeinsame Studienzeit, gleiches Milieu, oder Ähnlichem. Zurück zum Eingangssatz. ICH (!!) jedenfalls bin der Meinung, das der rbb ein Problem hat und keineswegs ausgewogen berichtet. Diese Meinung darf ich auch haben !

  3. 70.

    Dann solte man doch nachprüfen können, welche personelle Veränderung es damals gegeben hat.

  4. 69.

    Der „rbb24“-Redaktion und dem gesamten „rbb“ist es sicherlich auch „wichtig, Kritik nicht als unfair, sondern als hilfreich zu empfinden“(D. Biesinger).

  5. 68.

    "...Wirklich schade. Das hat in den letzten 2 Jahren merklich zugenommen..." nach meinem Empfinden hat es ganz konkret seit dem Jahreswechsel 20/21 zugenommen.

  6. 67.

    Das kann so nicht sein, sonst würden die ellenlangen Antwort-Arien bestimmter User hier nicht dauernd freigeschaltet, die zu wahren Battles führen, wer mehr Raum in den Kommentaren einnimmt oder das letzte Wort hat. Dahingegen werden Kommentare NICHT freigeschaltet, die sich einer vernünftigen Wortwahl befleißigen und weder politisch noch sonstwie extrem sind. Maximal nicht der Meinung der "Vielschreiber" entsprechen. Dieses Vorgehen fällt offenbar mehreren Kommentatoren immer wieder auf, es gibt durchaus Kommentatoren, die sich deswegen zurückgezogen haben.

    Ein weiterer Punkt ist, dass Ironie (auch als solche gekennzeichnet!) und Wortwitz nicht unbedingt geliebt werden, daher oftmals nicht freigeschaltet werden. Schade. Wirklich schade. Das hat in den letzten 2 Jahren merklich zugenommen.

  7. 66.

    Das kann ich durchaus nachvollziehen und doch ist es eben nur ein Teil der Menschen. Natürlich reicht da die Spanne von radikaler Ablehnung des Ganzen bis zu höchsten Lobeshymnen. Man muss sich aber eben auch ehrlich fragen, woher die steigende Ablehnung gekommen ist, das entsteht ja nicht von ungefähr und das sind auch nicht alles Neonazis, die verständlicherweise Angst vor einem entlarvenden Journalismus haben. Und auch ich kann durchaus nachvollziehen, dass nicht jeder mit Freude jeden Monat fast 20 EUR für einen Rundfunk abdrücken will, egal, ob er sich von diesem noch wahrgenommen fühlt. Gibt sicher auch welche, die den ÖRR gerne nutzen, aber trotzdem gratis haben wollen. Dass Sie die nicht meinten, ist schon klar. Aber noch mal: Eine gewissen Ablehnung ist vollkommen normal und sollte man auch nicht überbewerten. Meckern ist manchmal das höchste Lob. Trotzdem sollte man immer zuhören, was gemeckert wird.

  8. 65.

    Steffen, Sie haben vollkommen Recht. Auch ich sehe immer mal wieder Diskussionsbedarf über den rbb und seine Programme, und solche Diskussionen finden ja auch statt. Wenn ich "Gegner" schreibe, dann meine ich aber auch wirklich "Gegner". Das sind Leute, die überhaupt nicht diskutieren und kritisieren wollen, sondern die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt ablehnen und ihn am liebsten so gründlich verschlüsseln wollen, dass ihn niemand mehr empfangen kann. Diese Leute blicken mit allergrößter Verachtung auf uns, weil wir uns die Programme anhören und anschauen. Das sind in gewisser Weise Extremisten. Von daher halte ich es für wichtig, diese Unterscheidung zu treffen.

  9. 64.
    Antwort auf [Harry] vom 10.01.2022 um 12:11

    "Teilen sehr viele Bürger nicht".

    Können Sie das belegen?

  10. 63.
    Antwort auf [Kramme666 ] vom 10.01.2022 um 13:01

    Wir entscheiden von Fall zu Fall, ob wir über Demos berichten.

    In Berlin und Brandenburg finden tagtäglich Dutzende Demonstrationen fest.

    Über Demos in Cottbus und anderen Teilen des Landes haben wir tage- und wochenlang ausführlich berichtet.

    An jedem Tag schauen wir: Was ist neu an der Demonstration? Wieviele Menschen nehmen teil, und weitere Dinge.

    An diesem Tag haben wir (und andere Medien wie die dpa) auf eine dezidierte Demo-Berichterstattung in Cottbus verzichtet.

  11. 62.

    "Größe" ist ein treffendes Stichwort. Polen fühlt sich keineswegs klein und will auch nicht kleingeredet werden. Auch wollen die nicht einfach als Teil Osteuropas abgebucht werden, sondern sehen sich eher als Bestandteil Mitteleuropas.

    Das kann und will ich definitiv teilen.
    Aus einem faktischen Selber-Kleinmachen und einer dann folgenden Trotzhaltung geschieht eher das Verhalten einiger politischer Vertreter der P I S. Das ist dann wirklich schade und ich glaube auch nicht, dass das den Betreffenden Spaß bringt.

    Allerdings ist auch der RBB maßgeblich daran beteiligt, die vierzigjährige Weltenscheide zwischen West- und Osteuropa immer noch zeitlich zu verlängern. Begriff und Empfindung über die Mitte Europas fehlt. Da würde ich Deutschland, Polen, Schweiz, Österreich, Benelux und zumindest Tschechien ansetzen.

  12. 61.

    Warum muss jemand, der etwas kritisiert denn immer gleich zum "Gegner" stilisiert werden? Ist das eine echte Diskussionsgrundlage oder ist der Sinn dahinter nicht viel mehr, dass eine Diskussion abgewürgt werden soll? Ich persönlich bin sogar ein absoluter Befürworter des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks und möchte die Meinungsbildung in Deutschland nicht ein paar wenigen reichen Privatpersonen mit ihren Medienkonzernen überlassen. Nicht umsonst haben die Alliierten den politisch unabhängigen ÖRR (was leider nicht vollständig gelungen ist) ersonnen, im Groben nach dem Vorbild der englischen BBC. Das heißt aber noch lange nicht, dass man daran nicht auch deutliche Kritik äußern darf, sei es bei ausufernden Kosten (zum Großteil für üppige Pensionen), einem zu einseitigen Programm oder dem Umgang mit Kritik. Auch Journalisten sind nun mal nicht über alle Zweifel erhaben und wir alle sind schließlich die Kunden, die das alles bezahlen. Besser wird man nur mit Kritik.

