Niedrige Löhne, fehlende Perspektiven - "Werkstätten für Behinderte sind Einbahnstraßen"

So 27.03.22 | 16:57 Uhr | Von Fabian Stratmann
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Ein Mann arbeitet in der Metallabteilung der Lebenshilfe Gera e.V. und bohrt dort ein Gewindestück. (Quelle: dpa/Bodo Schackow)
Bild: dpa/Bodo Schackow

Für Menschen mit Behinderungen ist es oft schwer, auf dem Arbeitsmarkt anzukommen. Werkstätten sollen Übergänge ins Arbeitsleben ermöglichen. In der Realität wird diese Inklusion aber durch das System verhindert. Von Fabian Stratmann

Mit Arbeit im Akkord kennt Lukas Krämer sich aus. Fünf Jahre lang hat der heute 28-Jährige Wasserhähne montiert. Täglich hat er sie zusammengeschraubt, poliert und verpackt. Fünf Jahre lang hat Lukas dafür am Ende des Monats 200 Euro überwiesen bekommen. "Das ist Ausbeutung, davon kann kein Mensch leben", fand Lukas Krämer schon damals. Heute fordert er auf seinem Youtube-Kanal, dass seine ehemalige Arbeitsstelle, eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, abgeschafft wird.

Portrait von Lukas Stolz. (Quelle: Anne-Sophie Stolz)
Lukas KrämerBild: Anne-Sophie Stolz

Werkstätten sollen Menschen in den Arbeitsmarkt vermitteln

Lukas Krämers Beispiel ist dabei nur eines von vielen. Über 300.000 Menschen arbeiten in Deutschland in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, etwas mehr als 8.000 davon in Berlin. Die Tendenz ist seit Jahren steigend. 99 Prozent der Menschen, die einmal in einer Werkstatt ankommen, lernen im Laufe ihres Lebens keinen anderen Arbeitsplatz mehr kennen. Dabei sind Werkstätten eigentlich nur als Übergangslösung vom Gesetzgeber gedacht.

Menschen, die wegen ihrer Behinderung noch keinen Arbeitsplatz finden, sollen dort gefördert und anschließend in eine reguläre Stelle vermittelt werden. Die Chancen stünden prinzipiell auch gut, immerhin verpflichtet der Gesetzgeber Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten, 5 Prozent aller Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen.

Vorurteile bremsen Einstellung aus

Die Realität stellt sich allerdings anders dar. Zwei Drittel aller Unternehmen in Berlin erreichen die 5-Prozent-Quote nicht, 40.000 Unternehmen in Deutschland haben nicht einen einzigen Arbeitsplatz mit einem schwerbehinderten Bewerber besetzt. Christine Braunert-Rümenapf, Berliner Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, sieht darin das Resultat hartnäckig bestehender Vorurteile: "Eine Behinderung wird oft lediglich mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit gleichgesetzt. Viele denken immer noch, Menschen mit Behinderungen seien häufiger krank oder unkündbar und stellen deswegen nicht ein. Das ist falsch, und für die Vorurteile gibt es statistisch gesehen gar keine Belege."

Wenn Unternehmen nicht einstellen, drohen ihnen zwar Ordnungsgelder und weitere Strafzahlungen. Für Menschen mit Behinderungen bleiben Werkstätten dann häufig aber trotzdem die einzige Alternative, um überhaupt am Arbeitsleben teilhaben zu können. Der Gesetzgeber definiert Teilhabe dabei explizit auch finanziell. So sollen Werkstätten zwar in erster Linie Menschen auf den regulären Arbeitsmarkt vorbereiten und dorthin vermitteln. Solange sie aber noch in den Werkstätten arbeiten, sollen sie auch an den erwirtschafteten Gewinnen beteiligt werden. Gewinne, die entstehen, wenn Werkstätten zum Beispiel im Auftrag von Unternehmen Wasserhähne verschrauben, prüfen, polieren und verpacken.

Werkstätten als Einbahnstraßen im Arbeitsleben

Tatsächlich funktioniert die Umsetzung des Auftrages jedoch schon seit langem nicht. "Werkstätten sind Einbahnstraßen. Da kommen behinderte Menschen zwar rein, aber nicht mehr raus. Da wird zum Teil über Jahrzehnte auf Dumpinglohnniveau für große Unternehmen gearbeitet, ohne dass die Menschen von den Gewinnen etwas hätten", kritisiert etwa Sigrid Arnade, ehemalige Geschäftsführerin der "Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.".

Eine erste Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestätigt die Kritik. Die Übergangsquoten von Werkstätten in Unternehmen liegen konstant deutlich unter einem Prozent. Die monatlich ausgezahlten Beträge lagen in Berlin zuletzt im Schnitt bei 189,31 Euro. Wie hoch die Gewinne der Werkstätten in derselben Zeit gewesen sind, lässt sich nicht sagen. Offenlegen müssen sie ihre Gewinne nämlich nicht.

Profite auf Kosten der Teilhabe?

Für Sigrid Arnade ist dies schon ein wesentlicher Grund dafür, warum Menschen mit Behinderungen dauerhaft in einer Werkstatt hängen bleiben. "Wenn die Gewinne nicht bekannt sind, sind die Werkstattleitungen doch überhaupt nicht motiviert, ihre besten Leute gehen zu lassen. Die sind schließlich für den finanziellen Erfolg der Werkstätten verantwortlich." Auch Lukas Krämer, der aufgrund einer Hirnhautentzündung im Kindesalter Probleme beim Sprechen, Lesen und Schreiben hat, hat während seiner Zeit in der Werkstatt keine Angebote bekommen, außerhalb der Werkstatt Fuß zu fassen.

"Es wurde mir immer gesagt, wenn Du dir ganz viel Mühe gibst, dann können wir vielleicht mal schauen. Vorher musst du aber unbedingt noch weitere Fähigkeiten entwickeln." So blieb Lukas weitere Jahre in der Werkstatt und stellte seine Fähigkeiten weiterhin beim Schrauben, Prüfen, Polieren und Verpacken unter Beweis. Das Unternehmen, für das er gearbeitet hat, hat er dabei nicht kennengelernt. Druck auf die Werkstatt, Lukas zu vermitteln, gab es von Seiten des Gesetzgebers nicht.

