Waldschutzbeauftragter - Schon 23 Brände in Brandenburgs Wäldern seit Jahresbeginn gezählt

Mi 30.03.22 | 08:36 Uhr
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Archivbild: Ein Feuerwehrmann vom Katastrophenschutz steht in Brandenburg vor einer brennenden Heidefläche. (Quelle: dpa/J. Catstensen)
Bild: dpa/J. Carstensen

Früh im Jahr rufen viele Regionen in Deutschland hohe Waldbrandgefahrenstufen aus - darunter auch weite Teile Brandenburgs. Laut Experten ist das nicht ungewöhnlich. Die Zahl der bisherigen Waldbrände sorgt aber für Beunruhigung.

Das trockene Wetter hat in Brandenburg schon früh im Jahr zu zahlreichen Waldbränden geführt. "Was mich beunruhigt ist die Zahl der Waldbrände", sagte der Waldschutzbeauftragte Brandenburgs, Reimund Engel, am Mittwoch. Von Jahresbeginn bis zum 25. März seien bereits 23 Waldbrände in dem Bundesland gemeldet worden. Zum Vergleich: 2021 waren es bis Ende März vier Waldbrände.

Brandenburg mit seinem sandigen Boden und vielen Kiefernwälder war bereits in den vergangenen Jahren stark von Waldbränden betroffen. Im Dürresommer 2018 verbrannten bei 512 Bränden etwa 1.680 Hektar Wald, erklärte Engel. Das entspricht einer Fläche von mehr als 2.350 Fußballfeldern. Die große Frage: Wie wird es in diesem Jahr?

Wiesenflächen in Flammen

In Brandenburg an der Havel standen erst am Dienstagmittag große Wiesenflächen in Flammen. Wegen der Trockenheit breitete sich das Feuer schnell auf über 20.000 Quadratmetern aus. Um ein Übergreifen auf nahegelegene Wälder zu verhindern, baggerte ein ansässiges Unternehmen Schneisen in das Gelände - andere halfen spontan mit Gartenschläuchen beim Löschen.

Zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung waren mit mehr als 70 Einsatzkräften vor Ort, auch die Reserve für die Leitstelle wurde aktiviert. Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Grüne Vegetation wirkt beruhigend

Nicht nur in Brandenburg stieg im März infolge ausbleibenden Regens die Waldbrandgefahr. Der Anstieg zu Jahresbeginn war jedoch nach Ansicht der Experten nichts Ungewöhnliches. Das sei durchaus normal, wenn die grüne Vegetation noch nicht durchgetrieben ist, sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbands Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm. Wenn es nicht regnet, seien das trockene Geäst und die abgestorbenen Pflanzen "wie Zunder". Die grüne Vegetation wirke dann beruhigend auf die teils angespannte Lage.

Wegen der großen Waldbrandsorgen im Osten wurde in den vergangenen Jahren ein Netzwerk zur automatisierten Früherkennung in mehreren Bundesländern errichtet. "Wir sind sensibler geworden", sagte der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes in Sachsen-Anhalt über den flächendeckenden Ausbau mit dem automatisierten Waldbrandüberwachungssystem "Fire Watch".

Brandenburg mit 105 optischen Sensoren

Allein Brandenburg hat nun 105 optische Sensoren, die Brände früh erkennen sollen. Mecklenburg-Vorpommern hat 22 solcher Kameras und eine Waldbrandzentrale in Mirow. Auch Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt überwachen mit neuer Technik das Waldbrandgeschehen. Niedersachsen ist ebenso Teil des Verbundsystems "Fire Watch" mit einer Zentrale in Lüneburg und 17 Sensoren. Diese neue Technik sei ein deutlicher Fortschritt, sagte Lohse.

Laut Brandenburgs Waldschutzbeauftragtem Engel sieht man bereits die Vorteile des Systems. Die Feuerwehren könnten deutlich schneller reagieren und die Brände vernichteten weniger große Flächen. Das Problem Waldbrand ist allerdings komplex. Klar ist, dass die meisten Brände durch Menschen verursacht werden. Meist ist es fahrlässiges Verhalten, das Waldbrände verursacht.

