Krieg gegen die Ukraine - Berliner DRK hilft bei Vermisstensuche

Mi 13.04.22 | 07:31 Uhr
Archivbild: in Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes telefoniert am 23.09.2015 in der Einsatzleitzentrale (Quelle: dpa/Matthias Balk)
Audio: rbb 88.8 | 13.04.2022 | Natascha Gutschmidt | Bild: dpa/Matthias Balk

Wenn in den Wirren eines Krieges Angehörige plötzlich nicht mehr auffindbar sind, hilft der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Auch im aktuellen Ukraine-Krieg sind die Helferinnen und Helfer im Einsatz.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs unterstützt das Berliner Deutsche Rote Kreuz (DRK) auch Flüchtlinge von dort bei der Suche nach ihren Angehörigen. Aktuell arbeite der Suchdienst vor allem in der Prävention und verteile Informationsmaterialien, um Kontaktabbrüchen vorzubeugen, sagte die Leiterin des DRK-Suchdienstes im Landesverband Berlin, Joana Lieball, der Deutschen Presse-Agentur.

Noch viel in Bewegung

In der Berliner-Suchdienstberatungsstelle seien bislang mehr als 15 Anfragen von Menschen aus der Ukraine eingegangen, so Lieball. "In vielen Fällen konnte der Kontakt nach einiger Zeit über Telefon und Internet selbstständig wiederhergestellt werden", so die Suchdienstleiterin. Sie gehe davon aus, dass noch viele Anfragen, auch bei den DRK-Suchdiensten in den anderen Bundesländern, kommen werden. "Es ist noch viel Bewegung da, viele Menschen sind noch unterwegs", so Lieball.

DRK hilft fast überall weiter

Wer noch nicht fündig geworden sei, aber Berlin verlasse, werde an eine der 92 DRK-Suchdienstberatungsstellen in Deutschland oder auch an die zuständigen Suchdienste der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung im Ausland vermittelt.

Das DRK und die Schwestergesellschaften im Ausland suchen weltweit nach Menschen, die aufgrund von bewaffneten Konflikten, Katastrophen, Flucht und Vertreibung und Migration von Angehörigen getrennt wurden oder verschollen sind und klären ihre Schicksale.

Kinder sollten Namen der Eltern auswendig lernen

Im vergangenen Jahr hat allein das Berliner Rote Kreuz eigenen Angaben zufolge über 300 Beratungen zur Internationalen Suche durchgeführt. In 32 Fällen konnte demnach eine internationale Suche eingeleitet werden. Hauptländer waren Syrien und Afghanistan.

Laut Leiterin Joana Lieball können schon einfache Dinge wie das Auswendiglernen von E-Mail-Adressen und Telefonnummern helfen, miteinander in Kontakt zu bleiben. Für Kinder sei es im Falle einer Trennung besonders wichtig, die Vor- und Nachnamen der Eltern zu kennen.

Sendung: rbb 88.8, 13.04.2022, 09:00 Uhr

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