Beschwerden werden lauter

In den Sozialen Medien wurde die Kritik am System Werkstatt, insbesondere an der Ausweglosigkeit und den niedrigen Löhnen zuletzt immer lauter. Dazu äußern wollte sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten auf Nachfrage des rbb zunächst nicht.

Dass die Werkstätten trotz aller Kritik derweil immer größer werden, liegt auch daran, dass viele Seiten davon profitieren können.

Erfüllen Unternehmen die gesetzlich festgeschriebene 5-Prozent-Quote nicht, müssen sie Ausgleichsabgaben zahlen. Bis zu 360 Euro im Monat werden so pro unbesetztem Arbeitsplatz fällig. Eigentlich ein Instrument, um die Quote auch durchzusetzen. Allerdings: Beauftragen Unternehmen Werkstätten mit der vergleichsweise günstigen Produktion, etwa von Wasserhähnen, können sie die in der Werkstatt entstehenden Lohnkosten auf ihre fälligen Ausgleichsabgaben anrechnen lassen beziehungsweise diese umgehen.

Auf diese Weise hat beispielsweise Lukas mit seiner Arbeit in der Werkstatt einem Wasserhahnhersteller über Jahre dabei geholfen, fällige Abgaben zu reduzieren. Abgaben, die der Hersteller ja eigentlich hätte zahlen müssen, weil er Menschen mit einer Behinderung wie Lukas eben nicht einstellen wollte.

Internationale Kritik am deutschen Werkstattsystem

Die Vereinten Nationen haben Deutschland bereits aufgefordert, das System Werkstatt abzuschaffen. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben werde so dauerhaft verhindert. Noch ist ein Ende allerdings nicht in Sicht. Noch gibt es aber auch keine staatlich organisierte Alternative, die die mehr als 300.000 Menschen vor einem Gang in die Massenarbeitslosigkeit bewahren würde, sollten Werkstätten von heute auf morgen wirklich geschlossen werden.

Jürgen Dusel, der Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, hat der Bundesregierung im vergangenen Jahr vorgeschlagen, den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen, ihren Pflichten zur Einstellung auch nachzukommen: "Für mich gilt da wirklich eine Null-Toleranz für Null-Beschäftiger. Wir müssen die Ausgleichsabgaben wirklich deutlich erhöhen und gegebenenfalls auch konsequent Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten." Eine Ausgleichsabgabe in Höhe von 750 Euro hat Dusel der Ampel-Koalition vorgeschlagen. Beschlossen ist das noch nicht. Fraglich bleibt auch, ob eine höhere Ausgleichsabgabe am Ende nicht dazu führt, dass Unternehmen in einem noch größeren Umfang Aufträge an Werkstätten mit Behinderungen vergeben, um die fälligen Abgaben wieder zu reduzieren.

Alternativen entstehen nur langsam

In Berlin haben sich unterdessen erste Alternativen zu Werkstätten entwickelt. Das Berliner "Netzwerk für Betriebliche Integration und Sozialforschung" (BIS e.V.) setzt beispielsweise von Beginn an auf Kontakte zwischen Unternehmen und Menschen mit Behinderungen. "Unser Lernort ist eben nicht mehr die große Werkstatt, sondern der Betrieb selbst. Wir haben beispielsweise eine junge Frau, die wir in einer Bibliothek schulen. Hier lernt die Frau vor Ort, wie so ein System funktioniert, wo Bücher einsortiert werden müssen, und das im direkten Kontakt mit Kollegen", beschreibt Saskia Perthel von BIS e.V. den Ansatz ihrer Arbeit. Das sei auch wichtig, um Ängsten auf Seiten der Arbeitgebenden begegnen zu können. "Viele stellen auch nicht ein, weil sie Angst haben, am Ende überfordert und allein zu bleiben. Wir können da helfen und gemeinsam einen Weg beschreiten. Gemeinsam mit den Unternehmen und den Menschen mit einer Behinderung. Auch die haben ja oft Ängste, wenn sie seit der Schule nur unter ihresgleichen aufgewachsen sind."

Zentraler Baustein bei BIS: Jobcoaches, die Menschen mit Behinderungen in Betriebe begleiten. "Wenn die Unternehmen wissen, dass es feste Ansprechpartner gibt, die auch erreichbar sind, falls etwas nicht gleich klappt, gehen die Türen oftmals weit auf. Dann lassen sich viele Unternehmen viel schneller auf eine Reise ein, in der geschaut werden kann, wo Tätigkeiten auch von Menschen mit Behinderungen übernommen werden können."

Das Geld für die Jobcoaches und die Vermittlungsarbeiten des Vereins kommt unter anderem von den Agenturen für Arbeit. Geld, das bislang in aller Regel noch an Werkstätten überwiesen wird. Der Weg bis zur offiziellen Anerkennung des Vereins sei schwer, lang und voller bürokratischer Hürden gewesen. Die Vermittlungsquote könne sich nun aber sehen lassen. Mehrere Kleingruppen habe BIS e.V. bislang begleitet. Über 70 Prozent von ihnen seien nun in einem Unternehmen angekommen.

Sendung: Abendschau, 23.03.2022, 19:30 Uhr

Bezahlung in den Werkstätten

Rechtlich gesehen handelt es sich bei Werkstätten für Menschen mit Behinderungen nicht um Arbeitgeber im eigentlichen Sinne, sondern um Fördereinrichtungen. Diese werden beispielsweise von den Agenturen für Arbeit oder der Rentenversicherung finanziert (Eingliederungshilfe). Etwa fünf Milliarden Euro fließen so jährlich in das System - große Teile als direkte Rücklage für die Rente von Menschen mit Behinderung.

Monatlich erhalten Beschäftigte in der Werkstatt einen fixen Grundbetrag von etwa 100 Euro, der einem Ausbildungsgeld entspricht. Aufgestockt wird der Betrag mit einem Steigerungsbetrag, einer Art Gewinnbeteiligung. Im Durchschnitt waren das zuletzt knapp 100 Euro. Um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sind die Beschäftigten in Werkstätten dann zusätzlich auf steuerfinanzierte Grundsicherung angewiesen. Ob und wie in Werkstätten der Mindestlohn eingeführt werden kann, lässt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales derzeit prüfen.

 

Beitrag von Fabian Stratmann

60 Kommentare

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  1. 60.

