Berlin - Grab von Trans-Frau auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde geschändet

Do 06.01.22 | 16:35 Uhr
Ein Einsatzfahrzeug der Polizei, Streifenwagen mit Blaulicht. (Quelle:Fotostand/K. Schmitt)
Audio: Inforadio | 06.01.2022 | Peter Klinke | Bild: Fotostand/K. Schmitt

Das Grab einer Trans-Person ist in Berlin-Lichtenberg in der Neujahrsnacht und erneut am 4. Januar geschändet worden. Das teilte der Lesben- und Schwulenverband Deutschland gemeinsam mit den Landesverbänden Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg am Mittwoch mit. Die Frau war vergangenen September an Brandverletzungen gestorben, die sie sich selbst auf dem Alexanderplatz zugefügt hatte.

Die Polizei bestätigte dem rbb am Donnerstag auf Nachfrage, dass eine entsprechende Anzeige eingegangen sei. Auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde haben die Einsatzkräfte demnach einen mit Wasser gefüllten Behälter und einen Feuerlöscher gefunden. Zudem seien Teile des Grabs beschädigt worden.

Der Staatsschutz ermittelt nun nach Angaben der Polizei wegen Störung der Totenruhe und wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Da eine "transfeindliche Motivation" nicht ausgeschlossen werden könne, habe der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, hieß es weiter.

Lesben- und Schwulenverband erstattet Strafanzeige

Die Frau hatte sich im vergangenen September auf dem Alexanderplatz vor dem Eingang zu einem Kaufhaus mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und diese in Brand gesteckt. Die Flammen konnten schnell gelöscht werden. Ein Notarzt stellte vor Ort schwere Verletzungen fest, wenig später verstarb sie im Unfallkrankenhaus Berlin.

"Wir sind erschrocken und zornig", teilte der Lesben- und Schwulenverband Deutschland mit. Der Verband habe eine Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizei Berlin erstattet, hieß es weiter.

Innensenatorin verurteilt Grabschändung

Auch Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verurteilte die Vorfälle auf dem Friedhof. Auf Twitter teilte sie mit: "Ich verurteile diese widerliche, transfeindliche Grabschändung auf's Schärfste. Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität hat in unserer Gesellschaft keinen Platz."

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sollten Sie von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym.

Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 www.telefonseelsorge.de

Sendung: Fritz, 06.01.2022, 11 Uhr

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