Corona-Pandemie in der Region - Versicherungen melden Rekordwerte bei Krankschreibungen

Di 29.03.22 | 08:57 Uhr
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Symbolbild: Krankschreibung (Quelle: dpa/Robert Schmiegelt)
Bild: dpa/Robert Schmiegelt

Auswertungen der AOK Nordost und der Barmer-Krankenkasse zufolge hat Corona zuletzt für hohe Krankschreibungswerte gesorgt. In Berlin wurden Rekordwerte verbucht, auch in Brandenburg schnellten die Zahlen in die Höhe.

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Krankschreibungen in Berlin und Brandenburg zuletzt auf neue Rekordhöhen getrieben. Zu diesem Ergebnis kommen Zahlen sowohl der AOK Nordost als auch der Barmer.

Von Anfang Januar bis Mitte März 2022 meldeten sich in Berlin rund 85 Prozent der AOK-Versicherten häufiger krank als im Mittel der Vorjahre, wie die Krankenkasse mitteilte. In Brandenburg lag die Zahl der Krankschreibungen bei der AOK in diesem Zeitraum um rund 45 Prozent höher als im Mittel der Vorjahre. Berufstätige Frauen waren dabei in beiden Bundesländern stärker von Covid-19 betroffen als Männer.

Doppelt so viele Krankschreibungen wie in den Vorjahren

Von insgesamt 310.000 AOK-Versicherten in Berlin gingen in den ersten zehn Kalenderwochen des Jahres 2022 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei der Krankenkasse ein. In Mittel der drei Vorjahre waren es in diesem Zeitraum lediglich rund 167.000 Krankmeldungen. "In den Berliner Betrieben waren im Januar und Februar rund doppelt so viele Mitarbeitende krankgeschrieben wie in den Vorjahren", teilte ein AOK-Sprecher mit.

Bei Brandenburgs AOK gingen in den ersten zehn Kalenderwochen des Jahres 2022 rund 220.000 Krankmeldungen ein. In Mittel der drei Vorjahre waren es in diesem Zeitraum lediglich rund 155.000 Krankmeldungen. "In den Brandenburger Betrieben waren von Januar bis Mitte März so viele Mitarbeitende krankgeschrieben wie seit vielen Jahren nicht", sagte der AOK-Sprecher.

Barmer verzeichnet Steigerung um 108 Prozent

Die Barmer veröffentlichte bereits am Montag Zahlen, die sich allerdings auf die Woche vom 13. bis zum 19. Februar beschränkten. Sie bestätigen die Beobachtungen der AOK: 52.100 Barmer-Versicherte in Berlin meldeten sich in dieser Februarwoche wegen einer Corona-Infektion arbeitsunfähig.

Zu den Spitzenzeiten der ersten Wellen waren der Krankenkasse zufolge in Berlin bis zu 25.100 Versicherte krankgeschrieben. Die Zahl aus dem Februar entspricht damit einer Steigerung von 108 Prozent. Im vergangenen Jahr hatten pro Woche durchschnittlich 10.430 Versicherte Anspruch auf Krankengeld.

Große regionale Unterschiede

Den Barmer-Angaben zufolge gibt es aktuell allerdings massive regionale Unterschiede bei den coronabedingten Krankschreibungen. Demnach ist Brandenburg mit 221 Krankgeschriebenen je 10.000 Versicherten am stärksten betroffen. Auf Platz zwei und drei dahinter folgen Bayern und Berlin mit 189 beziehungsweise 164 arbeitsunfähigen Versicherten.

Sie alle liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 139 Krankschreibungen je 10.000 Versicherte. Schleswig-Holstein bildet mit einer Zahl von 72 das Schlusslicht. Wenig betroffen sind zudem die Bundesländer Hamburg und Bremen mit 81 beziehungsweise 93 Krankschreibungen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 28.03.2022, 19:30 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Hui, hört sich nach innovativem Startup an. Danke für das Angebot, aber da bleibe ich lieber in meinem old school Weltunternehmen. Es sei denn Sie bieten 13,5 Jahresgehäter, Firmenwagen und eine 35 Std Woche frei einteilbar. Dann....ja dann eventuell würde ich mich sogar von Ihnen duzen lassen

  2. 23.

