Berlin und Brandenburg - Glatteis führt zu zahlreichen Unfällen

Fr 21.01.22 | 10:52 Uhr
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Einsatzkräfte arbeiten an einem verunglückten Feuerwehrfahrzeug. Erst verunglücken zwei Lastwagen bei Glätte, dann kippte ein zur Hilfe gerufenes Feuerwehrfahrzeug um. (Bild: Julian Stähle/TNN)
Julian Stähle/TNN
Video: rbb|24 | 21.01.2022 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: Julian Stähle/TNN

Fast jeder Zusammenstoß ein Glätteunfall: Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben aus vielen Straßen in Berlin und Brandenburg Rutschpisten gemacht. Für den Freitag warnt der Wetterdienst weiter vor Frost und Glätte.

Auf den Straßen in Berlin und Brandenburg haben sich auf winterlich glatten Fahrbahnen viele Unfälle ereignet. Mit Beginn des Berufsverkehrs sei es am Freitagmorgen im Stadtgebiet verglichen mit anderen Tagen vermehrt zu Unfällen gekommen und fast jeder Crash war ein Glätteunfall, so ein Berliner Polizeisprecher.

60 Zusammenstöße in drei Stunden

Auf dem Berliner Stadtring gab es einen Unfall mit mehreren Fahrzeugen. Auf der A100 ist deswegen vor der Anschlussstelle Detmolder Straße nur noch eine Spur in Richtung Wedding frei. Angaben über Verletzte liegen noch nicht vor.

Das Geschehen habe sich später aber normalisiert, so der Sprecher. Zumeist sei es bei Blechschäden geblieben. In Berlin zählte die Polizei am Donnerstagabend zwischen 18 und 21 Uhr rund 60 Zusammenstöße.

Feuerwehr-Fahrzeug kippt auf glatter Straße um

Auf der A115 zwischen Potsdam-Babelsberg und Kleinmachnow auf Brandenburger Seite fuhren am frühen Freitagmorgen mehrere Autos ineinander. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zwei Menschen verletzt. Die Fahrbahn in Richtung Berlin war zwischenzeitlich voll gesperrt.

Schon am Donnerstagabend verunglückten bei Merzdorf (Teltow-Fläming) zwei Lastwagen. Dann kippte auf spiegelglatter Fahrbahn ein Feuerwehr-Fahrzeug um, das zu Hilfe geeilt war. Nach ersten Angaben wurden drei Insassen verletzt. Einer von ihnen sei im Hubschrauber in eine Klinik gekommen, hieß es.

Ebenfalls am Donnerstagabend war auf der A11 zwischen den Anschlüssen Gramzow und Kreuz Uckermark beim Zusammenstoß zweier Autos mit einem Laster ein Mann verletzt worden, wie die Polizei in Frankfurt (Oder) am Freitag mitteilte. Er kam ins Krankenhaus.

Insgesamt zählte die Polizei in Brandenburg landesweit 138 glättebedingte Vorfällen - dabei wurden 32 Personen verletzt.

Sendung: Inforadio, 21.01.2022, 8 Uhr

21 Kommentare

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  1. 19.

    Das ist leider je nach Ort u. Art der Straße sehr unterschiedlich. Die Autobahnmeistereien können online die Wetterlage verfolgen, bzw. den DWD kontaktieren u. haben 24/7 Tage Bereitschaft. Ähnlich Bundesstraßen, Landesstraßen u. Kreisstraßen. Es gilt zuerst sind die hochrangige v. d. niederrangigen Straßen freizuhalten. Die Gemeinden selbst brauchen z. B. bei Wohnstraßen gar keinen Winterdienst auf der Fahrbahn fahren. In SRB fährt der Winterdienst von 4.00- max. 22.00 Uhr, Sonntags gar nicht.

  2. 18.

    So, so Sie sind der Meinung man sollte die Höchstgeschwindigkeit generell auf 30 km/h im Winter verringern. Da sage ich, Thema verfehlt. Begründung: Man muss seine Fahrweise immer ständig neu anpassen u. mindestens Winterbereifung haben. Seit über 30 Jahren fahre ich unfallfrei im Winter teilweise auch im Gebirge. Gestern Abend war ich von 17.15 - 21.15 hin u. zurück zw. Strausberg u. Potsdam Babelsberg unterwegs, da gabs alles, klares Wetter bis Schnneesturm, trockene bis vereiste Fahrbahn...

  3. 17.

    Also ich habe so etwas wie gestern auf der A11 noch nie im Straßenverkehr erlebt: die Autobahn war eine einzige Eispiste. Jemand, der zum Urinieren im Stau ausgestiegen ist, hat sich langgelegt. Und in Eberswalde ging der Spaß weiter. Beim Versuch, mit 20 km/h vor einer roten Ampel zum Halt zu kommen endete mit einem Rotlichtblitzer, weil die kleinste Bremsung sofort die Räder zum Stillstand brachte.
    Wo der Winterdienst war, fragen sich bei uns viele.
    Und viele Autofahrer sind unterwegs, als seien sie Katzen: mit sieben Leben im Straßenverkehr.

  4. 15.

