rbb24
  1. rbb|24
  2. Panorama
Quelle: Michael Kuenne/Presscov via ZUMA Press Wire/pa

Staus im Berufsverkehr

Klimaschutz-Demonstranten blockieren erneut Autobahn-Ausfahrten

Autofahrer brauchen auf Berlins Stadtautobahnen wieder gute Nerven. Erneut wurden Ausfahrten blockiert. Dieses Mal betraf es insbesondere die am Messedamm und an der Konstanzer Straße. Später kam die Oberlandstraße hinzu.

Erneut haben Klimaschutz-Demonstranten in Berlin Ausfahrten der Stadtautobahn blockiert. Am Montagmorgen traf es die Ausfahrten Messedamm und Konstanzer Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mitteilte. Später wurde die Zufahrt Oberlandstraße besetzt. Als Folge bildeten sich Staus. Die Polizei räumte die Blockaden recht zügig und nahm 21 Blockierer vorläufig fest. Ihre Personalien sollten festgestellt werden für mögliche Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten.

Ausfahrt Beusselstraße

Aktivisten blockieren erneut Stadtautobahn A100

Sie haben es wieder getan: Auch am Freitag blockierten Aktivisten der Bewegung "Letzte Generation" die A100 in Berlin. Mehrere Menschen sollen an der Ausfahrt Beusselstraße die Autobahn betreten und sich dort festgeklebt haben. Es kam zu Staus.

Wieder wütende Kraftfahrer

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte angekündigt, dass die Polizei versuchen werde, mit gezielten Maßnahmen die Blockadeaktionen zu verhindern oder schnell aufzulösen. Die kleine Gruppe "Aufstand der letzten Generation" blockiert seit Ende Januar immer wieder Autobahnausfahrten, vor allem in Berlin, aber auch in Hamburg und München. Sie fordern ein sofortiges "Essen-Retten-Gesetz" und eine Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Autofahrer reagierten wütend und zum Teil aggressiv. Die Polizei stellte Dutzende Strafanzeigen wegen Nötigung und Widerstands. Kritik gab es auch aus Teilen der Politik, weil durch die Aktion der Verkehr und auch Menschen gefährdet werden könnten.

Erst am vergangenen Freitag klebten sich Demonstranten auf der Stadtautobahn fest. 22 Demonstranten seien vorläufig festgenommen worden und würden überprüft. Videos im Internet zeigten, dass Autofahrer zunehmend aggressiv reagierten. Im Internet kursierten erneut Videos von wütenden Autofahrern. Zu sehen ist bei Twitter etwa, wie ein Mann im Morgengrauen aus dem vordersten Auto im Stau steigt, ein paar Meter nach vorne läuft und einen auf der Straße knienden Blockierer heftig umstößt. Viele Twitter-Nutzer kritisieren die Demonstranten heftig und zum Teil mit Beschimpfungen, andere verteidigen sie.

In einem anderen Video ruft ein Autofahrer mehrfach: "Hallo, ich arbeite". Dann fährt er sehr langsam immer weiter vor, bis er den Rucksack eines Blockierers überfährt und der junge Mann den Weg frei geben muss. Andere Autofahrer hupen und rufen: "Ich muss zur Arbeit, ich habe keine Zeit für euch, geht ihr bitte weg."

Protestbewegung "letzte Generation"

Wer die Autobahn-Blockierer:innen sind

Seit bald zwei Wochen blockieren die Aktivist:innen der Bewegung "Aufstand der letzten Generation" fast jeden Morgen Teile der Stadtautobahn und sorgen für lange Staus. Aber wer steht eigentlich hinter der Bewegung? Von Hendrik Schröder

Verfassungsschutz: Autobahn-Blockierer keine Linksextremisten

Nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes haben die Aktivisten keinen linksextremischen Hintergrund. "Aktuell liegen dem Berliner Senat keine Hinweise darauf vor, dass den Blockadeaktivitäten verfassungsfeindliche Bestrebungen zugrunde liegen", sagte Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) am Montag im Verfassungsschutz-Ausschuss des Abgeordnetenhauses.

Es gebe auch keine Erkenntnisse, dass die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppe "Ende Gelände" eine Rolle spiele, so Akmann weiter. Bislang lägen keine Hinweise vor, dass sich die linksextremistische Szene an diesen Aktionen beteilige oder dafür mobilisiere. Akmann fügte hinzu: "Der Verfassungsschutz beobachtet aber, ob und wie sich Extremisten zu diesen Aktivitäten verhalten."

Sendung: rbb 88.8, 14.02.2022, 10:00 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 14.02.2022 um 17:01 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

Artikel im mobilen Angebot lesen