    Treffer. Der Anwesenheitäffinität einiger Vorturner ist es geschuldet, dass Menschen, an denen seit 2 Jahren Corona vorbeigegangen ist, jetzt flach liegen und sich juhu ( Ironie off) endlich infiziert haben! Reihenweise fallen Kollegen aus, die Arbeit stapelt sich. Aber ganz toll, dass wir uns alle mal im Grossraumbüro getroffen und vor uns hingespreadert haben. Tolles Teamevent, voll der Spirit. Thanks for nothing an alle tollen Teamleader

  3. 22.

    Schade Hanne, du wirst anscheinend sehr "oldschool" geführt. Meine Aufgabe ist es nicht, mich zu definieren bzw. meine Daseinsberechtigung herzustellen oder Anweisungen zu geben...sondern Raum und Plattformen zu schaffen, die meine MA fördern und inspirieren. Sowohl im mobilen oder stationären Arbeiten. Wir haben nämlich eine Mischform eingeführt. U.a. arbeiten wir mit Trello, Miro, Zoom usw... wenn Sie Interesse an einem Arbeitsplatzwechsel haben, melden Sie sich.

  4. 21.

    Und da wollen uns manche was vom Ende der Pandemie erzählen, während gleichzeitig die Krankheitsfälle enorm zunehmen. Danke an den RBB für diesen wichtigen Artikel.

  5. 20.

    Sind sie doch froh das in Ihrem Umfeld alle gesund sind
    Ich habe gerade eine Coronakrankheit hinter mir und es war nicht unbedingt sehr angenehm
    Also jeder der hier meint, es wäre wie eine leichte Grippe, Nein war es nicht
    Aber gut, trotzdem bin auch ich froh wenn man wieder normal leben kann, obwohl ich persönlich die Aufhebung aller Schutzmaßnahmen etwas zu früh finde

  6. 19.

    Genau, wir hatten die allerbesten Umsätze, als wir ALLE im Homeoffice waren, beim ersten Lockdown! So viel haben wir noch nie vertickt wie da. Wir konnten ganz in Ruhe den Kunden beraten und verkaufen, der ganze Ringelpietz seitens Teamleitung mit Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung fiel weg, und da wir ein ECHTES Team sind, müssen wir nicht alle in Berlin in einem Raum hocken. Global player haben richtig ge.le Teams in verschiedenen Kontinenten verteilt. Es soll ja sowas geben wie Telefone, Mails, Workspaces, zoom, blablabla.

    Die "Ewiggestrigen" brauchen natürlich weiter eine Anwesenheit vor Ort (der Untergebenen...), bis sie halt nicht mehr kommen, weil sie krank sind und nicht arbeiten können. Im Homeoffice wären sie gesund geblieben. Hier läufts gerad so. Einer nach dem anderen fällt aus. Teils monatelanges Long Covid. Wow.

    "Der Kaiser ist ja nackt..."

  7. 18.

    Ich kann " Motte" nur zustimmen
    Er/sie spricht doch nicht von Weltuntergang
    Im meinem Umfeld sind auch derzeit sehr viele an corona infiziert
    Genauso wie bei Motte
    Ich bin auch der Meinung das man die Maskenpflicht beibehalten sollte

  8. 17.

    Besser hätte ich es nicht sagen...Danke dafür. Hätte ich so einen TEAMleiter, der davon überzeugt ist, dass man/Frau im Home Office mehr auf der Couch hockt, als am Arbeitsplatz wäre ich verloren! Danke an MEINE Teamleitung, dass ihr anders seid

  9. 16.

