Ende der "Berliner Mischung" - Arme Menschen werden zunehmend an den Stadtrand gedrängt

Mi 09.02.22 | 06:06 Uhr | Von Jana Göbel, Ute Barthel und Sophia Mersmann
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Rollberge Siedlung (Quelle: rbb//Jana Göbel)
rbb//Jana Göbel
Video: Abendschau | 09.02.2022 | Jana Göbel, Ute Barthel | Bild: rbb//Jana Göbel

Arm und Reich driften in Berlin immer weiter auseinander. Eine exklusive Datenerhebung von rbb24 Recherche belegt: Tausende Hartz IV-Empfänger sind aus dem Stadtkern an den Rand gezogen. Das setzt oft eine Abwärtsspirale in Gang. Von Jana Göbel, Ute Barthel und Sophia Mersmann

Fast jede Woche geht Regina Thiel durch ihren Kiez, bewaffnet mit einem Rolli, Mülltüten, Handschuhen und Greifer. Die Rentnerin sammelt Müll. Müll, der die Rollbergesiedlung im nördlichsten Zipfel von Berlin-Reinickendorf verschandelt. "Es stört mich einfach, dass hier immer mehr Dreck herumliegt", sagt sie und schnippt Papiertüten, Brotreste und Glasscherben in ihren Rolli.

Frau Thiele (Quelle: rbb/Jana Göbel)
Jana Göbel

Video: Abendschau | 10.02.2022 | Ute Barthel, Jana Göbel


Viele der fast 6.000 Bewohner und Bewohnerinnen fühlen sich im Stich gelassen. Eigentlich wünschen sie sich nichts Besonderes, nur dass ihre Häuser nach Jahrzehnten endlich saniert werden, die Fahrstühle funktionieren, die Fenster dicht sind, die Wege beleuchtet, dazu etwas mehr Grün und Spielflächen für die Kinder. Doch das Viertel verkommt immer mehr, gut Verdienende und gut Ausgebildete ziehen fort. Die neuen Mieter sind vor allem arme Menschen, viele von ihnen konnten die Mieten in der Innenstadt nicht mehr bezahlen.

Dieser Trend ist in der ganz Berlin zu beobachten. Laut einer Erhebung der Arbeitsagentur für rbb24 Recherche sind immer weniger Hartz IV-Empfänger in der Innenstadt gemeldet, immer mehr dagegen in den Außenbezirken.

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Niedergang des Quartiers seit Jahren erfasst

Landes- und Bezirkspolitiker sehen dieser Entwicklung seit langem zu. Denn Daten wie Armut, Arbeitslosigkeit, Einkommen und Bildung werden in Quartieren wie dem Rollbergeviertel regelmäßig ausgewertet. Im Verwaltungsdeutsch heißen sie "Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf", mehr als 30 davon gibt es in Berlin. In fünf Gebieten liegt die Kinderarmut seit Jahren deutlich über 60 Prozent, zum Teil über 70 Prozent: Schulenburgpark, Maulbeerallee, Treptower Straße Nord, Weiße Siedlung und Rollbergesiedlung (siehe Grafik).

Diese Quartiere sollen eigentlich besonders gut ausgestattet werden: Grünanlagen zur Aufwertung der Wohnlage, intensive soziale Unterstützung, gute Ausstattung der Schulen. Doch die Wirklichkeit in der Rollbergesiedlung sieht anders aus: Es gibt kaum Kita-Plätze, zu wenig Sprachkurse für Migranten, keine Mieterberatung, der Jugendclub ist personell unterbesetzt, ebenso die Schule.

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Geisel will nacharbeiten

"Wir müssen was tun", erklärt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) gegenüber dem rbb und bestätigt, dass weniger zahlungskräftige Familien an den Stadtrand gedrängt werden. "Mit unserem Quartiersmanagement wollen wir dafür sorgen, dass wir Angebote in die Kieze bringen, dass Nachbarschaft organsiert wird, dass Grundschulen und Kitas gut zusammenarbeiten, damit Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen, die nötige Förderung erfahren. All das muss organisiert werden."

Das Quartiersmanagement in der Rollbergesiedlung hat allerdings erst im vergangenen Jahr mit der Arbeit begonnen.

Organisierte Vernachlässigung des Rollberge-Quartiers

Das Kirchenzentrum FACE ist seit drei Jahren der einzige Anlaufpunkt für tausende BewohnerInnen, die viele Fragen und Probleme haben. Die Kirche versucht da zu helfen, wo Stadt und Staat bislang weitestgehend versagt haben. Die Menschen hier brauchen zum Beispiel Beratung bei Behördenpapieren, zum Bildungsweg der Kinder, zum Mietvertrag, zur Arbeitssuche.

