Ab 2024 - Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg soll autofrei werden

Do 20.01.22 | 12:16 Uhr
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Archivbild: Lieferfahrzeuge blockieren in zweiter Reihe auf der Oranienstrasse in Kreuzberg den Verkehr. (Quelle: dpa/GTI)
Video: rbb|24 | 21.01.2022 | Material: Abendschau | Bild: dpa/GTI

Die Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg soll ab 2024 für privaten Autoverkehr weitgehend gesperrt werden. Dafür soll die Straße umgebaut werden. Das sagte eine Pressesprecherin der Senatsverwaltung dem rbb am Donnerstag.

Ein verkehrsrechtliches Gutachten und die detaillierte Bauplanung ständen aber noch aus, hieß es weiter. Zuerst hatte der Berliner "Tagesspiegel" [tagesspiegel.de] berichtet.

Unübersichtliche Verkehrssituation

Durch die Verbannung des Individualverkehrs soll "die unübersichtliche Verkehrssituation verbessert werden und der motorisierte Individualverkehr reduziert werden" heißt es im noch laufenden "Beteiligungsverfahren zur Umgestaltung der Oranienstraße" [mein.berlin.de]

Felix Reifschneider, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, sagte zu dem Vorschlag, die Oranienstraße autofrei zu machen, dass der Bezirk damit von seinem eigenen Versagen ablenke. Die Oranienstraße sei eine wichtige Verbindungsstraße, die nicht zu ersetzen sei und die Straßen im Umfeld hätten zu Stroßzeiten keine freien Kapazitäten.

Friedrichstraße ist teilweise schon autofrei

Ein Teil der Friedrichstraße in Berlin-Mitte ist schon seit August 2020 autofrei. Sie soll auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt zwischen Französischer und Leipziger Straße auch dauerhaft autofrei bleiben.

Sendung: Inforadio, 20.01.2022, 14:25 Uhr

56 Kommentare

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  1. 56.

    Wir holen zum renovieren seit 20 Jahren unsere Farben und Tapeten bei Farben Kacza. Zukünftig werde ich das ganz sicher nicht mehr tun, wenn ich Dutzende Tapetenrollen und Farbeimer zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad transportieren soll. Ich denke einigen Läden dort werden die Kunden wegbrechen. Und das ist sehr schade.

  2. 55.

    Ja, den M29 - und an sich die Metrobuslinien - durch Straßenbahnen zu ersetzen kann zu einem bedarfsdeckenden effizienten ÖPNV in ganz Berlin beitragen. Leider sind mir keine solchen Pläne bekannt.
    An alle, die sich fragen, wo sie dann parken sollen: Am Kotti steht ein großes Parkhaus weitgehend leer, ein weiteres an der Prinzenstraße, ... es müssen also keine neuen gebaut werden.
    Besser sind natürlich an sich weniger rumstehende Autos.
    Persönlich freue ich mich auf breitere tatsächlich begehbare - also nicht wieder auf eng zugestellte - Gehwege. Denn aktuell nehme ich dort auch für kurze Strecken oft nur das Fahrrad, weil es zu Fuß einfach keinen Spaß macht sich überall durchzudrängeln. Sogar die bereits engen Wartebereiche der Bushaltestellen sind dort von der Aussengastronomie mit Tischen und Bänken zugestellt.

  3. 53.

    Mit der Umgestaltung in eine Partystraße freue ich mich schon die Bierflaschen aufzusammeln.
    Immerhin 8 Cent / Flasche - ganz schön Grün -
    vielleicht schaffen die Grünen ja noch die Pfandflaschenerhöhung auf 50 Cent/Flasche das wäre doch mal was.
    das klappt natürlich nicht,

  4. 52.