    Viele nutzen einfach den Umstand aus die die Omikronwelle her gibt .Das war bei Grippewellenim Sommer und im Herbst ebenso . Ich sehe es selbst auf Arbeit. Außerdem geht die Gartensaison wieder los

  10. 15.

    Was genau machen die denn Falsch? Sie scheinen ja ein allwisssender zu sein. Und nein,ich glaube nicht das die Mehrheit überall auf ihre Masken verzichten wollen wird. Typisch Schwurbler.

  11. 14.

    In der Regel sind es die Teamleiter, die Ihre Daseinsberechtigung durch Anwesenheit ihrer Untergebenen einfordern. Zeiten wie diese sind für Teamleiter schwierig, haben diese doch meist vom Tagesgeschäft keine Ahnung und kriegen Stimmungen nicht mit. Teamleiter definieren sich gerne über " ihr Volk" was aber viel besser arbeitet wenn nicht alle 5 Minuten dumme Fragen oder Anweisungen kommen.

  12. 13.

    Bei Ihnen ist wohl jeden Tag Weltuntergang? Sie dürfen gerne bis an ihr Lebensende diese Maske tragen, aber die Mehrheit wird wohl froh sein, wenn die Maskenpflicht fällt. Achja, in meinem Umfeld gibt es nur wenige Erkrankungen. Es ist regional sicherlich unterschiedlich, aber wenn so viele bei ihnen im Umfeld krank sind, dann machen da wohl einige was falsch, vielleicht auch Sie?

  13. 12.

    Weil sich auf der Arbeit so viele nachweisbar anstecken. Und dann noch die Einkaufsläden...oje...dieses Leben

  14. 11.

    Die gute deutsche Kultur mit ansteckenden Krankheiten ins Büro zu kommen. Dann haben auch gleich die Kollegen noch was von der Krankheit. Mit Fieber kann man ja noch arbeiten! Kein Problem, einfach ein Ibu einwerfen und weiter das Bruttosozialprodukt steigern.

  15. 10.

    Und wieder einer, der gern egoistisch zu Hause arbeitet und nicht an den Teamspirit glaubt, der nur bei Anwesenheit aufkommt. Grüße vom Teamleiter, der ein geiles Team hat.

  16. 9.

    Mein Gott, haben Sie es immer noch nicht begriffen dass das alles nichts mehr mit einer Impfquote zu tun hat?

  17. 8.

    Die Auswertung zeigt den Zeitraum vom 13. bis 19. FEBRUAR !!!
    Ist über einen Monat her.
    Interessant wären doch die Zahlen von JETZT !?!?

  18. 7.

    Wie selbst der Ärztebund sagt, ist mittlerweile die Quarantäne das Problem und nicht die Schwere der Erkrankung. Daher gehört diese (Ausnahme vllt. medizinische Berufe) abgeschafft - wie in vielen Ländern um uns bereits geschehen oder geplant. Dann noch das anlasslose Testen beenden und gut.

  19. 6.

    Meine Frau und ich hatten gerade Omikron. Beide Anfang 40 und nur "grundimmunisiert" vor längerer Zeit. Da war nichts mit "arbeitsunfähig" - die Krankschreibung war nötig, weil wir in Quarantäne mussten. Fähig zur Arbeit wären wir locker gewesen. Vielleicht sollten wir endlich mal so mit Covid umgehen, wie unsere europäischen Nachbarn, dann sparen wir auch eine ganze Menge and Produktivitätsausfällen.

  20. 5.

    Nun, das merkt man auch in den Betrieben... vor genau 2 Jahren hieß das noch Lockdown und Homeoffice. Das wäre für die Spritpreise auch der beste/härteste Schritt. Aber nun haben wir andere Darsteller in der Regierung,nun gehen alle hin, stecken sich und andere an, fehlen statt von daheim zu arbeiten (Krankschreibung heisst NICHT arbeiten, homeoffice heisst arbeiten, Quarantäne auch). Verbrauchen unsinnig Sprit für die Wege. Tschä.

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