Die Not sei groß, berichtet Doro Schmidt, die das Familienzentrum führt. "Wenn die Kinder erzählen, mit wie vielen Personen sie in einer Wohnung leben, ist das auch ein Zeichen von Armut." Viele könnten sich zu Hause gar nicht zurückziehen. Im FACE bieten sie Hausaufgabenhilfe an oder die Mitarbeiterinnen spielen und basteln mit den Kindern. Aber sie haben nur zwei Teilzeitstellen. "Wir können noch nicht an allen Tagen etwas anbieten, wir brauchen mehr Personal, um noch mehr Angebote machen zu können."

Besonders gefragt ist das Sprachencafé im Familienzentrum. Der Migrationsanteil in der Rollbergesiedlung liegt bei 48 Prozent, deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Das größte Problem so Schmidt: Es gibt keine Kita-Plätze für die Frauen, deshalb können sie nicht arbeiten und nicht richtig Deutsch lernen. Und auch die Kinder lernen zu Hause kein Deutsch. Wenn sie dann in die Schule kommen, sind sie vom ersten Tag an benachteiligt.

Von Chancengleichheit kann keine Rede sein

Etwa 70 Prozent der Kinder haben beim Schulstart Lern- oder Sprachdefizite, erklärt Harald Liegel, Leiter der Grundschule in den Rollbergen. Von Chancengleichheit könne da keine Rede sein. Die erste Klasse beginne von Anfang an auf einem niedrigeren Niveau. "Wir geben unser Bestes, aber wir können das nicht vollständig ausgleichen." Er wünscht sich mehr Sprachförderung, überhaupt mehr Personal, damit in kleineren Lerngruppen unterrichtet werden kann.

Nur etwa 15 Prozent der Schüler hier schaffen eine Gymnasialempfehlung, 45 Prozent wäre normal in Berlin. Lehrerinnen und Lehrer sind schwer zu finden, viele würden lieber an Schulen in besseren Vierteln unterrichten, sagt Liegel. Er könne das nicht wirklich verstehen, die Arbeit an seiner Schule in den Rollbergen sei eine tolle und sehr erfüllende Aufgabe.

Niedergang des Viertels politisch verursacht

Warum Viertel wie die Rollbergesiedlung sich so verändern, kann unterschiedliche Ursache haben. Hier begann der soziale Abwärtstrend mit der Privatisierung der etwa 2.500 einst städtischen GSW-Wohnungen im Jahr 2004. Von da an ging das komplette Hochhausviertel von Hand zu Hand, wurde mehrfach weiterverkauft, bis es 2019 von der landeseigenen Gewobag erworben wurde.

Es gab fünf Eigentümer in nicht mal 20 Jahren, saniert wurde kaum. Die Gewobag muss nun nicht nur den hohen Kaufpreis verkraften, sondern soll auch in Ordnung bringen, was die Privaten versäumt haben. Auf eine Anfrage von rbb24 Recherche erklärte die Gewobag: "Wir haben für die im Rahmen der Rekommunalisierung entstandenen Hoffnungen der MieterInnen Verständnis. Die damit einhergehende Erwartung, dass fehlende Investitionen des Vorbesitzers unverzüglich nachgeholt werden, ist allerdings nicht realistisch."

Die Gewobag habe bisher 5,7 Millionen Euro investiert, zum Beispiel für die Instandsetzung der defekten Heizungsanlage und für die Asbestbeseitigung in den Gebäuden. Noch einmal sechs Millionen sollen in den kommenden Jahren in die Modernisierung der Aufzüge und die Sanierung von Laubengängen und Balkonen fließen.

WBS-Vergabe verstärkt die Spaltung

Gleichzeitig gilt: Wie alle sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen, muss die Gewobag 63 Prozent der Wohnungen an Menschen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) vergeben, also Menschen ohne eigenes oder mit einem sehr geringen Einkommen. Dadurch wird die Konzentration von Armut in Vierteln wie der Rollbergesiedlung noch befördert.

"Auf der einen Seite ist es richtig, Menschen mit geringen Einkommen mit Wohnraum zu versorgen", sagt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel dazu, aber nach einer gewissen Zeit kippt das, wenn man in bestimmten Vierteln nur noch Menschen mit Wohnberechtigungsschein hat. "Wenn wir die soziale Mischung erhalten wollen", so Geisel, "dürfen wir das bei der Rollbergesiedlung nicht so fortsetzen."

