Pläne für den Spreepark - Das Berliner Riesenrad kehrt zurück - mit Gondeln überm Wasser

Fr 18.03.22 | 12:58 Uhr
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Neues Riesenrad im Spreepark (Quelle: © ARGE Spreepark Freianlagen c/o die grille)
Audio: rbb 88,8 | 18.03.2022 | Natascha Gutschmidt | Bild: © ARGE Spreepark Freianlagen c/o die grille

Das Riesenrad im seit Jahrzehnten verwaisten Berliner Spreepark soll in drei Jahren ein spektakuläres Comeback feiern - mit Gondeln, die über einer Wasserfläche schweben. Die Kosten dafür sind beträchtlich.

Das Riesenrad wird in modernem Gewand zurück in den Berliner Spreepark kehren – barrierefrei und umgeben von viel Wasser. Das geht aus Entwürfen hervor, die am Freitag von der Senatsverwaltung für Umwelt sowie von Grün Berlin, dem künftigen Parkbetreiber, vorgestellt wurden.

Das legendäre Fahrgeschäft soll Ende 2024 fertiggestellt sein und Ostern 2025 in Betrieb gehen. Es ist schon seit längerem abmontiert. Große Teile der Altkonstruktion sollen aufgearbeitet und wiederverwendet werden. "Neu ist dagegen das diagonal abgehängte Tragwerk für das Riesenrad, mit dem das Wahrzeichen künftig direkt über dem Spiegel eines 3.000 Quadratmeter großen Wasserbeckens schweben wird", teilt die landeseigene Grün Berlin GmbH mit.

Riesenrad, Natur und Kunst

Runde Gondeln kreisen über Wasserbecken

Die bisherigen Gondeln werden ersetzt, weil sie nicht sanierungsfähig sind. Geplant sind laut Grün Berlin runde Gondeln, die sich an den Gondeln des ersten Riesenrads im Spreepark orientieren, das von 1969 bis 1989 im Plänterwald stand.

Umgeben wird das Riesenrad ein kreisrundes Wasserbecken mit einem barrierefreiem Zugang zum Riesenrad. Es soll auch als Rückhalteraum für die Regenwasserspeicherung, zur Bewässerung der Grünanlagen und zur Kühlung des Mikroklimas am Ort genutzt werden, wie die Berliner Staatssekretärin für Umwelt und Klimaschutz, Silke Karcher, am Freitag erklärte.

Das neue alte Riesenrad passe "hervorragend zur Grundidee eines nachhaltigen, bürgernahen Kunst- und Kulturparks mitten in der Natur. Hier wird die Geschichte reflektiert und die Gesamtanlage modernisiert, mit innovativem Wassermanagement, kreativen Freiräumen und viel, viel Grün", so Karcher.

Durch den Neubau des Wasserbeckens mit Terrasse, Stufenanlage und begehbarerer Flachwasserzone soll direkt am Riesenrad "ein attraktiver Aufenthalts- und Erlebnisbereich" entstehen, heißt es von Grün Berlin. Die teils flachen Uferzonen des Wasserbeckens sollen außerdem neue Lebensräume für verschiedenste Pflanzen und Tiere schaffen.

Spreepark wird etappenweise wiedereröffnet

Die Kosten für die Sanierung und Neugestaltung des Riesenrads inklusive Wasserbecken umfassen laut Grün Berlin voraussichtlich 6,4 Millionen Euro. 2,88 Millionen Euro kommen dafür aus einem Bundesprogramm, den Rest übernimmt das Land Berlin.

Wer genau das Riesenrad sanieren und umbauen wird, steht derweil noch nicht fest. Ende 2022 soll dafür ein europaweites Vergabeverfahren starten. Im Sommer dieses Jahres wird der Bebauungsplan des Spreeparks durch den Bezirk Treptow-Köpenick der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, der Abschluss des Verfahrens ist für Anfang 2023 vorgesehen.