  13. 60.

    Sorry, aber dass nicht veröffentlichte Kommentare nicht der Netiquette entsprechen würden, ist so nicht vollständig. Ohne Frage sind da sicher einige dabei, ich selbst stelle aber immer wieder fest, dass Kommentare nicht freigeschaltet wurden, weil sie offenbar nicht der persönlichen Meinung des jeweiligen Moderators entsprachen oder der jeweilige Moderator in den Kommentaren offenbar eine bestimmte Stimmung erzeugen wollte. Ansonsten dürften bestimmte Kommentare, die reine Angriffe und unbelegte Behauptungen enthalten, auch nicht freigeschaltet werden. Bestimmte politische Ansichten genießen aber erkennbar Narrenfreiheit, während sachliche (!) Antworten darauf gefiltert werden. Da gibt es einen erheblichen Verbesserungsbedarf. Vielleicht sollte dort mal eine Kontrollinstanz implementiert werden, die abgelehnte Beiträge noch mal neutral prüft. Nur mal so als Vorschlag. Ich schätze den offenen Dialog und möchte alle Meinungen lesen, egal welche vermeintlich politische Einstellung

  14. 59.

    Lieber Ronaldo.
    Seien Sie sich sicher, dass wir die Sachen lesen. Uns sind viele Kommentare, Mails, Anrufe etc geschickt worden.
    Die Beantwortung zieht sich etwas hin, da die Fragen oft unterschiedliche Bereiche betrifft.
    Eine Nutzerverwaltung mit festen Accounts: Ja, darüber denken wir nach. Diese ist allerdings auch kostspielig und schützt auch nicht vor viele Spam-Eingaben.
    Ein Leserbeirat ist eine interessante Idee, über die wir nachdenken sollten.
    Die anderen Dinge (wer hat „Blockwart-Dienst” oder ähnlich) sind Unsinn. Wir geben Kommentare nicht frei, wenn sie die Netiquette nicht einhalten. Meist betrifft das die Punkte „unterirdische Wortwahl” oder „Falschbehauptungen”.
    Wir veröffentlichen (Sie sehen es ja hier und in den anderen Artikeln) recht viel Kritik an uns und dem rbb. Allerdings haben wir das Gefühl, dass sich viele herausgefordert fühlen und noch härter formulieren. Und dann wird es oft unsachlich. „DDR-Methoden” zB.
    Grüße

  15. 58.

    Wow, und an dieser Stelle beginnt Nachbarschaft "Spaß zu machen". Wenn der rbb hilft, wirklich wohlwollend und "auf Augenhöhe" zu berichten, dann sollen Sie mal sehen, wie dankbar Polen sein können... wenn man sie ernst nimmt und hin und wieder ihnen auch "schlitzohrige" Erfolge gönnt. Die haben nämlich Freude daran, den großen "Goliath" auch mal was zu zeigen... Können wir doch anerkennend schmunzelnd aushalten?

  16. 56.

    Na ja, Sie haben doch Ihren "Punkt" ohne Widerrede gemacht. Zwiegespräche und Rechtfertigungen langweilen die Anderen (dafür gibt es andere Foren). Zusätzliche Gedanken, wenn so, wie durch Sie "zugeworfen", kann man zur besseren Unterhaltung doch aufzunehmen. Aber Sie haben recht, man verliert dann das Thema schnell... oder erweitert es sinnvoll?
    Im übrigen versucht der rbb gerade mit dieser Reihe Vertrauen zu gewinnen. Natürlich weiß ich auch, dass amerikanische Verhältnisse, 10 Jahre später dann, bei uns auch eintreten. Gerade deshalb kann man, durch das Zulassen von demokratischen Streit (toll), Vertrauen (immer wieder neu) erobern. Das hört ja nie auf und macht Spaß - solange man das darf...

  17. 55.

    Der nächste interessante Kommentar. Aber wo ist der Bezug zu meinem Kommentar #34 und insbesondere zum ersten Absatz?
    Wo ist der Bezug zu der Aussage, dass ca. 30% der Bevölkerung das Vertrauen in den Staat/Demokratie verloren haben, der übrigens in der Talkrunde nicht widersprochen wurde? Ich mag vielleicht ein bischen altmodisch in meinen Ansichten sein aber ich finde, dass man im Dialog schon erkennen sollte, wovon die Rede ist, ansonsten würde man Äpfel und Birnen vermengen.
    Vieleicht nochmal als Erinnerung, es ging im Zh mit Medienarbeit um #34 "Ein interessanter Kommentar, obwohl diese fortlaufende Hetze links gegen rechts langsam nervt, da sie unsere Gesellschaft zerstört. Gisy hat vor kurzem bei Lanz davon gesprochen, dass 30% der Bevölkerung das Vertrauen in den Staat/die Demokratie verloren haben, deswegen und nur deswegen.............."
    15:40/09:20

  18. 54.

    Ebenfalls ein interessanter aber unvollständiger und damit wertloser Kommentar. Es geht hier ganz konkret um den rbb. Wo verorten sie ihn in ihren rein theoretischen Überlegungen? Welchen Punkten wird er gerecht und welchen nicht?
    Ohne diese praktischen Schlussfolgerungen ist ihr Kommentar wertlos und ordnet sich ein in die Tendenz des Ausklangs vom ersten Teil "So machen wir das". Es ging dann am Schluss nur noch ums Gendern (geschickte Gesprächsführung?) und die interessanten Kommentare des ersten Bereiches, wo auch mal kritische Hinweise mutig veröffentlicht wurden, liegen immer noch auf Eis. Das hilft niemandem, insbesondere nicht dem rbb, und schadet dem sowieso schon angeschlagenen Vertrauen. Der rbb wird nichts verändern, da er ja keine Veranlassung sieht, und d.h. seine Attraktivität in der Medienlandschaft wird weiter abnehmen. Wir hören jetzt schon ausschließlich den Berliner Rundfunk.
    13:08/15:18/09:15

  19. 53.

    Bereits im #27 wurde diese Meinung vertreten, der ich vorbehaltlos zustimme.
    ".......Der ÖRR hat deshalb eine herausgehobene Verantwortung, was Neutralität und Objektivität anbelangt, nicht nur bezüglich der Berichterstattung sondern aller Tätigkeiten, die geeignet sind die öffentliche Meinung zu prägen........"

