Breschnew und Honecker überhangen - Putin und Schröder verdecken kurzzeitig "Bruderkuss" an der East Side Gallery

Mo 04.04.22 | 12:25 Uhr
  31
Aktionskünstler:innen haben am 04.04.2022 in den frühen Morgenstunden den Bruderkuss durch ein Bild von Putin und Schröder ersetzt. (Quelle: Anne Barth)
Audio: rbb 88.8 | 04.04.2022 | Juliane Kowollik | Bild: Anne Barth

An der East Side Gallery sind schon seit Jahren Leonid Breschnew und Erich Honecker bei ihrem berühmten "Bruderkuss" zu sehen. Am Wochenende war dort stattdessen ein anderes Paar einander zärtlich zugetan: Wladimir Putin und Gerhard Schröder.

Der sogenannte Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker gehört zu den berühmtesten Motiven der East Side Gallery in Berlin. Am Wochenende jedoch waren dort plötzlich nicht mehr diese beiden Küssenden zu sehen, sondern es herzten sich an selber Stelle Wladimir Putin und Gerhard Schröder.

Bild war auf Folie vor Original-Graffito

Das "Bruderkuss"-Graffito mit Breschnew und Honecker des Moskauer Malers Dmitry Vrubel scheint allerdings nicht übermalt worden zu sein, sondern es handelte sich um eine Art Folie, die von Unbekannten vor dem ursprünglichen Bild angebracht wurde. Darunter ein Schriftzug auf Russisch. Zu lesen war übersetzt in etwa: "Inmitten dieser tödlichen/vergänglichen Liebe". Inzwischen ist an der East Side Gallery wieder das Breschnew-Honecker-Bild zu sehen.

Das "Bruderkuss"-Graffito Vrubels basiert auf einem Foto der Fotografin Barbara Klemm, die den sogenannten Bruderkuss zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew im Jahr 1979 während der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR in Ostberlin abgelichtet hatte. Die beiden Politiker hatten sich damals allerdings nicht auf den Mund geküsst. Die Reproduktion des Fotos trägt den Titel "Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben".

Denkmal East Side Gallery, Dimitrij Vrubel, Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecke (Quelle: dpa/Marc Rasmus)
Das Original-Graffito von Breschnew und Honecker | Bild: dpa/Marc Rasmus

120 Künstler bemalten die ehemalige Mauer

Die East Side Gallery an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain ist das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer. 120 Künstler bemalten den ehemaligen Trennstreifen auf 1,3 Kilometer Länge.

Sendung: rbb24 Abendschau, 04.04.2022, 19:30 Uhr

31 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 30.

    Vermutlich steckt hinter all den Relativierungen, die Hoffnung, dass sowas einfach nicht wirklich wahr sein darf. Eine Form der Verdrängung, dass ein Nachbarland weiter Dinge geschehen, die wir bislang aus Geschichtsbüchern kennen. Die geflüchteten ukrainischen Frauen, die hier täglich ankommen mit ihren Kindern sind real, sie lügen nicht.

  2. 29.

    Ihr "Argument" ist ein logischer Fehlschluss auch bekannt als Whataboutism. Nur weil ukranische Soldaten Mal irgendwann, irgendwo einmarschiert sind, rechtfertigt das keinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und Genozid.

  3. 28.

    Ukrainische Soldaten waren im Irak und in Afghanistan.
    Der Krieg gegen Serbien 1999 wurde von der NATO geführt. Diverse andere Aktionen von verschiedenen Mitgliedern gab und gibt es reichlich. Sind wir jetzt besser?

  4. 27.

    Doch Jasa, wir haben Ihren Kommentar sehr gut verstanden.

  5. 26.

    1 .Einige von Ihnen verteidigen diesen Krieg öffentlich.
    2 Wären sie zu Fuß aufmarschiert und hätten sich in Diskussionen begeben= Respekt! Ein Autokorso ist eine Form von Machtdemonstration. Es hat bei vielen Geflüchteten Angst ausgelöst.
    Das ist völlig unangemessen gewesen.
    Wenn das Vaterland ein Volk auslöschen will, muss man sich positionieren, besonders im Ausland lebend. Das tun wir Deutschen ein Leben lang und ist auch korrekt, nachdem, was in unserer Geschichte an Greueltäten geschah.

  6. 25.

    " Was haben die Russen, die bereits seit Jahren in Deutschland leben und unsere Nachbarn sind, mit diesem besch... Putin-Krieg zu tun? "

    Ein nicht unerheblicher Teil der in Deutschland lebenden Russen sicher eher wenig aber es gibt auch einen anderen nicht unerheblichen Teil von in Deutschland lebenden Russen die die Politik Russlands und den Völkermord in der Ukraine auf ganzer Front unterstützt und auch fleißig AFD wählt. Und wenn man sich diese sogenannte Demo und auch den Verlauf der Route direkt am Berliner Hauptbahnhof vorbei etwas genauer anschaut kann man doch zumindest etwas Zweifel hegen an den Absichten der Organisatoren !!

  7. 24.

    Was soll von russischer Seite erwartet werden? Das Katyn stattgefunden hat, wurde erst nach 50 Jahren akzeptiert, bzw. nicht mehr als Feindpropaganda dargestellt. Die Raketen auf Kuba, erst als die Luftaufnahmen keine Ausrede mehr zuließen, Tschernobyl erst nach 3 Tagen bestätigt, obwohl in ganz Europa die Geigerzähler tanzten. Der Untergang der Kursk auch erst nach 3 Tagen. Mauern und Leugnen hat in diesem politischen System eine lange Tradition.

