Drei Insassen starben - Fünf Jahre Haft für Unfallfahrer vom Treptower Park

Fr 11.03.22 | 15:55 Uhr
Ein 22-jähriger Angeklagter (r.) steht neben seinem Anwalt im Landgericht. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Fahrer nach einem Unfall mit drei Toten in Berlin Treptow. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Audio: Inforadio | 11.03.2022 | Ulf Morling | Bild: dpa/Annette Riedl

Mit viel zu hoher Geschwindigkeit war ein junger Mann in seinem Auto im Februar 2021 am Treptower Park unterwegs, verlor die Kontrolle und rammte Bäume und einen Container. Drei Mitfahrer starben. Am Freitag wurde das Urteil gesprochen.

Wegen eines schweren Autounfalls in Berlin-Treptow im Februar 2021 mit drei Toten ist der Fahrer zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin hat den 22-Jährigen am Freitag wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig gesprochen. Zudem verhängte das Gericht eine Sperrfrist von fünf Jahren für den Führerschein des Unfallfahrers.

Der 22-Jährige hatte den Unfall am 2. Februar 2021 als einziger der vier Insassen des hochmotorisierten Wagens überlebt. "Der Angeklagte hatte die Absicht, eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen", so das Gericht. Der junge Mann habe den anderen imponieren wollen. Mit bis zu 135 Stundenkilometern sei er über die regennasse Fahrbahn bei Dunkelheit gerast, so die Richter - erlaubt waren in dem Bereich 30 Stundenkilometer.

Staatsanwaltschaft hatte höheres Strafmaß gefordert

Das 450 PS starke Auto war am Unfalltag am späten Abend mit hohem Tempo zunächst gegen Bäume an der Straße Am Treptower Park geprallt. Dann krachte der Wagen mit solcher Wucht gegen einen Baucontainer, dass esrzerriss und in Flammen aufging. Ein Mann starb noch an der Unfallstelle, ein zweiter wenige Stunden später. Der dritte Insasse wurde mit schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik gebracht, dort erlag der 19-Jährige vier Tage später seinen Verletzungen.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die hatte sechs Jahre und sieben Monate Haft gefordert. Der Verteidiger hatte ohne konkreten Antrag auf einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung plädiert. Sein Mandant sei "kein klassischer Raser". Der damals 21-Jährige sei kein Rennen gegen einen anderen oder sich selbst gefahren. "Er fühlte sich cool, in dem kraftvollen Auto zu fahren", sagte der Verteidiger. Das Auto selbst und an dessen Steuer gesehen zu werden, sei die Attraktion gewesen.

Sendung: Abendschau, 11.03.2022, 19:30 Uhr

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