Berlin-Kreuzberg - Polizeipräsidentin Slowik befürwortet Video-Überwachung am Kotti

Mi 19.01.22 | 08:34 Uhr
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Symbolbild: Ein Polizeiwagen fährt beim U-Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg vorbei. (Quelle: dpa/P. Znidar)
Audio: Inforadio | 19.01.2022 | A. Michel | Bild: dpa/P. Znidar

Die geplante Polizeiwache am Kottbusser Tor in Kreuzberg ist aus Sicht der Berliner Polizei nur mit weiteren ergänzenden Maßnahmen wie einer Videoüberwachung sinnvoll. Entscheidend seien ein Gesamtkonzept und das Zusammenwirken unterschiedlicher Maßnahmen und Akteure, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Deutschen Presse-Agentur.

"Es geht wie so oft um ein ganzheitliches Konzept - in einem ersten Schritt die Kotti-Wache als Anlaufstelle, dann die Videoüberwachung, aber auch städtebauliche Änderungen." Die Videoüberwachung an dem Platz mit viel Diebstählen, Drogenhandel und einigen Überfällen könnte ein Pilotprojekt in Berlin sein, sagte Slowik.

Spranger will "Nägel mit Köpfen"

Zu klären sei auch die Größe der Polizeiwache abhängig von den örtlichen Erfordernissen und dem notwendigen und zur Verfügung stehenden Personal, sagte Slowik. Gefordert sei auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. "Sinnvoll erscheint mir zum Beispiel, den Bereich unter der U-Bahn-Trasse am Kottbusser Tor stärker auszuleuchten."

Die neue Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte am Montag angekündigt, bei der Polizeiwache wolle sie "schnell Nägel mit Köpfen" machen. Dazu werde jetzt ein Konzept erstellt. Die Polizeipräsenz und Sichtbarkeit solle dort "deutlich erhöht werden - zu einer Wache im 24/7-Betrieb". Zusätzlich solle es eine Videoüberwachung geben.

Sendung: Inforadio, 19.01.2022, 09:00 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Ein Polizeirevier ist dort – wie auch ganz am Anfang des Artikels noch mal zu lesen ist – ebenfalls angedacht.

  2. 8.

    Gute Idee dort eine 24/7 Polizeistation einzurichten. Ansprechpartner, die sofort helfen und eingreifen können, würde sicher dazu führen, dass die Kriminalität am Kotti deutlich zurückgeht und auch dem naheliegenden Görlitzer Park zugute kommen.
    Die "ungeliebte" Videoüberwachung ist sicher sehr nützlich um Straftaten nachzuweisen. Also bitte schnell umsetzen.

  3. 7.

    Die Dealer werden also künftig gefilmt (oder doch zuminest beobachtet)?
    Oh mein Gott!
    Wie sollen die armen Kerle (Warum gibt es diesbezüglich eigentlich noch keine Frauenquote?) nur damit leben?
    Hat mal jemand die Durchwahl von Amnesty International?
    Womöglich kommt dann sogar die Polizei vorbei und schreibt ihre (angeblichen) Namen auf!
    Nee, nee, sowas geht ja schonmal gar nicht!
    Und wer (speziell: als Ortsfremder) da mal aus einem anderen Grund in die Büsche muss (Gibt es die dort überhaupt? Ich kenne Gegenden, da wurden sie entfernt), darf sich künftig beim Schniepelabschütteln über virtuelle Zuseher freuen.

  4. 6.

    Man hat manchmal das Gefühl, dass einen täglich das Murmeltier grüßt. Beim Thema Videoüberwachung überwiegen die Gegenargumente seit Jahren - bzw. schon immer - und trotzdem wird so getan, als sei daran auch nur irgendetwas verfassungskonform, verhältnismäßig und keine Polizeiwillkür, ganz abgesehen dvon, dass es auch Personal bräuchte Videomaterial auszuwerten und wiederum davon abgesehen davon, dass den Menschen vor Ort dann auch keiner helfen wird. Ergo, Polizeiausbildung und -präsenz sind sinnvoll und angemessen, solange es nicht zu anlasslosen Kontrollen kommt. Achja, das war ja Berlins Spezialiät, entgegen verfassungsmäßiger Grundsätze "kriminalitätsbelastete Orte" auszurufen, die man weder zeitlich noch räumlich definiert. Videoüberwachung sorgt nicht für mehr Sicherheit, sondern funktionierende Polizei und Justiz, solange diese auf Rechtsstaatlichkeit fußen und nicht unkontrolliert agieren.

  5. 5.

    Der "Verdrängungseffekt" tritt zumeist nur bedingt auf, da zur Tatbegehung auch die Tatgelegenheit gegeben sein muss.
    Drogen verticken geht auch in Nebenstraßen, Raub, Körperletzung usw. eher nicht, wenn die "potentiellen Opfer" fehlen. Die werden nicht extra in Nebenstraßen gehen, um sich berauben zu lassen.

  6. 4.

    "Sinnvoll erscheint mir zum Beispiel, den Bereich unter der U-Bahn-Trasse am Kottbusser Tor stärker auszuleuchten." Besser wäre dort Taubenvergrämung über Gehwegen anzubringen. Die Fußgängerfurten zwischen Ampeln und Aufgänge zur U-Bahn sind andauernd vollgekotet, inklusive Treppen und Geländer. Lustigerweise ist alles über dem Autokreisverkehr gegen Tauben komplett verschlossen worden. Warum geht für Fußgänger und U-Bahnfahrer nicht, was für den Autoverkehr scheinbar selbstverständlich ist. Toll wären auch weitere Aufzüge zur U- und Hochbahn, denn vor dem einzigen ist während des Berufsverkehrs immer Stau. Und wenn der Aufzug ausfällt, geht für viele gar nix mehr.
    Also zumindest städtebaulich gibt es dort drängendere Probleme als Kriminalitätsbekämpfung.
    Letztere funktioniert vielleicht sogar besser mit Legalisierung, präventiven und begleitenden Suchtangeboten auch mit annehmbaren Aufenthaltsräumen für die Abhängigen.
    Vor dem Verkauf der GSW gab es diese fußläufig 30m vom Kotti ;)

  7. 3.

    Videoüberwachung ist im Bahnhof Kottbusser Tor schon lange realisiert. Doch dort wird seit Jahren alles mögliche illegale im Bahnhof geraucht und konsumiert sowie zum Kauf angeboten. Aus der BVG Leitstelle heißt es dazu immer wieder bei Anruf: "Ja, wissen wir. Sobald unsere Sicherheitsleute wieder weg sind, kommen die Dealer wieder. Da können wir auch nicht mehr machen."

  8. 2.

    Wie wäre es mit dauerhafter Polizeipräsenz im Gebiet - allerdings ohne Uniform aber personell gut besetzt?

  9. 1.

    Städtebauliche Maßnahmen gehören seit Jahren zum Konzept der Berliner Polizei, das ist nichts Neues!
    Eine Wache inkl. Videoüberwachung verdrängt die Kriminalität vom Kotti in die angrenzenden Gebiete und trägt zur wirklichen Kriminalitätsbekämpfung nicht im Ansatz bei! Lustig geht es weiter......

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