Mutmaßliche Brandstiftung - S-Bahnverkehr rollt nach Kabelbrand in Wuhlheide wieder

Di 22.03.22 | 20:55 Uhr
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Archivbild: Ein Zug der Berliner S-Bahn hält am Bahnhof Wuhlheide (Quelle: imago images/ S. Steinach)
Bild: imago images/ S. Steinach

Nach dem Kabelbrand am Berliner S-Bahnhof Wuhlheide rollt der Verkehr wieder. Die Regios wurden zeitweise unterbrochen, die EC aus Polen umgeleitet. Die Polizei geht von einem Brandanschlag aus, der Staatsschutz ermittelt.

Nach einem Kabelbrand in der Nähe des S-Bahnhofs Berlin-Wuhlheide sind laut Deutscher Bahn die Einschränkungen für die Berliner S-Bahn wieder behoben. Der S-Bahn-Verkehr normalisiere sich nach und nach, sagte eine Sprecherin.

Die Auswirkungen der Störung waren am Dienstag noch bis in die Abendstunden zu spüren. Der Fern- und Regionalverkehr zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin war bis etwa 19 Uhr unterbrochen.

Die Reparaturen seien abgeschlossen, teilte die Bahn am Dienstagabend mit. Kurz nach 16.00 Uhr sei die Strecke wieder in Betrieb genommen worden. Betroffen war vor allem die Regionalbahn-Linie RE1 sowie sämtliche EC-Züge.

Zusammenhang mit Tesla-Fabrik?

Laut Polizei war es am Montagmorgen zu dem Brand gekommen. Die Feuerwehr sprach von einem "Kleinbrand" an den Gleisen. Das Feuer wurde noch am Morgen gelöscht.

Im Anschluss tauchte ein Bekennerschreiben auf, das die Polizei eigenen Angaben zufolge als authentisch ansieht. Weil eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen ist, ermittelt der Staatsschutz. Darin wird die mutmaßliche Brandstiftung unter anderem in Zusammenhang mit dem Produktionsstart in der neuen Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide südöstlich von Berlin in Verbindung gebracht. "Ziel unserer Sabotage sind die 3.000 Pendler:innen gewesen, die in der Gigafactory arbeiten", heißt es unter anderem in dem Schreiben. Der RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) ist eine wichtige Verkehrsverbindung für die Tesla-Fabrik.

In dem Bekennerschreiben heißt es unter Bezug auf den Krieg in der Ukraine weiter, der Transport von Tanklastzügen mit russischem Öl sei kurz unterbrochen worden. Ein weiteres Ziel sei die Sabotage der Deutschen Bahn gewesen, der die Aktivisten vorwerfen, mit der Beteiligung an einem Zugprojekt in Mexiko zur dortigen Zerstörung des Regenwaldes beizutragen.

Der Brand hatte am Montagabend auch zu einer Signalstörung in Berlin-Lichtenberg sowie zu einer Stellwerkstörung geführt, die den S-Bahnverkehr vor allem auf der Stadtbahn einschränkte.

Sendung: Inforadio, 22.03.2022, 21:00 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Ich bin auch gegen Autofabriken, den übertriebenen Straßenwahn, aber nicht nur in meinem Hinterhof, sondern auf der ganzen Welt. Ich bin demzufolge kein Nimby. Sicher sind viele Nicht-Nimby dagegen. @22; Diese Ansicht lese ich zum 1. Mal. Gehört habe ich sie noch nie. Warum nennst du dich auf einmal Lukas der z und nicht mehr Lukas der Lokomotivführer? @1+2+3+5+7+8+10+11+17+21+23 stimme ich zu. @18: Nein, die Kernkraft ist keine Alternative. GAUs und der radioaktive Abfall sind nicht beherrschbar. Wenn man alle Unfallschäden und die Lagerung des radioaktiven Abfalls mit einpreist, wird sie viel zu teuer.

  2. 23.

    Ist die S-Bahn denn eine Lokomotive? Ich dachte, die 4xx in der Baureihe bedeutet Elektrotriebwagen. Und das Teil ganz vorne heißt das nicht Führerraum? Eine Lokomotive ist etwas komplett anderes Herr angeblich ex Eisenbahner. Und selbst die Lokomotiven heißen Triebfahrzeuge. Denn es sind Maschinen, die einen Zug antreiben, der selbständig gar nicht fahren kann im Gegensatz zum Triebwagen. Wenn Sie als Triebfahrzeugführer jemals einen Befehl aus dem Stellwerk erhalten oder eine Fahrplananordnung als "Lokführer" erhalten haben, dann steht darauf Tfz und nicht Lf. Man kann ja kein Lokführer sein, wenn man ein Triebfahrzeug führt.
    Es gibt übrigens auch einen Unterschied zwischen Triebwagen, Triebzug und Triebwagenzug.

  3. 21.

    Ja, oder?! Was für ein Selbstschuss! Autos sollen von der Straße, oder gar nicht erst gebaut werden - aber die Schiene sabotieren.. Totale Hirnis in meinen Augen! Und gefährlich noch dazu!

  4. 20.

    Macht kaputt was euch kaputt macht ! Nie war der Satz so wertvoll wie heute, der von einer bestimmten Gruppe schon seit jahrzehnten wie eine Monstranz vor sich her getragen wird, und auch in Teilen der Pollitik breite Unterstützung findet.