    Im ersten Teil der Transparenzserie "So machen wir das" gab es anfangs viele kritische Hinweise aber auch Vorschläge. Auch ich hatte u.a. im #16 auf grundsätzliche Probleme hingewiesen und Vorschläge unterbreitet. Es sollten Antworten kommen. Ich glaube nicht mehr an den Weihnachtsmann.

    Es ging am Schluss nur noch ums Gendern und die wesentlichen Kommentare des ersten Bereiches wurden aus dem Focus genommen bzw. zwei auch entfernt (ich hatte mal die #14). Damit ist dem rbb nicht gedient. Es wird sich nichts ändern, und seine Attraktivität in der Medienlandschaft wird weiter abnehmen. Vermutlich wollen es einige so.
    18:34/04:00/08:00/09:09

  20. 52.

    "Neutralität" wird von den Gegnern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks immer gerne gefordert, vermutlich sehr bewusst, weil das ja erst mal gut und seriös klingt. Tatsächlich aber ist "Neutralität" aus den von Ihnen genannten Gründen ein weder erreichbares noch erwünschtes Ziel. Nichts im Leben ist "neutral", das wäre auch total langweilig. Schon die Auswahl von Themen für eine Sendung (unter Weglassung einer großen Menge anderer Themen, die man aufgreifen könnte)ist ja eine bewusste Entscheidung. Daher gibt es den Begriff der "Neutralität" auch nicht im Rundfunkstaatsvertrag, sondern das Zauberwort lautet "ausgewogen". Das ist die Grundlage für die Arbeit, und das macht der rbb aus meiner Sicht gut.

  21. 51.

    Doch, das ist möglich. Zwar ist Ihr Einwand im Grunde richtig, dass jeder Journalist auch eine eigene Überzeugung hat und diese auch in gewissem Maße überträgt. Es ist aber trotzdem seine Aufgabe, möglichst neutral zu berichten und eigene Wertungen klar als persönliche Meinung zu deklarieren. Das ist aber nur ein Aspekt. Der noch wichtigere ist, dass in Summe alle demokratischen Strömungen gleichberechtigt Berücksichtigung finden. Monitor und Panorama standen früher der stockkonservative Report aus München oder das ZDF Magazin gegenüber, sowohl in den Themen, wie auch in der Moderation. Es gab also ein Gegengewicht, in welchem unterschiedliche Blickwinkel betrachtet und analysiert wurden. Frontal auf ZDF (eine meiner Lieblingssendungen) hatte gleich zwei gegensätzliche Moderatoren. So war persönliche Meinungsbildung möglich, ohne die Sendergruppe verlassen zu müssen und kein Einheitsbrei.

  22. 50.

    Meinungen und Gegenmeinungen (im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung) Raum geben, dass schafft wohl Pluralität. #Zuschauereinbindung
    Das geht noch besser, wie man an kontroversen Themen, unter denen man nicht kommentieren kann, sehen kann.
    (Bsp.: www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/01/berlin-aktivistinnen-klima-krise-kinder-kinderlos.html)
    Zugegeben kostet das Serverspeicher & Energie (CO²), doch das sollte es wert sein. (Man kann ja nach 1 Jahr löschen)

  23. 49.

    Bereits im #27 wurde diese Meinung vertreten, der ich vorbehaltlos zustimme.
    ".......Der ÖRR hat deshalb eine herausgehobene Verantwortung, was Neutralität und Objektivität anbelangt, nicht nur bezüglich der Berichterstattung sondern aller Tätigkeiten, die geeignet sind die öffentliche Meinung zu prägen........"

    Im ersten Teil der Transparenzserie "So machen wir das" gab es anfangs viele kritische Hinweise aber auch Vorschläge. Auch ich hatte u.a. im #16 auf grundsätzliche Probleme hingewiesen und Vorschläge unterbreitet. Es sollten Antworten kommen. Ich glaube nicht mehr an den Weihnachtsmann.
    Es ging am Schluss nur noch ums Gendern und die wesentliche Kommentare des ersten Bereiches wurden aus dem Focus genommen bzw. auch gelöscht (ich hatte mal die #14). Damit ist dem rbb nicht gedient. Es wird sich nichts ändern, und seine Attraktivität in der Medienlandschaft wird weiter abnehmen. Man will es vermutlich so.

  24. 48.

    In der Tat sind einschlägige Äußerungen über Polen älter als die einschlägige Regierung der P I S. Vor dem polnischen EU-Beitritt 2004 kursierte in Polen der Witz, dass egal, welches Jahr geschrieben wird, der Abstand Polens zur EU immer 10 Jahre betrage.

    Dann war es schließlich und endlich soweit.

    Allerdings sind beide Seiten "nicht ohne", was faktische Nichtzulassungsbestrebungen angeht. In Deutschland ist es die berühmt-berüchtige Pedanterie, dass alles auf Punkt & Komma und für eine unendliche Zeit festgelegt werden müsse, in Polen, bspw. in Slubice, ist es das Andienen an das Taxigewerbe, was einen vernünftigen Nahverkehr schlichtweg verhindert und die Haltestellen verschämt hinter irgendwelchen Biegungen und unterhalb von Brückenbauwerken anordnet.

  25. 47.

    Da fällt mir noch eine wichtige Sache zur Transparenz ein - die offiziellen Sprachregelungen. Für die Tagesschau ist bekannt, daß es eine Liste mit Formulierungen und Attributen gibt, die in Verbindung mit Personen und Institutionen benutzt werden. Der frühere Chef Gniffke hat sich beharrlich geweigert, diese Richtlinien zu veröffentlichen.

    Wie sieht es da mit dem rbb aus? Gibt es da eine samt Änderungen (der zeitliche Verlauf ist auch wichtig) einsehbare Formulierungshilfe? Inwieweit werden wessen (Tagesschau?) Sprachregelungen für Nachrichten übernommen?

  26. 46.

    neutrale, unabhängige Instanz

    Sowas ist meiner Meinung nach im Medienbereich gar nicht möglich, jedenfalls nicht im Redaktions/Kommentarbereich, denn jeder Mensch bringt subjektive Aspekte ein, das hat nichts mit gut oder böse zu tun, man kann sich Unabhängigkeit / Neutralität immer nur annähern. Versuchen Sie doch selber mal, etwas unabhängig, neutral zu verbreiten, Sie werden feststellen, da schwingen immer Ihre eigenen Gefühle, Meinungen, Ansichten mit und da ist nun mal "menschlich" :-)

    Und im Rahmen dieser Möglichkeiten, der Annäherung , konnte ich beim rbb keine größeren, negativen Ausrutscher finden, Sie ?

