Oranienburg (Oberhavel) - Sturm beschädigt historische Mauer der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen

Fr 18.02.22 | 17:55 Uhr
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Sturmtief "Ylenia" hat in der Nacht zum Donnerstag Teile der östlichen Lagermauer in der Gedenkstätte Sachsenhausen zum Einsturz gebracht. (Quelle: dpa/Gedenkstätte und Museum Sachsen)
Bild: dpa/Gedenkstätte und Museum Sachsen

Das Sturmtief "Ylenia" hat die historische Lagermauer in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel) teilweise zum Einsturz gebracht. Die orkanartigen Böen waren in der Nacht auf Donnerstag über die Region hinweggezogen.

Mauer schon mehrmals beschädigt

Betroffen seien auf etwa 200 Metern Länge Teile der rund 2,80 Meter hohen östlichen Lagermauer, die das dreieckige Häftlingslager des KZ Sachsenhausen umschloss, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Freitag mitteilte. Der Schaden lasse sich noch nicht beziffern, bewege sich aber nach Schätzungen eines Experten aus der Liegenschaftsabteilung der Stiftung vermutlich im sechsstelligen Bereich.

Die 1937 in Nazi-Deutschland errichtete, weitgehend original erhaltene Lagermauer war Teil der Sicherungsanlagen, die das Häftlingslager umgaben. Sie bestanden den Angaben zufolge aus einem Todesstreifen, den die Häftlinge nicht betreten durften, einem elektrisch geladenen Zaun, dem Postengang und der Lagermauer. Bereits in der Vergangenheit sei die Mauer mehrfach durch Orkanstürme beschädigt worden, hieß es.

Folgen des Orkans in Berlin und Brandenburg

Sendung: Brandenburg aktuell, 18. Februar 2022, 19:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Wenn das Arbeitstempo nach dem Motto "ein Stein, ein Kalk, ein Bier" gerechnet wird, kommt das hin. Oder man ruft mal kurz in Polen an und übernächste Woche steht alles wieder, zum Bruchteil des geschätzten Preises. Den empfinde ich auch als übertrieben hoch, selbst wenn die Historie des Ortes natürlich einen sensiblen Umgang nötig macht.

  2. 3.

    Stimmt schon:
    560 m2 x (2h/m2 Maurer a 55€/h + 10 €/m2 Material) + denkmalrechtliche Begleitung, alles netto.

  3. 2.

    Höhe 2,80m und Länge 200 m. Die Mauer weist schon etliche Vorschäden auf. Die Angaben im Beitrag erscheinen völlig plausibel.

  4. 1.

    "bewege sich aber nach Schätzungen eines Experten aus der Liegenschaftsabteilung der Stiftung vermutlich im sechsstelligen Bereich."

    Wie geht denn das bitte? Selbst wenn das Spezialmaurer unter den Augen einer Denkmalschutz-Expertenkomission wieder hochziehen - sechsstellig?!

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