20-Minuten-Takt ab Dezember - ODEG setzt mehr und längere Züge auf der Bahnlinie RE1 ein

Di 08.03.22 | 08:46 Uhr
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Der RE1 fährt gerade in den Bahnhof Alexanderplatz ein und setzt seine Fahrt nach Frankfurt (Oder) fort. (QUelle: Georg-Stefan Russew/rbb)
Bild: Georg-Stefan Russew/rbb

Mit den Einwohnern in vielen Gemeinden ist auch die Zahl der Bahnkunden rasant gestiegen. Wie in manchen anderen Zügen ist auch auf der wichtigen Bahnlinie RE1 zur Hauptverkehrszeit oft kaum Platz. Das soll sich bald ändern.

Für Fahrgäste der Regionalbahn-Expresslinie RE1 wird sich das Angebot ab Dezember dieses Jahres deutlich verbessern. Einzelheiten dazu teilte das Brandenburger Verkehrsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion mit. So sollen die Züge mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember in der Hauptverkehrszeit montags bis freitags im 20-Minuten-Takt statt alle halbe Stunde zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg (Havel) verkehren. In den Tagesrandzeiten soll ein Zug pro Stunde fahren.

Neuer Betreiber will mehr Platz schaffen

Die Linie RE1 gilt als wichtigste Schienenverkehrsverbindung in Brandenburg. Ab Dezember übernimmt die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) den Betrieb vorerst bis Ende 2034 von der Deutschen Bahn. Neu eingesetzt werden 157 Meter lange sechsteilige Doppelstockzüge mit rund 630 Sitzplätzen und 212 Meter lange achtteilige Doppelstockzüge mit 800 Sitzplätzen. Je Zug können 49 bis 64 Fahrräder mitgenommen werden. Beide Zugvarianten sollen mit jeweils zwei Servicewagen mit barrierefreier Ausstattung ausgerüstet werden.

Eine 105 Meter lange vierteilige Zugvariante mit etwa 400 Sitzplätzen und 32 Fahrradstellplätzen soll am Tagesrand und auf der Strecke zwischen Cottbus und Frankfurt (Oder) zum Einsatz kommen. Zwischen Brandenburg (Havel) und Magdeburg sollen die Züge im Stundentakt verkehren. Ebenfalls nur ein stündliches Angebot soll es für die Strecke von Frankfurt (Oder) nach Cottbus geben, das in der Hauptverkehrszeit aber um einzelne Züge erweitert werden soll.

Nicht jeder Zug hält überall

Wie bisher sollen die Züge auch künftig an den schwächer nachgefragten Stationen nur stündlich halten. Der zusätzlich eingesetzte dritte Zug pro Stunde soll an den Stationen Brandenburg Hauptbahnhof, Werder (Havel), Potsdam Hauptbahnhof, Berlin-Wannsee, Erkner, Fürstenwalde (Spree), Frankfurt (Oder) sowie auf der Berliner Stadtbahn halten. Ein Stopp in Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk sei im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der neuen Station mit längeren Bahnsteigen geplant, so das Ministerium.

Wegen der längeren Züge werden die Bahnsteige auch an sechs weiteren Bahnhöfen kurzfristig verlängert. In Hangelsberg, Berlenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark) und Pillgramm sollen die Bahnsteige für Züge mit einer Länge von 157 Meter ertüchtigt werden. In Fangschleuse soll ein Kilometer westlich des jetzigen Haltepunkts ein neuer Bahnsteig mit einer Länge von 220 Metern entstehen. Der Bahnsteig in Frankfurt(Oder)-Rosengarten wird bereits auf 220 Meter verlängert. Hier sollen künftig alle RE1-Züge halten.

Sendung: Inforadio, 08.03.2022

19 Kommentare

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  1. 19.

    „Mit den Einwohnern in vielen Gemeinden ist auch die Zahl der Bahnkunden rasant gestiegen.“

    Dieser Einführungssatz von rbb24 verwundert etwas. Die Politprominenz hat doch ständig widerkäuend wiederholt, dass Ostbrandenburg wegen Wegzug entvölkert wird und nur noch Greise zurückgeblieben sind. Haben uns Bürgermeister und Wirtschaftsminister etwa wieder belogen? Für Arbeitsplätze ist denen alles erlaubt. 3000 Beschäftigte soll Tesla laut eigenen Angaben schon eingestellt haben. Vorgestern hatte ich etwas Zeit. Ich beschloss nach Feierabend 1 h das Treiben vom südlichen Bahnsteig Fangschleuse aus zu beobachten. Den Zügen Von oder aus Richtung Frankfurt ent- bzw. bestiegen nur einzelne Personen. Von und nach Berlin war dagegen ein reger Personenstrom zu verzeichnen. Schätzungsweise 75 % der Leute waren nicht deutschstämmig. Da fragt man sich, warum wird ein LSG in Freienbrink für Fremdarbeiter in ein Industriemoloch umgewandelt und der Verkehr künstlich forciert.