Der neue Spreepark soll in Etappen wiedereröffnet werden, das Riesenrad wird das einzige Fahrgeschäft sein. Entstehen soll ein Erholungsort mit niedrigen Eintrittspreisen. Im Herbst diesen Jahres soll das denkmalgeschützte "Eierhäuschen" den Start des Spreepark-Comebacks markieren. Es wird zum Großteil wieder als Ausflugslokal genutzt, mit 540 Sitzplätzen. Geplant sind ein Biergarten und eine Terrasse, aber auch vier Atelierwohnungen für Künstler und Ausstellungsräume. Außerdem wird es an dem Lokal einen Schiffsanleger geben. 2024 soll dann der Hauptteil des Parks mit Riesenrad eröffnet werden. Spätestens 2026 soll alles fertig sein.

Sendung: Abendschau, 18. März 2022, 19:30 Uhr

44 Kommentare

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  1. 44.

    Ich glaube einfach, es gibt einen Weg, mehr als nur 08/15 zu bauen und dennoch nicht spannungsmäßig überladen zu werden. Die Entwürfe von Zaha Hadid fallen mir da ein oder der Fernbahnhof Oriente in Lissabon. Der Berliner Hbf. hätte da bspw. sehr wohl ausdrucksstärker sein können, während sein Umfeld ein x-beliebiges Mischmasch von weltfremden Architektenphantasien ist.

  2. 43.

    Kann man das Ding nicht einfach wieder so hinstellen wie es war ? Das wird nur wieder extrem teuer und dauert 20 Jahre

  3. 42.

    Das Eierhäuschen wird ebenfalls seit geraumer Zeit aufwändig saniert und steht kurz vor der Fertigstellung. Sie scheinen ja nicht so oft in der Ecke zu sein.

  4. 41.

    Jetzt kommen wieder diese ganzen Kunstbanausen… mit ihren ökowürsten und reisbällchen… nen echtes Berliner Fleckchen wird’s anscheinend nicht werden. Soooo wie früher das war soooo schön dort meine Kindheit habe ich dort so gern verbracht und wenn’s nur auch mal über den Zaun schmulen war und die schreienden Kinder zu hören. Und die Wasserbahn… nee jetzt kommt wieder son Öko möko Kram den Keener brauch derTreptower Park ist Erholung genug, wo bleibt der Spaß ?

  5. 40.

    Solnange bis der Zeitpunkt gekommen ist, das statisch Normale als außergewöhnlich anzusehen. Einfacher konstruiert, ist ja leichter und nachhaltiger, preiswerter ohnehin... Es kommt alles mal wieder, irgendwann.

    P.S. Es gefällt trotzdem...Illusionen ziehen magisch an.... und das ist die eigentliche Herausforderung.

  6. 39.

    Es scheint "in Mode" gekommen zu sein, sichtbar gegen die Gesetze der Schwerkraft zu arbeiten. Im Klitzekleinen: Bahnhofs-, Verkehrs- und Hinweisschilder, die asymmetrisch aufgehängt werden, deren besondere Befestigung dann aber oftmals ermangelt, sodass sie irgendwann mit der längeren Seite schief nach unten hängen; Hochhäuser, die so gebaut werden, als stünden sie wie ein Betrunkener nur auf einem Bein und drohten, die Passanten unter sich begraben und nun also noch ein Riesenrad, das schräg vom Ufer aus seine Befestigungen hat.

    Eine fühlbare Spannung scheint unverzichtbar in einer Gesellschaft, die alles andere für langweilig erklärt.

  7. 38.

    Die Gondeln wieder wie vom alten Original? Sehr schön! Aber dieses fancy Schrägtragwerk? Lieber nicht! Wie oft wollt ihr das Ding denn einrüsten und das Spannseil wechseln? Lieber wieder die "alte Landmarke", wegen mir auch mit Planschteich drunter.

