Brand an Bahnstrecke - Tausende Menschen nach Kabelbrand ohne Mobilfunk-Netz

Mo 07.02.22 | 13:56 Uhr
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Ein Blick auf die Brandstelle in Friesack an der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin. (Quelle: dpa/Cevin Dettlaff)
Video: Brandenburg aktuell | 07.02.2022 | Ismahan Alboga / Charlotte Gerling | Bild: dpa/Cevin Dettlaff

Der Kabelbrand an der Bahnstrecke Berlin-Hamburg beeinträchtigt neben dem Bahnverkehr auch den Mobilfunk in der Prignitz. Fast 12.000 Vodafone-Kunden haben kein Netz. Probleme gibt es auch beim Schienenersatzverkehr.

Nach dem Kabelbrand an der Bahnstrecke Berlin-Hamburg ist auch der Mobilfunkempfang in der Prignitz von Störungen betroffen. Wie der Anbieter Vodafone dem rbb mitteilte, gibt es seit Samstagnachmittag Beeinträchtigungen im Mobilfunknetz im Landkreis Prignitz. "Insgesamt können bis zu 11.600 Mobilfunkkunden das Netz aktuell nicht nutzen", teilte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf schriftlich mit.

Reparaturarbeiten dauern an

In Wittenberge gibt es nach rbb-Informationen seit dem Wochenende einen kompletten Netzausfall. In Perleberg ist der Mobilfunk bei Vodafone nur eingeschränkt möglich.

Ursache ist der Kabelbrand an der Bahnstrecke bei Friesack am Samstag. Dabei wurde laut Vodafone eine Zufuhrstrecke zerstört, die von der Bahn-Tochter DBKom betrieben werde.

Laut Vodafone wurde mit der Reparatur der zerstörten Leitungen begonnen. Wann der Mobilfunkempfang in der Prignitz wieder möglich ist, dazu konnte Vodafone keine Angaben machen. Von der Deutschen Bahn hieß es auf rbb-Anfrage dazu, auch das Mobilfunknetz werde wohl erst am Mittwochabend wieder vollständig funktionieren.

Probleme beim Schienenersatzverkehr

Unterdessen haben auch die Reparaturarbeiten am beschädigten Bahnkabel begonnen. Wie Bahnsprecher Matthias Waha am Montag dem rbb sagte, sind 25 Mitarbeiter vor Ort. Sie müssten zahlreiche Kabel für die Leit- und Sicherheitstechnik für Weichen und Signale erneuern, so der Sprecher.

Am Montagmorgen gab es derweil Probleme beim Schienenersatzverkehr für den Regionalexpress 2 der Ostdeutschen Eisenbahn ODEG. Fahrgäste am Wittenberger Bahnhof berichteten, dass sie vergeblich auf einen Ersatzbus gewartet hätten. ODEG-Geschäftsführer Roland Pauli räumte gegenüber dem rbb Probleme ein. So seien am Morgen nur vier Busse zwischen Wittenberge und Nauen unterwegs gewesen. "Jetzt im Tagesverlauf sollen weitere hinzukommen, so dass wir dort sechs Busse unterwegs haben", so Pauli.

ODEG kündigt Verbesserungen an

Grund für den Engpass seien Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzbussen gewesen. "Auch bei den Busunternehmen sind die Büros am Wochenende nicht besetzt und auch die Unternehmen habe ihre Zwänge. Sie müssen erst ihre Busse und Fahrer aktivieren", sagte Pauli.

Ab Dienstag will die ODEG einen verbesserten Schienenersatzverkehr für den RE2 anbieten. So sollen die Züge aus Wismar dann bis Breddin (Ostprignitz-Ruppin) und nicht nur bis nach Wittenberge fahren. Von Breddin aus geht es mit Ersatzbussen weiter nach Nauen. "Die Busfahrzeiten sind kürzer, es sind deutlich mehr Busse unterwegs und jeder Zug wird mit mehreren Bussen ersetzt, so dass man dort eine stabile Fahrlage hat", erklärte der ODEG-Geschäftsführer.

Sendung: radioeins, 07.02.2022, 11:36 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Auch die Netzbetreiber sind ähnlich ahungslos wie ich und setzen schon lange auf Glasfaser zu Anbindung der BTS. Richtfunk hat in der Branche enorm an Bedeutung verloren

  2. 20.

    Mit professionellen Richtfunk bekommt man, Stand heute, also jetzt, Datenraten von bis zu 20 Gbit/s hin und, wie bisher nicht erwähnt, sie haben einfach keine Ahnung.
    Naja - irgendwie haben sie aber auch Recht. Mit einer Pringels-Antenne wird das nichts.

  3. 19.

    Sie sind zu lange im Ruhestand. Schon zu GSM-Zeiten reichte Richtfunk alleine nicht aus. Deshalb kooperierte damals ja wie erwähnt D2 mit der DB.

  4. 18.

    ... und wenn es nur 1G an jeder dritten Milchkanne wäre. Mit einer Richtfunkstrecke als Rückfallebene könnte man mind. Telefonieren oder 'ne alte SMS abschicken. Mehr braucht man für eine Notfallversorgung nicht. Achso ... Faxe versenden geht damit auch.
    So'ne Rückfallebene sollte eigentlich Pflicht werden. Dann würden sich die Billigheimer auch ganz schnell verabschieden und nicht "Mimimi-Kabelbrand" heulen.

