Protest gegen Lebensmittelverschwendung - Erneute A100-Blockaden von Aktivisten führen zu langen Staus

Di 08.02.22 | 16:53 Uhr
  62
Klimaschützer blockieren mit dem Slogan «Essen retten» die Abfahrt der Berliner Stadtautobahn A100 unweit des ICC. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: rbb24 | 08.02.2022 | Statement Polizeisprecher Gassen | Bild: dpa/Paul Zinken

Mehrere Blockaden von Umweltschützern auf Ausfahrten der Berliner Stadtautobahn in Tempelhof haben am Dienstagmorgen zu langen Staus geführt. Zwischenzeitlich wurde auch der Autobahntunnel Britz in Neukölln gesperrt, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. Der Stau reichte demnach vom Tunnel Britz Richtung Westen bis zum Innsbrucker Platz.

Die Polizei nahm 13 Personen vorläufig fest oder stellte ihre Personalien fest. Mehrere davon waren schon vorher von früheren Blockaden bekannt, sagte ein Polizeisprecher dem rbb. Ein Richter prüfe, inwiefern gegen sie ein Anschlussgewahrsam verhängt werden könne. Das dürfe längstens bis zum Abend des nächsten Tages dauern, so der Sprecher.

Aktivisten blockierten drei Ausfahrten

Die Demonstranten der Initiative "Essen Retten - Leben Retten" fordern ein Ende von Lebensmittelverschwendung. Sie blockierten im Berufsverkehr am Dienstagmorgen die Ausfahrten Tempelhofer Damm, Alboinstraße und Sachsendamm, wie die Polizei mitteilte. Jeweils zehn Menschen beteiligten sich demnach an den Blockaden. Einige klebten sich an die Straße fest. Über Twitter kritisierten sie: "Klimaschutz in Deutschland, Handschellen dafür, dass wir unser Essen retten wollen. Olaf Scholz, mach deinen Job dann gehen wir von der Straße."

Autofahrer zerrten Demonstranten von der Straße

Mehrfach sorgten die Aktivisten in den vergangenen Tagen mit Blockaden für Verkehrsbehinderungen in der Hauptstadt. Bis Dienstag gab es insgesamt 26 dieser Aktionen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Polizei stellte Anzeigen wegen Nötigung und Verstößen gegen das Demonstrationsgesetz. Außerdem prüfte sie, ob sie Kosten für das aufwendige Ablösen von Demonstranten, die sich an der Straße festklebten, einfordert.

In Videos im Internet war zu sehen, dass erzürnte und zum Teil aggressive Autofahrer versuchten, sitzende oder liegende Blockierer von der Straße zu ziehen oder zu zerren. Die Polizeisprecherin sagte: "Wir raten dringend davon ab, selbst Hand anzulegen." Sonst könne es schnell um den Verdacht der Körperverletzung gehen. Autofahrer sollten stattdessen die Polizei rufen.

Sendung: Inforadio, 08.02.2022, 10:40 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 08.02.2022 um 17:01 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

62 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 62.

    Der Tag, wo die Geduld der Kraftfahrer zu Ende ist und die Leute eine Tracht Prügel beziehen, ist nicht nicht mehr fern. Aber sie provozieren weiter, weil der Staat es duldet. Für mich sind es alles nur Chaoten , keine Aktivisten.

  2. 61.

    Apropos dünnes Eis. Das kann man auch als Öffentliche Aufforderung zu Straftaten gemäß § 111 StGB verstehen.

  3. 60.

    Geht leider nicht. Neulich hat doch schon einer gejammert: "Wann nehmt ihr uns endlich fest? Mir ist kalt!"

  4. 59.

    Unangemeldete Demonstrationen auf Autobahnen sind verboten !!! Wann begreifen Sie das endlich . Krankenhäuser sind mitunter für die Feuerwehr nicht mehr schnellstens zu erreichen , ist das für Euch begreiflich ??? Oder muß erst jemand wegen Euch sein Leben lassen damit irgendwann bei Euch die Lampe im Oberstübchen wieder an geht . Das was Ihr hier anrichtet ist kein Kavaliersdelikt sondern komplett bescheuert in jeder Hinsicht . Begreift das endlich !!!

  5. 58.

    Mit Verlaub, ich habe auf die Frage geantwortet, ob in Berlin jeder den Verkehr blockieren dürfe.
    Und zudem: Ich denke nicht, das ich Ihre Erlaubnis brauche wenn und zu welchem Thema ich mich wie äußern möchte.

  6. 57.

    Wie ich zur Arbeit fahre , das lassen Sie mal meine Sorge sein . Was das jetzt allerdings mit meinem Beitrag von 10.33 Uhr zu tun hat erschließt sich mir nicht . Aber mich verwundert das jetzt auch nicht mehr sonderlich .

