Wetterstation meldet Druckwelle - Vulkanausbruch bei Tonga auch in Berlin messbar

So 16.01.22 | 14:00 Uhr
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Vulkanausbruch im Pazifikstaat Tonga. (Quelle: dpa/ZUMA Press Wire Service)
Bild: dpa/ZUMA Press Wire Service

Der Inselstaat Tonga liegt mehr als 16.000 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt - die Druckwelle des Vulkanausbruchs im Südpazifik hat die deutsche Hauptstadt trotzdem erreicht. Laut Wetterstation Dahlem gab es einen deutlichen Ausschlag beim Luftdruck.

Der Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga Hunga Ha'apai im Pazifik-Staat Tonga hat eine derart große Druckwelle ausgelöst, so dass diese auch in Berlin messbar war. Die Wetterstation in Berlin-Dahlem twitterte am Samstagabend ein Bild des gemessenen Lufdrucks, auf dem die Druckwelle gegen 20 Uhr gut zu erkennen ist.

Meteorologe: Ausbruch mehrere tausend Kilometer weit zu hören

Der Unterseevulkan etwa 64 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Tonga, Nuku'alofa, war am Samstagabend (Samstagmorgen MEZ) ausgebrochen. Etwa zwölf Stunden später schlugen dann auch die Berliner Druckmesser aus.

Der Druckanstieg soll in ganz Europa messbar gewesen sein. Wie der Meteorologe Thomas Sävert twitterte, wurde die Druckwelle auf allen Messstationen in Deutschland registriert. Die Explosion sei auch mehrere tausend Kilometer zu hören gewesen.

Eine Aschewolke und Vulkanische Gase steigen nach dem Ausbruch eines unterseeischen Vulkans im Inselreich Tonga auf. (Quelle: dpa/ZUMA Press Wire Service)
Bild: dpa/ZUMA Press Wire Service

Schwere Schäden in Tonga

In Tonga entstanden schwere Schäden, Berichte über Verletzte oder Todesopfer gab es zunächst aber nicht. Auf Satellitenbildern waren die durch den Vulkanausbruch verursachten Erschütterungen gut zu erkennen. Der Hunga Tonga-Hunga Ha'apai stieß Gas, Rauch und Asche aus. Das Dröhnen des Vulkans war auch auf den hunderte Kilometer entfernten Fidschi-Inseln zu hören.

Die Erschütterungen durch den Vulkanausbruch entsprachen nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS einem Beben der Stärke 5,8 direkt an der Erdoberfläche. Außer in Tonga, den USA und Japan wurden auch in Fidschi, Vanuatu, Neuseeland, Australien, Ecuador und Chile Tsunami-Warnungen ausgegeben. Am Sonntag hob das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum die Warnung wieder auf.

Sendung: Inforadio, 16.01.2022, 12:34 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Wie man auf dem Diagramm auf Twitter sehen kann, erzeugt die Welle eine Sinuswelle mit Peaks von 1hPa +-. Dafür braucht es auch keine spezielle Messgeräte, lediglich ein einigermaßen feines Aufzeichnen. In meinem Wetterlog beginnt das kurz vor 20 Uhr und endet 20:20 Uhr. Luftdruckschwankungen gibt es immer, aber eine Delle dieser Form und Kürze ist außergewöhnlich.

  2. 23.

    Danke, hab gelesen, das die Eruption/Explosion in der gleichen Liga wie Krakatau spielt. Heftig, beeindruckend und auch ein wenig beängstigend wie wir kleinen Menschen solchen Gewalten hilflos ausgesetzt sein könnten.
    Hab letztens auch was gelesen vom möglichen Ausbruch des Supervulkans in Nordamerika. Dagegen ist alles was derzeit so geschieht Kinderfasching mit Wunderkerzen.

  3. 22.

    Die Messgeräte werden immer besser, denke ich.
    "... Der Vulkan scheint zwar noch weit entfernt von dieser Kraft zu sein, aber eine Hausnummer ist die Explosion schon."
    Apropos Hausnummer: Vor 74.000 Jahren wäre die Menschheit durch einen Supervulkan auf Sumatra beinahe ausgestorben. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Knall durch die Druckwelle des Tobas so gewaltig gewesen sein muss, dass den Überlebenden wahrscheinlich noch in 500 km Entfernung die Trommelfelle geplatzt sind.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Toba-Katastrophentheorie
    https://www.welt.de/wissenschaft/article203921308/Als-der-Vulkan-Toba-die-Menschheit-vor-74-000-Jahren-fast-vernichtete.html

  4. 21.

    Wie so oft, eine Mischung aus beiden Faktoren. Vulkanausbrüche spielen regelmäßig energietechnisch in Sphären die für uns Menschen kaum vorstellbar sind und auch dieser Ausbruch stellt keine Ausnahme dar. In den australischen Medien gehen Wissenschaftler von einer Explosion aus die mit 1000 Hiroshima-Bomben vergleichbar wäre. Und wenn man bedenkt dass die Explosion in 2000km noch hörbar war und die Aschesäule mit 30km Höhe geschätzt ist, dann fällt das auch leicht zu glauben.

  5. 20.