Sendung: rbb24, 29.03.2022, 21:45 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Läuft alles einfach mal umschauen. Waldumbau geht nunmal nicht von heute auf morgen. Brandenburg ist groß. Die Winterstürme haben aber zielgenau gearbeitet. Fast nur Kiefern gestürzt. Gibt vielleicht bald wieder Bauholz.
    Apropos Bauholz mit Buche kann der Zimmermann und Dachdecker wenig anfangen zu schwer und zu hart für die Verarbeitung auf der Baustelle.
    Kiefern sind kaum noch für IKEA da, welche immer mehr Möbelbauplatten aus Karton, Sperrholz, Spanplatte und vielleicht noch irgendwelches Recyclingzeug und immer weniger Schnittholz nutzen. Leichtbau auf die extreme Weise.
    Und Vorsicht beim Brunnenbohren.
    Letztes Jahre haben die Brunnenbauer bei uns für so einen Löschbrunnen eine Trinkwassertransportleitung getroffen. Das war ein Spaß für den Brunnenbauer aber weniger für meine Kollegen.

  2. 7.

    Jeder weiß, dass bei Trockenheit jede Art von offenem Feuer, also auch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe einen größeren Brand auslösen kann. Es wird trotzdem gemacht, meist unbedacht.

  3. 6.

    Liebe Toska, auf Menschen wie Sie können wir gerne in Berlin verzichten. Sicher haben Sie ganz furchtbare Erfahrungen gemacht. Aber glauben Sie mir, ich und mein Umfeld benehmen sich sowohl in Berlin als auch in Brandenburg sehr umweltbewusst und auch freundlich zu allen Mitmenschen. Ich könnte Ihnen auch einige Beispiele für Brandenburger "Schweine" nennen. Also was soll das. Bleiben Sie in Birkenwerder und gut ist.

  4. 5.

    Sie können das ruhig ironisch sehen aber leider sehen die Tatsachen nun mal anders aus. Die Berliner haben doch keine grüne Lunge mehr sondern nur ein versifften Tiergarten .
    In Berlin stinkt es an allen Ecken.
    Hier in Birkenwerder Gießen die Anwohner gemeinsam die Bäume im Sommer jede Straße für sich. In Berlin ist Egoismuss pur so nach dem Motto soll doch das Grünflöchenamt machen.
    Ich bin nicht umsonst nach 40 Jahren aus Berlin weggezogen.

  5. 4.

    Ach ja stimmt!!! Warum ist das nicht schon früher jemandem aufgefallen? Natürlich sind es die Hunderttausenden von Berlinern, die jedes Wochenende ganz Brandenburg überfluten. In den Wäldern sind ja dann mehr Berliner als Bäume!
    Jetzt kann ich Tipps geben, wo jeder seine Atemmaske mal abnehmen kann. In Berlin fallen ja alle gleich in Ohnmacht, wenn Sie mal tief einatmen.

  6. 3.

    Mit dem Brunnenbau und anderen präventiven Maßnahmen wie Personal und Equipment für den Brandschutz gebe ich Ihnen Recht, da sollte die Politik nicht nur landesweit, sondern auch bundesweit noch erheblich mehr tun. Ein Waldumbau dagegen dauert mehrere Jahrzehnte, da selbst Kiefern vom Setzen bis zum Fällen mindestens rund 80 Jahre brauchen. Ein Waldbesitzer wird daher nur bei der Wiederaufforstung auf Mischwald setzen, da der Holzpreis nicht für einen sofortigen umfassenden Waldumbau reicht.

  7. 2.

    Das Thema Waldbrand ist tatsächlich sehr komplex aber ist ja irgendwie auch kein Wunder wenn am Wochenende oder auch in der Woche Heerscharen von Berliner und anderen aus dem Umland in Brandenburg einfallen weil es da so schön grün ist.
    Gerade diejenigen die jaBerlin so lieben und niemals aus Berlin weggehen würden kommen dann hierher um mal gute Luft zu tanken. Ich habees oft genug beobachtet das sehr leichtsinnig mit Zigaretten umgegangen wird. Ein Glück das hier grillen in Parks verboten ist.

  8. 1.

    Gut, nun erkennt man die Brände - wo sind die Brunnen? Feuerwehr in Brandenburg ist echt kein Spaß... Und, liebe Waldbesitzer, liebes Bundesland, wann wird hier der Wald ZURÜCKgebaut, also umgebaut zum ursprünglich vorhandenen Mischwald? Wir brauchen keine Kiefern für billige Billys von Ikea, die Glasindustrie ist seit 100 Jahren verschwunden, geheizt wird nicht mehr mit Holz - wann kommen die Buchen zurück?

    Wer tut da genau was? (Brunnen, Waldumbau)

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