Eine unbenutzte Gewerbefläche in der Rollbergsiedlung, Reinickendorf (Bild: rbb/Göbel)Leerstand in der Rollbergesiedlung

Die Berliner Mischung ist Geschichte

Früher sei sozialer Wohnungsbau in der Innenstadt die Normalität gewesen, erklärt Soziologie-Professor Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum für Soziale Forschung Berlin. Viele dieser Wohnungen seien aber inzwischen aus der Mietpreisbindung. "Jetzt haben wir eine soziale Spaltung in Berlin und anderen Städten", kritisiert der Soziologe. In Berlin könne man längst nicht mehr von einer Durchmischung reden.

Die Mittelschicht meidet Quartiere, wo sehr viele Arme wohnen, oder zieht weg. Helbig spricht von einer Abwärtsspirale, die - einmal in Gang gekommen - nur schwer zu stoppen sei. Doch das Rumdoktern an den Symptomen, wie Schulpolitik, Wohnumfeld-Verschönerung und Sozialbetreuung setzt aus seiner Sicht falsche Prioritäten. Das Hauptproblem sei die Verteilungsungerechtigkeit in der Gesellschaft. "Wir haben immer ungleichere Einkommen und Vermögen: Manche kaufen sich millionenteure Einkommenswohnungen, andere wissen nicht, wie sie über den Tag kommen sollen."

Muss die Wohnraumpolitik korrigiert werden? Das sagen die Parteien

  • Muss sich die Vergabe von WBS-Wohnungen ändern?

  • Ist Aufwertung ein Ausweg?

  • Einkommensgrenzen für den WBS anheben?

  • Wer hat geantwortet?

Sendung: Abendschau, 03.02.22, 19:30 Uhr

Beitrag von Jana Göbel, Ute Barthel und Sophia Mersmann

116 Kommentare

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  1. 116.

    Das Problem ist Ihr Ego. Sie beschimpfen schon seit Jahren mich und andere unter wechselnden Nicks, wenn Ihre Götter faktenbasiert kritisiert werden.

  2. 115.

    Es gab keine berlinweite "Delle", wer das behauptet der lügt. ImGegenteil, im Westteil zogen die Mieten sogar an, auch in den Außenbezirken.

  3. 114.

    Ach Herr Neumann. Lesen sie die Geschichte und die Folgen des Bankenskandals, auch wenn sie hier andauernd wichtige Aspekte auslassen.

    Aber sicher kann man private Vermieter verpflichten Sozialwohnungen zu bauen. Gibt es bereits, nur zu wenig. Dazu müßten die Gesetze umgeschrieben werden, die sich die Immobilienmafia auf den Leib schneidern ließ. Wozu hat man sonst Millionen an die cDU und FDP verteilt?

    Enteignen ist sogar höchst verfassungskonform, siehe Enteignungen beim Straßenbau.

    "Einfach nur auf Vermieter eindreschen wird keinen bezahlbaren Wohraum schaffen." Nein aber enteignen.

  4. 113.

    Jemanden für seine verfehlte Wohnungsbaupolitik zu kritiseren ist eines, ständige Lügen, Verdrehungen und absichtilche Weglassungen wie bei ihnen etwas anderes.

    Sie sind ein notorischer Lügner und besitzen einen krankhaften Hass auf alle Politiker der Grünen und Linken. Ihr persönlicher Kreuzzug nervt. Bleiben sie einfach bei den Fakten.

  5. 112.

    In dem Artikel werden zwei Dinge miteinander vermischt bzw. nich genau differenziert.
    1. Es gibt einerseits das Gebiet Rollberge in Reinickendorf, in dem seit März letzten Jahres ein Stadtteilbbüro vom Unionhilfswerk ist.
    2. Es gibt seit 1999 das Quartiermanagement Gebiet "Rollbergsiedlung" in Neukölln, welches über das Programm Sozialer Zusammenhalt (Früher: Soziale Stadt) gefördert wird und zu aktuell gut 30 QM-Gebieten in ganz Berlin gehört, also zu den Gebieten mit "besonderem Aufmerksamkeitsbedarf"

  6. 111.

    Das Quartiersmanagement in der Rollbergsiedlung gibt es dort bereits seit 1999.

  7. 110.

