Berliner Landgericht  - 28-Jähriger gesteht Impfpassfälschung im großen Stil

Fr 01.04.22 | 16:38 Uhr
Symbolbild: Gekaufte gefälschte Impfpaeße (Quelle: dpa/Frank Hoermann)
Audio: Inforadio | 01.04.2022 | Bild: dpa/Frank Hoermann

Ein 28-Jähriger Mann hat vor dem Berliner Landgericht gestanden, Impfausweise im großen Stil gefälscht zu haben. Er habe 100 Fälschungen hergestellt und zum Teil verkauft, erklärte der 28-Jährige am Freitag zu Prozessbeginn. Laut Anklage hatte er sich Blanko-Impfausweise verschafft und über einen gesondert verfolgten Mittäter Aufkleber für Corona-Impfstoffe aus einem Brandenburger Gesundheitsamt bezogen. Mit Hilfe eines falschen Arztstempels habe der Angeklagte schließlich gefälschte Nachweise für 80 Euro pro Stück verkauft.

Impfaufkleber von AstraZeneca

Der Mann soll laut Ermittlungen bis zum 27. April 2021 insgesamt 44 Fälschungen an Dritte veräußert haben - "wodurch eine gravierende Störung des allgemeinen Vertrauens in die Beweiskraft von derartigen Impfausweisen einzutreten drohte", so die Anklage. Das habe der 28-Jährige zumindest billigend in Kauf genommen.

Der Angeklagte erklärte, ihm sei es "nur darum gegangen, Geld zu verdienen". Blankoimpfausweise habe er sich über das Internet beschafft. Zu dem Mittäter, über den er die Impfaufkleber "Covid 19 Vaccine AstraZeneca" bezogen habe, wolle er sich nicht äußern. Es soll sich um einen damaligen Bundeswehrsoldaten handeln, hieß es im Prozess.

Im Fall der gefälschten Impfausweise lautet die Anklage auf Urkundenfälschung. Zudem wird dem nicht vorbestraften Mann vorgeworfen, mit Kokain, Amphetamin und Dopingmitteln gehandelt zu haben. Außerdem soll er sich Falschgeld mit einem fiktiven Wert von rund 25.000 Euro verschafft haben.

Sendung: Abendschau, 01.04.2022, 19:30 Uhr

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