Staatsschutz ermittelt - Unbekannte setzen Turnhalle von Lomonossow-Schule in Berlin in Brand

Fr 11.03.22 | 21:08 Uhr
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Brandanschlag auf Internationale Internationale Lomonossow-Schule Berlin-Marzahn (Quelle: Morris Pudwell)
Audio: Inforadio | 11.03.2022 | Patrik Buchmüller | Bild: Morris Pudwell

Auf die Turnhalle der Internationalen Lomonossow-Schule in Berlin-Marzahn haben Unbekannte mit einem Molotow-Cocktail einen Brandanschlag verübt. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen. Der Staatsschutz ermittelt.

Auf die Turnhalle der Internationalen Lomonossow-Schule (ILS) in Berlin-Marzahn ist ein Brandanschlag verübt worden. Erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde, sagte ein Polizeisprecher dem rbb. Ein Bezug zum Krieg in der Ukraine könne nicht ausgeschlossen werden - deshalb ermittle der Staatsschutz.

Vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf hieß es am Freitagnachmittag, in der Nacht auf Freitag hätten Unbekannte den Eingangsbereich der Schulturnhalle mit einem Molotowcocktail stark beschädigt. Vermutlich stecke eine politische Motivation hinter der Tat.

Nicht der erste Brand in der Schule

Ein Passant habe gegen drei Uhr in der Nacht aufsteigenden Brandrauch an der Turnhalle des internationalen Bildungscampus entdeckt und Polizei und Feuerwehr alarmiert, teilte die Einsatzleitung dem rbb mit. Die eintreffenden Polizisten hätten dann die Flammen nmit eigenen Mitteln löschen können. Die Feuerwehr setzte demnach die Löscharbeiten fort, um ein Aufflammen oder ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Durch das Feuer sei die Haussubstanz des Gebäudes beschädigt. Menschen wurden nicht verletzt.

Schulkoordinator Alexander Ott teilte am Freitag mit, er gehe von einer politisch motivierten Tat aus. Zwei Tage zuvor habe es bereits ein Feuer an einem Geräteschuppen der Schule gegeben. Bei dem Brandstifter, der auf Bildern einer Überwachungskamera zu sehen sei, handele es sich aus seiner Sicht um einen Einzeltäter, betonte Ott und sagte weiter zu der Tat: "Wir waren und sind stolz darauf, dass es an den Lomonossow-Schulen noch nie ethnisch oder sprachlich begründete Auseinandersetzungen gab. Auch jetzt lassen wir unsere Schulgemeinschaft nicht auseinanderdividieren oder gar gegeneinander aufbringen."

Giffey verurteilt die Tat - Polizei registriert viele ähnliche Fälle

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franzisika Giffey (SPD) hat den mutmaßlichen Brandanschlag auf die Internationale Lomonossow-Schule in Berlin verurteilt. Jede Form von Angriff, Hetze und Gewalt gegenüber der russischen Community und russischen Einrichtungen sei inakzeptabel, sagte Giffey am Freitag.

Sie zeigte sich besorgt darüber, dass sich Menschen russischer Herkunft Anfeindungen ausgesetzt sähen. Man dürfe den Krieg, den Wladimir Putin führe, nicht dem russischen Volk zuschreiben. Es gelte jetzt, Brücken zu bauen und den Feindseligkeiten entgegenzuwirken. Auch viele russische oder russischstämmige Bürger seien entsetzt über den Krieg.

Wie die Polizei dem rbb am Freitagnachmittag mitteilte, registrierte sie seit dem Beginn des Krieges am 24. Februar rund 100 Angriffe in Berlin auf russische Institutionen oder Privatpersonen.

Kinder aus 20 Nationen besuchen die Schule

Auch der Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Gordon Lemm (SPD), reagierte entsetzt auf die Ereignisse in der Schule: "Der Brandanschlag auf die Internationale Lomonossow-Schule ist eine abscheuliche Tat. (...) Eine offenbar politisch motivierte Tat gegen Kinder ist verabscheuungswürdig und besorgniserregend. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich der Hass auf den Krieg in der Ukraine gegen Menschen mit vermeintlichen oder tatsächlichen russischen Wurzeln richtet."

Die Lomonossow-Schule ist benannt nach dem russischen Naturwissenschaftler und Dichter Michail Wassiljewitsch Lomonossow. Die Schule wurde 2007 eröffnet und ist eine staatlich anerkannte Ganztagsschule mit gymnasialer Oberstufe. Sie bietet den Unterricht in einigen Fächern in deutscher und in russischer Sprache an, Kinder aus bis zu 20 Nationen besuchen die Schule.

Sendung: rbb 88.8, 11.03.2022, 11 Uhr

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Korrektur: In einer ersten Version haben wir die Schule als deutsch-russische Schule bezeichnet, das war unpräzise formuliert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

2 Kommentare

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  1. 2.

    Man muss sich wirklich fragen was bei manchen Leuten sich so im Kopf abspielt . Sind denn nur noch bekloppte unterwegs ?

  2. 1.

    Der Brandanschlag ist Folge des aufgeheizten Klimas diesmal gegen alles, was nach Rußland riecht. Herr Putin und seine Genräle sind erst einmal für den Krieg verantwortlich, nicht seine behinderten Sportler oder russische Einwohner Deutschlands,selbst nicht wenn sie dirigieren oder singen.Es hieß einmal, Sippenhaft sei eine der verwerflichsten Sachen. Das muß auch für Russen gelten und zwar in der Wahrnehmung durch Presse und Öffentlichkeit.

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