  27. 45.

    Den „polnischen Ball“ nehme ich gerne auf, auch der rbb, macht das nicht gut (wegen PIS? nicht nur!):
    Der Oderausbau könnte bei „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ ein Projekt werden, wo etwas Schönes entstehen könnte, nämlich eine Wasserstraße, bei der man von See zu See fährt, ähnl. der Havel. Macht man nicht mit, werden die Polen ohne uns, Schritt für Schritt, anstauen und wir sind die, die reagieren müssen.
    Der polnische TÜV sollte auch bei uns anerkannt werden, wir sind es, die „überheblich“ nur den deutschen TÜV, auch in Polen anerkannt haben wollen. Das behindert Firmen, die Ihre Produkte zertifiziert verkaufen.
    Die Anerkennung polnischer Ausbildungen, z.B. Ärzte und Lehrer ist wichtiger als gendern. Die Polen spüren, dass wir weniger bezahlen wollen, obwohl man aus einem Land kommt, was regelmäßig vordere PISA-Plätze belegt, weit vor ... Brandenburg.
    Positive rbb Artikel gibt es (fast) nur über die Polizeizusammenarbeit, was aber den Kollegen vor Ort zu danken ist.

  28. 44.

    Es ist auch gar nicht der Anspruch, dass das Programm jedem gefallen muss oder dass unbequeme Meinungen aus den Medien zu verschwinden hätten. Eine Forderung, die in der Bundesrepublik in schöner Regelmäßigkeit sowohl aus dem linken, wie auch aus dem rechten Parteienlager gleichermaßen kam. Das darf niemals passieren. Es ist auch nicht schlimm, wenn private Medien die Einstellung ihrer Eigentümer verbreiten. Springer war ja da immer ein gern genommenes Ziel. Es gab aber immer auch genügend Gegengewichte. Die Wahrheit lag immer irgendwo dazwischen, das wusste jeder. Der ÖRR wurde aber gerade als neutrale, unabhängige Instanz geschaffen und mit dem Auftrag der neutralen und ausgewogenen Berichterstattung ausgestattet. Nur finden liberale und konservative Formate kaum bis gar nicht mehr statt. Damit fühlen sich weite Teile der Menschen in ihrer Haltung nicht mehr ausreichend vertreten. Deren Kritik wird dann gern in die rechte Ecke gestellt.

  29. 43.

    Gute Nachbarschaft wie übrigens auch Freundschaften zwischen Menschen beruhen ja nicht gerade darauf, immer nur auf die Schulter zu klopfen und sich gegenseitig zu sagen, wie toll der andere ist, sondern dass sich auch gegenseitig die Meinung gesagt wird. Alles andere wäre billige Kumpanei. Das sollten sich Deutsche und Franzosen nicht antun.

    Wenn jemand Deutsche tendenziell als pedantisch bezeichnen würde, würde ich beherzt zustimmen; selbst wenn es von der mir nicht gerade geliebten polnischen PIS käme. So viel Distanz und "Erhabenheit" gegenüber eigenen Fehlstellen sollte schon sein.

  30. 42.

    Ist es nicht einfach so, das auch Medien vom Verkauf, von Einschaltquoten , leben und sie schon aus diesem Grund ihre "Zielgruppen" bedienen (müssen), wollen sie am Markt bleiben ?
    Und, eine Meinung, ein Kommentar kann nie 100% objektiv sein, da kann man sich immer nur annähern, denn er entsteht ja im Kopf eines "Subjekt" , so ist das mal mit Objektivität und Subjektivität.
    Ich persönlich erkenne an und glaube (mit Glauben ist es auch wieder so eine Sache :-) ), das der RBB sich bemüht, die Realität einzuschätzen und ja, Platz nach oben, ist immer !

  31. 41.

    Betr.: „Meinungsvielfalt“.

    Leuchtet der Mikrokosmos „rbb“ überwiegend GRÜN, weil die unübersehbare Mehrheit der „rbb“-Journalisten aus ähnlichen sozialen Milieus und „Bildungszusammenhängen“ stammt und nur ausnahmsweise Gelegenheit findet, ihre ansozialisierte „Einfärbung“ zu hinterfragen? Erhält die Mehrheit der „rbb“-Journalisten tatsächlich die Chance, mehr als die „eigene Erfahrungswelt“ im BUNTEN Berlin in Wort und/oder Bild realitätsnah und „neutral“ darzustellen?

  32. 40.

    Und in der gleichen Sendung konnte man erleben, wie der „Medienprofi“ Gysi recht erfolgreich sich mit „wir Demokraten“ sogar in die konservative Ecke (Frau Priem) bewegt hat. In dem Moment hat fast jeder Zuschauer vergessen, das eine diktatorische Grundhaltung mit unter 5% abgestraft wurde. Und der Frau Priem kam dies gerade recht, weil dies erfolgreich von der Frage abgelenkt hat, was an den Schulen alles nicht ankommt und warum sich das Virus in vollen Klassen so wohl fühlt. So funktioniert „lenken“ und Herr Lanz hat es nicht bemerkt, was Schade ist (durchmogeln mit Anordnungen muss man durchschauen können). Man konnte da meinen, dass das Virus an Schultischen wesentlich ungefährlicher ist als an Restauranttischen mit Hygienekonzept.

  33. 39.

    Das klingt aber nicht wohlwollend gegenüber einem Nachbarn. Die Begrifflichkeit und wie man mit Nachbarn umgehen sollte (im großen wie in kleinen) lasse ich mal weg. Das ist aber genau der Punkt, wie man Konflikte nicht löst. Die Eliteausbildung der französischen Regierenden bedeutet ja nicht per se, dass sie unrecht haben. Elite kann auch recht haben. Und aus französischer Sicht ist die Endlagerung ein n u r (!) jahrtausendelanges Problem, wo mit Sicherheit eine menschlich grandiose Wiederverwendung „dazwischenkommt“, wenn man an die nur letzten 70 Jahre denkt, was man leisten kann, wenn man Freitags zur Schule gegangen ist. Zugegeben, Franzosen wollen und müssen auch verkaufen dürfen. Und ein guter Nachbar gönnt das dann eben auch, im Wissen, dass man anderer Meinung ist, aber ungefähr gleichwertig leben muss um selbst glücklich zu sein... nicht selten entsteht dann viel mehr, was sonst gar nicht eingetreten wäre: z.B. man baut gemeinsam Flugzeuge...

