Frontalzusammenstoß auf der B96a - 23-Jähriger nach tödlichem Unfall in Untersuchungshaft

Do 21.04.22 | 15:26 Uhr
Archivbild: Ein zerstörter PKW steht am 11.07.2021 auf einem Radweg. Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 96a zwischen Schildow und Schönfließ sind zwei Personen ums Leben gekommen. (Quelle: dpa/BLP/Christian Sappeck)
Bild: dpa/BLP/Christian Sappeck

Zwei junge Frauen, eine von ihnen schwanger, starben im Juli 2021 auf der B96 bei einem Unfall - weil ein betrunkener junger Mann offenbar mit viel zu viel Tempo in seinem Auto gerast war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun Mord vor.

Gut neun Monate nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 96a in der Gemeinde Mühlenbecker Land (Oberhavel) ist der 23-jährige Unfallfahrer in Untersuchungshaft
gekommen. Das Sachverständigen-Gutachten habe mit den Daten des Fahrzeugcomputers im Unfallauto den dringenden Verdacht ergeben, dass der 23-Jährige mit seiner schnellen Fahrweise "den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen habe", sagte der Neuruppiner
Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer am Donnerstag. Daher sei der 23-Jährige am Mittwoch vor Ostern in Haft genommen worden. Zuerst hatte die "Märkische Oderzeitung" [Bezahlinhalt] berichtet.

Zwei Frauen und ein ungeborenes Kind starben

Bei dem Frontalzusammenstoß waren in einem entgegenkommenden Auto die Fahrerin im Alter von 32 Jahren und ihre 28 Jahre alte und im sechsten Monat schwangere Beifahrerin tödlich verletzt worden. Das ungeborene Baby konnte nicht gerettet werden. Zwei weitere Insassen des Autos im Alter von 31 und 33 Jahren überlebten schwer verletzt.

Nach den Ergebnissen der Ermittlungen habe der 23-Jährige das 510-PS-starke Auto auf der Bundesstraße maximal beschleunigt, sagte Pelzer. Zunächst sei ein entgegenkommendes Fahrzeug von dem Unfallfahrer leicht touchiert worden. Die beiden Insassen blieben unverletzt. Anschließend sei der 23-Jährige in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten. Dabei kam es zum Frontalzusammenstoß.

Tatvorwurf: Zweifacher Mord

Der Tatvorwurf laute auf zweifachen Mord, versuchten Mord in vier Fällen sowie gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen, erklärte der Oberstaatsanwalt. Der 23-Jährige und sein damals 31 Jahre alter Beifahrer hatten nach dem Unfall versucht, zu flüchten, war aber nach etwa 800 Metern von der Polizei gefasst worden. Bei dem Unfallfahrer sei eine Alkoholisierung "im Bereich der Fahruntüchtigkeit" festgestellt worden, erklärte Pelzer. Gegen seinen 31-jährigen Beifahrer dauerten die Ermittlungen noch an.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.04.2022, 15:00 Uhr

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