    Da kapert ein Troll gleich am Anfang den Kommentarthread mit einem Beitrag, der noch nicht einmal etwas mit dem Thema zu tun hat.
    Nettiquette:
    2. Bitte beziehen Sie sich auf das Thema des Beitrags.
    ------------------------------------
    Ist auf jeden Fall spannend, dass es hier messbar war. Sind jetzt die Messgeräte so fein geworden, dass wir es messen können oder war es wirklich so heftig? Unsere Atmosphäre ist so dünn, dass Atombomben ab einer gewissen Größe die gesamte Menschheit bedrohen (es gab schon mal ein Testplan, der unsere Atmosphäre bedroht hätte). Der Vulkan scheint zwar noch weit entfernt von dieser Kraft zu sein, aber eine Hausnummer ist die Explosion schon.

  6. 19.

    Nun, wenn es Sie es erwägen, mir einen unerwarteten Beifall zu bescheren, wäre es sicherlich für Sie eine Gelegenheit, nochmal mit Klatschen zu beginnen.

  7. 17.

    Sie waren schon lange nicht mehr in irgendeiner anderen Stadt oder?
    Berlin ist im nationalen, europäischen und globalen Ranking eine der Städte mit der besten Luftqualität überhaupt - ja, sogar besser als das viel kleinere Kopenhagen, Amsterdam und andere vemeintliche Paradiese die hier immer gerne zitiert werden. Vergleichbar luftige Bebauung, auf flachen Land, kein (bedeutender) Hafen und keine Industrie zum Dank.

    Das letzte Mal im Balkan ist mit wieder in Gedächtnis gekommen wie Berlin noch in den frühen 90er gestunken hat und wie schwer das mit dem Atmen im Winter war. Davon sind wir aber schon lange, lange weg zum Glück.

  8. 16.

    Was erwarten sie denn? Beifall? Wer den Vulkanausbruch mit den hiesigen Strompreisen und Umweltschutzbemühungen in Verbindung bringt, sollte nochmal mit Singen und Klatschen beginnen.

  9. 15.

    Ich musste öfter auf Klo um die Zeit, Zusammenhang?

  10. 14.

    Na ob der Vulkan nun dafür allein verantwortlich gemacht werden kann, wage ich zu bezweifeln. Satire Ende

    Meine Güte, kann man/frau hier mal beim Thema bleiben.

  11. 13.

    Ob Sie für Ihre gestellte Frage selbst eine Antwort zu finden vermögen, mag ich, auch aus Gründen der Höflichkeit, keiner Kategorisierung zuordnen.

  12. 12.

    Ich denke, ein bewusster und damit sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen, beginnend mit dem eigenen Verhalten, ist in jedem Fall tugendsam. Das Thema Klima ist sicherlich ein zu weites Feld, um hier damit einen Diskurs führen zu vermögen. Denke jedoch, dass bestimmte Aspekte der Ursachen und Wirkungen menschlicher und natürlicher Ursachen, unter dem Eindruck wirtschaftlicher und zwischenzeitlich m. E. ideologisierter Interessen, zuweilen eine verengte Sicht erfahren. Sehe das optimistisch, dass wir nicht in eine Situation geraten, wie zu Zeiten, als an Grönlands Küsten die Wikinger Land- und Viehwirtschaft betrieben, Hannibal mit seinem Heer aus Nordafrika im Winter die Alpen überquerte, oder wie in Zeiten der Dinosaurier ein vielfaches des heutigen Co2 Wertes herrschten. Vielleicht geht es ja, auch ohne Strom für Autos mit Batterien groß wie Badewannen, produzieren zu müssen.

  13. 11.

    Ist ja nicht zu fassen, dass es tatsächlich Leute gibt, die einen Vulkanausbruch als Rechtfertigung nehmen Äußerungen zu tätigen, die sie in sozial-menschlicher Hinsicht wie ein Steinzeitmensch erscheinen lassen! Na dann mal hoch die Keule ....

  14. 10.

    Ja, die Seite auf Wiki wurde vor 10 min. aktualisiert. Ansonsten "Hunga Tonga" in die Suchmaschine eingeben.

  15. 9.

    Gibt es irgendwo Daten wie die Druckwelle nahe der Quelle ausgesehen hat? Wie stark wird sowas gedämpft über die Entfernung? Gibt es Informationen über zusammenhängende Schäden an Mensch oder Tier?

  16. 8.

    Ich liebe es. Sonntag abend - ein Thema, also der Vulkanausbruch, das schon interessant ist - und der erste Post 'ne Niete. Kann (eigentlich) nur besser werden. Kann so ein Vulkan nicht mal Hirn ausstoßen?

  17. 7.

    @ Herbert, die Reduzierung der Menschheit ist aber nicht so schnell zu erfüllen (und will auch keiner praktisch) als mal seinen Konsum zu reduzieren. Und wenn Sie "nicht in Urlaub fahren" oder weniger Fleisch essen mittelalterlich finden, verdrängen Sie wohl Ihr Wissen über Geschichte. Im Übrigen würde Ihr Arzt Ihnen sicher auch zu gemäßigtem Fleischkonsum, mehr Bewegung und kühlem Schlafzimmer raten. Alles moderne Medizin.

  18. 5.

    Sie wollen also das Mittelalter zurück. Es hilft nur eins: Die Reduzierung der Anzahl an Menschen auf dieser Erde. Alles andere ist naiv.
    Auf meinen Wetterdaten konnte ich ebenfalls den Druckanstieg gegen 20 Uhr beobachten.

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