Kranzniederlegung in Tröbitz - Landkreis Elbe-Elster erinnert an Opfer des KZ-Todeszugs

Mo 25.04.22 | 16:33 Uhr
Landrat Christian Heinrich-Jaschinski legte u. a. an der Gedenktafel im Ort Tröbitz einen Kranz im Gedenken an die Befreiung jüdischer Häftlinge aus dem Todeszug des Konzentrationslagers Bergen-Belsen ab. (Bild: Pressestelle Kreisverwaltung)
Bild: Pressestelle Kreisverwaltung

Anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung jüdischer Häftlinge aus dem Todeszug des KZ Bergen-Belsen ist am Montag im Landkreis Elbe-Elster der Opfer gedacht worden. Zu den Veranstaltungen hatten u.a. das Amt Elsterland und die Gemeinde Tröbitz eingeladen. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski legte an der Gedenktafel im Ort Tröbitz sowie auf dem dortigen jüdischen Friedhof Kränze nieder.

Gedenkstunde im Langennaundorfer Forst

In Ansprachen erinnerte u. a. der ehrenamtliche Bürgermeister von Tröbitz, Holger Gantke, an die vielen Opfer, die der letzte Bahntransport des Konzentrationslagers Bergen-Belsen nach Theresienstadt gefordert hatte. Gemeinsam riefen die Rednerinnen und Redner dazu auf, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten.

Zuvor wurden bei einer weiteren Gedenkstunde im Langennaundorfer Forst an der dortigen Gedenkstätte Kränze niedergelegt. An das Schicksal der Häftlinge erinnert auch eine zentrale Open-Air-Ausstellung in Tröbitz am jüdischen Friedhof.

100 Häftlinge starben während der Fahrt

Der Todeszug aus Bergen-Belsen ging als "Verlorener Transport" in die Geschichte ein. Angesichts der vorrückenden Front änderten die Nazis mehrmals die Strecke des Todeszugs mit den aus mehr als zwölf Ländern stammenden jüdischen Häftlingen. Am 20. April 1945 blieben die Waggons im Langennaundorfer Forst stehen. Die zerstörte Eisenbahnbrücke verhinderte die Weiterfahrt. Am 23. April 1945 befreite die Rote Armee über 2.000 todkranke Menschen aus den Waggons. Sie wurden in Tröbitz untergebracht.

Während der Fahrt waren über 100 Häftlinge an Flecktyphus gestorben. In den folgenden Wochen starben noch einmal rund 300 Menschen. Viele der Toten wurden auf einem eigens dafür angelegten jüdischen Friedhof beigesetzt, andere fanden in Gräbern der Gemeinden Tröbitz und Schilda sowie im Umkreis ihre letzte Ruhestätte.

Sendung:

Nächster Artikel