    Der Umbau erfolgt mit vorheriger europaweiter Ausschreibung und die Planung erfolgt dann von einem Büro aus Barcelona, Flensburg oder München o.a. Jedenfalls ohne örtlichen und geschichtlichen Bezug. Diese Erfahrungen haben wir in der Bergmannstr. gemacht. Jetzt ständig Stau z.B. morgens bei der Müllabfuhr, Parkplätze für Anwohner sind weggefallen. RTW können nicht entgegehen der Einbahnstr. fahren. Einige Fachgeschäfte haben inzwischen geschlossen, Anwohnerausweise werden ausgestellt für Nichtberliner Kennzeichen. Seltsam. Die Entscheiderin Frau Gerold, aus Flensburg? Eine Innenstadt-Maut wie in Mailand wäre noch eine Idee. Eigentlich macht es keinen Sinn hier zu schreiben. Jetzt habe ich mir mal "Luft" gemacht.
    Guckt doch mal die Serie "Liebling Kreuzberg" an, da wird auch die Oranienstr. wie sie früher war gezeigt.
    Gut heute kommt die Generation "lokal" dran, die ihre Bierflaschen einfach mal so abstellen.

  5. 51.

    Ganz genau denselben Gedanken hatte ich, als ich gestern diesen Kommentar gelesen habe.

  6. 50.

    „Und warum verflixt nochmal ziehen eigentlich die Leute in die zentralen Bezirke unserer Stadt, die bei Wind und Wetter und immer VERKEHRSKINDERGARTEN-SICHER mit dem Fahrrad fahren oder laufen wollen ?!“

    Ganz einfach: Weil der Weg mit dem Rad, wenn man z.B. regelmäßig vom äußersten Ende Pankows nach Kreuzberg, Schöneberg oder Neukölln fahren möchte, dann doch unnötig weit ist. Möglichst zentral zu wohnen, ist gerade dann einfach nur sinnvoll. Szene- und Kiezleben waren übrigens noch nie durch besonders viel Autoverkehr geprägt. Autoschrauber und -poser finden sich dann doch vorrangig am Stadtrand bzw. im eher ländlichen Bereich.

  7. 48.

    Soll die Oranienstraße auch so eine Geisterstraße werden wie die Friedrichstraße? Ohne Leben und bald auch ohne Geschäfte und Restaurants?
    Wer stoppt den mal diese wahnwitzigen Grünen.

  8. 47.

    Justus:
    "Antwort auf [Tim] vom 20.01.2022 um 21:12
    Mein Gott, dann fahren sie weiter Fahrrad, wenn es ihnen Spaß macht, aber versuchen sie doch hier nicht zu missionieren. Das interessiert hier niemanden und ist auch nicht das Thema hier."

    Wollen Sie anderen vorschreiben, was sie schreiben und lesen sollen?
    Oder sind Sie hier dieser "Niemand", über den Sie da hier schreiben?

  9. 46.

    K.Tempelmann:
    "Es gibt auch gesamtstädtischen Interessen … Was bildet sich Kreuz-hain ein, den Verkehr auf die Hauptstraßen zu verdrängen (und diese auch noch zu verengen) auf die der Transit laufen muss ?!"

    Mh, neu in Berlin? Überall in Berlin dienen die Wohnstraßen nicht dem Durchgangsverkehr. Deswegen ist dort auch meistens Tempo 30 und gibt es dort meistens keine Hauptstraßen.

    K.Tempelmann:
    "… Aus der absolut zentralen Lage des Bezirks ergibt sich auch eine Verantwortung für die, die da lediglich durch müssen …"

    Außer Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei und Bus MUSS dort NIEMAND UNBEDINGT durch.

    K.Tempelmann:
    "Der Fall Friedrichstraße ist schon so ein Ding …"

    Ja, eine gute Idee!

  10. 45.

    Kein Grün:
    "Und nach und nach leisten die Grünen tolle Arbeit um den Wohlstand in Deutschland in allen Bereichen zu schmälern und die Welt zu retten."