  7. 56.

    Das mag mit einem Bürojob vielleicht möglich sein, aber es gibt auch Handwerker die Ihr Equipment transportieren müssen.

  8. 55.

    Herr Brause, sie sind dafür bekannt immer vom eigentlichen Thema abzulenken.
    Um die " Spaziergänger " geht es hier nicht.
    Wenn Sie hierzu keine Meinung haben, halten sie doch einfach die Finger still.

  9. 54.

    " Straßen blockieren ist sicher keine friedliche Handlung."

    Natürlich ist sie das. Jede Demonstration blockiert Straßen. Wenn sowas nicht als friedlich angesehen wird, müsste man also jede Demo verbieten.

  10. 53.

    Lebensmittelverschwendung trägt genauso zur Erhöhung des CO2 Ausstoß bei, wie der Individualverkehr, ist also ein Themenbereich und macht Sinn. Fahrt alle besser mit der BVG oder Fahrrad zur Arbeit, dann kommt ihr garantiert auch an allen Demos vorbei und tut etwas für die Gesundheit. Eure eigene und die der anderen.
    Und bitte nicht das Argument bringen, dass in es Brandenburg wenig ÖVPN gibt. Es geht hier um dir Berliner STADTautobahn. Also ggf. ran bis an den Zubringer und dann BVG

  11. 52.

    Ich denke mal, noch so 2 oder 3 mal, dann knallt es wirklich, und dann auch richtig. Die Typen wissen doch gar nicht auf welch dünnem Eis sie sich bewegen.

  12. 51.

    Was da bisher abgelaufen ist, grenzt schon an Strafvereitelung im Amte. Es ist ja nicht die erste Blockade. Die mutmaßlichen Rechtsbrecher werden durch m.E. unzureichende Polizeihandlungen ermutigt und sie wurden immer unverschämter. Bei den ersten Blockaden stand die Polizei herum, statt die Rechtsbrecher von der Straße zu räumen, zur Identifizierung auf die Wache zu nehmen und unverzüglich Strafanzeigen anzufertigen.
    Auch ist der Schaden vom Senat abzuschätzen, der zivilrechtlich gegen die Täter geltend zu machen ist. Dazu gehören zu allererst die aufwendigen Kosten für die Polizeieinsätze und Schadensersatzansprüche von Verkehrsteilnehmern, die teilweise Schäden in nicht unbeträchtlicher Höhe erleiden. Das Oberverwaltungsgericht gab dem Land Bremen recht, welches die hohen Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen nicht mehr tragen wollte. Auch das Land Berlin sollte seine Mehrkosten gegenüber den Schadensverursachern beziffern.

  13. 50.

    Demonstrationsfreiheit? Das ist keine Demonstration sondern Nötigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Beides Straftaten im Sinne des Gesetzes. Schon mal nachgelesen?

  14. 49.

    Schon mal folgenden Satz gehört?: Nicht alles ist von der Demonstrationsfreiheit gedeckt. Und:
    Wer "öfentlichen Frieden" geprägt hat kann mir ziemlich Wurscht sein. Straßen blockieren ist sicher keine friedliche Handlung.

  15. 48.

    Oder darf in Berlin jedermann den Verkehr blockieren??"
    Meinen Sie die querulatorischen Streuner die mit ihren "Spaziergängen" jetzt bereits seit Wochen einen geregelten Verkehr in den Innenstädten unmöglich machen?

  16. 47.

    "Wann greift die Innensenatorin endlich durch."
    Glauben sie wirklich das von dieser Seite etwas passiert?

  17. 46.

    Das wird erfolgen, dafür werden die Kollegen sorgen. Vorraussetzung ist allerdings, dass die Glorifizierung durch falsche Wortwahl in den Medien unterbleibt.
    Wer sich politisch korrekt informieren wil, sollte den Berliner Rundfunk (91,4) hören. Dort wurde soeben berichtet, dass die Personen festgenommen wurden und Anzeigen wegen Nötigung und gefährlichen Eingriff in den Sraßenverkehr gefertigt wurden.
    13:17/14:35

  18. 45.

    Kurzfristig viel Aufmerksamkeit (und viel Ärger für Erwerbstätige). Langfristig keine Wirkung.

  19. 44.

    Wann greift die Innensenatorin endlich durch.

  20. 43.

    Ich frage nochmals,wer ist eigentlich für die innere Sicherheit in Berlin verantwortlich??
    Daran anschließend, was gedenkt diese Person,dagegen zu unternehmen??
    Oder darf in Berlin jedermann den Verkehr blockieren??

Nächster Artikel