  34. 38.

    Meinungspluralität? Ja, selbstverständlich! In allen (!) Medien. Nicht nur in öffentlich-rechtlichen.

    Aber bitte KEINE Fake News, fiktionale Contents, inhaltlich verzerrenden Bilder oder Texte mit hoher Suggestivkraft, extrem lückenhaften Halbinformationen, Vor-Urteile, persönlichen Unterstellungen, pauschalen Schuldzuweisungen, „Expertisen“ durch den „Mann von der Straße“ ...

    Ziel: Realitätsnah begründete, eigenständige Meinungsbildung sowie sachlich-inhaltlich differenzierende und objektivierende Pro- und Contra-Argumentation aufgrund „valider“, verlässlicher Informationen und klarer, „transparenter“ Maßstäbe (in allen Bereichen einer friedlichen, freien, toleranten, sozialstaatlichen, ökologischen, rechtsstaatlichen und demokratischen Gesellschaft).

  35. 37.

    Bis jetzt sind doch alle "ganz artig" miteinander und das sogar ggü. Friedrich Merz, der bisher immer meinte, den knallharten Wirtschaftsmenschen herauskehren zu müssen, wird ein sorgfältigerer Ton angeschlagen. Dies auch deshalb, weil herauskam, dass er sich nicht von Tichy hat ehren lassen wollen. Jener Mensch, der eine spezifische Frau auf körperliche Sexualität hat reduzieren wollen, ist einem Merz immerhin schon früher negativ aufgefallen.

    Die Angelegenheit ist also weniger parteipolitisch gewirkt, eher schon entlang von aus- und übergriffigen persönlichen Naturellen.

  36. 36.

    Die „Linksgrün*innen“ haben in den Medien einen alten“Gegner“ ausgemacht und wir werden in den nächsten vier Jahren erleben, dass man das zwangsweise Scheitern von „ist gut für das Klima“ in fast jedem Satz, den liberalen Positionen anrechnen wird. Die Nichterreichung von sinnlos formulierten Zielen und daraus resultierenden Teuerungen, einhergehend mit sozialen Verwerfungen und der Abnahme von Lebensfreude, erdet die Umverteiler in einer Art und Weise, die sie sich so nicht vorstellen konnten. Wie sieht das in der Praxis aus? Eine Frau Slomka im ZDF z.B. wandelt sich von frech-schnippigen Fragen mit arroganter Attitüde zu wohlwollender Körperhaltung und „Kreide auf der Zunge“ bei linksgrünen Politikern in Rgierungsverantwortung. Anders bei der FDP, da wird denen schon jetzt versucht Wortbruch und Lernprozess nachzuweisen. Achten Sie mal drauf...

  37. 35.

    Zu "Meinungspluralität" gehört ebenfalls, hier auch zu "unangenehmen" Beiträgen die Diskussionsfunktion freizuschalten.

  38. 34.

    Ein interessanter Kommentar, obwohl diese fortlaufende Hetze links gegen rechts langsam nervt, da sie unsere Gesellschaft zerstört. Gisy hat vor kurzem bei Lanz davon gesprochen, dass 30% der Bevölkerung das Vertrauen in den Staat/die Demokratie verloren haben, deswegen und nur deswegen. Sie unterstellen mit ihrem Kommentar, dass im rbb linksautonome Kräfte einen Job gefunden haben, wenn wegen des "Ausgleichs" noch ein paar "Rechte" rein sollten. Ich will dem ersten Teil nicht unbedingt wiedersprechen (man bemerkt es hier im Forum), aber es sind Ausnahmen. Im #16 des ersten Teils wurde dazu was geschrieben. Der zweite Teil der zitierten Aussage von ihnen ist Quatsch. Weder das eine noch das andere, sonst geht gar nichts.

  39. 33.

    Eine "schwierige Materie", durchaus.

    Es gibt keinen Zwang und keine Verpflichtung, zu wissen und dementsprechend auch keine Abprüfungsinstanz, was in der Tat unerhört wäre. Andererseits beruhen alle Annahmen der Demokratie auf der Mündigkeit von Bürgern, die wiederum darauf beruht, dass Menschen wissen WOLLEN.

    Bislang haben sich Menschen, die beim bisherigen Stand des Wissens bewusst stehenbleiben wollten, in der Eckkneipe versammelt und nach 7 oder 8 Bieren hat sich dann der Troß zur Nacht verabschiedet. Jetzt werden Parolen binnen einer Stunde per Internet in alle Welt verschickt und Einige erklären es zum Grundrecht, sich bei Sturmflut mann- und märtyrerhaft vom Wasser überrollen zu lassen.

    ;-

  40. 32.

    Das Setzen Frankreichs auf die Atomkraft hat nichts mit den Anti-Atom-Protesten im Nachbarland zu tun, sondern mit einem Suhlen in eigener Größe, die immer noch da ist: Force de Frappe, die in Dienst gestellte und inzwischen zu Recht eingemottete Concorde - eine Energieverschwendung ungeheuren Ausmaßes. Da sind die immer noch nicht von runter.

    Demut war und ist leider selten eine positive Eigenschaften der Franzosen - auf jeden Fall nicht derjenigen, die die Regierungsgeschäfte ausüben und allesamt Zöglinge der E N A sind, der Education National de Administration.

    Das Setzen auf Atomkraft ist das Ergebnis derjenigen, die überzeugt davon sind, dass da, wo nichts zu sehen ist, auch nichts existiere, keine Gefährdung vorhanden sei. Logisch, dass sich - abseits von Wissenschaften - die Sonne um die Erde drehen müsse ...

  41. 31.

    Es gibt in der Tat Medien-Konjunkturen, was mit politischen Vorlieben nur sehr sehr bedingt etwas zu tun hat. Im Fußball war es Jürgen Klopp, der mit seiner saloppen, oft auch burschikosen Art schon als Mainzer Trainer die Sportjournalisten angesprochen hat und im politischen Bereich sind es tendenziell abkanzelnde Menschen wie seinerzeit bspw. Peer Steinbrück, die nicht gerade wohlgelitten sind.

    Deshalb ist seinerzeit FAKTISCH eine Anti-Steinbrück-Kampagne losgetreten worden - nicht als Verschwörung, einfach i. S. einer Gruppendynamik, wo sich Jeder u. Jede anderen gegenüber überbietet.