    Den Startschuss gibt jedes Jahr !!! Der Regierende Bürgermeister am 1.10. .... der winterdienst ist gewappnet. Und jedes Mal, wenn ne Flocke fällt, sind alle überfordert.
    E s i s t W i n t e r !!!!!!

  5. 13.

    Vor dem Liegenlassen kann man nur dringend warnen. Wehe es gibt dann längeren Frost und danach womöglich Regen , da finden Sie keinen Halt.Auf lockeren Schnee läuft es sich gut, aber ist er festgetreten, dann hilft nichts mehr. Auch nicht ein flapsiges Wort des Regierenden Müller. Die jetzigen Regeln sind schon in Ordnung, sie müssen nur kontrolliert werden.

  6. 12.

    Manche brauen wirklich für jede Neuerung/Veränderung eine Anweisung, und sowas fährt Auto. Ich glaube, man sollte die Höchstgeschwindigkeit im Winter auf 30h/km verringern.

  7. 11.

    Lieber rrbb24, wann erfahren wir, wer wann den "Startschuss" zum Einsatz für den Winterdienst gegeben hat? Sofort oder mit Verzug? Auch am Wochenende. Es interessiert sehr wohl, wie lange es dauert, von der einsetzenden Glätte bis die Fahrzeuge selbst auf der Straße angekommen sind. Denn die stehen mit Schichtplänen bereit, haben die Technik gewartet, Streumaterial vorfinanziert, gelagert und wollen los...Und wenn darüber berichtet wird, erhöht es den beherzten Entscheidungsprozess?

  8. 9.

    Gestern Abend war es als Fußgänger auf "geräumten" Flächen rutschig, auf dem Schnee konnte man aber gut zu Fuß gehen. Ich frage mich manchmal, ob diese Schneeräumungen überhaupt sinnvoll sind?

  9. 8.

    Entsetzlich-- Plötzlich aus heiterem Himmel kommt der Winter mit seinen Unbilden
    Da kann Mann/ Frau ja nicht vorbereitet sein--da wird gefahren wie im Sommer----
    und plötzlich krachts- Nanu ?-- DER andere hat wiedermal nicht aufgepasst--
    WARUM wird Berlin auch nicht TOTAL überdacht-----
    Schönes Wochenende ALLEN Kommentatoren-und dem rbb

  10. 7.

    Im Grunde haben Sie zwar Recht, in dieser Verallgemeinerung aber eben doch nicht. Natürlich muss man die Fahrweise an die aktuellen Witterungsbedingungen anpassen und entsprechend vorsichtig fahren. Die Meisten schaffen das ja auch. Es ist ja nicht so, dass die Hälfte aller Fahrer im Winter verunglückt. Es ist aber nun mal auch so, dass es Situationen gibt, die dennoch unerwartet auftreten und/oder bei denen man sich einfach nur ein klein wenig verschätzt hat und genau dieser kleine Irrtum führt dann zum Unfall. Das kann im Prinzip jedem passieren, selbst dem vorsichtigsten Fahrer. Nicht umsonst hat es ja leider auch Kameraden von der Feuerwehr erwischt und die haben nicht nur auf den Kalender gesehen, die wussten aufgrund der Meldung sogar, dass extreme Gefahr besteht. Aber Blech kann man ersetzen. Das Wichtigste ist, dass niemand bleibende Schäden davon trägt oder gar umgekommen ist.

  11. 6.

    Gut gebrüllt Löwe. Gelten die Perlen Ihrer Weisheit auch für die verunglückten Feuerwehrleute ?

  12. 5.

    Und die BSR ist seit der Nacht mit ihren Streufahzeugen unterwegs. Aber all Glatteis schnell überall zu beseitigen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Also ist allgemeine Vorsicht angesagt.

  13. 4.

    Den Feuerwehrkameraden gute Besserung - allen unschuldig verletzten Menschen selbstverständlich auch, den schuldig Verletzten wünsche ich zwar auch gute Genesung, kann mein Mitleid allerdings nur für die erstgenannten voll empfinden. Den anderen wünsche ich dazu auch noch die Härte der Gesetze.

  14. 3.

    Weil mündiger Bürger auch mal auf den Kalender schauen sollte/darf/kann, um zu Wissen welche Jahreszeit gerade ist und auch mal Radio, TV oder im WWW auf den einschlägigen Wetterseiten die Möglichkeiten der SELBSTinformation hat - da muss der RBB nicht zwangsläufig mitwarnen.....
    Und wenn mündiger Bürger bei der aktuellen Witterung meint, sich auf die im Auto verbauten Helferlein vertrauen zu müssen und alle Instinkte ausschalten und die Gesetze der Physik auch ohne Assi-Systeme weglassen zu dürfen, dann wird mündiger Bürger ziemlich ins Schleudern kommen.
    Ich sag´nur: Augen auf beim Eierkauf - dann klappts auch mit Auto bei Winterwetter.

  15. 2.

    Warum hat der RBB nicht wie sonst üblich vor Glatteis mit einem eigenen Artikel gewarnt? Der DWD hatte eine Warnmeldung herausgegeben.

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