  5. 19.

    Da haben Sie recht. Wer wars? Es ist egal, ob braun, rot oder grün: "Extremist*innen" vom Rand der Gesellschaft auf jeden Fall. Wetten das es hier wieder Leute gibt, die nicht an modernen Lösungen mitarbeiten wollen/können und das schönreden werden?

    P.S. Es gibt Lebensmodelle, da ist eine Grundrente unsozial...

  6. 18.

    Kernkraft wäre noch eine Alternative, ist aber bäh bei unseren Träumerlein.

  7. 17.

    Ihrer Meinung nach brauchen Sie also gar nicht erst das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen zur Echtheit des Bekennerschreibens abzuwarten, weil Sie selbst die Schuldigen natürlich schon treffsicher identifiziert haben? Eine wirklich bestechende Logik, die an Selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten ist.

    Was wäre denn, wenn dieses angebliche Bekennerschreiben eine Fälschung wäre, weil die tatsächlichen Brandstifter es eben genau darauf anlegen, solche unreflektierte Hetze gegen Umwelt- und Klimaschützer, wie Sie sie hier betreiben, zu provozieren?

  8. 16.

    Wir wollen die Wirtschaftskraft, wir wollen saubere Elektroautoas, wir wollen ... aber bitte nicht hier! Das sind doch alles Nimbys (Not In My BackYard).
    Macht euch auf was gefasst. Der Ausstieg aus der fossilen Energie hat, nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg, deutlich an Fahrt aufgenommen (zunächst natürlich nur verbal). Das bedeutet dann: Windmühlen, Solarfelder, Stromtrassen. Das muss einfach sein! Die Alternative sind fossile Brennstoffe und das will doch (hoffentlich) keiner mehr.

  9. 15.

    Und wieder ist die S75 sehr betroffen, hat mich 30 Min. meines Feierabends gestern gekostet.
    Warum nur alle 20 Min.?

    Was hat diese Strecke mit Wuhlheide zu tun?

  10. 14.

    Wobei Fangschleuse ja weiterhin erreichbar ist und war, nur halt mit Verspätung. Ob die Mitarbeiter zu dieser Greenwashinganlage mit Auto oder Bahn fahren, das macht den Braten eh nicht mehr fett.

    Mein großer Respekt gilt der Bahn, ich war gestern auf der Strecke und habe davon profitiert, dass man einen Auswichverkehr über Lichtenberg eingerichtet hat.

  11. 13.

    Ich verstehe nicht warum meine S 5 nur alle 20 Minuten fährt, wenn es in Wuhlheide gebrannt hat.

  12. 12.

    Die Behauptung, der S-Bahnverkehr in Berlin sei nicht beeinträchtigt, ist, nebenbei gesagt, unwahr. Zumindest führt die S-Bahn diesen Grund als Erklärung für weitreichende Einschränkungen bei den über Lichtenberg verlaufenden Strecken an.

  13. 11.

    Den Zug nehmen nicht nur die Leute die zu Tesla wollen. Wenn der eine oder andere Spontan aufs Auto umsteigen muss oder das bei der eh schon häufigen Unzuverlässigkeit des RE1 der tropfen ist der das Fass zum überlaufen bringt so, dass ein oder zwei Pendler tatsächlich wieder komplett aufs Auto umsteigen haben die sogenannten "Klimaaktivisten" ihrem Anliegen keinen gefallen getan.

  14. 10.

    Die S-Bahn ist von dem Anschlag sehr wohl betroffen, der Zugverkehr (S3, S5, S7, S75) ist seit gestern Nachmittag mit Begründung auf den Brandanschlag massiv behindert/eingeschränkt.

  15. 9.

    Mirr wäre es lieber, wenn die Leute nicht bei Tesla arbeiten würden, sondern als Triebfahrzeugführer, U-, Tram- oder Buisfahrer, Zugbegleiter oder als Instandhalter für Gleise oder Fahrzeuge. Wenn aber irgendwelche Idioten denen den Arbeitsweg per Zug sabotieren, erreichen die aber nicht, daß die die Arbeitsstelle wechseln, sondern das die nicht mehr den Zug, sondern das Auto nutzen. Nicht richtig durchdacht diese Aktion. Trotzdem sollte sich bei den Verantwortlichen die Erkenntnis durchsetzen, daß man mit Tesla arbeitsmarktpolitisch einen großen Fehler gemacht het.

  16. 8.

    Dass ausgerechnet Außerirdische Straßen und Autobahnen blockieren sollen, halte ich für eine eher gewagte These … Zumindest hätte ich ansonsten noch nie etwas davon gehört oder gelesen.

  17. 7.

    Klimaaktivisten. Ah ja.
    Die dafür sorgen, dass die Leute, die zum Tesla-Werk müssen, weil sie dort ihr Geld verdienen, nicht die Bahn nehmen können, sondern aufs Auto umsteigen. Schon klar...

  18. 5.

    Als ehemaliger Lokführer kann ich die nicht verstehen, die auf solche Weise den Bahnverkehr sabotieren. Da können Menschen in Lebensgefahr kommen aber das interessiert diese Kriminellen ja nicht.

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