    Jede und Jeder kann ja mal spezifische Eigenschaften durchgehen und diese ins Verhältnis setzen zum Befinden, offen oder aber verschlossen gegenüber neuen Umständen zu sein, andere "in den Senkel stellen" zu wollen, geduldig zuhören zu können oder als "Schlaftablette" zu wirken.

    Dass die AfDler wegen übertriebener Lautstärke i. a. R. nicht gut dabei wegkommen, dürfte nachvollziehbar sein.

  42. 30.

    Sie meinen also, wegen der Ausgewogenheit sollten auch ein paar Nazis, Querschwurbler und ähnliche Zeitgenossen im rbb einen Job finden.
    Spannende These. Gut, dass sie zumindest erkannt haben, dass das Wahlrecht auch für Journalisten gilt.

  43. 29.

    Ich finde den Bezug zu Gallilei gar nicht so verkehrt.
    Bei der Atomkraft haben viele europäische Länder erkannt, dass der Anti-Atom-Kampf für das Klima ein großer Fehler war.
    Sogar die EU und Frankreich haben diesen Irrtum erkannt.
    Neben den Grünen wollen auch zahlreiche andere Politiker und Journalisten die Wahrheit nicht wahrhaben.
    Daran erkennt man doch sehr, dass der ideologische Linkskurs schon erhebliche Ausmaße angenommen hat.

  44. 28.

    Das Problem ist doch, dass diese speziellen Leute, über die wir hier reden, entweder zu wenig wissen, oder ihr Wissen nicht richtig nutzen können, oder das Wissen nutzen, dabei aber zu vollkommen falschen Ergebnissen und Entscheidungen kommen (sich zum Beispiel für null Prozent Impfschutz entscheiden, weil sie kritisieren, dass die Wirksamkeit von 90 auf 80 Prozent nachlässt). Gleichzeitig verkünden sie stolz, dass sie schon lange keine Tagesschau mehr schauen. Meist Verbunden mit der Floskel "seit 2015", damit auch gleich klar wird, aus welcher Ecke sie kommen. Ich fürchte, dass sich diese Leute so weit von der Realität (also von der tatsächlichen und nicht von der empfundenen Realität) entfernt haben, dass sie für unsere Gesellschaft verloren sind. Das ist eine überaus gefährliche Entwicklung, zumal wir in unserem freiheitlichen System da auch keine Möglichkeit haben, regelnd einzugreifen. Bei uns hat man eben auch die Freiheit, doof zu sein und doof zu bleiben. Leider.

  45. 27.

    "...Journalisten meinen, die Bürger in ihrem Sinne erziehen zu müssen. Das ist aber nicht deren Aufgabe sondern eine neutrale, ausgeglichene Berichterstattung und die Vermittlung vollständiger, ungeschönter Fakten. .."
    Das ist das eigentliche Kernproblem. Die frei finanzierten Medien bewegen sich davon etwas abweichend, da sie von ihren Förderern und Unterstützern abhängig sind. Aus diesem Grund wurde auch der ÖRR geschaffen und aus der öffentlichen Hand und per Rechtsverordnung mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet. Der ÖRR hat deshalb eine herausgehobene Verantwortung, was Neutralität und Objektivität anbelangt, nicht nur bezüglich der Berichterstattung sondern aller Tätigkeiten, die geeignet sind die öffentliche Meinung zu prägen.
    Sinn und Zweck der Transparenzserie ist es zu ergründen, inwieweit man aus Sicht des "Konsumenten" (Zuschauer/Zuhörer/Leser) diesem Auftrag gerecht wird. Ich bin gemischter Meinung.

  46. 26.

    Vor allem beim ÖRR werden meist sämtliche Elemente des Grünen Parteiprogramms vertreten.
    Insbes. in Kommentaren zu Klima, Russland, Flüchtlingen, Corona-Protesten, Impfpflicht, Europahaushalt usw. ist dies immer wieder erkennbar.
    Dazu werden meist sämtliche AfD-Positionen für falsch erklärt.
    Da auch Friedrich Merz in den Medien oftmals schlecht wegkommt, wird nach den Markel-Jahren die Regierungsfreundlichkeit in Zeiten der Ampel-Koalition wohl noch einmal deutlich zunehmen.

  47. 25.

    Genau diese Sachlage muss man sich beim Lesen von Beiträgen immer ins Gedächtnis rufen.
    Besonders bei den Themen: EU/Euro, Klima, Energiepreise, Zuwanderung usw.

  48. 24.

    Sie und Wolfes verwechseln halt einen ÖR RBB mit RT oder ihren üblichen "Informationsquellen" wie Telegram, Deutsche Stimme und AfD Kompakt...

    Dennoch "dürfen" sie hier ihre eindeutige Gesinnung kundtun, sehr zum Leidwesen von Demokraten.

  49. 23.

    Der Bezug zu Galilei (und Kopernikus) ist schon sehr aufschlussreich und dies in mehrerlei Hinsicht: Es war ja eben nicht einfach die Skurrilität der Herrschenden, da etwas "Schräges" in die Welt rauszuhauen; die bis dahin vertretende Ansicht entsprach ja durchaus dem Sehsinn. Noch heute wird in Tageskalendern von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geschrieben, obwohl es zutreffender Erdteilzuwendung zur Sonne und Erdteilabwendung von der Sonne heißen müsste.

    Das aber sagt und schreibt kein Mensch. Und das müsste auch nicht unbedingt so sein.

    Vielmehr wäre wichtig zu konstatieren, dass wissenschaftliche Erkenntnis und direkte Anschauung all zu oft auseinanderfallen und dass der Schein oft genug trügt. Da wäre ich bei Corona: Die Tatsache, dass trotz Impfung dennoch jemand erkrankt, schmälert die Wirkung der Impfung alles in allem nicht.

  50. 22.

    Da fällt mir eine tolle Geschichte ein: Wissen Sie, was auch einmal eine gefährliche Verschwörungstheorie war? Die Idee, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht das gesamte Universum um die Erde. Tatsächlich wurde Galileo der Ketzerei überführt, was die altertümlichere Art ist, ‘Fehlinformation’ zu sagen, und er wurde auf die Art und Weise ‘von Plattformen gelöscht’, wie man damals Leute mundtot machte und vom öffentlichen Diskurs entfernte.

