Reparaturen nach Kabelbrand beendet - Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wieder freigegeben

Di 08.02.22 | 06:41 Uhr
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Ein Mitarbeiter der Bahnsteigaufsicht geht am Berliner Hauptbahnhof neben einem ICE. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: Abendschau | 06.02.2022 | Michel Nowak | Bild: dpa/Christoph Soeder

Gute Nachrichten für Bahnreisende zwischen Berlin und Hamburg: Nach der Sperrung wegen eines Kabelbrandes ist die Strecke früher als gedacht wieder freigegeben werden. Auch die Mobilfunkprobleme in der Prignitz wurden behoben.

Die Bahnstrecke Berlin-Hamburg ist seit der Nacht auf Dienstag wieder für den Verkehr freigegeben. Das sagte ein Bahnsprecher am Dienstagmorgen auf rbb-Nachfrage. Die Reparaturarbeiten nach dem Kabelbrand am Wochenende konnten damit schneller als geplant abgeschlossen werden. Zuvor war die Bahn davon ausgegangen, dass die Reparaturen bis zum Mittwochabend dauern werden.

ICE-, Intercity- und Eurocityzüge fahren zwischen Berlin und Hamburg jetzt wieder ohne Umwege. Auch der Regionalexpress 2 zwischen Wittenberge und Berlin soll wieder regulär fahren. In Einzelfällen könne es aber noch zu Teilausfällen oder Verspätungen kommen, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn mitteilte.

Am Wochenende war in einem Kabelschacht zwischen Friesack und Paulinenaue in Brandenburg ein Brand ausgebrochen und hatte zahlreiche Kabel zerstört. Züge auf der stark genutzten Verbindung werden umgeleitet. Dadurch kam es zu Verspätungen und Ausfällen.

Schienenersatzverkehr war gestört

Bis zu 25 Techniker hatten seit dem Wochenende an der Behebung des Schadens gearbeitet. Sie müssten zahlreiche Kabel für die Leit- und Sicherheitstechnik für Weichen und Signale erneuern, so der Sprecher.

Am Montagmorgen gab es Probleme beim Schienenersatzverkehr für den Regionalexpress 2 der Ostdeutschen Eisenbahn ODEG. Fahrgäste am Wittenberger Bahnhof berichteten, dass sie vergeblich auf einen Ersatzbus gewartet hätten. ODEG-Geschäftsführer Roland Pauli räumte gegenüber dem rbb Probleme ein. So seien am Morgen nur vier Busse zwischen Wittenberge und Nauen unterwegs gewesen. "Jetzt im Tagesverlauf sollen weitere hinzukommen, so dass wir dort sechs Busse unterwegs haben", so Pauli.

Grund für den Engpass seien Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzbussen gewesen. "Auch bei den Busunternehmen sind die Büros am Wochenende nicht besetzt und auch die Unternehmen habe ihre Zwänge. Sie müssen erst ihre Busse und Fahrer aktivieren", sagte Pauli.

Kabelbrand beeinträchtigte auch Mobilfunk

Der Kabelbrand hatte auch Auswirkungen auf den Mobilfunkempfang in der Prignitz.
Auch diese Schäden konnten inzwischen behoben werden. So ist nach rbb-Informationen seit Montagabend der Mobilfunkempfang in der Prignitz wieder möglich.

Wie der Anbieter Vodafone auf rbb-Nachfrage mitteilte, gab es dort seit Samstagnachmittag Beeinträchtigungen. "Insgesamt können bis zu 11.600 Mobilfunkkunden das Netz aktuell nicht nutzen", teilte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf schriftlich mit. In Wittenberge gab es nach rbb-Informationen seit dem Wochenende sogar einen kompletten Netzausfall. In Perleberg war der Mobilfunk bei Vodafone nur eingeschränkt möglich.

Durch den Kabelbrand an der Bahnstrecke wurde laut Vodafone eine Zufuhrstrecke zerstört, die von der Bahn-Tochter DBKom betrieben wird.

Technische Störung als Ursache wahrscheinlich

Wie die Polizeidirektion Brandenburg dem rbb mitteilte, hatte es am Samstag auf der Strecke im Bereich der Gemeinde Wiesenaue (Havelland) ein Feuer in einem Kabelschacht gegeben. Dabei wurden Kabel auf einer Länge von fünf Metern zerstört.

Nach jetzigem Kenntnisstand der Brandursachenermittler des Landeskriminalamtes Brandenburg sei eine technische Störung der Grund. Die Ermittlungen seien zwar noch nicht abgeschlossen. Anzeichen auf einen Anschlag oder eine Brandstiftung gebe es derzeit aber nicht.

