Bundesweite Blitzer-Aktion - Brandenburger Polizei registriert 2.000 Verstöße an einem halben Tag

Do 24.03.22 | 16:36 Uhr
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Symbolbild: Eine Polizistin misst mit einem Lasermessgerät die Geschwindigkeit von entgegenkommenden Fahrzeugen (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.03.2022 | Ute Döpke, Polizeipräsidium Potsdam | Bild: dpa/Soeren Stache

Bei einer groß angelegten Blitzer-Aktion in Brandenburg sind bis Donnerstag Nachmittag bereits knapp 2.000 Geschwindigkeits-Verstöße festgestellt. Das teilte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit dem frühen Morgen werden in Brandenburg für 24 Stunden verstärkt Autofahrer kontrolliert, das Land ist damit Teil einer bundesweiten Aktion gegen Raser.

Zu schneller Transporter vor einer Schule und Autobahnraserei

Unter den am Donnerstag festgestellten Verstößen waren unter anderem ein Transporter, der mit 61 km/h in einer 30er-Zone vor einer Schule in Milmersdorf (Uckermark) gemessen wurde. Auch auf der Autobahn wurden Raserinnen und Raser erwischt. Besonders erwähnenswert: Auf der A12 war ein Fahrer mit 130 Kilometern pro Stunde an einer Stelle unterwegs, an der nur 80 km/h erlaubt sind, der Mann hatte dabei noch nicht mal eine Fahrerlaubnis.

In der Stadt Cottbus wurden bis zum Mittag etwa 250 Fahrzeuge kontrolliert, 13 von ihnen fuhren zu schnell. Das gab die Stadt bekannt.

Schutzwürdige Straßenabschnitte und Autobahnen im Fokus

Anlass für die verstärkten Kontrollen am Donnerstag ist die europaweite "Kontrollwoche zu Geschwindigkeits- und Aggressions-Delikten", die Polizeibehörden mehrerer Bundesländer führen in diesem Rahmen einen sogenannten "Speed-Marathon" durch. Koordiniert wird die Aktion vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk "Roadpol".

Schwerpunkt sind schutzwürdige Straßenabschnitte insbesondere vor Schulen, Kitas, Horteinrichtungen sowie Pflegeeinrichtungen. "Prinzipiell betrifft es also Zonen, wo Tempo 30 gilt", sagte Polizeisprecherin Döpke dem rbb. Man gehe aber auch Hinweisen von Bürgerinnen und Bürgern nach, insbesondere in Wohnbereichen, wo Raser gemeldet wurden.

Aber auch Geschwindigkeitskonrollen auf Autobahnen stehen an diesem Tag im Fokus. "Vor allem in den Baustellenbereichen, die auf 60 oder 80 Stundenkilometer runterreguliert sind, muss der Schutz der Bauarbeiter gewährleistet sein", sagte Döpke.

Raserei Hauptursache für Verkehrsunfälle

Geschwindigkeitsüberschreitungen stellen nach Angaben der Polizei eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle in Brandenburg dar. Im Jahr 2021 stieg demnach die Anzahl der damit zusammenhängenden Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um 721 auf 5.332.

Fast jeder zweite Verkehrsunfalltote kam im letzten Jahr wegen überhöhter Geschwindigkeit ums Leben. Lag der Wert 2020 noch bei 45,7 Prozent, so stieg er laut Verkehrsunfallbilanz im vergangenen Jahr um 2,3 Prozentpunkte auf 48 Prozent.

Im vergangenen Jahr fast 6.000 Verstöße am Aktionstag

Schon im vergangenen Jahr gab es einen solchen Aktionstag, damals waren innerhalb von 24 Stunden knapp 5.900 Geschwindigkeitsverstöße registriert worden.

