Drittes Sturmtief "Antonia" - Bahnverkehr läuft noch eingeschränkt - keine Probleme bei S- und U-Bahnen

Mo 21.02.22 | 16:33 Uhr
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Eine Regionalbahn fährt am Bahnhof Jannowitzbrücke in Berlin-Mitte vorbei in Richtung Ostbahnhof. (Quelle: dpa/Stefan Jaitner)
Video: Abendschau | 21.02.2022 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Stefan Jaitner

Die Berliner S-Bahnen fahren wieder und auch die Regionalbahnen sind unterwegs, wenn auch nicht auf allen Strecken. Nahezu problemlos läuft auch der BVG-Verkehr. Zugausfälle gibt es noch im Fernverkehr.

Nach zahlreichen Problemen im Öffentlichen Personennahverkehr sowie im Regional- und Fernverkehr der Bahn im Zusammenhang mit den drei Sturmtiefs normalisiert sich das Geschehen zunehmend. So meldete die Berliner S-Bahn seit Montagmorgen einen störungsfreien Betrieb. "Wir sind gut in den Montagmorgen gestartet. Der S-Bahn-Verkehr rollt ohne Einschränkungen", sagte S-Bahnsprecherin Sandra Spieker rbb|24.

BVG meldet reibungslosen Betrieb

Auch die BVG meldete am Montagmorgen einen reibungslosen Betrieb. "Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen sind regulär unterwegs. Es gibt so gut wie keine Einschränkungen", sagte BVG-Sprecher Markus Falkner rbb|24 am Montagmorgen. Das aktuelle Sturmtief "Antonia" falle so gut wie gar nicht ins Gewicht. Auf einigen Buslinien bestünden noch Umleitungen, weil Sturmschäden noch nicht beseitigt waren.

Im Zusammenhang mit "Antonia" musste in der Nacht zu Montag nur eine Buslinie (N22) wegen eines umgestürzten Baums in Konradshöhe umgeleitet werden. Auf wenigen Linien gibt es aktuell noch Umleitungen wegen älterer Sturmschäden, die noch nicht beseitigt werden konnten. Das betrifft die Linien 123, 133 sowie die Nachtlinien N6 und N23. Auf der Linie 142 kann die Haltestelle Samoastraße noch nicht angefahren werden.

Regionalzüge in gedrosseltem Tempo unterwegs

Der Regionalbahnverkehr in Berlin und Brandenburg ist hingegen weiter beeinträchtigt. Im Regionalverkehr verkehrten keine Züge zwischen Potsdam und Michendorf (RB23) und Prenzlau und Angermünde (RE3). Auf der Linie RE3 wurde ein Notverkehr mit Bussen eingerichtet. Fahrgäste der Linie RB23 sollten auf die Buslinie 643 ausweichen.

Auf anderen Linien kommt es laut einer Bahnsprecherin zu Verspätungen. Wegen des starken Windes würden die Züge in gedrosseltem Tempo fahren. Zudem würden auch Erkundungsfahrten in der Region durchgeführt und dabei kleinere Störungen sofort beseitigt. Die Zugbesatzungen hätten auf ihren Aufklärungsfahrten Motorsägen an Bord, so die Sprecherin am Montagmorgen.

Die Bahn geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Stürme der vergangenen Tagen noch bis Dienstag Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg haben werden. Auf einigen Linien würden sich die Räumungsarbeiten bis voraussichtlich Mittwoch hinziehen, hieß es auf der Website der Bahn. Allerdings musste der Regionalverkehr nicht, wie zunächst befürchtet, wegen des Sturmtiefs "Antonia" in der Nacht eingestellt werden.

Keine Züge von Berlin nach Rostock/Stralsund

Ebenfalls noch beeinträchtigt ist der Fernverkehr: So fahren keine Züge zwischen Berlin und Rostock/Stralsund. Außerdem sind zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund, Norddeich Mole/Emden und Köln sowie Siegen und Dortmund keine Züge unterwegs. Nach Angaben der Bahn waren nach den zurückliegenden Sturmtagen zwischenzeitlich insgesamt mehr als 6.000 Kilometer des deutschen Streckennetzes nicht befahrbar. Rund 2.000 Einsatzkräfte seien rund um die Uhr unterwegs, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Oberleitungen zu reparieren.

Aktuelle Reiseinformationen und Verkehrsmeldungen gibt es auf der Internetseite der Bahn: bahn.de.

Auf den von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) betriebenen Linien sind die Züge nach Unternehmensangaben [odeg.de] vom Montag wieder planmäßig unterwegs.