  2. 18.

    Verdrehungen und Wirrungen ohne Ende! Von 90 % Pünktlichkeit haben Sie geschrieben (09.03.2022/10:05 Uhr). Bei einer Verspätung von mehr als 10 % von einem Einzelfall zu sprechen, ist schon dreist, vor allem wenn man den im Zug angesagten Grund der Verspätung kennt, nämlich Überlastung der Strecke und als weiteren Grund, eine Stellwerkstörung. Der VBB setzt auch keine anderen Maßstäbe an, denn mehr als 4,59 Min., ist lediglich eine andere Auslegungsart, als maximal 5,59 Minuten (< 5,59 = >4,59 ).

    "Das die Harzfahrer beim RE1 des Verkehrsverbund für die Berlin und Brandenburg (VBB) eher eine Nebenrolle spielen, ist in der neuen " Länderbahnzeit" leider so."

    Nein! Die vorgegebene Umstiegszeit reicht für einen normalen Betriebsablauf aus und schließt kleine Verspätungen ein.

  3. 17.

    Wer schreibt die Unwahrheit? Derjenige, der am 08.03.2022 | 19:41 Uhr von "einer Verspätung von in der Regel 30 Minuten" über den RE1 schrieb oder Sie eben gerade, indem Sie sich auf eine Statistik mit einer Pünktlichkeit von knapp 90% (was in der Tat auch kein Ruhmesblatt ist) beziehen? Dabei legt der VBB einen geringfügig strengeren Maßstab an und deklariert Abweichungen von >4:59 min schon als Verspätung.
    https://www.vbb.de/vbb-themen/qualitaet-im-oepnv/regionalverkehr/

    Natürlich ist es für den jeweils betroffenen Fahrgast sehr ärgerlich. Doch muss man sich nicht als Verkehrssplaner und Touristiker ausgeben, um zu wissen, dass auch aus mehreren Einzelfällen keine Regel wird. Dass die Harzfahrer beim RE1 des Verkehrsverbund für die Berlin und Brandenburg (VBB) eher eine Nebenrolle spielen, ist in der neuen "Länderbahnzeit" leider so.

  4. 16.

    Theorie und Praxis liegen weit auseinander und da die Pünktlichkeit der Züge im Personenverkehr der Deutschen Bahn bei rund 95 % liegt (+ maximal 5,59 Minuten) und 99 % dieser Personenzüge ihre Unterwegs- und Endhaltestellen zur fahrplanmässigen Ankunftszeit (+ maximal 15,59 Minuten) erreichen, liegt der RE 1 mit rund 90 % und doppelter Verspätung, deutlich unter dem Soll. Außerdem interessieren Statistiken wenig, wenn man mehrmals im Jahr entstandene Mehrkosten einreichen muss. Nur auf dem RE 1 im Jahr 2020 sechs Mal.

    Quelle: de.statista.com & Auswertungen der Fahrtenbücher

  5. 15.

    Toll! Nicht jeder Zug hält überall. Es wäre schon schön, wenn zu Zeiten des Berufsverkehrs mehr als ein Zug pro Stunde z.Bsp. in Hangelsberg halten würde. So bleibt nur zusätzliche Lärmbelastung und sonst nichts!

  6. 14.

    Die Aufzeichnungen des VBB decken sich aber weiterhin nicht mit den Ihren.

  7. 13.

    Die Züge fahren in keinem komischen Takt, es wird sogar öfter gewartet, allerdings nicht regelmäßig bis zu 30 Minuten. Es ist nicht das einzigste Mal gewesen, sondern häuft sich und wird beim Einsatz weiterer Züge zunehmen, wenn diese an neun Bahnhöfen der Stadtbahn halten werden. Darüber gibt es Aufzeichnungen, die diese Häufung bestätigen. Das Beispiel vom 30.10.2021 macht deutlich, dass die Verspätung in Berlin angesammelt wird. Durch den Halt des Brandenburg-Zuges in Gross-Kreutz und Götz, konnte der Zug nach Magdeburg diesen nicht überholen.

  8. 12.

    Seine Regel trifft dabei allerdings in der Regel nicht zu, da rd. 90% der RE1 im vergangenen Jahr laut VBB pünktlich gewesen sind und dabei unter den GdL-Steik gelitten haben. Die Züge z.B. nach Rathenow hat es trotz anderer Farbe härter getroffen.

  9. 11.

    Ich glaube, Klaus S. ging es um die Fälle von Verspätung. Da ist der VBB wie auch die NASA zuständig. Die Verspätungen fängt sich der RE sogar zumeist im Raum Berlin ein.

  10. 10.