"Sehr stark genutzte Strecke im Fernverkehr"

Nach Angaben eines Bahn-Sprechers verkehren normalerweise rund 60 Züge täglich zwischen Hamburg und Berlin. "Es ist eine sehr stark genutzte Strecke im Fernverkehr." Im Normalbetrieb nutzten rund 17.000 Fahrgäste pro Tag die Verbindung.

Erst seit Dezember fahren die Züge auf dieser Strecke nach rund dreimonatigen Sanierungsarbeiten wieder ohne Umleitungen und Unterbrechungen. Die Strecke war zwischen Berlin-Spandau und Büchen für rund 100 Millionen Euro saniert worden. Laut Bahn wurden dafür rund 400 Kilometer neue Schienen verlegt und 24 neue Weichen eingebaut. Etwa 30.000 Tonnen Schotter seien zudem ausgetauscht sowie die Leit- und Sicherungstechnik erneuert worden.

Sendung: Inforadio, 8. Februar 2022, 6 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Ach TRAMSER... Kaoten sind heutzutage auch bequem. Die schlagen sich nicht Kilometer weit über einen vom Regen versumpften Acker wie die Feuerwehr. Mir war gleich klar, dass das kein Anschlag in dieser Gott verlassenen Gegend war.
    Wenn in Frankreich oder Japan ein Bahn-Kabel durchbrennt, ist es in Deutschland keine Meldung wert. Von da aus erfahren wir auch nichts von solchen Zwischenfällen.
    Einen Unterschied gibt es schon: In Frankreich sind die Kommunikations- und Technikkabel der Bahn nicht in aufgeständerten Kabelkanälen aus dem Baumarkt verlegt, sondern in Betonschächten neben dem Streckenprofil. Und wahrscheinlich auch mit ein wenig mehr Leitungslänge, um die Temperaturmechanik der Drähte auszugleichen. Alles eine Frage des Geldes...

  2. 36.

    Hatte selbst befürchtet, dass es witterungsbedingt noch länger dauern könnte. Sofort kam aber der Gedanke, dass man ja heute Schutzzelte hat. Die Jungs waren eben so richtig fleißig bei der Sache. Übrigens vermutete ich zuerst wieder einen Anschlag. So lange ist das in Berlin ja nicht her. Aber mal eine Grundsatzfrage: Wie oft geschieht ein solcher technischer Defekt in anderen Ländern ? Nehmen wir mal Frankreich, Japan und China.

  3. 35.

    Hut ab vor den Leuten, die so schnell eine so komplexe Reparatur ohne Vorbereitung durchführen.

  4. 34.

    Mal ganz ehrlich, die unterschiedlichen Schreibweisen waren damals doch nur gegenseitige Propaganda. Man wollte sich offiziell scharf voneinander abgrenzen. Schon damals hat das im Privaten jeder geschrieben und gesprochen wie er wollte. Diesen Unsinn sollten wir nun tatsächlich auch noch weiter ausfechten.

  5. 33.

    Der Juwelier Wempe hatte anders als Sie die Deutsche Teilung schon länger überwunden: ""Unser Geschäft geht weit über die Erwartungen hinaus. Die Westberliner kommen genauso wie die Ostberliner." https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/lust-und-frust-in-der-friedrichstrasse/17722.html

  6. 32.

    @Alfred Neumann-Wie Sie lebte ich auch in BERLIN (West), auch West-Berlin. Westberlin bezeichnete man es nur im Osten.
    Hört bitte auf, das nachträglich zu legitimieren. Wir sagen doch auch nicht mehr Ostsektor oder-zone. Schließlich ist die DDR in der BRD aufgegangen und nicht umgekehrt.

  7. 30.

    Als Flugbegleiterin sind Sie offensichtlich noch nie aus der Kabine rausgekommen im Ausland, sonst wüssten Sie, dass nahezu keine einzige Hauptstadt ihren Flughafen im Stadtgebiet hat. Teilweise sind die sogar weit außerhalb und teils extra mit Expresszügen ins Zentrum angebunden, Fahrtzeit 20 bis 30 Minuten. Tempelhof lag bei Bau vor den Toren der Stadt. Tegel wurde nur deshalb an dieser Stelle errichtet, weil der Westteil der Stadt eingekreist war und deshalb kein anderer Standort möglich war. Gatow war zu klein und unsicher und kam Tegel ins Gehege. Unter normalen Umständen wäre schon lange vorher ein Großflughafen weit außerhalb errichtet worden. Im Übrigen ist Berlin zu einem Drittel Miteigentümer am BER. Wir haben in Deutschland ohnehin zu viele Flughäfen. Eine bessere Bahnanbindung könnte viele davon überflüssig machen (womit dann wieder der Bogen zur Bahn geschlagen wäre).