    Die Menschen mit Beeinträchtigungen haben das Recht für Ihre geleisteten Arbeit auf eine gute Bezahlung. Ihnen sollen eine menschenwürdiges Leben ermöglicht werden.

  2. 59.

    Beate, Alternativen werden doch sogar erwähnt. Es würde dann schon helfen, auch einmal zu lesen. Schön, wenn Sie meinen, der Steigerungsbetrag sei abhängig von der Leistung und dem Verhalten. Wie wird denn das "Verhalten" berechnet? Unübersehbar ist doch die Tatsache, dass bundesweit die Beträge kaum über Hundert Euro pro Person liegen. Wie viel Gewinne haben die Werkstätten denn in derselben Zeit gemacht? Ich frage für einen Freund.

  3. 58.

    Was wäre dann die Alternative zu Werkstätten? Eine Massenarbeitslosigkeit behinderter Menschen. Die Praxis der Arbeitgeber ändert sich nie. Denn Behinderte Menschen müssen dann auch die gleichen Qualifikationen wie alle anderen Mitarbeiter haben.

    Jeder Mitarbeiter in einer wfbm bestimmt die Höhe seines Entgelts selbst. Der Steigerungsbetrag ist abhängig von der Leistung und dem Verhalten.

    Es gibt außerdem keinen Akkord in einer wfbm. Die Aussage des Mannes ist Unsinn.

  4. 57.

    Mich ärgert dieses unqualifizierte Gemecker sehr. Um überhaupt eine Empfehlung zur Aufnahme in eine wfbm durch den Fachausschuss zu bekommen, wurde genau geprüft, ob es andere Möglichkeiten zur Teilhabe gibt.

    Außerdem gehen immer mehr wfbm zu qualifizierten Tätigkeiten über. Buchhaltung, Programmierung, Digitalisierung, Kreditvorbereitung für Banken ect.

    Darüber hinaus gibt's sehr oft Außenarbeitsplätze in Privatfirmen mit dem Ziel der Übernahme, wenn der Mitarbeiter geeignet ist .

  5. 56.

    Dann sitzen Sie halt Zuhause rum. Warum suchen Sie sich keinen Job, wenn Sie sich für fit halten?

    Werkstattbeschäftigte kommen mit EM Rente, Grundsicherung und Gehalt auf etwa 1200 Eur netto. Dazu noch eine sehr gute Altersrente...

  6. 55.

    Birgit, Sie reden Unsinn. Die wfbm hat als Eingliederungshilfe nichts mit der Pflege zu tun. Etwas mehr Sachkenntnis täte Ihnen gut.

    Es steht jedem behinderten Menschen frei, sich selbst einen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu suchen.

    Sie zerreißen ein System, welches vielen Menschen eine Beschäftigung mit Sinn und Zukunft bietet. Außerdem ist nix mehr mit einfachen arbeiten. Immer mehr Werkstätten haben Arbeitsplätze in der Buchhaltung, Programmierung ect..

  7. 54.

    Sie vergessen, dass immer mehr Beschäftigte in einer wfbm Vorversicherungszeiten haben. Fakten abzutun, hilft nichts.

    Sie tun 1 Rentenpunkt ab? Eine Kassiererin bei Aldi bekommt in Vollzeit keinen Punkt pro Jahr.

    Ich bin selbst Anleiter. In meiner Abteilung ist selbst mit Förderung kein Mitarbeiter in der Lage, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten. Viele wollen es auch nicht.

    Übrigens: eine Beschäftigte ging nach 15 Jahren wfbm und Vorversicherung mit 1400 Eur brutto in Rente....

  8. 53.

    Das ist Unsinn. Niemand wird gezwungen. Eine Empfehlung ist kein Zwang und hat auch keine Sanktionen zur Folge.

    Wenn Sie lieber den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen, ist das ihre Entscheidung. Wenn jemand in einer Werkstatt arbeitet, dann macht er es freiwillig

  9. 52.

    Niemand muss in einer wfbm arbeiten. Jeder behinderte Mensch hat die Möglichkeit, sich selbst eine Ausbildung oder einen Job zu suchen.

    Fakt ist, dass fast kein Mitarbeiter einer wfbm den Anforderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt folgen kann. Natürlich muss auch ein behinderter Mensch die Norm in einer normalen Firma erfüllen.

    Viele Werkstätten verfügen über Außenarbeitsplätze und Kooperationen mit Firmen. Dort arbeiten Beschäftigte, die den Absprung schaffen könnten.

  10. 51.

    Unsinn. Es gibt keinen Zwang, eine Tätigkeit in einer wfbm aufzunehmen. Ebenso gibt's keine Kürzung. Schauen Sie ins Gesetz...

  11. 50.

    Sorry nein, da muss ich widersprechen. Niemand geht nach Lust und Laune in eine Werkstatt. Es wird von den für dich zuständigen behördlichen Stellen „empfohlen“. Und entweder gehst du oder bekommst finanzielle Kürzungen. Der einzige Weg raus, den ich kenne, zu langsam sein. Daraufhin wurde ich „entlassen“ und sitze nun seit 4 Jahren Zuhause. Perspektiven gibt es nicht. Doch durch meine körperliche Einschränkung bin ich halt nicht so schnell im Tippen oder Zusammenstecken, Kleben ect.

  12. 49.

    Natürlich stimmt es, dass Werkstätten für viele ein scheinbarer Schutzraum sind. Es geht ja aber hier um die Wahlfreiheit. Es kann ja nicht sein, dass mit dem Verweis auf Werkstätten für alle immer nur bequemste Weg gewählt wird. Am Ende läuft das doch immer aufs selbe hinaus. Leute sind Jahre in Werkstätten, machen immer wieder dieselben Arbeiten und dann kommen am Ende Leute, die sagen, der und der könnte ja ohnehin nie in einem Unternehmen arbeiten. Stimmt, weil er in den Werkstätten von ANFANG AN ÜBERHAUPT NICHT darauf vorbereitet wird. Das ist ein Zirkelschluss in der Argumentation und mehr als ärgerlich. Ich begrüße es SEHR, dass hier endlich mal die Zusammenhänge erläutert werden, statt immer nur plakativ mit den 1,35€ Stundenlohn um die Ecke zu kommen. Das wäre polarisierend. Zu sagen, dass Werkstätten Einbahnstraßen sind, ist nicht polarisierend, sondern faktisch richtig. Lässt sich ja prüfen.