    Heute lernen wir im Geschichtsunterricht nicht ohne Grund über Galilei. Es ist eine Lektion, die uns daran erinnern soll, dass es Zeiten gibt, in denen die Gesellschaft als Ganzes, die Eliten, die Gebildeten, sogar die Wissenschaftler falsch liegen. Und was noch schlimmer ist: Wenn wir Debatten unterbinden und Menschen zu Unrecht verfolgen, finden wir oft erst viele, viele, viele Jahre später heraus, wer Recht oder Unrecht hatte. Deshalb ist es wichtig, Andersdenkende nicht zum Schweigen zu bringen und sie genauso anzuerkennen ...

  51. 21.

    „Meine Erfahrung lehrt mich, Menschen die mich aus nicht nachvollziehbaren Gründen anlächeln grundsätzlich zu misstrauen. Zu oft steckt Unehrlichkeit dahinter.“

    Es gibt durchaus Menschen, die grundsätzlich erst mal positiv, offen und freundlich auf andere zugehen, ohne deshalb dabei gleich etwas im Schilde zu führen. Wenn Sie persönlich anderen Menschen grundsätzlich erst einmal Misstrauen entgegenbringen (möchten), ist das sehr schade für Sie, da es Sie wohl das ein oder andere Mal um nette zwischenmenschliche Kontakte bringen dürfte. Oder, um mal ein schönes deutsches Sprichwort zu bemühen: Wie es in den Wald hineinruft …

  52. 20.

    Ganz im Gegenteil. Journalisten haben in einer Demokratie ganz besonders viel Bedeutung, sollen sie doch gesellschaftliches, politisches und auch wirtschaftliches Geschehen überwachen und hinterfragen. Deshalb nennt man sie auch die vierte Gewalt und das sind sie tatsächlich. Nicht umsonst ist das erste, was Diktaturen unter Kontrolle bringen, die Medien auf Linie zu bringen. Das ist natürlich hierzulande nicht der Fall, weil sich weite Teile der Medien selbst auf Linie gebracht haben. Kritisches Hinterfragen der Regierungen, sowohl des Bundes, wie auch der Länder, ist sehr selten und einseitig geworden. Journalisten meinen, die Bürger in ihrem Sinne erziehen zu müssen. Das ist aber nicht deren Aufgabe sondern eine neutrale, ausgeglichene Berichterstattung und die Vermittlung vollständiger, ungeschönter Fakten. Auch Kritik an der Wirtschaft ist als Korretiv wichtig, aber sie darf nicht ungeeignete Gesellschaftsformen als Alternative darstellen.

  53. 19.

    Ein „Faktencheck“ ist in Zeiten der Fake-News wichtiger als je zuvor. Er sollte ein normaler Teil einer jeden journalistischen Recherchearbeit sein. Nachrichten ohne vorgeschalteten (positiven)Faktencheck sind überflüssig.

  54. 18.

    Vor gerade 2 Monaten berichtete "Die Welt" darüber was die Volontaire im ÖR-Rundfunk wählen würden.
    57,1 % Grüne, 23,4 % Linke, 11,7 % SPD, 3% CDU, + Sonstige
    Nun darf natürlich jeder wählen was er will und eigentlich sollte das auch für die Arbeit nicht von Bedeutung sein aber ein gewisses Geschmäckle hat das schon, wenn der Bevölkerungsquerschnitt so überhaupt nicht abgebildet wird.

  55. 17.

    Stimmt. In unserer Gesellschaft haben wir eine Meinungsvielvalt. Jeder kann überall und immer alles Mögliche von sich geben. Nur ist das nichts Neues. Das gab es schon immer. Die bestimmende Konstante ist, wann, wo und welche Meinung zu einer Entscheidung herangezogen wird. Da hat jede Meinung so gut wie keine Bedeutung. Entscheidungen werden IMMER in kleinen Runden gefällt. Das ist auch nichts Neues. Das war schon immer so, und wird auch immer so sein. Letztendlich trifft immer EINER eine Entscheidung.
    Ich wünsche mir von Journalisten mehr Demut und weniger GLAUBEN an die eigene Bedeutung.
    Meine Erfahrung lehrt mich, Menschen die mich aus nicht nachvollziehbaren Gründen anlächeln grundsätzlich zu misstrauen. Zu oft steckt Unehrlichkeit dahinter.

  56. 16.

    Sachlich begründete, differenzierte KRITIK? Ja, bitte!
    (Insbesondere bei komplexen Sachverhalten.)

    Wohlfeile, populistische MECKEREI? Nein,danke!
    (Dem „Mann von der Straße“ muss der RBB nicht immer „aufs Maul schauen“ oder ihm „eine öffentliche Bühne geben“.)

    Normative Kraft der EINSCHALTQUOTE? Nein, danke!
    (Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk prinzipiell nicht maßgeblich. Nur ausnahmsweise in manchen Unterhaltungs- oder Sportsendungen.)

  57. 15.

    Selbstverständlich ist es so, dass die gleiche Art zu denken, auch zu einer Vorfestgelegtheit ggü. spezifischen Anliegen führt. Selber sehe ich mich nicht verortet in einem Kästchen-Denken, deshalb fällt mir dies auch spezifisch auf.

    Dabei hat das garnichts mit einer parteipolit. Sichtweise dergestalt zu tun, wie bspw. CDU/CSU-Vertreter während der Reg.zeit Willy Brandts mit einer Stoppuhr vor dem Fernseher saßen und bei Interviews akribisch die Zeitmaße dieser und jener Partei nahmen - um den Nachweis der These zu führen, dass die Wahlen (für die CDU/CSU)"im Fernsehen verloren wurden."

    Meiner Empfindung nach geht es eher um das Denken hinter dem Denken, die grundsätzliche Art also. Die Ökologiebewegung ist angetreten, ausgetretene Pfade zu verlassen und quer zu den Lagern zu denken: Weg von der techn. Hybris, gleichzeitig aber auch bei Achtung hist. Baukultur.

    Da hat es teilweise ein "Roll-Back" gegeben. Auch bei journ. tätigen Menschen.

  58. 14.

    Glaubt der Mann, was er da sagt? Meinungspluralität ist etwas ganz anderes. Und die politische Sichtweise, der Blickwinkel, ist ganz klar in den meisten Fällen von links. Das ist kein Beitrag zur Tranzparenz, sondern Selbstbeweihräucherung mit schweren Sinnestäuschungen.

  59. 13.