    Nein, doch - sehr oft und 1. war die Antwort nicht an Sie gerichtet; 2. ist das Zitat inhaltlich falsch widergegeben; 3. schrieb ich "Stadtrand" ohne ein konkretes Gebiet zu nennen und 4. dass Eigenheimsiedlungen zu Ghettos wurden/werden, habe ich nicht behauptet.
    Aussagen verdrehen und haltlose Vermutungen tragen nicht zur konstruktiven Diskussion bei.

  8. 109.

    In die Kategorie Lügenpresse würden Sie demnach auch taz und sogar das Neue Deutschland einordnen, da die ebenso wie ich in Ihren Augen Blasphemie begangen haben, als die Lompscher für ihre verfehlte Wohnungsbaupolitik kritisierten.

  9. 108.

    "Mit IHREM Häuschen, brauchen sich nicht ZU wundern." Glauben Sie wirklich, dass aus den Häuschensiedlungen Ghettos geworden sind? Da waren Sie wohl noch nie in einem Stadtrandbezirk. Verkehrsanbindung könnte besser sein, sonst fehlt nichts.

  10. 107.

    Genau so war es. Bei meiner ersten Wohnung hier habe ich die ersten beiden Monate noch mietfrei gewohnt, weil der Vermieter mit damit freiwillig die Kosten für den Makler erstattet hat und das bei einem Mietvertrag mit einem qm-Preis von EUR 6,50 für Neubau mit aktuellem Standard. Wer davon faselt, es hätte keine Delle bei den Mietpreisen gegeben, hat entweder keine Ahnung oder lügt bewusst, weil es nicht ins eigene Narrativ passt. In begehrten Innenstadtlagen waren die Mieten natürlich etwas höher, aber sie waren weit entfernt von der aktuellen Mangelverwaltung.

  11. 106.

    Das verbreitete Halbwissen ist schon erschreckend. Kapitalerträge werden bei Steuerinländern eben NICHT mit einem verminderten Betrag besteuert sondern sind als Einkommen ganz normaler Teil der Einkommenssteuererklärung und werden abseits der geringen Freibeträge ganz normal mit dem individuellen Steuersatz von bis zu 45% (42% + 3% Aufschlag für extra hohe Einkommen) versteuert. Die 25% Kapitalertragssteuer sind lediglich eine Vorabsteuer, um auch in Deutschland nicht steuerpflichtige Anleger besteuern zu können.
    Von einer Vermögenssteuer könnten im Übrigen auch Sie selbst schneller betroffen sein, als Sie glauben. Das Eigentum an einem Haus oder einer Wohnung in begehrter Lage, wo die Preise steigen, reicht dazu schon vollkommen aus, wenn nur die Freibeträge erst mal gering genug sind. Was soll daran gerecht sein? Hat derjenige etwas von dem Vermögenswert? Und warum sollen noch Reichere anders behandelt werden, als "einfache" Reiche? Das sind auch verfassungsrechtliche Fragen.

  12. 105.

    Wir sind vor über 50 Jahren vom Nollendorfplatz nach Lichtenrade fast bis an den Stadtrand gezogen und haben es noch nie bereut. Wir haben aber oft festgestellt, dass wir nicht wieder zurück wollen. Für junge Leute mag die Innenstadt anziehend sein, die Alten würden nicht tauschen wollen. Ich begreife die Abwertung der Aussenbezirke nicht. Unsere Tochter wollte nicht aus Kreuzberg weg, wohnt seit über 20 Jahren zufrieden in Marienfelde. Die Randbezirke sind besser als ihr Ruf.

  13. 104.

    Das stimmt, nicht nur arme Menschen sind betroffen, auch der Mittelstand ist zunehmend betroffen. Ich wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg bald fündig zu werden.

  14. 103.

    Alt-Berliner kennen noch den "schwarzen Kreis". Der Mietendeckel lässt auch hier grüßen. Die Mieten wurden so stark reguliert, dass ganz banal kein Geld für Sanierungen übrig blieb. In der DDR wurden ja gut 3 Mio Wohneinheiten, äh knapp 2 Mio Wohneinheiten neu geschaffen, doch dafür gerade hier in der Innenstadt auch massiv Wohnraum vernichtet. Für die Instandhaltung bestehenden Wohnraumes standen keine Ressourcen zur Verfügung.
    "Ein gleich bleibend knappes Gut, das mit westlichen Devisen indes kaum zu erwerben war, stellte Wohnraum in der DDR dar. Bauliche Kriegsschäden waren häufig nicht oder nur unzureichend behoben worden, sodass angesichts mangelnder Instandsetzung Ende der siebziger Jahre ein enormer Verfall der Altbaubestände einsetzte"
    https://www.bpb.de/izpb/9766/gesellschaft-und-alltag-in-der-ddr?p=1

    Flächensanierungen gab es aber auch in Berlin (West).