  13. 48.

    Es ist erstaunlich zu sehen, wie hier wieder ganz offensichtlich Vertreter des Werkstattsystems unhinterfragt Kommentare a la "alle sind da freiwillig" hinterlassen. Eben nicht! Das ganze Netz ist voll von Beispielen, die das belegen. Es ist doch viel mehr so, dass jetzt endlich mal ein System hinterfragt wird, dass jahrzehntelang unbehelligt Milliarden verwalten konnte, ohne dass mal jemand geschaut hätte, ob die ihren Auftrag eigentlich erfüllen. Das Argument mit zusätzlichen Leistungen zieht auch nicht. Wer auf Pflege angewiesen ist, bekommt Leistungen und Hilfen dafür auch außerhalb der Werkstatt. Rentenpunkte. Ein Punkt. Wird in den Werkstätten immer und immer wieder angeführt, um die Leute zu verunsichern. Fakt ist doch: Die Menschen gehen dann nach zwanzig Jahren mit einer durchschnittlichen Rente und verschwinden wieder in der Unsichtbarkeit. Glückwunsch.

  14. 47.

    Unsinn. Niemand wird stigmatisiert

    Niemand ist gezwungen in einer WfbM zu arbeiten.

    Warum sollten Eltern unter bestimmten Bedingungen nicht unterhaltspflichtig sein?
    Etwas mehr Sach+ und Rechtskenntnis taten Ihnen gut

    Wieder wird etwas zerredet, was vielen behinderten Menschen hilft.

  15. 46.

    Es ist erstaunlich, wieviele Menschen in einer Traumwelt leben. Die Vorteile einer Beschäftigung in der Werkstatt sind nicht bekannt. Ebenso wenig wie das Rentenprivileg.

    Außerdem ist eine Tätigkeit in der Werkstatt freiwillig und ohne Zwang. Wem die Bedingungen nicht passen, kann sich ja was anderes suchen

  16. 45.

    Träumen Sie weiter. Erkennen Sie lieber die Realität.

    Niemand wird in einer WfbM ausgebeutet. Jeder ist dort freiwillig tätig.

    Außerdem sehen Sie die Vorteile nicht. Jeder beschäftigt bekommt pro Jahr 1 Rentenpunkt, der eine gute Altersrente sichert

    Auf dem freuen Arbeitsmarkt muss man für 1 Rentenpunkt etwa 34000 Eur brutto verdienen.

    Also nicht meckern, sondern die Vorteile und die Freiwilligkeit der Tätigkeit erkennen

  17. 44.

    Werkstätten widersprechen dem Gedanken der Inklusion - richtig. Aber wir werden dieses Angebot auch in Zukunft für jene Menschen benötigen, die entweder aufgrund ihrer Behinderung den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt nicht schaffen und für diejenigen, die sich einen geschützten Arbeitsplatz wünschen, der Struktur und Halt im Leben gibt. Wir sollten nur überlegen, wie wir die Übergänge zwischen Werkstatt und 1. Arbeitsmarkt besser gestalten können, um all denjenigen, die den Wunsch haben zu wechseln, Unterstützung anbieten zu können. Hier gilt es die Arbeitgeber mit im Boot zu haben, viel Aufklärungsarbeit zu leisten, die bürokratischen Hürden in der Antragstellung deutlich zu reduzieren und über Angebote zu informieren(Bsp. Budget für Arbeit).

  18. 43.

    Da stimme ich Ihnen voll zu. Niemand wird gezwungen in einer behindertengerechten Werkstatt zu arbeiten. Ich bin sehr froh darüber dass meine Erwachsene Tochter in einer Behindertenwerkstatt arbeitet. Auch für wenig Geld. Dort wird Rücksicht auf die Körperlichen und Seelichen belange Rücksicht genommen. Was auf dem freien Arbeitsmarkt kaum möglich ist. Dort hat sie aber einen strukturierten Arbeitstag und wird anerkannt. Und noch etwas, die Arbeitsbeschaffung ist auch nicht gerade einfach.

  19. 42.

    Ich habe mit dieser Umgehung der Unternehmen die Gelegenheit genutzt auf die Umgehung der Inklusion in den Schulen hinzuweisen, die von der staatlichen Seite verübt wird und Kinder in frühen Schulalter betrifft.
    Kein gutes Beispiel des Staates, von Unternehmen zu verlangen, was man selbst nicht zu erfüllen bemüht ist.

  20. 41.

    ... wahrscheinlich müsste erstmal Druck aus "der Wirtschaft" genommen werden, damit Bedingungen für Behinderte und Nicht-Behinderte besser werden. Und solange "behindert" noch als Schimpfwort benutzt wird, ist es mit Inklusion noch lange hin. Da ich selber behindert bin aber nach vielem Überlegen auf den SB-Ausweis verzichtet habe: welcher Arbeitgeber will mit einem Integrationsamt Personalentscheidungen besprechen? Was nützt Behinderten der Kündigungsschutz, wenn man eventuell Fehlverhalten unterstellt bekommt, falls ein Arbeitgeber einen loswerden will? Wäre eine allgemeine solidarische Finanzierung und unkompliziertere (!!) Bereitstellung von technischen Hilfen, Assistenz etc. nach Gutachten z. B. durch die KV nicht besser als noch eine Behörde und noch einen Antrag, um am Ende das Billigste vom Billigsten zu bekommen? Und das auch nur, wenn der Arbeitgeber einen unbefristet anstellt oder von vorneherein nach Ende der Befristung die Weiterbeschäftigung garantiert?

  21. 40.

    Liebe Dagmar, das ist eine Umgehung, weil es dazu führt, dass Unternehmen nicht in dem Maße gefordert sind, selbst Räume und Möglichkeiten für behinderte Menschen zu schaffen. Der Ausweg liegt im System selbst, das ja eigentlich genau aufs Gegenteil zielt.
    Mit den Schulen gebe ich Ihnen Recht. Das wird hier nicht erwähnt, taucht im verlinkten Video aber auf. Da hat Deutschland ein riesiges Problem. Die Förderschulen werden ja hier immer größer und am Ende ganze Klassenverbände kollektiv wie selbstverständlich in die Werkstatt geschickt. Da fängt es natürlich an. Das ändert aber nichts daran, dass auch Unternehmen Pflichten haben, die in Deutschland (international beschlossen) für alle gelten.