Am Aktionstag beteiligen sich neben Brandenburg in diesem Jahr auch Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Berlin nimmt nicht teil.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.03.2022, 06:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Ihre Aussage in den letzten 3 Sätzen des Kommentars sind nicht korrekt. Einige Messgeräte der aktuellen Generation können sehr wohl unterscheiden, ob ein PKW, Transporter oder LKW >7,5to gemessen wird. Und dann wird automatisch das Limit für die jeweilige Messung angepasst. Beispiel: Landstraße, Tempo 70 ist erlaubt, Mess- / Auslöseschwelle z.B. 75 km/h: bei PKW und Transporter bleibt diese so, erkennt das Messgerät anhand der Radarsignatur (z.B. Höhe d. Fahrzeuges) einen LKW >7,5to , wird die Mess- / Auslöseschwelle automatisch nach unten gesetzt auf z.B. 65 km/h... Lediglich bei den älteren festen (grünen/grauen) stationären Blitzern funktioniert das nicht. Die neuen "schwarzen" Säulen können das, sogar über mehrere Spuren hinweg, die Mobilen Messgräte am Straßenrand ebenfalls.

  2. 7.

    Wer sich an die StVO hält hat auch nichts zu befürchten, siehe Kommentar Nr. 1. Bin derselben Meinung, 50 Jahre Unfall- und Foto-frei beweisen es.

  3. 6.

    Ihre Beobachtung kann man teilen und wird zusätzlich verstärkt durch teures Benzin. Das ist auch der Grund, warum bei einem unnötig nutzlosem T-Limit, jeder Kleinwagen locker eine Geschwindigkeitsbescheinigung im schlechten Preis/Leistungsverhältnis bekommen kann. Vermutlich geht es auch nicht um "Erziehung" sondern um "Einziehung von eingeplanten Summen". Wie erreicht man dies bei weniger Verstößen? Da fällt einem nur der Preis/Übertretung ein... oder aber pro Hundekothaufen?

    P.S. Bei 30 km/h Limit sind auch Radfahrer fällig... die wägen sich noch in Sicherheit.

  4. 5.

    Richtig. Es ist Ihr subjektiver Eindruck. Wenn ich selber schneller fahre als erlaubt, fahren für mich die anderen Verkehrsteilnehmer nicht zu schnell. Sie fahren 60.000 km im Jahr und scheinen demnach im Außendienst tätig zu sein und müssen Termine einhalten. Oder ? Sie halten sich an jede Vorschrift?
    Fakt ist, dass es Daten sind von der Unfallauswertung von Gutachtern und der Polizei. Wenn ich sehe, wieviele auf der A111 geblitzt werden, obwohl der Feste-Blitzer gut sichtbar ist, sagt es…

  5. 4.

    Auf Autobahnen dürfen Transporter/LKW über 3,5t grundsätzlich nur 80 km/h fahren.
    Auf Landstraßen dürfen LKW über 7,5t grundsätzlich nur 60 km/h fahren; ab 3,5t nur 80 km/h.
    Wird das bei Geschwindigkeitskontrollen auch kontrolliert? Wohl nie.
    Es wird nur geblitzt, der über dem programmierten Limit liegt und nicht Masse abhängig.

  6. 3.

    Ich fahre 60 000 km im Jahr. Mein subjektiver Eindruck ist, das viel weniger zu schnell gefahren wird als noch vor Jahren.
    Irgendwie kann man fast jeden Unfall auf unangepaste Geschwindigkeit zurückführen. Heisst im Umkehrschluss: Wenn der Polizei nichts weiter einfällt, ist es eben unangepasste Geschwindigkeit.
    Übrigens dürfte in Zeiten von Blitzer.de die Ausbeute recht gering ausfallen. Gerade die Zielgruppe hat doch die App immer laufen.

  7. 2.

    Ich dachte diese einmaligen angekündigten Aktionismus-Tage sind vorbei?

  8. 1.

    Endlich mal wieder. Es wird noch viel zu wenig geblitzt. Wer sich an die StVo hält, hat auch nichts zu befürchten.

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