  5. 16.

    Da braucht wohl Vodafone Nachhilfe in Planung/Aufbau einer kanten-disjunkten Redundanz. Eine Frechheit soviele Haushalte scheinbar mit nur EINER geografischen Anbindung auszustatten. Bundesnetzagentur sollte da mal nachfragen!

  6. 15.

    In der Steinzeit des Mobilfunks war Richtfunk jenseits der Telekom die Regel, allerdings vor allem zur Anbindung der Basisstationen, die mit den Handies in direktem Kontakt stehen. Die Bandbreite ähnelte dabei eher den Morsen denn 4G oder gar 5G. D2 und DB kooperieren aber schon früh zur Anbindung übergeordneter Anlagen ganz banal weil die DB Leitungsrechte hat.

  7. 14.

    >"Is wieder mal typisch für die Prignit,..."
    Na Janice, dann ziehen Sie doch weg aus der Prignitz!
    Solch ein Kabeldefekt hat nichts mit der Region zu tun. Der kommt überall mal vor. Selbst in Berlin, wo alle angeblich hin wollen.
    Diese Anfälligkeiten haben eher was mit kostengünstig verlegter Infrastruktur zu tun ohne ein Quantum mehr an Sicherheitsreserven. Jeder gute Modelleisenbahner verlegt seine Klingeldrähte robuster...

    Und werte Janice, machen Sie der Prignitz bitte alle Ehre, wenn Sie jetzt nicht nachfragen, was die Worte... Defekt... Infrastruktur... Quatum... Sicherheitsreserve... robust... ausdrücken.

  8. 13.

    Is wieder mal typisch für die Prignit,ist schließlich nicht das 1te Mal.Meine Güte das man für den Mist auch noch zahlt.Ich meine wenn es öfters passiert,was ja der Fall is,warum sucht man nicht nach einer Lösung?Ach nee is ja wieder zu einfach.Klasse mal sehen wie lange man nun wieder nicht zu erreichen is.Man kennt es ja schon.

  9. 12.

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    ich übersetz' mal ... Richtfunk wäre auch moglich

  10. 11.

    Bis zu ihrem Handy schon. Dahinter sind diese aber mit Glasfaser oder Richtfunkstrecken angebunden. Da kann man mal wieder sagten "Vodafone" die Telekom hat Notfalltechnik und dies ja eindrucksvoll beim Hochwasser 2021 erwiesen. Notfalls kann man auch mit Richtfunk den Mast wieder anbinden. Das zumindest die Telefonie wieder möglich ist. Vodafone sitzt das mal wieder aus, es ist eben billiger. Die Bahn hat ihre Kabeltrassen auch vermietet, da es hier einfacher ist Kabel zu verlegen als durch die Landschaft. Solche Vorfälle haben dann auch Auswirkungen auf andere Infrastruktur.

  11. 10.

    Niedliche Idee von nem Bahn-Laie...
    Kaputte Signal- und Kommunikationstechnik hat nicht unbedingt was mit der Traktionsart (Diesel oder Strom) zu tun.
    Auf Sicht fahren gibts bei Vollbahnen nur immer allergrößten Notfall, um evtl. die Strecke frei zubekommen oder für Bauzüge auf gesperrten Streckenabschnitten. Für normale Züge ist das nicht gedacht.

  12. 9.

    Ich frage mich warum man für so etwas nicht ein paar Dieselloks bereit hält die dann langsam auf Sicht fahren und an jede Weiche eine Person stellt, die diese manuell umschaltet.

  13. 8.

    Die Daten müssen ja irgendwie von einem Netzknoten zum anderen übertragen werden. Und das passiert eben mit einem Kabel. Interessant für einige vielleicht: Das ehemalige Bahn eigene Fernsprechnetz wurde mit der Bahnreform an Arcor verkauft. Und Arcor gehört jetzt... zu vodafone. Das Bahnkommunikationsnetz liegt natürlich entlang der Bahnstrecken. So kommts dann, dass solch ein Kabelbrand auch die Datennetze anderer Betreiber mit beeinträchtigt, obwohl die meisten Vodafonekunden nichts mit der Bahn zu tun haben.

  14. 7.

    Von allein können die Antennen nicht senden. Die digitalen Signale werden mit einem Kabel zur Sendeeinrichtung geführt.

  15. 6.

    @ 2. & 3.
    Das habe ich auch sofort gedacht und wie man inner Prignitz überhaupt auf die waghalsige Idee kommen kann, dass Handynutzung überhaupt möglich ist ;-)

  16. 5.

    Naja, das Mobilfunksignal wird von Funkmasten ausgestrahlt, bzw. verbindet sich das Handy mit denen. Der Mast selbst aber wiederum verbindet sich per Kabel mit dem Rest des Netzes, ähnlich wie ein WLAN-Router. Wenn der Router (Mast) selbst keine Kabelverbindung mehr hat, kann auch das WLAN (Funknetz) nicht funktionieren.

  17. 4.

    Das Signal,welches gesendet/empfangen werden soll, muss ja erst mal irgendwie zum Sendemast/Antenne gelangen. Dazu nimmt man Kabel.

  18. 3.

    Mobilfunkkabel? Das klingt so wie WLAN Kabel, was das denn?!?

  19. 2.

    Ich verstehe nicht warum solche Probleme geht Mobilfunk nicht über Antennen?

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