  22. 39.

    Das ist ja nun nicht mehr als eine Behauptung, die Sie hier aufstellen. Ich empfinde den Beitrag überhaupt nicht als polarisierend, sondern als erklärend. Es gibt ein System in Deutschland, das mit einem ganz klaren gesetzlichen Auftrag versehen ist und für die Erfüllung jedes Jahr Milliardenbeträge bekommt (können Sie ja sogar auf den Seiten der Werkstätten nachlesen). Der Auftrag, den die Werkstätten erfüllen sollen, erfüllen sie aber nicht. Stattdessen werden Werkstätten zu Sammelpunkten, in denen Menschen kurzfristig verwaltet werden ohne tatsächliche Mitbestimmungsrechte zu haben. Und nein. Auch Werkstatträte erfüllen diese Aufgaben nicht. Ich finde es schon wichtig, Missstände zu benennen und Debatten zur Änderung des Systems zu ermöglichen.

  23. 38.

    Eine Inklusion wäre wenn die Behinderten zusammen in Betrieben mit den anderen Arbeitnehmern arbeiten würden, deswegen gibt es diese gesetzliche 5% Regelung, wird die von Arbeitgebern nicht erfüllt müssen diese einen Pauschalbetrag an den Bund leisten, wenn die Arbeitgeber einen Teil ihrer Produktion an Behindertenwerkstätten abgeben, werden sie von dieser Pauschale befreit, und der rbb24 sieht es als eine Umgehung an.

    Lieber rbb24, eine Inklusion an den Schulen ist bis heute kaum Realität, wie soll das produzierende Gewerbe als Vorreiter dienen, wenn heute noch Schüler mit mitteleren Lernschwächen auf die Förderschulen weitergereicht werden.


  24. 36.

    Leider ist dieser Artikel einseitig verfasst, in der Ausrichtung mehr als polarisierend und einen Teil der Werkstattrealität völkig ausblendend. Schade, dass bei einem solch wichtigen Thema immer nur auf 2- 3 Meinungsmacher eingegangen wird, die behinderungsbedingt den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt geschafft haben. Aber die vielen Menschen, die einen geschützten Rahmen brauchen und große Angst vor dem Abschaffen von Werkstätten haben, werden nicht gefragt. Und das ist die Mehrheit.

  25. 35.

    „Kein Beschäftigter ist in der Lage, die Normen und Belastungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu erfüllen.“

    Es scheint, als hätten Sie die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt nicht verstehen können, wo hapert es? Inklusion ist auf alle Fälle nicht das Werten, sondern das Eingliedern von Menschen mit Einschränkungen. Oft sind unter Ihnen gut ausgebildete Menschen, durch Unfälle oder Krankheiten aus dem Leben gekickt, aber dennoch vollwertig einsetzbar. Wenn man diese Leute dann auch ließe. Aber genau Ihre Aussage trifft den Egoismus jener, die sich so vollwertig wähnen. Bis es Sie selbst erwischt und es kann jeden erwischen, niemand ist davor geschützt, in diese Situation zu kommen. Ihr Kommentar spricht von Unkenntnis, Wertung und Unverstand. Es gibt Eltern, die jahrelang für die Inklusion ihrer Kinder kämpfen, einige schaffen es tatsächlich, aber der Weg und der Kampf dahin wird von Leuten mit Ihrer Einstellung regelrecht blockiert.



  26. 34.

    Also ich habe 4 Jahre lang in einer Behinderten-Werkstatt gearbeitet-nachdem ich 4 Jahre auf meiner EU-Rente rumgesessen habe und ich war froh wieder etwas tun zu können. Geld ist nicht immer die Lösung aller Probleme. Das ersetzt auch nicht den "Schutzraum", den so eine Werkstatt vielen Menschen auch bietet, die auf dem 1. Arbeitsmarkt verschlissen worden sind. Bessere Bedingungen sind Aufgabe der Politik-die Betroffenen versuchen vornehmlich mit ihrem Leben klarzukommen. Meine Meinung.

  27. 33.

    Ich rede davon, dass jemand der jahrelang in einer Fahrradwerkstatt für Behinderte gearbeitet hat nur eine geringe Aufwandsentschädigung bezahlt bekommen hat, weil für den gesamten Rest sind seine Eltern aufgekommen.
    Eltern von Behinderten trauen sich nicht aufzubegehren weil sie Angst haben, dass ihr Kind dann noch mehr Stigmatisiert wird.
    Aber haltet euch weiter die Augen zu, dann braucht ihr die paar Behinderte auch nicht zu sehen.

  28. 32.

    Ich habe selbst lange geglaubt, dass Behindertenwerkstätten eigentlich ja etwas ganz Gutes wären. Habe es dann selbst über eine Freundin mit erlebt, dass die Wahrheit doch teilweise ganz anders aussieht. Das Problem ist ja, dass wir uns zu einer inklusiven Gesellschaft verpflichtet haben und die Werkstätten helfen sollen, genau dieses Ziel zu erreichen. Wenn man sich die Zahlen mal anschaut, klappt das einfach überhaupt nicht. Stattdessen gibt es überall Möglichkeiten sich aus der Verantwortung herauszukaufen. Dass das nicht schon längst viel heftiger kritisiert worden ist, liegt wahrscheinlich auch daran, dass die meisten das komplexe System dahinter überhaupt nicht verstehen. Ich habe auch keine Lösung im Kopf (wobei ja eine vielversprechende skizziert wird). Fakt ist aber doch, DIESES System ist eindeutig gescheitert.

  29. 31.

    Mensch mit Behinderungen
    Sind Menschen die Werkstatte gute Leistungen geringen sonst würde mache Firmen alt aussehen die Zuarbeit

  30. 30.

    Die UNO hat eine Behindertenrechtskonvention beschlossen, die Deutschland im Jahr 2009 ratifiziert hat Die UNO hat Deutschland für die mangelhafte Umsetzung bereits gerügt. Auch der nächste Bericht wird wieder mit einer Rüge enden, wenn man den Signalen aus der UNO folgt.

  31. 29.

    Guten Tag Martin,

    danke für Ihren Kommentar.

