Zigaretten und Tabak gestohlen - 38-Jähriger nach Einbruch in Berliner Hauptzollamt vor Gericht

Mo 10.01.22 | 14:36 Uhr
Symbolbild: Illegaler Tabak. (Quelle: Thomas Frey/dpa)
Thomas Frey/dpa
Audio: Inforadio | 10.01.2022 | Swetlana Oheim | Bild: Thomas Frey/dpa

Zusammen mit Komplizen soll ein 38 Jahre alter Verdächtiger tonnenweise Tabak aus Aservatenkammer des Berliner Hauptzollamts in Hohenschönhausen gestohlen haben. Seit Montag steht er vor Gericht.

Knapp zwei Jahre nach einem Einbruch in die Asservatenstelle des Hauptzollamtes Berlin hat am Montag der Prozess gegen einen 38-Jährigen begonnen. Er soll am Abtransport und Verstecken der Beute - darunter über fünf Millionen beschlagnahmte unverzollte Zigaretten und acht Tonnen Wasserpfeifentabak - beteiligt gewesen sein. Eine der beiden Verteidigerinnen kündigte zu Prozessbeginn am Montag vor dem Berliner Landgericht an, dass sich ihr Mandant voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde.

Vor zwei Jahren in Hauptzollamt eingebrochen

Der 38-jährige Kraftfahrer soll als Mitglied einer Bande agiert haben. Im Januar 2020 seien Komplizen des Angeklagten in das Lager des Amtes in Berlin-Hohenschönhausen eingebrochen, heißt es in der Anklage. Einer oder mehrere Mittäter seien vermutlich in einer der Nächte vom 23. zum 26. Januar 2020 über das Dach der Lagerhalle beziehungsweise über dort vorhandene Dachluken eingestiegen. Von innen seien dann die verschlossenen Rolltore geöffnet worden.

Zwölf Tonnen erbeutet und mit Miet-Laster abtransportiert

Die Einbrecher sollen mit gemieteten Lastwagen in die Halle gefahren sein. Dort sollen sie das Diebesgut mit einem Gesamtgewicht von mehr als zwölf Tonnen eingeladen haben. Der Angeklagte sei zusammen mit dem mutmaßlichen Kopf der Bande für die logistische Durchführung des Einbruchs verantwortlich gewesen, so der Staatsanwalt. Er habe die Anmietung eines der Tatfahrzeuge organisiert.

Die Beute wurde zum Teil zu einem nahen Industriegelände gebracht. Ermittler sollen nach Hinweisen einen Scheinankauf für den Tabak initiiert haben. Dabei sei die Ladung beschlagnahmt worden.

Komplizen verantworten sich in einem anderen Verfahren

Seit Dezember 2020 stehen in einem anderen Verfahren mehrere mutmaßliche Komplizen des 38-Jährigen vor dem Landgericht. Auf seine Spur soll unter anderem eine sichergestellte Zigarettenkippe geführt haben. Im April 2021 wurde er festgenommen und befand sich bis November in Untersuchungshaft. Der Prozess wegen schweren Bandendiebstahls und Steuerhehlerei wird am 17. Januar fortgesetzt.

Sendung: Inforadio, 10.01.2022

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