    Tja, wenn man zum Wohlstand nur Geld und Sachen dazu zählt, dann kann man wohl nur so denken. Ich zähle zu Wohlstand auch saubere Luft, weniger Verkehrslärm, großzügige Fußgängerbereiche etc. dazu. Nicht nur Materielles hat Wert und bringt Wohlstand - Auch Immaterielles kann das Leben angenehmer und schöner und entspannter machen.

  11. 44.

    Add-on: Und warum verflixt nochmal ziehen eigentlich die Leute in die zentralen Bezirke unserer Stadt, die bei Wind und Wetter und immer VERKEHRSKINDERGARTEN-SICHER mit dem Fahrrad fahren oder laufen wollen ?! … Wir haben dafür sehr schöne, sehr ruhige und weitläufige Außenbezirke … Aber nein, da ist ja nix los … Keine bunte Mischung … Kein Austausch … Keine Szene … Warum ? … Weil da es da eben totlangweilig ist ... Kein bisschen Verkehrschaos ... Keine Action ... Keine Aufreger ... Kein Hupen, Brummen, Sausen ... Kein (schönes) Angeber-Auto, kein Mensch auf der Straße ... Statt dessen ... Mux-mäuschen still ... Friedhofsruhe ... Aber in Kreuz-hain bald auch … Dann könnt Ihr Euch da gegenseitig angähnen … Und Euch gegeneitig erzählen, wie irre toll die Zeiten mal waren als man noch etwas Abenteuer dort fand ... Der Bus musste sogar mal ausweichen ... Ui, ui, ui !

  12. 43.

    Bitte entschuldigen Sie, ich bin bereits im Bett. Versuchen Sie es aber gerne morgen noch mal. Oder nächste Woche. Oder übernächstes Jahr. Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht!

  13. 42.

    Es ist überhaupt nicht meine Absicht, zu missionieren. Da aber das Auto für einige offenbar die einzige Möglichkeit zu sein scheint, sich durch die Stadt zu bewegen, möchte ich gerne eine Alternative aufzeigen – und wie wenig sinnvoll mir ganz persönlich das Rumgeheule einiger wegen so einer Lapalie erscheint. Wenn Sie der Meinung sind, mein Kommentar hätte nichts mit dem Thema zu tun, haben Sie den ersten Teil wohl ganz offensichtlich entweder nicht gelesen, oder inhaltlich leider nicht verstanden. Aber nur zu, versuchen Sie es gerne noch mal!

  14. 41.

    Mein Gott, dann fahren sie weiter Fahrrad, wenn es ihnen Spaß macht, aber versuchen sie doch hier nicht zu missionieren. Das interessiert hier niemanden und ist auch nicht das Thema hier.

  15. 40.

    Ohne Autos geht man vielleicht wieder gerne in die Oranienstraße. Der aktuelle Zustand (Falschparker, Stau, gefährliche Situationen für Radfahrer) ist untragbar.

  16. 39.

    Es gibt auch gesamtstädtischen Interessen … Was bildet sich Kreuz-hain ein, den Verkehr auf die Hauptstraßen zu verdrängen (und diese auch noch zu verengen) auf die der Transit laufen muss ?! … Aus der absolut zentralen Lage des Bezirks ergibt sich auch eine Verantwortung für die, die da lediglich durch müssen … Der Fall Friedrichstraße ist schon so ein Ding … Frau Giffey, wo sind Sie ?

  17. 38.

    „Das ist der ganz normale Großstadtdschungel … Wer den nicht kann (oder will) muss da nicht hin oder durch.“

    Und das gilt dann zukünftig eben für jene, die meinen, dort unbedingt mit der Knatterkiste durch- bzw. vorfahren zu müssen. So what?!

  18. 37.

    Die Oranienstraße HAT gar kein verkehrstechnisches Problem ... Was wird denn da wieder konstruiert ?! … Das ist der ganz normale Großstadtdschungel … Wer den nicht kann (oder will) muss da nicht hin oder durch.

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