    - Beschäftigte in Werkstätten arbeiten dort freiwillig: Das schreiben wir nicht anders.

    - erhalten fast alle eine Rente plus Grundsicherung plus Einkommen aus der Werkstatt: Auch das steht da, unten im Erklärzusatz.

    - Etwa 1.200 Euro netto im Durchschnitt.: Diese Durchschnittszahl sei Ihnen unbenommen, in dem geschilderten Fall hier haben wir keinen Grund, von unseren Rechercheergebnissen abzuweichen.

    - Eine Abschaffung nimmt vielen behinderten Menschen die Existenz und Tagesstruktur: Niemand fordert hier, behinderten Menschen eine solche Struktur wegzunehmen, in der sie arbeiten und sich eine eigenständige Existenz sichern können. Es geht um die praktizierte Form dieser Beschäftigung - und diese ist, wie ausführlich in dem Artikel begründet, kritikwürdig. Wenn Sie am geltenden Modell keinen Änderungsbedarf sehen, ist das selbstverständlich Ihr gutes Recht.

    Herzliche Grüße,

    Ihre Redaktion

  32. 28.

    Ja? Woher wissen sie das denn eigentlich so genau? Die Rentenpunkte werden ja immer gerne als Argument IN den Werkstätten angebracht. Ist im Übrigen nur eine Hin- und Herschieberei von öffentlichen Mitteln, die am Ende wieder zu einer Sache führen: Verunsicherung und Unsichtbarmachen. Uns wurde damals beim Amt gesagt, dass meine Schwester da gefördert würde und dann vielleicht einen Platz außerhalb finden könne. In der Werkstatt wurde meiner Schwester immer gesagt, dass es wahnsinnig wäre, wenn sie gehen würde. Die guten Rentenpunkte! Die Rente heute ist mal so ganz nebenbei nicht so doll (bemisst sich einfach am Durchschnitt). Fakt ist aber doch, dass die Werkstätten ihren Aufträgen nicht nachkommen und Menschen dort unsichtbar gemacht werden.

  33. 27.

    Die Werkstätten für MmBehinderung sind die reinsten Ausbetungseinrichtungen. Den Menschen wird der Mindestlohn verweigert. Behinderte gehören damit nicht zu den im allgemeinen Bürger genannten Kreis. In den Werkstätten werden Milliarden Umsätze gemacht.
    In einem Geschäftsbericht der Werkstätten wird erklärt, 1,9 Mio Lohnkosten im Jahr. Aber 19 Mio werden als Gewinn abgeführt.
    Die Geschäftsberichte zeigen die Ausbeutung deutlich.
    Lohn nach deutschem Recht, kein Sklavenlohn!

  34. 26.

    Leiten Sie eine Werkstatt? Oder wie kommen Sie darauf? Meinem Sohn ist nach der Schule nur eines vorgeschlagen worden: Werkstatt. Da war er in der Wäscherei und von Anfang an total unglücklich. Morgens abgeholt worden, dann immer dieselben Aufgaben gemacht und abends wieder zurückgefahren worden. Eigentlich sollte mein Sohn da gefördert werden. Ging aber nur darum, immer und immer wieder dieselben Sachen zu machen. Mir wurde immer nur erzählt, wie toll das wäre. Da würde man sich um ihn kümmern. Pustekuchen. Das Amt war froh, den aus der Statistik zu haben, die Werkstatt war froh, jemanden zu haben, der macht und mein Sohn ist auf der Strecke geblieben. Das geht so nicht! Gut, dass das mal zusammengefasst ist.

  35. 25.

    So ein schlechter Artikel.

    Niemand wird gezwungen in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten.

    Wer meint, dort nicht genug zu verdienen, kann ja Zuhause bleiben.

    Kein beschäftiger einer Werkstatt für behinderte Menschen kann die Leistungen und den Druck auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erfüllen.

    Hauptsache, wieder etwas wichtiges zerstören.

    Etwas mehr Fachwissen täte dem RBB und vielen Usern gut

  36. 24.

    So ein Unsinn. Wieder jemand, der keine Ahnung hat

    Jeder arbeitet in der Werkstatt freiwillig! Wem die Bedingungen nicht passen, der muss dort nicht tätig sein.

  37. 23.

    Ein sehr schlecht recherchierter Artikel, der zudem auch fachlich und inhaltlich falsch ist. Beschäftigte in WfbM arbeiten dort freiwillig und erhalten fast alle eine EM Rente plus Grundsicherung plus Einkommen aus Werkstatt. Etwa 1200 Eur Netto im Durchschnitt. Dazu 1 voller Rentenpunkt pro Jahr.
    Eine Abschaffung der WfbM nimmt vielen behinderten Menschen die Existenz und Tagesstruktur.

    Kein beschäftiger ist in der Lage, die Normen und Belastungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu erfüllen

  38. 22.

    Mein Eindruck ist seit Jahren, dass in Dtl Menschen mit Hadycap - sei es geistig und oder körperlich - bewußt klein gehalten werden. Vieles wird ihnen unnötig erschwert, vor allem Dinge, die sie unabhängig machen. Ein gutes Beispiel ist der Erwerb eines Führerscheins. So sind sie oft auf völlig unzureichende Fahrdienste angewiesen. Mal eben spontan abends ins Kino fahren ist unmöglich, für Zugreisen muss man sich wochenlang vorher anmelden um nicht am Bahnhof stehen gelassen zu werden.

    Von der Gleichberechtigung im Alltag sind Menschen mit Handycap weit entfernt. Manchmal möchte man glauben es ist gewünscht, dass sie zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung in ihrem Bett bleiben.

  39. 21.

    Es geht doch in dem Artikel überhaupt gar nicht darum, dass Werkstätten sofort geschlossen werden sollen und einfach alle zu Hause sitzen und nix mehr machen. Es geht doch darum, dass DIESES System auf Dauer einfach nicht dazu führt, dass die Gesellschaft offen für alle ist und sich alle auch den schwächsten annehmen müssen. Und genau das passiert in den Werkstätten in fast 100% der Fälle nicht. Da entledigt man sich dem Problem der sozialen Verantwortung, räumt Menschen aus dem Blickfeld und schiebt sie (das wird hier nicht erwähnt) nach zwanzig Jahren in die Rente ab. Da sitzen sie dann auch zu Hause und drehen Däumchen. Glückwunsch.