Bahn hat Kulanzregeln erweitert

Nach den Zugausfällen, die im Zusammenhang mit den Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" stehen, hat die Bahn die Kulanzregeln ausgeweitet. Tickets für den Fernverkehr im Zeitraum vom 17. bis 21. Februar können bis einschließlich 28. Februar entweder flexibel genutzt oder kostenfrei storniert werden. Die Zugbindung bei Sparpreisen und Super-Sparpreisen ist aufgehoben. Bezüglich Informationen über die Gültigkeit bereits gekaufter Tickets verweist das Unternehmen auf die "besondere Kulanzregelungen" [bahn.de].

Folgen des Orkans in Berlin und Brandenburg

Sendung: rbb 88.8, 21.02.2022, 08 Uhr

56 Kommentare

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  1. 56.

    In der Schweiz muss vereinfacht gesagt nach einem Schutzstreifen freigehalten werden, danach im 45°-Winkel ansteigend. Hierzulande gibt es aber Nicht-DB-Waldbesitzer sowie Naturschützer. "Bereits seit 2007 gibt es bei der DB das Präventionsprogramm „Grün an der Bahn“: Dabei wird auf mindestens sechs Metern rechts und links der Bahnstrecke die Vegetation komplett zurückgeschnitten. Zusätzlich habe die DB seit 2016 systematisch sturmgefährdete Stellen, sogenannte Hot Spots, in den Blick genommen, bei denen ein sogenannter V-Schnitt durchgeführt und Bäume auch außerhalb der Sechs-Meter-Zone gefällt werden." konnte man bereits vor Jahren lesen." Es entbehrt dabei nicht einer gewissen Tragik, dass 2018 die nach Uelzen fahrende Metronom einen radikalen Freischnitt entlang der Bahntrassen gefordert hatte.
    https://www.landeszeitung.de/lueneburg/35249-bahn-stellt-aktionsplan-vor/

  2. 55.

    Richtig, aber nicht nur Dieselloks, ich habe mit meinem Jumbo ( BR 44 ) auch etliche Elektrozüge nach Hause gezogen.

  3. 54.

    Das Taxi gilt ebenso wie Bus und Bahn als öffentliches Verkehrsmittel. Insbesondere wenn der Arbeitnehmer sehr flexibel sein muss und die Nutzung von Bus und Bahn zu seinen Arbeitszeiten nicht möglich ist. Es können dann die tatsächlich entstandenen Taxikosten bei der Steuer abgesetzt werden und nicht die Pendlerpauschale.

    (Az 3 K 490/19) Finanzgericht Thüringen

  4. 53.

    "Jeder hat das Recht auf bequeme und uneingeschränkte Mobilität!"

    Steht wo geschrieben?

    Grundrecht auf (Auto-)Mobilität?

    B. Grundrechtliche Gewährleistungen der Mobilität - Mobilität als individuelle Grundrechtsausübung

    Ein Grundrecht auf Mobilität wird in den Artikeln 1 - 19 GG nicht explizit genannt .

  5. 52.

    Die DB hält immer noch strategisch positionierte Dieselloks beriet, um lange nach Ausmusterung der angeführten Dampfloks liegengebliebene ICE abzuschleppen. Ein solcher Zug kann aber schlecht die Streckenabschnitte passieren, auf denen gerade Turmwagen die Oberleitung reparieren. ICE fahren deshalb z.B. teils von Hamburg über Bremen nach Hannover. Bedenken Sie dabei aber bitte auch, dass die DB alleine über 300 ICE-Triebzüge betreibt, dazu kommen noch unzählige IC und Nahverkehrstriebwagen. DIE NE-Bahnen kommen auch noch dazu. Wie viele Diesel-Loks wollen Sie in Reserve halten?

  6. 51.

    Egal womit und wie ein Triebfahrzeug angetrieben wird (Sie schlagen Diesel vor) sind zuerst die Gleise von Hindernissen zu räumen (Bäume, Oberleitungen, sonstiges). Dazu braucht es Personal, das niemals zugleich und überall pärsent sein kann und es ergeben sich deswegen an sämtlichen Havarieorten zwangsläufig in jedem Fall lange Wartezeiten.

  7. 50.

    warum sind Sie mit Ihrer 'qualifikation' eigentlich nicht Verkehrsminister oder wenigstens Bahnvorstand? Dann hätten wir ein Bahnparadies auf Schienen nach Ihren Vorstellungen.

