Entwarnung in Oranienburg - Bombe wird abtransportiert, Sprengung nicht notwendig

Di 26.04.22 | 13:33 Uhr
  2
Bombenreste in Lehnitzstraße 63 in Oranienburg am 26.04.2022 (Quelle: rbb/Karsten Zummack)
Audio: rbb24 Inforadio | 26.04.2022 | Karsten Zummack | Bild: rbb/Karsten Zummack

Die für Mittwoch geplante Entschärfung eines Blindgängers in Oranienburg ist abgesagt: Von der in der Innenstadt gefundenen Weltkriegsbombe sind nur noch harmlose Bestandteile übrig.

Die in Oranienburg (Oberhavel) gefundene Bombe ist ungefährlich. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstagvormittag mit. Demnach hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg nur "harmlose Bestandteile" finden können und daher Entwarnung gegeben. Zuvor wurde die Bombe freigelegt.

Es seien in der Lehnitzstraße 63 im Boden lediglich zwei Bombensplitter sowie die Zünderplatte gefunden worden, aber kein Sprengstoff und auch kein Zünder. Von der teildetonierten Bombe gehe keine Gefahr aus. Daher sei die für Mittwoch geplante Bombenentschärfung nicht nötig. Die Bombenteile können nun nach Angaben der Stadt "einfach abtransportiert werden".

Oranienburg besonders stark betroffen

Im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche in der Oranienburger Innenstadt wurde auf dem Grundstück in der Lehnitzstraße Anfang März ein metallischer Gegenstand in der Erde gefunden. Genauere Untersuchungen legten nahe, dass es sich dabei um eine teildetonierte Bombe handelt. Am Dienstag wurden die Bombenteile freigelegt. Danach wurde entschieden, dass keine Sprengung notwendig ist. Die Fachleute gingen davon aus, dass sie fünf bis sechs Meter tief graben müssten.

"Die Vorbereitungen laufen seit Wochen auf Hochtouren", sagte Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer im Vorfeld. Das Grundwasser ist demnach abgesenkt worden, um eine mögliche Kontaminierung zu verhindern. Außerdem seien Container als Splitterschutz aufgestellt worden. Diese kommen nun aber nicht zum Einsatz, weil die Bombenreste nicht mehr intakt waren und Sprengstoff sowie Zünder fehlten.

Oranienburg hält traurigen Rekord

Oranienburg hält im ganzen Bundesgebiet den traurigen Rekord an Blindgängern. Seit 1991 sind dort über 200 Großbomben erfolgreich entschärft beziehungsweise gesprengt worden, davon in den vergangenen zwei Jahren vier Stück. Das teilte der Kampfmittelbeseitigungsdienst dem rbb auf Anfrage mit. Bundesweit sei keine Region bekannt, in der so konzentriert amerikanische Bomben mit chemisch wirkenden Langzeitzündern abgeworfen worden sind, wie in Oranienburg, hieß es weiter.

Unweit des Fundorts in der Lehnitzstraße war im Zweiten Weltkrieg ein Standort der "Auer-Werke". Das Unternehmen soll an der Forschung zur Atombombe beteiligt gewesen sein. Ohnehin war in Oranienburg damals die Rüstungsindustrie konzentriert. Daher wurde die Stadt immer wieder Ziel der alliierten Luftangriffe.

Insgesamt sollen etwa 20.000 Bomben auf Oranienburg gefallen sein. Ein Teil von ihnen dürfte noch immer unter der Erde schlummern. Das Land Brandenburg hat seit 1991 bereits 400 Millionen Euro in die Beseitigung von Kampfmitteln investiert, die Hälfte der Summe floss nach Oranienburg.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 26.04.2022, 19:30 Uhr

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Oranienburg scheint ein gefährlicher Ort zu sein.

Nächster Artikel