  40. 20.

    Wow, ganze 2 Kommentare bis jetzt…
    Da sieht man die Realität, nämlich das es eigtl. nicht wirklich interessiert. Ist halt nur eine Randgruppe der Gesellschaft, die keine Lobby hat.
    So wird sich sicher nichts ändern!
    Trotzdem Danke für diesen Artikel!

  41. 19.

    "Diese Art der Entlohnung von Arbeit, sofern nicht Beschäftigungstherapie, ist eine Demütigung, Entwertung und Ausbeutung."

    Gerade in Berlin ist eine Art Sozialmafia entstanden woran alle Träger fleißig mitverdienen. Die Verfilzung zur Politik existiert seit Jahren und man lässt sich eine solche lukrative Einnahmequelle nicht kaputtmachen.

  42. 18.

    Wenn Menschen mit Handicap den gleichen stundenlohn haben möchten wie ein normaler Arbeiter, dann müssen sie natürlich auch die gleiche Leistung erbringen und das wird ja wohl schwierig in den meisten Fällen zumindestens. Und wenn man von akkordarbeit redet ich glaube nicht dass ein Mensch mit Handicap genauso viel stückzahlen von irgendeiner Ware z.b. produziert wie ein gesunder Mensch.

  43. 17.

    Wird Zeit das diese Sklavenarbeit aufhört!
    Die Menschen müssen grösstenteils gg.06 Uhr aufstehen werden dann mit Fahrdienst stundenlang durch die Stadt zur Werkstatt gefahren, müssen dann Sückzahlnormen erfüllen und werden nachmittags wieder ewig zur Wohngruppe durch den Stau gefahren. Die Menschen sind dann nur noch fertig und gehen schlafen. Und so gehts weiter bis zur Rente, ohne Aussicht auf Veränderung.
    Und jetzt bitte Kommentare aus der intelektuellen Tiefgarage....das geht doch allen so.....ich werde nicht mit Taxi abgeholt.....

  44. 16.

    Erst einmal vielen Dank an den rbb24, dass Sie sich des Themas (s.g.)behinderte Menschen annehmen.
    Da gibt es noch unendlich viele andere Missstände. Einfach mal z.B. bei Frau Bentele vom Sozialverband VdK (oder halt beim SoVD, den beiden großen Sozialverbänden) nachfragen.
    Menschen mit Handicap oder Einschränkungen sind die Schlusslichter dieser Nation aus meiner persönlichen Anschauung.
    Dabei ist die Gruppe riesig.
    Das Bild in der Gesellschaft ist naiv und sehr eindimensional. "Behinderte", so das gängige Bild, sind Menschen im Rollstuhl oder mit schwerer geistiger Behinderung.
    "Einschränkungen" sind aber bunt und divers und davon Fifty Shades.
    Amtsstuben überbieten sich oft an Unflexibilität. Z.B. ist unmöglich, denen beizubringen, dass wer körperlich beeinträchtigt, es keineswegs geistig sein muss (Stichwort Studium). Diese Art der Entlohnung von Arbeit, sofern nicht Beschäftigungstherapie, ist eine Demütigung, Entwertung und Ausbeutung.

  45. 15.

    Ins Gesetz wurde die Tür für den Missbrauch gleich eingebaut – s. aus dem Artikel:
    "Beauftragen Unternehmen Werkstätten mit der vergleichsweise günstigen Produktion, etwa von Wasserhähnen, können sie die in der Werkstatt entstehenden Lohnkosten auf ihre fälligen Ausgleichsabgaben anrechnen lassen beziehungsweise diese umgehen."
    Prima, die Lohndumping-Produkte, die "normal" vermarktet werden und den Unternehmensgewinn steigern, gibt's obendrauf!
    Und alle schauen zu und finanzieren den Missbrauch und Griff ins Steuersäckel mit:
    "Um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sind die Beschäftigten in Werkstätten dann zusätzlich auf steuerfinanzierte Grundsicherung angewiesen.
    … Fördereinrichtungen. Diese werden von den Agenturen für Arbeit oder der Rentenversicherung finanziert (Eingliederungshilfe). Etwa 5 Milliarden € fließen so jährlich in das System"
    und darüber an die Unternehmen, die mehrfach profitieren. "Eingliederung"? Von welchen Gliedern welcher Kette sprechen wir?

  46. 14.

    Ein schlecht recherchierter Artikel, der schlimmstenfalls mit dafür sorgen wird, dass viele Menschen die heute gut versorgt und betreut in den WfbM ihre Abwechslung zum häuslichen (oder Heim-)Alltag finden in Zukunft zu Hause sitzen und Däumchen drehen.
    Es wäre sicher interessant zu erfahren, wie sich das Leben der Menschen mit Handicap in den Ländern entwickelt hat, in denen die UN Behindertenrechtskonvention zur schnellen Abschaffung der Werkstätten geführt hat.

  47. 13.

    Das würde Sie anders sehen, wenn Sie selbst betroffen wären! Wer gute Arbeit leistet, muss auch ordentlich bezahlt werden, erstaunlich, dass überhaupt noch Menschen dorthin gehen! Hier wird mit der Hoffnung auf einen Arbeitsplatz & ein selbständiges Leben Ausbeutung betrieben und niemand geht dagegen an!

  48. 12.

    "Die Vereinten Nationen haben Deutschland bereits aufgefordert..."
    Wer sind denn in dem Fall "die Vereinten Nationen"?
    Hat eine UNO-Vollversammlung diesen Beschluss gefasst und das ausdrücklich von Deutschland gefordert?
    Bisschen ungenau...

  49. 11.

    Wie kann es sein das Ich bei Wiedereingliederung ins Arbeitsleben bei einer Werkstatt für Behinderte vom Bezirksamt für zwei Jahre für 25 Stunden die Woche 340,00 Euro bekam und wo dann dann nach dem die zwei Jahre vorbei waren für die 25 Stunden die Woche nur noch 160,00 Euro bekommen soll, das ist eine Ausbeutung der Behinderten

  50. 10.

    „Die Entlohnung der Arbeit soll ein kleines Extra sein“

    Das können wir mit Ihrer Arbeit auch gern so handhaben, im Akkord arbeiten und am Monatsende 200€ € auf die Hand, dann merken auch Sie nicht mehr, dass Sie ausgebeutet werden.