  15. 102.

    Ihre Rechung bezüglich des "normalen" Arbeitnehmerjobs interessiert mich, legen Sie los.

  16. 101.

    Für so man einen sind unter wechselnden Namen private Investoren allerdings per se böse. Für die vielbeschworene "Berliner Mischung" gibt es aber das Berliner Model von 2014. Wenn allerdings jemand wie am Pankower Tor auch Wohnung bauen möchte, finden gewisse Kreise immer neue Gründe, dass das nicht passieren darf.

  17. 100.

    Sehe ich auch so. So lange Harz 4 mit Bezahlung der Wohnung und Nebenkosten+ Kindergeld+ Geld zur Teilhabe am Leben+ Bezahlung Möbel + Bezahlung Klassenfahrten, usw. mehr Geld einbringt als ein normaler Arbeitnehmer Job läuft hier einiges nicht im Lot. Und es wird immer mehr Leistungen von den Linken gefordert. Es gibt definitiv aktuell für jeden einen Job, aber muß man ja nicht, der Sozialstaat läuft zum Teil auch in der 3. Generation super. Es gibt Berufsschüler die gleich von Anfang an sagen, einige Monate bleibe ich hier und dann bin ich Harz4 berechtigt. Wohnung und alles wird bezahlt, arbeiten brauche ich dann nicht mehr, sie sind doch doof zu arbeiten. Ich bin echt im falschen Film. Und die Reichen sind die Arschlöcher. Ne sind sie nicht, die bezahlen das Harz4. Ich spreche hier nicht von den Megareichen, die gar keine Steuern zahlen, geht so auch nicht.

  18. 99.

    Die ursprüngliche GSW war nicht privat - da hakte es zwar auch ab und an - im Allgemeinen lief der Laden aber. Der Nachfolger die ADO Immobilien Management GmbH war privat und hat mit den Sanierungen freiwerdender Wohnungen angefangen. Dafür blieb die energetische Renovierung wohl etwas auf der Strecke, mit der die GSW angefangen und aus fadenscheinigen Gründen aufgehört hat. So nun haben wir die Gewobag an der Backe und still ruht der See. Hören sie auf mit dem Märchen von den bösen Privaten oder ziehen sie doch einfach hierher - so für'n Jahr mittendrin statt nur dabei - unter der qualifizierten Verwaltung eines Unternehmens des Landes Berlin. Probewohnen ist in und meine Bude können sie zur Untermiete haben. Ist ab März (auch) frei. Aber zu Ihrer Frage:
    Wen soll ich denn sonst anrufen? Die Krabbelgruppe aus der Kita wäre wohl der falsche Ansprechpartner.
    Übrigens: Von den Sanierungsfirmen habe ich letzter Zeit auch kaum noch was gesehen. Scheinen noch "Restaufträge" abzuarbeiten.

  19. 98.

    Ja Herr Neumann Überraschung.
    Kreuzberg sah in den Achtziger Jahren nicht besser aus als Prenzlauer Berg.
    Die private Immobilienwirtschaft lies "ihr Eigentum" vergammeln. War keine hohe Miete /Rendite rauszuholen.

    In der DDR wurde wenigstens bezahlbarer Neubau für normale Menschen in der Innenstadt gebaut. In dem normale Leute noch heute bezahlbar leben können.

    Ich kann doch nichts dafür das der Kapitalismus in der vorliegenden Form einfach nicht besser beim Wohnungsbau ist. Alle tun immer so, als schriebe ich das um sie zu ärgern. Nö. Wäre ja toll es wäre so einfach. Und man könnte mit den Schlicht-Parolen von CDU, FDP, der Sektion Immo-Filz-SPD oder der AfD tollen Wohnraum bezahlbar in der Innenstadt bauen oder auch nur erhalten. Geht abr halt nicht. Kann ich doch nicht für.

  20. 97.

    Und Sie sind der Meinung, dass Sie die Gewobag anrufen müssen, weil sie jetzt seit kurzem Ihr Vermieter ist? Es ist doch jahrelanger Investions- und Sanierungsstau von Seiten der Privaten, die jetzt aufgeholt werden müssen.

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