  8. 23.

    Das mit der Ausgewogenheit bezieht sich nicht auf die Berichterstattung in unserem Land. Die finde ich ausgewogen genug. Es bezieht sich auf die diversen Vorwürfe an Deutschland seitens der ukrainischen Regierung.

  9. 22.

    Putins Kriege: 2008: Militäreinsatz im Kaukasuskrieg auf der Seite südossetischer Rebellen 2014: Invasion und nachfolgende Annexion der Krim. Seit 2014: Militärische Unterstützung der prorussischen Kräfte im Krieg in der Ostukraine. Seit 2015: Militärischer Eingriff auf Seiten der Regierung Syriens im Syrischen Bürgerkrieg. Seit 2015: Militärische Unterstützung des Kampfes gegen den Islamischen Staat in Syrien. Seit 2018: Militärische Unterstützung des Kampfes gegen die libysche Regierung auf Seiten Marschall Haftars mit Wagner-Söldnern der GRU. Seit 2019: Militärische Unterstützung des Kampfes gegen die Ahlu Sunnah Wa-Jama in Mosambik mit Wagner-Söldnern der GRU. seit 2020: Truppen in Bergkarabach, Aserbaidschan. 2022: Beteiligung russischer Truppen an der Niederschlagung der Unruhen in Kasachstan. 2022: Überfall auf die Ukraine (Eskalation des Ukraine-Konflikts). Erklären Sie, welche Angriffskriege die Ukraine führt(e) und wann die Nato wen angriff.

  10. 21.

    Ich bin weder irre noch verhöhne ich unsere Gesellschaft.
    Eher würde ich sagen, dass Sie meinen Kommentar nicht verstanden haben.

  11. 20.

    Gerade heute erst hat Russland sich wieder zu Wort gemeldet, dass es in Butscha – natürlich – kein Massaker an Zivilisten durch seine Soldaten gegeben habe, es sich bei den Opfer lediglich um Schauspieler handle und von einer erneuten Provokation gesprochen. Auf diese andauernden an Zynismus kaum zu überbietenden und die Opfer verhöhnenden Lügen kann ich persönlich gerne verzichten.

  12. 19.

    Sie merken aber schon, wie widersprüchlich Ihre Aussage ist? Mit dem „Z“ durch die Stadt, mit russischen Flaggen am Tag des Massakers von Butscha, da würde ich doch eher gegen den Angriffskrieg demonstrieren und gegen Gräueltaten von Putin, denn unsere Gesellschaft trägt alle ganz gut und reagiert nur, wenn man den Aggressor auch noch feiert. Ihr Kommentar ist purer Hohn, beschämend. Ob wir das schon einmal hatten? Sind Sie irre? Putin ist der Aggressor nicht die Ukraine. Täter und Opfer scheinen Sie nicht nur zu verwechseln, Sie verhöhnen unsere Gesellschaft.

  13. 18.

    Ob ein Autokorso mit russischen Fahnen gut gewählt ist, möchte ich auch bezweifeln.
    Jedoch finde ich es auch nict richtig, alle russisch-sprechende Menschen in eine Ecke zu stellen, Turnhalle einer russsischen Schule in Berlin anzünden, Lebensmittel verbanden, Supermärkte beschmieren, Kunst und Kultur "ausgegrenzen" ect.
    Hatten wir dies nicht schon einmal?
    Was haben die Russen, die bereits seit Jahren in Deutschland leben und unsere Nachbarn sind, mit diesem besch... Putin-Krieg zu tun?

    "... Der Autokorso durch Berlin wurde als Demonstration mit dem Titel "Keine Propaganda in der Schule - Schutz für russischsprechende Leute, keine Diskriminierung" ...
    https://www.rbb24.de/politik/thema/Ukraine/beitraege/berlin-autokorso-russland-ukraine-krieg-z-symbol-ermittlung-demo.html

  14. 17.

    Gefällt mir besser wie das "Alte-Männer-Geschlabber".

  15. 16.

    Das Plakat hat nun welchen Nutzen? Die Absicht, G. Schröder zu verletzen, ist gelungen aber dafür dieser Aufwand?

    P.S. Es gibt Leute, die werden ihm nie vergessen, dass er nicht in den Irakkrieg gezogen ist, trotz starkem Druck. Es schadet nicht, einen inoffiziellen "Gesprächskanal" offen zu halten, wer weiß wozu es gut ist.

  16. 15.

    Sie möchten nur eine Seite hören, wünschen sich aber Ausgewogenheit in der Berichterstattung.

    Mit Verlaub, aber wie geht das zusammen?

    Wenn nur eine Seite zu Wort kommt, wird es nie objektiv und/oder ausgewogen sein! Das gilt nicht nur für diesen unsäglichen Krieg.

    Beste Grüße

  17. 13.

    Wie man nach dem gestrigen Tag noch die Russen verteidigen kann, ist mir unbegreiflich. Sie sollten sich schämen.

  18. 12.

    Ja Bärbel, ich finde auch, dass Russland mal zu Wort kommen sollte. Schon um zu erklären, warum deren Soldaten Zivilisten gezielt töten und foltern und ob es eine neue Sportart ist, mit Panzern über voll besetzte Autos mit Zivilisten zu fahren und sie zu zerquetschen wie Insekten. Ich schäme mich in Grund u Boden, daß am gestrigen Tag hunderte von Russenautos hier in Berlin demonstrieren dürften. Gut das ich es heute erst erfuhr.

Nächster Artikel