    Der Kapitalismus kann Menschen mit Einschränkungen nicht gebrauchen.

    Wenn Sie den Beitrag lesen würden, dann kämen Sie darauf, dass das Ausbeutung und ein Abstellgleis für Betroffene bedeutet. Betriebe scheuen sich vor der Übernahme Schwerbehinderter, es gibt viele gesunde und junge Menschen in Europa, die sich ausbeuten lassen, warum sich denn mit Behinderten belasten, die man nicht mehr los wird. Unternehmer lassen lieber in Werkstätten arbeiten, erkundigen Sie sich, wie der Kreislauf Ausbeutung funktioniert. Jeder profitiert, nur nicht der Behinderte.

  51. 9.

    Wie, Extra oben drauf ?
    Wenn eine Supermarktkette,
    gesetzlich verpflichtet wird,
    ihre Regaleinräumer mit 13 Euro MinLohn
    zu bezahlen ist das Ok ?
    Und wenn Sie meinen,
    die vom Versandhandel
    in der Einrichtung bestellten Waren wären
    nicht billig genug,
    wären sie damit einverstanden wenn man
    den Behinderten dass vom Lohn abzieht ?
    Ein Mensch der "arbeitet", obwohl er von
    sogenannten Gesunden in seiner
    Persönlichkeit behindert wird, muss
    annähernd den gleichen Lohn erhalten.

  52. 8.

    Der Vorwurf der Ausbeutung ist unseriös. 200 € netto sind zusätzlich zur meist 100 % Erwerbsminderungsrente.

    Jenachdem in welchem Beruf mann/frau vorher gearbeitet hat und netto verdient hat ist diese sehr viel höher. Wer vorher nicht gearbeitet hat bekommt ergänzend Grundsicherung ( in etwa die Summe wie bei Alg2 ).

    Der Vorteil der meistens übersehen wird ist das nicht nur Rentenbeiträge für die 200 € zusätzlich eingezahlt werden sondern so wie er/sie auf dem freien Markt verdienen würde.

  53. 7.

    Hallo, das Problem scheint Bundesweit gleich zu sein.
    Ich habe einen Bruder, welcher eine mathematische Schwäche hat. Dieser wurde durch das Arbeitsamt in diese „Maßnahmen“ gebracht, damit ist die Behörde das Problem los und ihm werden alle weiteren Möglichkeiten versperrt, er wollte nebenbei arbeiten gehen oder sich selber um einen Arbeitsplatz bemühen. Jedes Mal wurde ihm gedroht, er verliere seine Anrechte auf die Unterstützung sowie seine Rentenansprüche.
    Dort gibt es keine Aufstiegsmöglichkeiten für ihn, auf Nachfragen kommen dann Drohungen und die Aussagen er muss sich erstmal qualifizieren.
    Auch er bekommt nur 200€ muss aber alles andere selber bezahlen, da er noch bei unseren Eltern wohnt.

  54. 6.

    Ich verstehe nicht, wovon du redest. Die Menschen bekommen natürlich von A-Z alles bezahlt. Die Entlohnung bei der Arbeit soll nur ein kleines Extra sein.
    Wenn man die reguläre bezahlen würde, dann müsste man natürlich alles in Rechnung stellen und sie müssten für alles selbst aufkommen. Am Ende kommt es auf dasselbe hinaus. Es kann ja wohl niemand verlangen, dass alles von A bis Z bezahlt wird und dann noch 1500+ Euro pro Monat extra oben drauf kommen.

  55. 5.

    Ärgerlicher Artikel, der die Arbeit von Werkstätten unfair diskreditiert.

  56. 4.

    Guten Morgen,
    Wenn jemand Mal ein sehr gutes Beispiel für das Thema Inklusion vs. Vermittlung in Ausbildung mit anschließender Übernahme in betriebliche Unternehmen sehen möchte...die Handwerkskammer Cottbus ist definitiv in Berlin-Brandenburg seit einigen Jahren hier führend!
    Kein Umweg mit "Kainsmal" über Behindertenwerkstätten, sondern von Anfang an Gleichbehandlung und Förderung der Fähigkeiten.
    Ja es ist eine intensive Arbeit, aber eine erfolgreiche und spart insg. unsere Steuergelder.

  57. 3.

    Ich habe selbst von 2007 bis 2018 in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und dort in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Ja, das Geld was man bekommt, ist wirklich viel zu wenig, da wir ja letztendlich auch sehr gute Arbeit machen. Ich hatte damals in einem Bereich mal über 300 € verdient aber mehr bekam ich auch nicht, keine Grundsicherung etc weil ich da noch bei meinen Eltern gewohnt habe. 2018 hatte ich ein 3 Monatiges Praktikum im Bundesumweltministerium gemacht und seit Mai 2018 arbeite ich in einem Inklusionsunternehmen wo ich bei 30 Wochenstunden aber auch endlich richtigen Lohn bekomme. Offensichtlich gehöre ich zu den 1% die es aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen geschafft haben, raus zu kommen :)

  58. 2.

    Die Tatsache, dass Werkstattbeschäftigte nicht auf dem 1.Arbritsmarkt tätig sind spricht, trotz höhere Löhne, für sich. Diese finden schlicht keine reguläre Arbeit. Das ist unschön aber Fakt.
    Die Werkstätten arbeiten mit einen Betreuungsschlüssel von min. 1:12, oft 1:6 oder sogar 1:3. Das muss finanziert werden. Nach 20 Jahren können diese Beschäftigten in bereits Rente gehen.
    Die Integration in den 1. Arbeitsmarkt muss weiter gefördert werden, in der Praxis sind hier aber Grenzen gesetzt.

  59. 1.

    Wie kann das sein? Ich finde das empörend, zu Mal es in Deutschland ja Mindestlohn gibt. Für mich ein einfaches Mittel diesen Missstand zu bekämpfen. Natürlich werden vielleicht nicht alle Behinderte von Anfang an gute bis sehr gute Leistungen erbringen. Aber ausgehend vom Mindestlohn würde es so manchem vielleicht vergehen solche Menschen auszubeuten und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Die Betriebe die das ausnutzen können das wahrscheinlich schon viel zu lange.

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