  8. 37.

    Mal von dem Geld abgesehen:
    Sorry, das neue Ding ist hässlich, unproportional.

    Warum bleibt man nicht bei dem bekannten Aufbau, der ja auch eine Art "ikonische Landmarke" darstellt(e) ?

  9. 36.

    Ach, jetzt ist es schon 2025 - abwarten, 2024 ist es dann 2028 usw. - tolle Verarsche und hochbezahlte Leute kassieren kit ihren "Visionen" - Spinnereien in dieser Zeit ihre "Gehälter" - ein Ende der Bauzeit ist doch überhaupt nicht gewünscht !

  10. 35.

    Diese komische Einheitswippe könnte man doch evtl. gleich daneben stellen, Dann wären das schon mal zwei "Attraktionen". Da kann man sich dann kulturvoll verschaukeln lassen.

    Am besten auch über'm Wasser, damit sich niemand drunter einklemmen kann. Bei der aktuellen Bevölkerung muss man ja sehr, sehr vorsichtig sein.

  11. 34.

    In dem alten Park war ich ein paar Mal. Ich fand ihn einfach "urig". Die einzige Achterbahn, die mehr ruckelte ist wohl die Holzachterbahn im Tivoli (DK). Es war was Anderes als diese Hochglanzparks, die man allenthalben antrifft. Leider hat man dieses alte Kleinod verkommen lassen. Sowas wird es leider in der Form nicht mehr geben aber wenn man sich die Projektseite ansieht und die dortigen Unterlagen mal durchschmökert ... mhhh ... liest sich nicht schlecht. Da ist auch von mehr als nur einem Riesenrad die Rede. Aber lesen sie doch selbst.

  12. 33.

    Hallo Heidekind, sie haben den echten Spreepark offenbar nicht erlebt. Für uns Berliner war der kleine Rummel mitten in der Stadt immer ein toller Freizeitspaß. Es ist wirklich traurig zu sehen, dass es heute Politiker gibt, den dass völlig egal ist. Was sollen wir mit dieser trostlosen Parkanlage mit nur noch einem Riesenrad???? Der Treptower Park ist doch groß genug. Daneben noch eine Parkanlage zu bauen ist einfach nur lächerlich. Typisch für überbezahlte Politiker.

  13. 32.

    Das es kein Freizeitpark wird haben sie aber schon mitbekommen? Also weiterBelantis wer es braucht.

  14. 31.

    Schade, das viele Berliner erstmal rummaulen. Wenn man sich die Seite des Projektes ansieht https://www.spreepark.berlin/ findet man dort auch umfangreiche Informationen über das Vorhaben. Leider haben das viele hier wohl eher nicht gemacht. Leute, wo nehmt ihr bei diesem Wetter nur die ganze miese Laune her? Das wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

  15. 30.

    Sieht eigentlich ziemlich langweilig aus. Nich mal `n Kettenkarrusell für die Jörn und die Wege alle zubetoniert. Umweltfreundlich sieht anders aus.
    Bin gespannt, ob die Anlage wie früher ein Highlight für Kindergeburtstagsausflüge wird.

  16. 29.

    6,4 Mio € für ein Riesenrad?? Berlin hat's würd ich mal sagen...

  17. 28.

    Die meisten Kommentatoren hier meinen doch, dass die Bürger nicht genug Geld hätten und sich einen „Rummelbesuch“ nicht leisten können. Da ist ein Erholungspark doch viel günstiger. Es müssen auch nicht immer nur Uffda Uffda und Fress- und Suffbuden sein. Die Stadt und die Zeiten sind schon laut genug.

  18. 27.

    Ah... cool... Berlin dreht wieder am Rad... ;-))

  19. 25.

    Was hätte ich mich über einen richtigen Freizeitpark mit Achterbahnen und allem was dazu gehört gefreut.........aber ich bin ja auch nicht kulturdenkend.

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