    Sehr richtig.
    „ Redaktionen haben auch die Verantwortung, zwischen Meinung und unzutreffenden Tatsachenbehauptungen zu unterscheiden.“ Meinungsvielfalt und breite Berichterstattung bedeutet nicht, FakeNews, Verschwörungstheorien oder nachgewiesene Tatsachenverdrehungen unkommentiert weiterzuverbreiten. Das Widerlegen von solchen Sachen mit einem sauberen Faktencheck ist guter Journalismus und hat nichts mit einseitiger Berichterstattung oder „Mainstream“ zu tun.

  60. 12.

    Ich lese aber oft Gerüchte und Spekulationen (mal mehr, mal weniger gut verborgen) und wundere mich über fehlende Fakten, die in anderen renommierten Medien durchaus genannt werden. Mir fällt schon auf, wenn unter bestimmten Berichten, mit Nichtaktivierung der Kommentarfunktion (oder sehr schnelle Deaktivierung), das Nachliefern fehlender Fakten, ähnlicher Vorkommnisse oder kritischer Nachfragen, von vornherein unterbunden wird, damit nicht mehr Nutzer mit der Nase auf Ungereimtheiten gestoßen werden und selber nachdenken oder recherchieren. Ich finde das manipulativ und deutlich Wirklichkeitsverfremdend.
    Es gibt viele journalistische Tricks Nachrichten so oder so rüber zu bringen (Wortwahl, Satzbau, Betonung, dramatische Musik, Farben etc.), sie hängenzulassen oder in schnelle Vergessenheit zu bringen. So laufen wirklich kritische Sendungen nicht zur Primetime oder wie andere in Dauerschleife auf allen Sendern, sondern montags Nachts um 3 in den 3. Wo die Mehrheit längst schläft.

  61. 11.

    „Meinungspluralität“ sachgerecht und anschaulich abzubilden, gehört sicherlich zu den wichtigsten Aufgaben einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. Dazu braucht man verlässliche, gut recherchierte Fakten, Fakten, Fakten. … Und KEINE Fake News, Gerüchte, Spekulationen, Eindrücke, Vorurteile.

  62. 10.

    ,,Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". ( Goethe )

  63. 9.

    Bloß nicht nur mainstreamen!

  64. 8.

    Vielleicht haben Sie eine große Meinungspluralität beim rbb. Zu spüren ist davon leider nichts. Weder hier, noch im Radio. Und die Kritik am ÖRR von Ole Skambraks in seinem offenen Brief lässt auch nichts anderes hoffen.

  65. 7.

    In der Selbstwahrnehmung David Biesingers ist ja alles super. Kein einziger selbstkritischer Ton. Wirklich kein einziger. Nun müssen wir nur noch die Fremdwahrnehmung Herrn Biesingers Idealbild seines rbbs anpassen.
    Das nenne ich eine gelungene Transparenzinitiative!

  66. 6.

    "Fehlerkultur"?
    Dazu gehört gleich als erstes eine offene Diskussionskultur. Offen nach außen! Interne Diskussionskreise sind keine Fehlerkultur. Auch nicht der ARD-Dialog des letzten Jahres, in dem am Ende nur interne ARD-Kreise beschlossen haben, was geändert und was erhalten bleiben soll. Leider finde ich, dass es viel zu oft im rbb wie im Politbüro zugeht, angefangen bei der Intendantin. Vielleicht mal externe Berater engagieren, ohne Vorgaben und Vorschriften, statt wohlfeiler Darstellung.

  67. 5.

    Ich möchte Arndt Breitfeld loben, der selbst bei heikelsten Themen seriös und sachlich bleibt.
    Bei der Abendschau finde ich Sascha Hingst am besten.
    Ich gehe fest davon aus, dass die Meinungen bei einer bestimmten Themenpalette in der Redaktion eine ähnliche ist.
    Aber verglichen mit manch anderen Sendern und Seiten, wo man oftmals nur noch linksgrüne Propaganda vorgesetzt bekommt, hat sich der rbb eine gewisse Sachlichkeit und Bodenständigkeit bewahrt.

  68. 4.

    Wolfes, dann machen Sie es doch bitte mal etwas konkreter. Heute zum Beispiel gibt es Entscheidungen der Politik, und dann ist es natürlich Aufgabe des rbb, darüber einerseits zu informieren, aber auch zu schauen, was verschiedene Leute dazu sagen. Sie werden heute in der Abendschau mit Sicherheit den einen oder anderen Gastronomen hören, der sich dazu äußert, was die politischen Entscheidungen für ihn bedeuten. Der rbb redet auch mit Teilnehmern von Protestkundgebungen, sofern die überhaupt mit Journalisten reden wollen. Sie können aber nicht erwarten, dass der rbb Leuten eine Plattform bietet, die behaupten, dass Corona total harmlos sei und dass wir alle an der Impfung sterben werden. Redaktionen haben auch die Verantwortung, zwischen Meinung und unzutreffenden Tatsachenbehauptungen zu unterscheiden. Und da leistet der rbb eine ordentliche Arbeit.

  69. 3.

    Die Fragende "verrät" mit der Wortwahl, abseits der richtigen Sprachform, welche politische Ausrichtung sie selber hat und "lenkt" damit. Ist das wirklich gewollt und meint der rbb, das die Kunden das interessiert? Herr Bliesinger antwortet neutral und verhält sich sachlich richtig. Der Leser hat ein Instinkt dafür, wie der rbb beeinflussen will, oder besser die Journalisten private Ansichten miteinfließen lassen. Bei anderen Themen ist das ähnlich. Deshalb die Kritik. Gerade wenn man im eigenen Haus unterschiedliche Meinungen diskutiert, dann sollte das Richtige widergegeben werden und wenn man es nicht kann, dann mehrere Seiten ... Bei der Sprache ist es eindeutig was richtig ist, da gibt es keine zwei Meinungen. Wenn man den Begriff richtig, im eigentlichen Sinne von verstehen und Lehrmeinung der Sprachwissenschaftler (die sind sich einig) benutzt. (Studien sind was anderes und angreifbar)

  70. 2.

    Allein die Überschrift lässt mich in einen Lachkrampf verfallen... Hier wird nur eine Meinung vertreten, die der Regierung... Allles andere wird als Schwurbelei angetan... Im besten Deutschland alller Zeiten...

  71. 1.

    Die Worte höre ich wohl, die Artikelauswahl und -inhalt zeichnen ein deutlich anderes Bild. Besonders hinsichtlich Coronapolitik.

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