    Was kann der VBB dafür, dass von Magdeburg in den Harz die Züge in einem so komischen Takt fahren?

  11. 9.

    So weit so gut. Aber:
    1. warum erst im Dezember
    2. warum fährt zwischen 1-4 Uhr kein Zug? Sehr Schade wie soll man nachts nachhause kommen wenn Berlin autofrei werden soll
    3. bin gespannt wie viel Verspätungen dann zusätzlich entstehen

  12. 8.

    Die ganzen Zahlen sind ja eine sehr schöne Fleißarbeit - aber für den Leser ja doch nur von Nutzen, wenn auch die bisherigen Zahlen der DB-Züge mitgeliefert würden. Dann hätte man einen Vergleich und könnte mit den Zahlen etwas anfangen. So steht man schulterzuckend da und ist eigentlich genauso schlau wie vorher.
    (Gut, dass die bisherigen Züge fünf Waggons haben, ist mir nicht entgangen, aber ansonsten...) :-)

  13. 7.

    Alles schön und gut, nur nützen längere Bahnhöfe wenig, wenn wie bisher, alle Züge an zu vielen Bahnhöfen halten. Wenn man nach Magdeburg fährt, hat man dort nur etwa 15 Minuten Zeit, wenn man in Richtung Harz oder Niedersachsen umsteigen muss. Von Gleis 8 zu 5 bei einer Verspätung von in der Regel 30 Minuten, haben Sie keine Aussicht. Es bleibt nur der Umweg über Braunschweig, sofern man keine 60 Minuten warten will. Hat man doppelt Pech und man erreicht den letzten Zug nicht, verbringt man die Nacht meistens in Halberstadt, weil man dort bis zu zwei Stunden Wartezeit für die Weiterfahrt mit dem Taxi einkalkulieren muss. Jüngstes Beispiel: 30.10.2021. Bahnhof Werder/Havel, der Zug nach Brandenburg hatte 30 Minuten Verspätung. Abfahrt in Werder Minute 43, gleichzeitig auch Abfahrt des Zuges nach Magdeburg.

  14. 6.

    Bitte was? Die einzigen Fernzüge in Frankfurt (Oder) sind von PKP-IC (Warszawa, Przemysl, Gdynia, Wroclaw ), ÖBB (Wien) und MAV START (Budapest), wegen Corona ausgesetzt sind die Verbindungen der RZD (Moskau - Berlin, Moskau - Paris).

    DB-Fernverkehrszüge gibt es in Frankfurt (Oder) planmäßig nicht. Und wenn wären die auch weiß und nicht rot. :-P

  15. 5.

    Woher stammt die Information? Habe davon bislang nichts gehört und würde mich auch wundern. Die Deutsche Bahn bedient ja weiterhin mit Fernzügen und den Zügen aus Cottbus/Leipzig den Bahnhof. Warum soll sie dann das Reisezentrum aufgeben?

  16. 4.

    @rbb24 Berkenbrück nicht Berlenbrück
    "Nicht jeder Zug hält überall. "

  17. 3.

    Klar ist nur die exzellente Durchsagequalität in den ODEG-Zügen ggü. einem vergleichsweise Nuscheln manchmal in den bisherigen RE1-Zügen. Auch der Abschied vom erschlagenden, überbordenden Rot erfüllt mich mit Freude(, nicht nur aus dem Wissen heraus, dass Rot eigentlich eine Signalfarbe ist und deshalb eher sparsam eingesetzt werden sollte.)

    Bei allem Weiteren sehe auch ich größere Schwierigkeiten, weil die ODEG noch billiger - dies im übertragenen Sinne - im Vergleich zur DB daherkommt. Weshalb jeder Zug in Frankfurt/-Rosengarten halten muss, erschließt sich mir nicht, ebenso, wie wenn irgendwann jeder Zug in P-Griebnitzsee, P-Charlottenhof und P-Park Sanssouci halten würde.

    Der RE ist etwas anderes als eine Inner-Frankfurter- und Inner-Potsdamer-S-Bahn.



  18. 2.

    Besser als die DB ist die ODEG allemal. Sowohl vom Fahrzeugbestand, als auch von Personal.

  19. 1.

    „Sollen“ Wenn es dann so läuft wie auf anderen Strecken die von ODEG betrieben werden. Verspätungen und Personalausfälle, da freut man sich schon. Zumal dann auch die DB ihr Personal z.Bsp am Bahnhof Frankfurt abzieht. Es gäbe zwar Zusagen den Fahrkartenschalter weiter zu betreiben, nur ist das dann nur noch eine Agentur. Viele Leitungen gerade was den Fernverkehr betrifft wird es schwierig. In weiteren Dingen wie die Organisation von SEV etc. wird es spannend. Die DB war recht großzügig mit Taxigutscheinen etc…

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