  8. 28.

    Erstaunlich, daß 5 m verbrannte Kabel den Zugverkehjr auf 91 km Eisenbahnstrecke lahm legen und die Züge nicht wenigstens bis Friesack oder Neustadt (Dosse) fahren können. Kann der RBB bitte den Grund dafür erkunden? @2: Das ist riesengroßer Quatsch, das der letzten Generation in die Schuhe zu schieben. Anschläge auf Straßen machen eher Sinn, aber nicht auf Bahnen. Schalte vor dem Kommentieren dein Gehirn ein! @7: Das ist Quastsch. So oft brennen die Kabel nicht.

  9. 27.

    Hier ist das Geläster zur stillgelegten Ausweichstrecke fehl am Platz, wird dich im Artikel erwähnt, dass Züge fahren, nur eben eine Stunde länger unterwegs sind. Fernverkehrszüge werden über Uelzen/Salzwedel/Stendal, über Lehrte und über Schwerin/Güstrow/Neustrelitz umgeleitet, Umleitung zwischen Wittenberge - Stendal wegen Vollsperrung aufgrund von Bauarbeiten nicht möglich. Aber Sie kennen bestimmt die stillgelegten Strecken, die sonst als Alternative hätten genutzt werden können, oder?

  10. 26.

    Auch Sie als Flugbegleiter sollten wissen, daß CDG, ORY und LBG nicht in Paris liegen. Als Westberliner sollte man auch die Geschichte der Stadt kennen. Dass Tempelhof seine Bedeutung als Passierflughafen hätte nach dem Endsieg verlieren sollen, gehört zwar nur eingeschränkt dazu. Warum Tegel gebaut wurde, muss man aber gerade als Westberliner wissen.

  11. 25.

    Genau deshalb hieß es 1981 bei der Reichsbahn "Zentralstellwerk Neustrelitz (Anm.: reichte bis Warnemünde) die Messe" und bereits 1983 "Zentralstellwerk der letzte Dreck, wenn irgendetwas an den Kabeln ist, sucht man sich dumm und dusselig ... nie wieder"

  12. 24.

    Gut, wer hier keine Ahnung vom Flugverkehr hat steht noch aus. Ich für meinen Teil als Flugbegleiterin weiß wovon ich spreche. Man muss die Meinungen von Westberliner hören.

  13. 23.

    Was dauert 5 Tage?
    Die Kabel sind auf einer Länge von 5m völlig zerstört worden. Die Techniker müssen jetzt auf beiden Seiten die Kabel um weitere 1-2m kürzen und diese mit neuen Kabeln verknüpfen.
    In so einem Schacht liegt nicht nur eins drin, sondern teilweise 15-20 Kabel. Jedes Kabel hat seine Aufgabe in der Leit- und Sicherungstechnik für uns.
    Leider einer der Nachteile der Zentralen Stellwerke.

  14. 22.

    Ich glaube im alten Rom war alles besser.Wie die Deutschen in der Welt bestehen wollen ist mir ein Rätsel.2022 und dann solche Zustände bei der Bahn.Auch die Organisation danach.Siehe Abendschau am heutigen Tag.Unfassdbar.

  15. 21.

    Soe haben Oaris vergessen. In der Stadt gab es nie einen Flugplatz. Es ehrt Sie aber, dass Sie vom Flugverkehr keine Ahnung haben.

  16. 20.

    Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen, berichten seriöse Medien.
    13:30/14:20/15:50

  17. 18.

    Leider hat die Verkehrspolitik es geschafft, mögliche Ausweichstrecken für das ökologische Verkehrsmittel Eisenbahn vielerorts abzuschaffen, und während die Asphalttrassen oftmals drei- oder vierspurig ausgebaut wurden, zu Lasten von Natur und Agrarfläche und zum Nutzen privater Fuhrunternehmen, sind Notfallsysteme für Ausfälle dieser Art bei der Bahn, gar ein unabhängig betreibbares drittes Gleis offenbar nicht vorhanden.