  8. 49.

    Richtig, schließe mich Ihnen an.
    Die Fernstrecke Hamburg- Hannover ist arg gebeutelt worden. Nicht nur abgerissene Oberleitung, sogar umgeknickte Haltemasten auf den Strecken. Bereich Uelzen hat es richtig getroffen.
    Siehe Bericht NDR , Regionalprogramm.

  9. 48.

    Es gab aber auch noch Dieselloks, die strategisch positioniert waren und liegengebliebene E Züge mit Einhaltung entsprechender Sicherheit abschleppen konnten. Natürlich waren auch die Strecken besser freigeschnitten, in Thüringen mußte ja schon im Frühjahr auf Strecken der Verkehr eingestellt werden, da die jungen Triebe die Züge verkratzten.

  10. 47.

    Jaja, damals: "Kyrill"-Chaos - Bahn-Alptraum auf 34.000 Kilometern
    Das gab es in der Geschichte der deutschen Bahn noch nie: Neun Stunden Stillstand auf dem riesigen Streckennetz. Das Chaos wird noch Tage dauern"
    https://www.spiegel.de/panorama/kyrill-chaos-bahn-alptraum-auf-34-000-kilometern-a-460869.html

  11. 46.

    Ob das Finanzamt das auch so sieht? Eher zweifelhaft.

  12. 45.

    Richtig, früher gab es auch bedeutend weniger Fahrleitungen, welche durch den Sturm Schaden nehmen konnten. Da wurde mit Dampf gefahren, dazu brauchte man keine Oberleitungen.

  13. 44.

    Das ist doch erst seit man bei den Automobilkonzernen mehr öffentlichen Verkehr befürchtet, daß der Staat in Form seiner Eisenbahn öfter nicht fährt als das er fährt, und das ganz ohne GDL.
    Früher wurde bei derartigen Wetterlagen in gefährdeten Abschnitten extrem langsam gefahren und Lokführer hatten sogar neben Feuerwehrleuten Äxte und Sägen auf der Lok, die durchaus auch eingesetzt wurden. Aber das geht ja alles nicht mehr. Bei Kyrill ging es noch. Der Verkehr war gestört aber lief immerhin.

  14. 43.

    Also ich bin mit dem Taxi zur Arbeit habe mir Quittung geben lassen und werde Sie bei Lohnsteuer absetzen hat mir quasi nichts gekostet

  15. 42.

    Rufen Sie hier gerade zur Selbstjustiz auf? Wer wird sich denn da die Hände schmutzig machen? Und anschließend noch selbst bestraft werden wollen?

  16. 41.

    Genau das wurde früher gemacht. Rechts und links der Bahnrassen den Bewuchs niedrig halten und schon sind die Schäden wesentlich geringer. Da darf man nur das Personal für solche Arbeiten nicht "wegsparen". Für Windräder wird doch auch Wald abgeholzt. Wo ist also das Problem?

  17. 39.

    Anders als uns so manche Autoverrächter Weise machen möchten, kann der ÖPNV niemals das Auto ersetzen. Das Auto fährt bei Sturm, Sonnenhitze, Schneemassen und jedem Orkan. Die Bahn nicht und ist in der Pandemie zudem ein Infektionsherd. Das System Schiene ist ohne Zweifel extrem störanfällig und kostspielig.
    Man darf dem Bürger das Auto nicht nehmen, sondern im Gegenteil, man muss jedem Bürger ein Auto kostengünstig zur Verfügung stellen.
    Jeder hat ein Recht auf bequeme und uneingeschränkte Mobilität!

  18. 38.

    Die ein Infektionsstau von weit über 50 Milliarden hat aber nur begrenzt Kredite aufnehmen darf und hinzu noch verdonnert ist Gewinne zu erwirtschaften. Bei der Reaktivierung von Strecken wird immer auf die Wirtschaftlichkeit gedrungen, beim Straßenbau spielt das keine Rolle. Auch wenn man 500 Millionen zum Fenster raus kippt, werden die Autofahrer nicht daran beteiligt. Im ÖPNV werden die kosten sofort an die Nutzer durch gereicht. Darf ich dann auch den ÖPNV mit einen Polnischen Ticket nutzen ? Wenn jetzt ganz Brandenburg in Polen tanken fährt ?

  19. 37.

    Nee nicht zu viel verlangt, aber dann würden vieleicht nicht nur einige wenige handgreiflich werden um diesen Unsinn endgültig zu beendeb und diese Leute in ihre Schranken verweisen.

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