    Und Besserung ist nicht in Sicht, denn beim Thema E-Mobilität wird eben nicht an Eisen- und Straßenbahn gedacht, obwohl für deren Betrieb nicht der verlustreiche Umweg des °Aufladens“ schwerer Batterien von Nöten ist:

    Und das nennt sich dann auch noch “Freie Marktwirtschaft“, wobei “Vernunftfrei“ wohl treffender wäre.

  18. 17.

    Nein, umweltfreundlich sind sie auf keinen Fall. Neben den direkten Schäden und Unannehmlichkeiten, die sie verursachen, liefern sie den Autofahrern Argumente, wie anfällig und damit unzuverlässig die öffentlichen Verkehrsmittel sind.

  19. 16.

    Mit gewisser Wahrscheinlichkeit haben sich einschlägige Spekulationen erledigt. Wäre ja zu wünschen.

  20. 15.

    Sowenig die Partei Die Linke ein Monopol auf irgendein "Linkssein" hätte - es vielmehr eine Art Polit-PR ist - so wenig ist der Begriff "linke Szene" treffgenau. Aber alle ahnen, wer gemeint ist.

    Es ist die kampagnenmäßige Verkürzung, die Extremisten nicht mehr Extremisten sein lässt. Das betrifft Links- und Rechtsextremisten gleichermaßen, die dann verkürzt als Linke und Rechte bezeichnet werden.

  21. 14.

    Anschläge auf die Bahn. Das geht gar nicht, ich möchte mal wissen was die damit erreichen wollen. Dass damit evtl auch Menschenleben gefährdet werden interessiert die nicht.

  22. 13.

    "Linke Szene" ; ist das die Jugendorganisation der Linken ? Ich bin wie immer völlig ahnungslos.

  23. 12.

    Von welchen Flughafen in Berlin sprechen Sie?? Berlin ist die einzig Hauptstadt die keinen Flughafen hat! Oder??

  24. 11.

    Meines Wissens nicht. Deshalb ja mein Hinweis auf die Bahn und die Polizei.

  25. 10.

    So etwas kommt vor und ist sicher ärgerlich, aber davon geht die Welt nicht unter. Derartiges lässt sich zudem auch nie komplett verhindern.

    Und genau deshalb macht es bei einer derartigen Seltenheit auch keinen Sinn, jetzt wieder grundsätzlich alle Dinge in Frage zu stellen.

  26. 9.

    Super Vorschlag: eine Stunde Fahrt in Berlin zum Flughafen, eine Stunde vorher da sein, warten bei der Sicherheitskontrolle, eine Stunde Flug, in Hamburg dann ca. eine Stunde in die Stadt… macht ca. 4 Stunden. Das ist natürlich vieeeel bequemer und schneller und vor allem umweltfreundlicher als 90 Minuten mit der Bahn von Innenstadt zu Innenstadt (Sarkasmus aus!).
    Ich wollt‘ ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, aber Ihr Kommentar ist schon ziemlich dämlich.

  27. 8.

    Ihr damaliges Beispiel wurde im Zuge der Ermittlungen der linken Szene zugeordnet (Bekennerschreiben).
    Gibt es denn jetzt schon ein Bekennerschreiben?

  28. 7.

    Solche regelmäßig vorkommenden Probleme zeigen, wie wichtig es wäre, den Flugverkehr zwischen Hamburg und Berlin, immerhin den beiden größten deutschen Städten, wieder aufzunehmen.

  29. 6.

    Das kann gut sein. Aber sind solche Anschläge umweltfreundlich?
    Hilft man damit den Menschen. Die Schäden zahlt doch die Bahnbenutzer
    und die Steuerzahler.

  30. 5.

    Jahrzehntelanges Nichtstun macht sich halt irgendwann bemerkbar.
    Es ist so üblich, dass alles immer auf die nächsten Generationen geschoben wird.
    Traurig aber wahr!!

  31. 4.

    Muss die Reparatur erst EU-weit ausgeschrieben werden oder warum dauert sowas fünf Tage?

  32. 3.

    In den letzten Jahren gab es wiederholt Anschläge auf Bahnstrecken, wenn Gerichtsverhandlungen oder Polizeieinsätze in Bezug auf die Rigaer Straße anstanden.
    Damals war es quasi linksextremer Terror.

  33. 2.

    The Last Generation vielleicht?

  34. 1.

    Vor etlichen Jahren gab es in Paulinenaue - einem Ortsteil der jetzigen Gemeinde Wiesenaue - schon mal einen Anschlag auf die Bahn. Aber das wird die Bahn, aber auch die ermittelnde Polizei wissen.

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